Beiträge von alfalfa

    Klar, nach der Arbeit einfach stehen lassen und zusehen, wie man die 20 km nach Hause kommt (OK, als Fußgänger wahrscheinlich etwas kürzer).

    Mit dem Corona-Express fahre ich sicherlich nicht.

    Außerdem musste ich das Möppi meinem Vater zurückgeben und mein Auto aus der Werkstatt abholen.


    Aber ja - bei Fahrtantritt wusste ich nicht, dass ich in so einen extremen Stau geraten werde und dann eine gefühlte Ewigkeit in der prallen Sonne verbringen werde, ohne dem entkommen zu können.


    Auto ohne Klima - hast du darin auch Motorradbekleidung an und einen Helm auf, oder spendet dir dein Dach Schatten, während geöffnete Fenster und aufgedrehte Lüftung deinen Schweiß auf der Haut durch Verdunstung kühlen?

    Das hast du auf dem Motorrad nicht, du stehst da einfach nur und wirst von innen nass und kriegst ne Macke.

    Mit dem Auto kommst du auch gar nicht durch die Gasse ohne Blaulicht und Horn, weil die sich hinter dem Einsatzfahrzeug wie ein sich bewegender Reißverschluss schneller wieder verengt, als du mit deinem Auto in die Gasse kommen würdest.


    Ja, es war blöd, dass ich das gemacht habe, wird aber nie wieder passieren, weil ich entweder im Auto sitze, oder mit dem Zweirad auf dem Standstreifen fahre, sollte ich noch einmal in so eine Situation geraten.


    Sofern es zu einem Richterspruch kommt, der von der vorgesehenen Strafe abweicht, wird das eine Einzelfallentscheidung sein und keinen bindenden Charakter haben. Ich renne doch nicht gleich zum BGH.

    Wie der Richter entscheidet und ob er dabei berücksichtigt, dass ich im Punkteregister seit Jahren völlig unbescholten bin, wird sich zeigen.

    Erfolgsaussichten und Kostenübernahme durch RV werden vorab natürlich über den Anwalt geklärt.


    Das Polizeiauto fuhr nach der Aktion übrigens wieder mit Blaulicht und Horn zurück auf die Autobahn.

    Also entweder setzten sie den Einsatz fort, hatten einen neuen Einsatz oder gar keinen.

    Ein Anwalt kann das hinterfragen, ein Richter in Erfahrung bringen und dann wird sich vielleicht zeigen, ob ich der einzige war, der die Gasse unrechtmäßig benutzt hat.

    Vielleicht tut sich bis zum Abschluss des Verfahrens auch noch was dahingehend, dass der stark kritisierte Bußgeldkatalog zunächst zurückgenommen wird.


    Ganz ehrlich - die Verschärfung der Strafen war dazu gedacht, dass die Autofahrer endlich einsehen, bei stockendem oder gar stehdendem Verkehr sofort eine Gasse zu bilden und nicht erst, wenn von hinten Tatütata kommt und das finde ich auch richtig so.

    Es war sicherlich nicht die vorrangige Absicht, Motorradfahrer zu bestrafen, die die Gasse zur Flucht aus der Hitze nutzen.


    Ich halte euch auf dem Laufenden, wenn Post kommt.

    Ja, es ist korrekt, ich hab seit 10 Jahren kein eigenes Motorrad mehr, kam aber gerade wieder auf den Geschmack, der mir jedoch schnell wieder verdorben wurde.


    Die XT meines Vaters kenne ich, seit ich 16 bin und das erste Mal im Gelände damit fuhr und dann später mit 18 zur Schule.

    Den Schein für's Auto habe ich erst mit 20 gemacht und fuhr so lange nur mit meiner GS 500E und nach ein paar Jahren Pause dann eine XJ 600N.

    Das Feeling mit der alten XT jetzt war wie vor 25 Jahren. Einfach cool, so gewohnt, als wäre alles wieder da, aber Popoweh und Kupplungshand brauchen halt noch mehr Gewöhnung.

    Verlangen wurde jetzt wieder geweckt, weil das Feeling an der Luft schon cool ist und die lästige Parkplatzsuche entfällt. Ist mir aber schnell wieder vergangen durch das heutige Erlebnis.


    Ich habe mich tatsächlich hier angemeldet, weil ich über die Google-Suche auf diesen aktuellen Thread gestoßen bin und mich dazu äußern (und eben auch warnen) wollte.


    Ich habe mich nicht direkt hinter die Polizei gehängt, keineswegs. Da waren locker 80 - 100 m Abstand und das Tempo war gemach.

    Aber je weiter ich hinten war, desto schneller schloss sich die Gasse wieder und als es vorn dann so stockte, dass die Polizei anhalten musste, kam ich denen wohl zu nahe, wodurch die auf mich aufmerksam wurden.


    Aber mal ganz ehrlich - wenn das eine Erziehungsmaßnahme gewesen soll - warum dann nicht für die zig Autofahrer, die einfach keine Gasse gebildet haben? Die hätten sich nur zwischen die beiden Spuren stellen müssen und dann haufenweise Bußgelder kassieren können.

    So ist der Effekt für alle Zeugen nur: "Aha, mir passiert nix, wenn ich keine Gasse bilde und es ist gut, wenn ich die Biker nicht vorbei lasse".


    Und wie gesagt - wenn ich nicht schon eine halbe Stunde in extremer Hitze gestanden hätte, dann wäre ich auch niemals auf die Idee gekommen, die kurz vorhandene Gasse zu nutzen.

    Werde ich nie wieder tun, egal ob Polizei in der Nähe oder nicht.

    Sollte es so eine Situation noch einmal geben, bin ich auf dem Standstreifen.

    Hallo Leute, ich bin neu hier und möchte mal etwas zu eurem aktuellen Thema beitragen, auch wenn ich keine AT fahre.


    Aufgrund meines heutigen Erlebnisses möchte ich euch eindringlich davor warnen, euch im Stau auf einer Autobahn zwischen Autos durchzuschlängeln.

    Benutzt dann doch lieber den Standstreifen, wenn ihr nicht mehr warten könnt, denn das kostet weniger Bußgeld (75 statt 240), gibt nur einen Punkt (statt 2) und kein Fahrverbot (statt 1 Monat).


    Ich war heute mit der XT 350 meines Vaters auf der Berliner Stadtautobahn unterwegs, weil mein Auto gerade in der Werkstatt war.

    Bei 29 Grad im Schatten gab es dank Baustelle einen kilometerlangen Stau, wie ich ihn selbst auf der A 100 selten erlebt habe. Motorradjacke mit Protektoren an, Helm auf der Birne, aufsteigende Hitze vom Motor - ihr kennt es.

    Nach 30 Minuten Stop and Go in praller Sonne war ich so durchgeschwitzt, dass meine nasse Kupplungshand immer öfter rutschte und ich es einfach nicht mehr aushielt, da nirgends Schatten war. Da ich Möppi fahren auch gar nicht mehr gewohnt bin, war die linke Hand sowieso schon völlig ermüdet vom ständigen Anfahren und Abbremsen für wenige Meter.

    Als ich mich immer unwohler fühlte und nur noch eine bestimmte Ausfahrt erreichen wollte, von der ich ohne Navi den Weg nach Hause kenne, war für mich Fahrtwind die einzige Lösung, die mir in den Sinn kam.

    Leider habe ich mich vorher nicht eingehend mit dem seit 28.04.2020 geltenden Bußgeldkatalog beschäftigt, aber eine Sache hatte ich immer im Hinterkopf: "Bloß niemals auf dem Standstreifen fahren, das gibt richtig Ärger und einen Punkt. Standstreifen ist für den Stand".

    Da mal anzuhalten war aber auch keine Option, da genauso pralle Sonne und ich wusste ehrlich gesagt auch nicht, ob man das dafür darf...


    Dann bot sich unvermittelt eine Gelegenheit, die ich als Rettung betrachtete, denn von hinten nahte ein Polizeiauto mit Blaulicht und Martinshorn.

    Die Dosen waren alle gezwungen, endlich eine Gasse zu bilden und diese nutzte ich dann, um langsam und vorsichtig mit gehörigem Abstand zum Einsatzfahrzeug zwischen den Autos zu fahren und wenigstens etwas Fahrtwind zu bekommen.

    Leider neigen viele Autofahrer dazu, die Gasse sofort wieder zu schließen, wenn die Polizei vorbei ist und andere lassen sich selbst vom Polizeiauto mit voller Beschallung und Beleuchtung nur schwer dazu überreden, den Weg frei zu machen. Geahndet wurde das alles nicht, aber ich dachte mir "wie auch, die sind ja im Einsatz und wollen schnellstmöglich zum Ziel".

    Dadurch geriet die Polizei aber irgendwann arg ins Stocken ich näherte mich denen blöderweise wohl zu sehr.

    Der Polizeiwagen wechselte plötzlich in die mittlere Spur und ich blieb mit Abstand in der linken, aber die blieben stehen und warteten auf mich und signalisierten mir, dass ich mal rankommen soll, um dann mitten auf der Autobahn meine Papiere zu verlangen.

    Erst als ich fragte, ob es nicht besser wäre, an den Rand zu fahren, wurde das eingesehen und dann wurden mir die Papiere abgenommen und ich wurde aufgefordert, denen über die nächste Ausfahrt zu folgen.

    Dort wurde ich dann angehalten, musste die Maschine abstellen und bekam nach kurzem Gespräch die Papiere zurück und erhielt die Aussage "Sie bekommen Post und werden 2 Punkte, ein Bußgeld und einen Monat Fahrverbot erhalten".


    Ich wunderte mich stark, wie unwichtig denen plötzlich ihr eigentlicher Einsatz gewesen sein muss und dass sie sich für mich so viel Zeit nehmen. Dass ich der Hitze einfach nur entkommen und zu einer Ausfahrt wollte, wo ich mich auch auskenne (das wäre dann die danach gewesen und so musste ich mich wegen Ortsunkenntnis nach einer Pause im Schatten auch wieder auf die volle Autobahn begeben), haben die mich das nicht einmal erwähnen lassen.

    Ich weiß nicht, wie die Erfolgsaussichten sind, aber das lasse ich dann wohl per Anwalt vor Gericht klären, wenn die Post kommt.

    Ich bin sicher kein Unschuldslamm, aber in dieser Hitze wusste ich mir wirklich nicht mehr anders zu helfen.

    Da fahre ich einmal nach vielen Jahren auf zwei Rädern und dann gleich sowas...


    Also: Geratet ihr mal in so eine Situation, lasst das mit der Gasse sein und nehmt höchstens den Standstreifen, wenn es gar nicht mehr anders geht.

    Die Rettungsgasse ist nicht dazu da, euch zu retten, wenn ihr vor Hitze fast umfallt.