Sandkastenspiele sind nicht mein Ding

  • #1

    Moin,


    dachte heute noch mal das schöne Wetter hier zu nutzen und mal auf ein 2-Kugel-Tütchen Eis nach Zesch am See zu gondeln.


    War etwas zu früh dran – wird erst um 13Uhr geöffnet, also noch ein Extraschleifchen über eine unbefestigte Straße zum See durch eine Ferieanhausanlage gepöttelt. Anlage und Ort zu Ende, Ortsausgangsschild mit Hinweis auf Lindenbrück. Ist ja nicht weit und Feld/Waldweg
    Ist doch extra für so ein Moped gemacht – oder!!


    Aus gut wird sandig und dann sehr zuckersandig. Nicht mein Ding. Bin einfach zu feige ordentlich Gas zu geben und über den Sand zu treiben wie das empfohlen wird.


    Also ging das schief und da lagen wir beide nun – weich gebettet. Habe etwas gebraucht meinen linken Fuß unter dem Moped hervor zu ziehen, aber Dank ordentlicher Endurostiefel
    (Tucan von Alpine Stars) ist diesmal meinem Bein nichts passiert.
    [attachment=3]Sandkastenspiele2.1.jpg[/attachment]


    [attachment=1]Sandkastenspiele1.2.jpg[/attachment]


    Endlich mal dran gedacht und schnell Fotos gemacht. Habe ich leider zu oft schon vergessen wenn’s Möppi lag. Der Reflex es gleich wieder aufzuheben war zu unbändig.


    Dann wollnmama aufheben: Autsch macht es am rechten Rippenbogen. So geht das nicht, da drückt irgendwas von der Kleidung in die Rippen. Entblättert oben rum und noch mal. AUTSCH!! Da habe ich mir wohl was eingeklemmt.


    Hab doch die Kiste schließlich letztes Jahr als sie noch keine Woche alt war zu Hause auch schon mal aufheben müssen, warum will das jetzt nicht gehen??


    [attachment=0]Sandkastenspiele3.1.jpg[/attachment]


    Liegt aber auch blöd da. Der Aufhebewinkel ist auch nicht der beste. Also mit den Stiefeln unter den Rädern den Sand weggescharrt damit die dann weiter nach unten kommen, und an der Stelle wo ich zum Aufheben stehen wollte/sollte den Sand auch weggescharrt um einen besseren Winkel zu haben. Außerdem noch meine pralle Hecktasche zur Unterstützung stückweise unter das Moped geschoben.


    So weit die Idee. Aber geholfen hat das alles nichts, die Kräfte wurden weniger, das Aua mehr und die Einsicht reifte, dass ich das nun nicht mehr allein schaffe. Inzwischen hatte ich da schon ‚ne Stunde in der Sonne rumgespielt, der Schweiß rann und keine Menschenseele hatte sich blicken lassen.


    ADAC holen – wie peinlich!


    Also Moped da liegen lassen (saudummes Gefühl) und auf den 1,3 km langen wirklich zuckersandigen Weg Richtung Lindenbrück gemacht. Nach vielleicht 700m kommt mir doch tatsächlich ein kleines Auto entgegen (lass es bitte, bitte keine kleine zierliche Frau sein)


    Stoßgebet erhört, war ein kräftig aussehender Mann mittleren Alters. War auf dem Weg zur Badestelle am See und sofort bereit zu helfen. Gemeinsam bekamen wir Möppi wieder auf die Beine!! Schnauf .


    Sprang auch sofort wieder an und ganz viel Danksagung (er wollte sich leider von mir nicht auf eine Eisorgie einladen lassen) , pöttelte ich an den besonders tiefsandigen Stellen unwürdig füßelnd nach Lindenbrück und dann in einem Bogen nach Zesch am See auf mein geplantes 2-Kugel-Tütchen Eis.


    Fester Vorsatz: ich muss wieder was für meine Muskeln tun. War das erste mal, dass ich mein Möppi nicht wieder alleine hinstellen konnte. Sind wohl nach der langen Unfallbedingten Ausfallzeit einige Kräfte noch nicht wieder da.


    Schaden am Moped: nur der linke Handschützer ist abgebrochen und am TT-Schutzbügel sind ein paar kleine Schrammen. Er hat also sein gutes aufopferndes Werk getan.


    Viele Grüße
    Michael

  • #2

    Moin Michael


    Erst mal gut, dass Dir nix passiert ist.


    Auf Sand ein Moped aufheben, ist auch gar nicht so einfach und für Sand hattest Du den falschen
    Reifen, auch wenn der TKC70 sonst in Ordnung ist.

  • #3

    Gut, dass nicht zu viel passiert ist. Bei Fahrten in Tiefsand oder Tiefschnee brauchst Du Geschwindigkeit. Traktionskontrolle aus oder auf 1, im Stehen fahren und dann ordentlich Feuer. Geschwindigkeit stabilisiert. Durch die Geschwindigkeit entstehen höhere Rotationskräfte an den Rädern die das Fahrzeug dann extrem stabilisieren. Das ist keine Zauberei. Die Jungs hier machen das nicht anders:


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    AT crf 1000 17èr. Und sonst? Bekennender Mopedmessi!

  • #5

    Ist ja zum Glueck nichts passiert. Mach Dir nix draus. Ich bin eigentlich ein recht guter Sand Fahrer, aber bisher bin ich da mit der Africa Twin auch noch nicht so super klargekommen wie ich es gewohnt bin. Die Serienreifen sind halt eher ein "geht so" :roll: aber im tiefen Sand braucht man richtig gute Gelaendereifen, besonders vorne. Selbst mit 50/50 Reifen funktioniert das leider nicht.


    Gerade mit der Africa Twin war ich schon in einigen Situationen, wo das "Vollgas und durch" nicht funktioniert, weil dann die Geschwindigkeiten fuer den Vorderreifen zu schnell wurden. Wenn man aber langsamer faehrt geht es auch nicht, weil so ein schweres Motorrad dann sofort einsinkt. Es ist also eines der seltenen Gelegenheiten wo man es dann auch mal auf die Reifen (und Luftdruck) schieben darf :lol: .
    Mit den serien Reifen hatte selbst mein Freund, mit dem ich oft zusammen fahre, im tiefen Sand Probleme. Und der faehrt so gut, dass er es vor zwei Jahren sogar mal geschafft hat bei einem Wuestenrennen kurz hinter Johnny Campbell ins Ziel zu kommen (11 Facher Sieger der Baja 1000). Wir beide planen diesen Winter mal bessere Reifen drauf zu machen und dann mal mit der Africa Twin in den Duenen herumzupfluegen :P


    Aber eine Sache koenntest Du dennoch verbesser. Bitte nicht falsch verstehen, aber ueberlege doch wirklich mal ins Fitnesstudio zu gehen, damit Du zumindest in der Lage bist Deine Maschine wieder selber auf die Raeder zu stellen. Je nachdem wo Dir sowas passiert kann Dir dann auch kein ADAC helfen ;) Ausserdem faehrt man mit etwas mehr Fitness auch deutlich besser im Gelaende, besonders als Gelaendeanfaenger macht das viel aus, weil man sich dabei dann sehr anstrengt.

  • #6

    So geht´s recht einfach. Immer am Lenkerende, da hast Du den längsten Hebel. ( Eigene Erfahrung :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: )


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    AT crf 1000 17èr. Und sonst? Bekennender Mopedmessi!

  • #7

    Moin,


    ohne Frage, Ihr habt ja alle sooo recht!!


    Klar, sind die TKC70 nicht die erste Wahl für Sandkastenspiele, als ich merkte, da kommt so was, habe ich mich natürlich sofort nach einem ortsansässigen Reifendealer umgeschaut, der mir noch schell einen TKC80 oder eine K60 montiert – aber da war nun mal keiner.


    Ich schrieb ja eingangs, dass mir schon klar ist, dass mir bekannt ist, dass es Geschwindigkeit braucht. Aber was soll ich denn machen, wenn ein dominanter Teil meines Hirns auf Schisser umstellt und ausreichend Gas geben verhindert!!


    Und auch die Profis haben das nicht alle richtig drauf. (siehe Video ca. Sek. 40 – da legt sich auch einer hin)


    Klar, muss ich wieder was an meinen Kräften tun. Habe ich auch erst gemerkt, als das mit dem Aufheben diesmal nicht klappen wollte – oder liegt das nun an der offensichtlich gebrochenen Rippe(n?), wie sich heute rausstellt!


    Eigentlich schade, dass ich diese Mädels nicht dabei hatte die im Video demonstrieren, wie leicht das Aufheben ist. Jetzt ist mir doch alles doppelt peinlich und ich geh jetzt erst mal mich eine Runde schämen!


    Ach ja, den gebrochenen Handschützer – besser Windbrecher – habe ich heute repariert ( geklebt ) und werde mich mal damit beschäftigen durch welche robusteren Schützer mit gleichem Windschutz ich die ersetze. Wenn die schon bei Zuckersandberührung abbrechen …..!!


    Viele Grüße
    Michael

  • #8

    Servus Michael,


    an was man sich nach einem Sturz immer lange erinnert sind Prellungen und Brüche der Rippen! Dies kann ich dir aus Erfahrung sagen :doh: .


    Der Schisser fährt bei mir auch immer mit und speziell wenn es mit dem schweren Bock mal ins Geläde geht. Ich hab meine AT schon fünfmal weggeschmissen, aber immer schmerzfrei. Bei meiner Vara und der Beta hab ich mir schon zweimal die Rippen verbogen.


    Das Aufheben ist immer beschissen nach einem Sturz, weil man immer total fertig ist. Der Körper hat all seine Energie scheinbar damit verbraucht, sich beim hinfallen zu schützen. Wenn man die Mädels in dem Link oben so anschaut, dann fühlt man sich gleich noch schwächer :oops: .


    War mal bei einer Testfahrt "ausgerutscht" und da kam auch keiner und lag auf der Straße und dachte, jetzt hast du es geschafft, es geht zu ende ... (war aber dann doch nicht so :D ).


    Wenn man jemand braucht, dann kommt einfach keiner vorbei, irgendwie doch komisch :roll: .


    Sturzbügel sind schon bezahlt! Die org. Griffdinger sind eh fürn Arsch, außer den Wind a weng abhalten, machen die eh nix :icon-geek: .


    Hab mir die Acerbis schon vor längerer Zeit gegönnt und auch schon benutzt :) . Ist dir nicht der Kupplungshebel verbogen, ach ist ja ne DCT :lol: . Hab mir zusätzlich zu den Prodektoren, Hebel montiert, die abknicken können, ohne zu brechen. Seit dieser Anschaffung nehm ich auch keine Ersatzhebel mer mit.


    Ich wünsche dir, dass Du nicht so lange unter den Schmerzen leiden musst und das einzige gute am Sand ist, dass am Moped nicht soviel kaputt geht ;) .


    Der Sand der Sand, ist mit der AT schon anstrengender, wie mit einem leichten Moped :( .


    In der Anlage noch Bilder aus einem besonders schönen Sandkasten 8-) .

  • #9


    Hallo Michael,
    echt "Männermäßig" war das ja nicht ;).
    Toll wie Du mit solchen persönlichen Niederlagen umgehst. Die meisten hätten die Situation sicherlich totgeschwiegen. Mit dem Teilchen mal auf dem Boden zu liegen ist sicher keine Schande. Amüsant geschrieben.
    Schönen Gruß Gerd

    CRF 1000 DCT Tricolor SD06; Batzen(modifiziert); Touratechbügel oben(modifiziert) u. unten; TT- Bremspedalverbreiterung; Barkbusters; SW-Motech Hauptständer; ADVAN "Pivot Pegz" Mark 3; SW-Lenkererhöhung 30 mm; Pirelli Scorpion Rally STR usw.

  • #10

    Respekt, Kutter,


    in so einem Sandkasten wird man mich mit Sicherheit nie rumspielen sehen!


    Mit Rippenbrüchen habe ich auch schon so meine Erfahrungen. Ist mir zwar bisher öfter beim Surfen passiert als beim Mopedfahren ( aber ich hole hier auf). Vom Ergebnis her ist das aber Wurscht.


    Allerdings bleibt die Frage unbeantwortet, ob ich im jüngsten Fall vielleicht besser dran gewesen wäre das mit den Fotos zu lassen und meinem Aufhebereflex wieder zu folgen. Vielleicht hätte ich das da ja noch geschafft.


    Das Adrenalin soll ja Wunder bewirken wenn frisch ausgeschüttet.


    Letztes Jahr hatte ich das da besser. Als ich nach dem Sturz in Venetien faul auf der Straße rumlag und mein gebrochenes Bein betrachtete, haben meine Freunde mein Moped wieder auf die Füße gestellt. (die beiden gebrochenen Rippen hinten haben sich erst später bemerkbar gemacht)


    Viele Grüße
    Michael


    Viele Grüße
    Michael

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