Nebel, alte Mauern und Hunsrück-Luft
Eigentlich war ich mit dem November schon durch, aber dann packte mich doch noch einmal die Abenteuerlust – oder der Leichtsinn, wer weiß.
Also Helm auf, Zündschlüssel rum und los ging’s.
Trocken, nur 12 °C und neblig. Sehr neblig. So neblig, dass selbst der Schaumberg in Tholey aussah, als hätte jemand ein graues Bettlaken übers Saarland geworfen. Panorama? Fehlanzeige. Null Sicht, nur Grau, aber immerhin: einheitlich!
20251116_115206(1).jpg
Zu Beginn der Tour ging es noch-
Also weiter. Ich folgte der Nahe, bis zur Landesgrenze bei Nohfelden. Von da an herrschte ganz anderes Wetter.
20251116_130500.jpg
Sonne ! Kaum zu glauben und doch wahr.
Mein Bikerherz begann mit Ihr um die Wette zu strahlen.
20251116_125926(1).jpg
Weiter, ein Stück auf der B41 entlang, nach Idar-Oberstein und danach über Hoppstädten Richtung Meisenheim
– schönes Städtchen, kenn ich, also weiter, bevor ich es mir anders überlege.
Mein Ziel des Tages: die Burgruine Moschellandsburg bei Obermoschel.
20251116_133640.jpg
Mit großen Erwartungen fuhr ich hoch … und wurde mit einem beeindruckenden Haufen Steine belohnt. Also wirklich Steine. Nicht mal besonders dramatisch ruinös – eher freundlich zerfallen und irgendwie zurecht renoviert. Ich stand da, hab mir gedacht: „Gut, sieht aus wie Stein ist Stein und wird sich auch nicht ändern. Weiter.“
20251116_134318.jpg
Ein kurzer Blick auf meine Benachrichtigungen auf dem Handy und mit einem netten Bekannten verabredet. Holger stand gut eine 3/4 Stunde entfernt und wartete auf mich. Kurzentschlossen einen Treffpunkt auf halber Strecke ausgemacht und dem entgegen gefahren.
Treffpunkt das Weingut Herrmannsberg. bei Niederhausen.
20251116_142903.jpg
Das Herbstlaub der Weinberge gehört der Vergangenheit an und somit hat es sich erst einmal mit "Weinbergfotos" für 2025.
Aber von hier oben hat man einen schönen Blick hinunter auf die Nahe und die Steinbrücke bei Oberhausen an der Nahe.
20251116_142938(1).jpg
Kurz darauf traf Holger ein.
Zusammen kurvten wir über Odernheim und durch das Kirner Umland, bis wir schließlich in der Nähe von Idar-Oberstein in der Küche des Bekannten landeten. Dort gab’s wenigstens Kaffee – und ich sag’s wie’s ist: Der war heute fast das Highlight.
20251116_131056.jpg
20251116_141014.jpg
Langsam wurde es dunkel, und meine Motivation, noch weiter rumzueiern, sank gegen Null. Aber die Realität hatte anderes vor: Kaum kam ich der saarländischen Grenze näher, wurde der Nebel wieder so dicht, dass ich dachte, ich hätte aus Versehen die Nebelmaschine vom Wacken-Festival eingeschaltet. Sichtweite: ungefähr ein halber Meter und ein Hoffnungsschimmer.
20251116_165856(1).jpg
Trotzdem war’s ein guter Entschluss, noch mal loszufahren.
Ich habe schließlich nicht nur den Nebel besiegt, sondern auch einen ganzen Tag herbstliche Stimmung, Steinarchitektur und Koffeingenuss erlebt.
Was will man mehr ?