Beiträge von steinmeister


    Stimmt! Die paar Gramm merkst du nicht wesentlich beim Beschleunigen oder als ungedämpfte Masse. Auch die Fliehkräfte spielen nicht die große Rolle.


    Aber:
    Das Inertial- oder Trägheitsmoment ändert sich drastisch mit 200g mehr am Radumfang! Und damit wachsen die Kräfte, die man mit zunehmender Geschwindigkeit zum Einlenken braucht, sehr deutlich.


    Vorteil schwerer Schlauch: Du kannst gnadenlos mit 100 über Schotter dreschen, das Vorderrad wird so schnell nicht aus der Ruhe gebracht. (nebenbei ist der schwerere Schlauch vielleicht auch der stabilere.)


    Nachteil schwerer Schlauch: Bei Kurvenhatz im Rennmodus braucht man mit zunehmender Geschwindigkeit mehr Kraft zum Einlenken und das Motorrad geht nur widerwillig in Schräglage und richtet sich auch nur wiederwillig wieder auf.


    Genau dieses physikalische Phänomen ist der Grund, warum Enduros größere und Straßenrennmaschinen kleinere Räder haben.


    Sammy: Wenn Du Deine Maschine eher selten ins Gelände führen willst, dann macht eine leichtere Felge/leichtere Schläuche absolut Sinn. Noch effizienter würdest Du mehr Wendigkeit mit einem kleineren Vorderrad erreichen.


    Da mein favorisierter Einsatzzweck woanders liegt, habe ich mir dicke Schläuche besorgt und bin absolut begeistert vom 21er Vorderrad und seiner unerschütterlichen Stabilität auf gröbstem Grund. Kein Vergleich zum 19er meiner Diva.


    Oh...


    Bei meiner Probefahrt hatte ich noch gedacht: "Hui, das ABS greift aber früh!" Von meiner DL1000 (ABS-frei) war ich wesentlich rabiatere Verzögerungen gewohnt.
    Ich hatte damals die schmaleren Vorderreifen, die gerade mal 20km gelaufen waren, und den kalten (aber sauberen) Asphalt als Ursache vermutet. Etwas verwundert war ich aber schon.
    In meiner damaligen Verliebtheit habe ich das dann wohl vollständig verdrängt.


    Aber wie ich jetzt Deinen Post lese, fällt es mir wieder ein.


    Früher habe ich die Behauptung mancher Fahrer, sie kämen ohne ABS schneller zum Stehen, als Angeberei abgetan.
    Da habe ich mich wohl geirrt. Sorry.... :|


    Danke!
    Kann ich nachvollziehen.


    Die limitierte Beschleunigung gilt aber sicher nur im Geländemodus, oder? Denn sehr groß ist dieser Wert, bezogen auf Asphalt, nicht. Und wenn man hinten ABS-Regelung hat, hat man ja gute Kontrolle, wann der Stoppi sich anbahnt und kann gegensteuern, in dem man vorn Druck rausnimmt... :?:



    Sehe ich auch so. Einen Ersatzlenker unterwegs auftreiben und montieren ist weitaus schwieriger, als ein Hebelchen aus der Hosentasche zu ziehen und anzuschrauben. Ich brauch die Handschützer als Wetterschutz und vielleicht maximal zum Abwehren von ein paar Zweiglein - und damit man die hässlichen Originalhebel nicht so sieht. ;)
    Obwohl: Da ich auch hässlich bin, passen sie eigentlich ganz gut zu mir. :lol:


    @Maddan: Danke für Deinen Erfahrungsbericht.
    Vielleicht denke ich doch noch mal über stabilere Handschützer nach.
    Aber momentan ist meine Kriegskasse eh erschöpft. :D


    Interessant finde ich deinen Punkt 3. Ich glaube, mit den AQ-Trägern bin ich da ganz gut ausgerüstet.


    Wie ist das mit den Alu-Lenkern: verbiegen die sich oder brechen die? Ich habe da keine Erfahrungen.


    ....sehen sehr unkaputtbar aus.

    Nur so am Rande: Sag mal, fridolin, warum schreibst du das dann eigentlich, wenn es hier keinen interessiert oder es keiner versteht? ;) ;) ;)


    Mir auch.
    Bin letztens am "Motorradtreff" Rappbode-Talsperre vorbeigekommen.... da werde ich in Zukunft einen Bogen drum machen. Mit diesen angegrauten lederumwickelten schmerbäuchigen Flegeln und ihren Lärmbolzen will ich nicht zusammen gesehen werden. Die Passanten denken vielleicht noch, ich würde dazugehören....
    Dann hab ich in Stolberg am Lutherdenkmal einen Kaffee getrunken. Wochenend und Sonnenschein, alle Tische im Freien besetzt, Tempo-30-Zone. Aber immer gibt es son paar "Motorradfahrer", die sich als Helden fühlen, wenn sie mit ihren Brülltüten Rentner erschrecken können. Und ich sitze in meiner Motorradkluft vor meinem Kaffe und schäme mich....für diese Assis.


    Fazit: Ich hab nix gegen Lärmschutzverordnungen und würde konsequentere Kontrollen mit ggf. nicht nur spürbaren, sondern schmerzhaften Konsequenzen sehr begrüßen.


    Da braucht es mehr als einen simplen Neigungssensor. Ein Neigungssensor reagiert, wenn der resultierende Vektor aus Schwer- und Fliehkräften, die auf das Motorrad wirken, hinreichend lange nicht parallel zur Ebene Schwerpunkt --> Reifenaufstandslinie ist. Damit kann man keine Kurvenschräglage messen, sondern höchsten Querbeschleunigungen und Beschleunigungen um die Rollachse, wie sie beim Aus- und Einleiten von Kuven auftreten. Deshalb reagiert das Notabschaltsystem auch verzögert, damit nicht in jeder Kurve der Motor ausgeht.


    Das Herzstück des Bosch- Kurven-ABS ist eine Art Kreiselsystem, welches Lageveränderungen des Motorrades im Raum und zusätzlich Beschleunigungsvektoren jeder Richtung messen kann. Und zwar sehr schnell und sehr oft pro Sekunde. Dabei fällt eine gewaltige Datenflut an, die gemeinsamen mit den Daten der Inkrementenräder am Vorder- und Hinterrad, Daten über Drehzahl und Gasstellung, Gangsensor, Bremsdruck etc. dazu führen, dass man die Bewegung über Grund hinreichend genau schätzen bzw. extrapolieren kann. Ein Problem bei der Entwicklung war z.B. eine Methode zu finden, wie sich das Kreiselsystem während der Fahrt immer wieder kalibrieren lässt. Bei Kurvenhatz im Rennmodus muss es also immer wieder zwischengeeicht werden auf den Zustand "unbeschleunigtes Geradeausrollen", um die Extrapolation einigermaßen zuverlässig hinzubekommen. Ein weiteres Problem war und ist auch bei traditionellem zweirädrigem ABS, die Geschwindigkeit über Grund hinreichend genau feststellen zu können. Das geht leider nicht über die ECU - die kann mir bestenfalls sagen, wie schnell und mit welchem Drehmoment das Hinterrad gerade angetrieben wird.
    Jedes ABS macht sein Eingreifen (u.A.) an der Differenz von Radumdrehungsgeschwindigkeit und Bewegung über Grund - auch Schlupf genannt - fest. Wenn diese Differenz zu groß wird, wird der Bremsdruck verringert. Entweder man misst irgendwie die tatsächliche Geschwindigkeit oder man misst die zeitl Änderung der Umdrehungsgeschw. der Räder und "schätzt". Angestrebt wird ein Einregeln auf ca. 10% Schlupf (fahrzeugabhängig) beim Geradeausfahren, da hier die Bremswirkung so ziemlich am Größten ist.


    Na ja, alles nicht so wichtig. Hauptsache, es funktioniert. Und das tut es ja wohl.


    Trotzdem nochmal die Frage: Weiß zufällig jemand, wie das AT- ABS im Geländemodus feststellt, wann das Vorderrad zu viel Schlupf hat?
    Signale der ECU (Motorsteuerung) dürften ziemlich wertlos sein, wenn das Hinterrad im ausgekuppelten Zustand blockiert ist.
    Meine Vermutung ist, dass der Eingriff des ABS einzig und allein an der Stärke der Verzögerung der Vorderradgeschwindigkeit festgemacht wird. Das hieße aber, dass bei abgeschaltetem Hinterrad-ABS ein Stoppie möglich wäre, wenn der Gripp hoch genug ist. Das könnte schon mit Stollenreifen auf nasser Wiese der Fall sein.
    Es kann auch sein, dass ein bestimmter Höchstwert an linearer Verzögerung gesetzt ist, bei dessen Überschreitung das ABS regelnd eingreift. Dieser müsste so gesetzt sein, Dass auch ein schwerer, großer, sich sehr weit vorbeugender stehend Fahrender nicht über`s vorderrad gehen kann. Damit wären versehentliche Stoppies weitgehend unterbunden. Das hieße aber, dass bei sitzend fahrenden und erst Recht bei Fahrten mit Gepäck und Sozia, wenn sich der Schwerpunkt deutlich nach unten/hinten verschiebt, erhebliche Bremsressourcen ungenutzt bleiben müssten.


    Also: Bitte beim Wechsel von Offroad zu Asphalt nicht vergessen, das ABS auch hinten wieder zu aktivieren, um unverhoffte Purzelbäume zu vermeiden bzw. um volle Bremskraft im ABS-Modus zu erhalten.