Die Frage, wieviel Risiko jeder für sich als unerträglich, akzeptabel oder gar notwendig empfindet ist gar nicht so trivial.
Es gibt kaum Lebensbereiche, in denen wir uns nicht einem Risiko aussetzen. Die Entscheidungen, die wir diesbezüglich treffen, sind alle irgendwie wie beim Pokern: Hohes Risiko kann zu großem Verlust führen. Aber Große Gewinne kann man nur einstreichen, wenn man ein hohes Risiko eingeht.
Also lieber kein Poker spielen. Sagen die Risikoscheuen.
"Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!" sagen die Risikoaffinen und fahren allein und ohne Geld mit dem Motorrad um die Welt.
Und: Wer das Pokerspielen beherrscht, kann Risiken besser kalkulieren. Beim Motorradfahren ist das nicht anders.
Wie sich ein Mensch zu Risikosituationen entscheidet hängt gar nicht so von der Situation ab, sondern ist eine Frage der Persönlichkeit.
Es gibt die Draufgänger, die Grenzen aufbrechen und unbekannte Ufer erforschen. Sie scheitern häufig. Aber von ihren Erfolgen profitieren auch die Vorsichtigen. Die Vorsichtigen schaffen Sicherheit, verlässliche Routinen. Was wären die Draufgänger ohne eine zuverlässige Basis?
Es hat keinen Sinn, den einen Typ gegen den anderen aufwiegen zu wollen. Ich bin wohl eher der Draufgänger. Ich bin aber froh, dass ich in meinem Umfeld eine Menge Menschen hab, die das nicht sind.