Weil ich bei solchen Beiträgen auch irgendwie immer an die stillen Mitleser, die potentiellen Käufer und Interessenten einer CRF denken muss, will ich auf diesen Beitrag doch ein wenig ausführlicher eingehen als meine Vorschreiber, denen ich im Grunde aber zustimme.
" Abrechnung " ist ein hartes Wort und zumindest für mich eher negativ besetzt. "Fazit" hätte neutraler geklungen und zeigt das du am Ende wohl ziemlich " angefressen" warst. Das ist natürlich völlig Ok, aber dafür hast du es wirklich lange mit ihr ausgehalten.
Nun mal zur Technik:
Gabeltunnel:
Ich selbst fuhr vor der CRF SD06, 20 Jahre und 100 000 km eine XRV RD04, bin da also ganz da cor mit dir.
Hier hat Honda ganz klar versagt und es bis heute ,warum auch immer, nicht verbessert.
Für mich aber kein Ausschlag gebendes Argument, da die Zubehör Gabeltunnel Abdeckung gut funktioniert und für mich optisch sogar ( Orginal- Sven Abdeckung) stimmiger aussehen läßt als ohne.
Fahrwerk:
Zuerst muss man mal sagen daß ein Fahrwek immer einen Kompromiss darstellt. Die AT ist ganz klar, wie auch der Rest übrigens, auf Komfort und Reisetauglichkeit ausgelegt. Entgegen aller Werbung und der Hype die sowohl in der Journalie als auch von Honda selbst erzeugt wurden und wird, ist sie trotz aller bunten Rallyoptik eine ReiseENDURO. Der Kompromiss steckt schon im Wort Enduro. Sie ist kein Brenneisen, Hardcore Enduro oder Goldwing und ihr serienmäßiges, komfortables Fahrwerk stellt schon einen guten Kompromiss dar. Seit der Option auf das "ERRA" Fahrwerk ist die Range, wie man an der allgemeinen Zustimmung lesen kann sogar noch besser geworden. Das Thema Gabelhoppeln geht natürlich ein wenig einher mit dem KFR Thema. Das Gabelhoppeln ist vor allem bei der 1000 er immer wieder mal ein Thema gewesen und entweder akzeptiert oder durch technische Änderungen durch die Besitzer behoben, oder minimiert worden. Im übrigen liest man bei der 1100 und erst Recht seit ERRA nichts mehr davon.
Gasanahme - KonstantFahrRuckeln:
Über die erste SD04 mit Gaszugsteuerung kann ich nicht viel sagen, außer das man hier im Forum von den SD04 Besitzern eher nichts auffällig Negatives dazu liest. Das ausgeprägte KFR wie es z.b die erste 1100 GS Baureihe hatte, wo der Motorradfahrer in Ortschaften durch permanentes zustimmendes Kopfnicken auffiel, gibt es heute wohl kaum noch bei einem Motorrad.
Mit Einführung des E Gas hat sich die AT aller Meinung nach aber eindeutig verbessert, insbesondere auch für DCT Fahrer wie ich einer bin. Viel mehr nervt die Leserschaft im Allgemeinen das Schaltverhalten des D Modus im Stadtverkehr, das einem KFR schon mal Nahe kommt wenn permanent niedertourig zwischen den Gängen hin und her gewechselt wird. Die meisten haben sich damit arrangiert oder Lösungen dafür gefunden ( Modiwahl z.b).
Im Übrigen kennt eine Einspritzung nur den Zustand 1 und 0. Die sanften Übergänge die mit einem gut eingestellten Vergaser zu erreichen sind lassen sich wahrscheinlich nur mit sehr hohem konstruktiven und teurem Aufwand erzeugen
Für mich ( und auch für den Gesetzgeber) überwiegen aber die konstruktiven Vorteile der Einspritzung, Abgas, Verbrauch Zuverlässigkeit sowie Anbindung an die ECU mit ihren zahlreichen Möglichkeiten wie ASR und Fahrmodi.
Mageres Gemisch, fehlende Einstellmöglichkeiten:
Mit über 40 Jahren Berufserfahrung in Sachen Motoren und Vergaser muß ich sagen das deine Transalp nach heutiger Abgasnorm ebenso mager laufen müßte und genau die gleichen Probleme hätte.
Die Motorenbauer machen das ja nicht weil es besser für den Motor ist, sondern weil das der Gesetzgeber so vorgibt. E5 / E10 und EU5+ sind politisch gewollt, nicht technisch vorteilhaft.
Heutige Vergaser, z.b an Kleingeräten sind nicht mehr einstellbar und werden bei Problemen (verursacht durch E Sprit) als Ganzes getauscht.
Unterhaltskosten / Zugänglichkeit
Natürlich, der konstruktive Aufwand , die Maßen und die Technik so kompakt zu verbauen, daß bei doppelter Leistung, faktisch gleichem Gewicht mit besserm Fahrwerk gegenüber einer XRV, sehr hoch ist und zu Lasten der Zugänglichkeit geht, wohl leider nicht zu ändern ist. Hinzu kommen vor Allem aber auch exorbitante Lohnstundensätze, die das Problem noch verstärken.
Aber ehrlich, die CRF ist ein Motorrad der Königsklasse ( wie übrigens die XRV seinerzeit auch) und nicht wirklich billig, und zwischen den 24000er ist eigentlich außer Verschleißteilen und Ölwechsel nichts zu machen.
Ihr größtes Probleme ist das man die 24000 in so kurzer Zeit zusammen fährt weil sie dazu animiert
.
Verarbeitung:
Über schlechte Tanklackierung ( außen) gibt es im Forum soweit ich weiß keine negativen Berichte über vereinzelten Rost im Rahmenbereich sowie den Versteller der Hinterradfeder schon, wobei Steinschlag in Verbindung mit schlechter Lackierung hier wohl das Thema ist, aber nicht wirklich gravierend.
Für den Federbeinversteller gibt's Forums intern geschaffene Abhilfe. Über die Radlager hinten, rostende Speichen der ersten Serie und die Schalter, samt Startknopf gibt es ebenfalls Abhilfe Berichte im Forum und man darf bei all dem nicht die Laufleistung der Motorräder übersehen. Motorräder der 80er und 90er wurden schon bei "Motorrad Dauertest" von unter 50 000 km auffällig. Etwas das eine CRF auf der linken Reifenhälte erledigt
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Kettenspiel:
Was soll ich sagen? Über das Prozedere wurde hier schon Mal viel diskutiert, aber von Problemen eher nicht.
Ich persönlich spanne meine Kette zwischen den Inspektion/ Reifenwechseln nie nach, schmieren alle 500 km, und fahre, fahre, fahre...
48000 mit dem ersten Satz, ohne Oiler aber oft mit Sozius. Meine XRV brauchte trotz Oiler 2 Sätze. Ich fahre kein Offroad.
Komm ich wohl langsam mal zum Schluß, ich nenn das
Fazit:
Das die AT nicht unbedingt 1 Wahl für Offroad aufgrund ihres Gewicht ist, ist wohl unbestritten. Warum du nicht einfach z.b auf eine T7 gewechselt hast wird seine Gründe haben, aber im Allgemeinen muß man sagen, daß durch die Modellpfege sich einige Dinge verbessert oder auch nur verändert haben.
Eine alte Transalp bezeichne ich gern positiv als der Golf des Motorradsfahren, mehr Motorrad braucht man eigentlich nicht...
Um gleich im Bild der viel gescholten " Butter und Brot" Bezeichnung zu bleiben der Tiguan des Motorrads lautet heute NC X Baureihe oder Suzukis DL 650, kostengünstige Allround - Motorräder für jede Gelegenheit.
Noch ein Fazit:
Nach dieser 1200 km WochenendOdenwaldrunde Im Zweipersonenbetrieb mit Gepäck ist ein Wechsel auf die favorisierte NX 500 nicht möglich.
Obwohl meine Achillessehnenentzündung mich an die Couch fesselt geht das berühmte AT Grinsen 😀 nicht weg.
Im Gegensatz zum Artikel
kurze Grüße
HeinoAT