Beiträge von bwm

    Das ist wie mit so vielen Dingen. Das geht so lange gut, bis es mal nicht mehr gut geht. Vermutlich werden deutlich unter 1% der Motorradfahrer überhaupt mal angehalten und nur bei 1% von den 1% wird auf die Reifen geguckt. Wenn du dann aber der eine von 10.000 bist hilft dir Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr.
    Meine persönliche Einstellung dazu ist better safe than sorry. Vor allem, wenn sie suchen wird dann sowas gefunden. Wenn die Polizei dir was anhängen möchte (zum Beispiel zu schnell gefahren) aber das mangels Messung nicht können dann wird jedes Anbauteil auf E Nr oder Eintragung geprüft oder eben der Reifen auf Freigabe für dein Mopped. Oder - noch schlimmer - wenn nach einem Unfall die gegnerische (oder wenn du schuld bist ggf sogar die eigene) Versicherung nach Möglichkeiten sucht, dir die Schuld zuzuschieben. Die fehlende Geschwindigkeitsfreigabe ist sicherlich nicht unfallursächlich aber vielleicht ist ja mit den falschen Reifen komplett die Betriebserlaubnis erloschen?


    Ja, da geb ich dir recht. Wie du selbst schon gesagt hast kann man "binäre" Bremsen an einer Reiseenduro nicht gebrauchen und dementsprechend sind die Wege etwas länger ausgeführt und die benötigte Kraft etwas größer. Das ist aber eher eine persönliche Umstellungsfrage.


    Ich habe die ursprüngliche Frage so verstanden, dass er wissen möchte, ob die AT einfach insgesamt schlecht bremst. Ob er also mit einem anderen Motorrad in der Vorfahrt genommen Situation mehr Puffer gehabt hätte. Und um als externer diese Frage beantworten zu können muss man schon wissen, ob er wirklich am Limit des Motorrades (der Reifen) war mit seiner Bremsung, ob also das ABS am Arbeiten war.
    Eine Sache die mich die vielen ADAC Trainings inzwischen gelehrt haben ist, dass die allermeisten beim Bremsen viel zu zaghaft sind. Dass die dort im Training erst die 3. oder 4. Gefahrenbremsung "richtig" machen, mit voller Bremsleistung und bis zum Ende im ABS Regelbereich.


    Alex

    Auch wenn ich nicht glaube, dass das auf die originale Honda Tüte zutrifft (hab die neue noch nicht gehört) ist die Begründung, dass andere noch schlimmer sind kein Schuldfreispruch. Nur weil Hitler Millionen Menschen hat umbringen lassen ist es nicht okay, dass ich einen umbringe. Der Vergleich ist bewusst überspitzt, um meinen Punkt zu verdeutlichen. Nur weil andere viel zu laut sind ist es nicht ok, dass ich nur ein bisschen zu laut bin.


    Wie gesagt, ich glaube nicht dass die Honda Tüte tatsächlich in die Kategorie zu laut fällt. Die gleiche Begründung bringen aber die, die mit freigebrannten GPR Tröten rumfahren oder welche die den DB eater aufbohren oder ausbauen. "hast du mal Harleys gehört? Oder Supersportler ohne DB eater? Dagegen ist meine noch leise" ja, gegen eine startende Rakete ist dein Motorrad auch leise. Trotzdem zu laut für Anwohner

    Die Frage lässt sich doch relativ leicht beantworten:
    Hat das ABS geregelt (hat der Bremshebel pulsiert)?
    Wenn ja warst du am Limit der Reifen und damit am Limit der Bremsleistung. Wenn nein musst du den Hebel stärker ziehen.
    Der Vergleich mit der R1200R hinkt etwas weil das doch ein völlig anderes Motorrad ist. Die hat ein geringeres Gewicht, was der Bremsleistung zugute kommt. Außerdem sind die Reifen (zumindest vorne) breiter als bei der AT und vermutlich aus deutlich weicherem Gummi und damit eher auf Haftung optimiert. Und zu guter letzt fühlt sich deren Bremse deutlich kräftiger an weil die langen Federwege der AT erstmal arbeiten müssen wenn du bremst (die AT nickt deutlich mehr nach vorne als die BMW) bevor dann die dynamische Radlast wirklich vorne angekommen ist und du die volle Bremsleistung aufs Rad bringen kannst


    Wenn du noch die Serien Dunlops hast dann kann ich mir auch gut vorstellen, dass die daran eine Mitschuld tragen dass die Bremsleistung nicht so gut ist. Die Originalen Dunlops der 2017er sind eine bisher unbekannte Kombination aus alles schlechten Eigenschaften, die ein Reifen so haben kann. Holzig, mäßige Haltbarkeit, normale Haftung bei Trockenheit und absolut grauenvoll bei Nässe. Für mich rangieren die qualitativ auf einer Ebene mit den chinesischen Wan Li Reifen, die ich mal für etwa 1 Monat auf meinem Auto hatte (hab mich überreden lassen und die dann nach 1 Monat wieder entsorgt)
    Wie die neuen jetzt sind weiß ich nicht aber ich glaube nicht, dass die jetzt auf einmal herausragend gut sind

    Jain. Du hast zwar mehr theoretisch mögliche Schräglage vom Motorrad aus aber 1. Haben die Reifen auch irgendwann ein Ende und wenn die Serien AT auf den Rasten aufsetzt bist du da schon reichlich nah dran und 2. brauchst du durch den höheren Schwerpunkt bei gleicher Geschwindigkeit mehr Schräglage. Du wirst also mit der AS schräger, aber nicht schneller durch Kurven fahren

    Du hast teilweise recht
    Der ganze §36 bezieht sich auf alle Luftreifen. Der Abschnitt mit der Übergangsregelung für die alte M+S Kennzeichnung hat keine weitere Einschränkung und gilt damit auch für alle Fahrzeuge.
    Aber der Abschnitt mit dem Bergpiktogramm lautet wörtlich
    "Reifen für winterliche Verhältnisse sind Luftreifen, [...] die mit dem Alpine-Symbol nach der Regelung Nr. 117 der Wirtschaftskommission [...] gekennzeichnet sind."
    Da die Regelung Nr 117 sich aber ausdrücklich nur auf Luftreifen von PKW und LKW bezieht, kann ein Motorrad Reifen nicht mit dem Alpine-Symbol gemäß Regelung Nr. 117 gekennzeichnet werden. Ergo gilt die neue Ausnahmegenehmigung nicht mehr für Motorräder
    Die Übergangsregelung mit der alten M+S Kennzeichnung gilt aber tatsächlich auch für uns weiterhin.

    Der link hat nur das zusammengefasst, was hier bereits steht. Und schreibt außerdem, dass Motorräder weiterhin von dieser Pflicht ausgenommen bleiben. Damit gilt auch weiterhin die Ausnahmegenehmigung für PKW nicht, dass mit M+S Reifen geringere Speed Index Reifen gefahren werden dürfen als das Fahrzeug kann.
    Diese Regelung galt nach dem wie ich das lese nie für Motorräder und tut es auch heute nicht

    5db mehr als im Fahrzeugschein steht ist die Grenze mit egal welchem Auspuff. Wenn der originale zu laut wäre müsste auch der getauscht werden.
    Mit dem Schall wurde schon richtig gesagt: rein messtechnisch sind 3db mehr doppelt so stark, aber unsere Wahrnehmung funktioniert wie die DB Skale logarithmisch. Also 3db mehr klingen für uns nicht doppelt so laut.
    Trotzdem bin auch ich der Meinung, dass die heutigen Serien-Auspuffe genauso wie die Nachrüst-Teile an dem Großteil der Streckensperrungen schuld sind. Daran sind nicht die geisteskranken schuld die sich da tot fahren weil was interessiert mich als Anwohner irgendein übermütiger (jetzt toter) Touri. Was stört sind die Vollidioten, die direkt am Ortsausgang erstmal die Oma aus'm Mittagsschlaf wecken und den Hund im Garten durchdrehen lassen. Die, die man 2km noch nach jeder Kurve mit Vollgas hört. Die sind die einzigen, denen wir vernünftige Motorradfahrer, die nicht hauptsächlich anderen auf den Sack gehen wollen, die ganzen bereits gesperrten Strecken zu verdanken haben. Ich finde auch, dass die meisten Motorradfahrer zu wenig für ihr Hobby tun = zu wenig gegen Streckensperrende Idioten mit zu lautem Auspuff unternehmen.
    Wobei die Kritik der Serienausstattung vor allem nach Italien geht. Warum ein Klappenauspuff noch immer legal sein kann ist mir nicht verständlich

    Jetzt wird es ganz interessant. Wie hier von rubbergum und HaraldS50 korrekt ausgeführt wurde gilt die ECE R117 nicht für einspurige Kraftfahrzeuge. Die korrekte Regelung für Motorrad Reifen ist die ECE R75 (danke @Gummizahnfleisch :) )
    Diese wurde zuletzt im März 2011 aktualisiert und enthält zwar eine Beschreibung, wo und wie besondere Markierungen wie Snow tyre, M+S, multipurpose tyres (on- und offroad use) usw anzubringen sind. Es ist aber weder erklärt, was diese Bezeichnungen genau bedeuten, noch sind irgendwelche Ausnahmeregelungen definiert. Ergo gilt die Ausnahmeregelung für Motorräder nicht. Der interessante Part ist: diese Ausnahmeregelung galt nie für Motorradreifen
    Und jetzt wird's noch interessanter: in der ECE R75 ist zwar definiert, was ein Reifen für Tests bestehen muss, um in eine bestimmte speed oder load Klassifizierung zu kommen, es steht aber nirgends, dass die speed oder load Angabe auf dem Reifen mindestens der in den Papieren entsprechen muss. In noch einer anderen Regelung I (die aber auch wieder nur für u.a. PKW Reifen gilt,) ist das ganz klar vorgeschrieben.