Das Akkuwechselsystem von Nio ist im Grunde eine clevere Idee. Man kann den Akku einfach tauschen, wenn es schnell gehen muß, oder mittels der üblichen Ladetechnologien (Wallbox; Ladesäule) wenn man genügend Zeit hat (zu Hause über Nacht).
Die Geschichte hat hier in Europa aber einen ganz gewaltigen Haken (neben dem noch dünnen Wechselstationsnetz):
Der Akku ist nicht automatisch Bestandteil des Fahrzeugs und muß entweder separat gekauft werden (ca. 21.000€) oder man leased ihn (war früher bei der Renault ZOE auch der Fall). Die Geschichte mit den Preisen ist das Eine, was hier in Europa jedoch ein wesentlich größeres Problem darstellt, ist das Mindset der Leute. Da herrscht leider eine nicht zu unterschätzende Panik im Kopf, was den Akku beim Tausch anbelangt. So denken viele, wieso sollten sie das Risiko eingehen, „ihren“ eventuell erst neu erworbenen / geleasten und somit perfekten Akku, gegen ein schon älteres und eventuell nicht mehr einwandfreies Exemplar tauschen zu müssen. Da spielt es auch keine Rolle, daß jeder Akkupack bei der Annahme an der Wechselstation, auf Herz und Nieren geprüft wird, bevor dieser überhaupt wieder geladen und zum Wechsel bereitgestellt wird.
Wie sehr z.B. Kontakte, Befestigungselemente, etc. in Mitleidenschaft gezogen werden, ist noch nicht wirklich bekannt (zumindest in Europa), da es einfach noch nicht genügend Erfahrung aus der Praxis gibt.
So kämpft eine an sich klasse Idee, mal wieder hauptsächlich mit den Vorstellungen und Befürchtungen der Leute, wie in derE-Mobilität an sich üblich.
Grüße aus dem wilden Süden,
Allgeier72
