Beiträge von mosert99

    Hallo zusammen.


    Das Konstantfahrruckeln wurde auch erst im Laufe der Kilometer mehr. Oft verstand ich nicht, worüber sich andere AT-Fahrer beklagten, bis es dann bei mir begann aufzutreten und immer schlimmer wurde.

    Wie erwähnt, hatten meine Anschaffungen von altern Vergasermotorrädern meine Sinne diesbezüglich sicher noch mehr geschärft.


    Auch der direkte Vergleich von alter Transalp, mit wirklich simplem Fahrwerk, und neuer AT lies mich das Hoppeln stärker wahrnehmen.

    Klar, unter dem Strich ist das Fahrwerk einer neuen AT objektiv besser. Aber das Schwammige der CRF 1000 tritt bei der Transalp und den alten XRV nicht auf.

    Eigentlich wollte ich den Betrag bereits letzten Sommer schreiben, kam aber nie dazu.

    Nun soll es also soweit sein und zu Beginn gleich die erste Ergänzung: Eigentlich waren es genau 91'748 km bis ich die CRF 1000 L im Sommer 2025 verkaufte.


    Gekauft wurde das Motorrad neu im Mai 2016 und war seitdem durchgehend in meinem Eigentum. Sämtliche Wartungen wurden beim lokalen Hondahändler durchgeführt.


    Ich teile in drei Kategorien auf: 1. Positives / 2. Negatives / 3. Mängel


    1. Positives

    Sie ist und bleibt meiner Ansicht nach das hübscheste Adventure Bike (auch bis zu den aktuellem Modelljahren). Sie klingt gut ohne zu laut zu sein.

    Die Ergonomie ist hervorragend; ebenso der Sitzkomfort.

    Hondas Versuch, das Gewicht so weit wie möglich nach vorne und unten zu platzieren, kann man als sehr gelungen betrachten. Vorher fuhr ich eine XRV 750 Africa Twin, da merkt man diesen Effekt umso stärker, obwohl beide etwa gleich viel wiegen.


    Die Leistung ist absolut ausreichend. Ich hatte niemals den Bedarf nach mehr Nm oder PS.


    Die Aerodynamik passte ebenfalls gut. Besonders gegenüber der Vorgängerin bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn gestalteten sich die Fahrten leiser und angenehmer. Ich half da noch mit einem Forkshield nach, was die Luftwirbel aus dem Gabeltunnel, sowie auffliegende kleine Kieselsteine, besser abwehrt.


    Das originale Zubehör war zum Kaufzeitpunkt 05.2016 noch etwas rar, aber die Seitenkoffer taten ihren Dienst. In der Handhabung zwar mühsam, da die Schliessung immer etwas Fummelei benötigte. Mittlerweile verzichte ich vollständig auf Koffer/Hartgepäck, aber das hat andere Gründe.


    Der Verbrauch war hervorragend tief (zwischen 4.0 bis 4.5l/100km, was aber auch seine Schattenseiten haben sollte (dazu später).


    Kupplung und Getriebe (kein DTC) funktionierten prima und ohne Auffälligkeiten. Bis zum Schluss war noch immer die erste Kupplung verbaut.

    Die Bremsen taten ihre Arbeit ebenso unauffällig. Die Scheiben mussten nie gewechselt werden, was auch an meinem runden Fahrstil liegt.

    Heftige Bremsmanöver vermied ich aufgrund des tiefen Eintauchens der Gabel ohnehin.


    2. Negatives

    Wo fange ich an? Mmmh, nehmen wir den Gabeltunnel. Die alten Africa Twins und Transalps hatten eine Abdeckung unten! an der Gabel, damit die Luft und vor allem die kleinen, fiesen Kieselsteine gar nicht erst durch die Luft hochgewirbelt werden. Weshalb wird das heute nicht mehr gemacht? Es erscheint mir die bessere Lösung.


    Das Fahrwerk muss recht grosszügig von den Standardeinstellungen weggedreht werden. Die Vorspannung am Federbein ist deutlich zu wenig, ebenso darf die Druckstufe erhöht werden. So komfortabel die Fuhre auch fuhr, Gefühl für das Vorderrad bei Geschwindigkeiten ab 70km/h war schlicht nicht vorhanden.

    Das ist zwar ein prima Schutz gegen das "zu-schnell-Fahren", trübt aber die Freude an der flotteren Art doch ziemlich.

    Bei langsamen Tempi und engen Kurven war die AT dagegen fabulös.

    Besonders nervte aber das Gabelhoppeln zwischen 50 bis 70km/h. Mit neuen Reifen weniger, aber es war ständig präsent. Und nein, es liegt nicht an den Reifen!

    Ich hatte mittlerweile drei Motorräder mit 21 Zoll Vorderrad (und teilweise denselben Reifen). Gehoppelt hat nur die SD04.


    An was dies schlussendlich lag? Puuh, da bin ich überfragt. Vielleicht die Kombination weiches Fahrwerk, wenig Rückmeldung, schwammige Lagerung, etc.


    Ebenfalls grauslig war die Gasannahme. Ja, man gewöhnt sich dran, aber gerade für ein Reisemotorrad ist eine harte Gasannahme völlig unnötig und eher hinderlich.

    In dieselbe Kerbe (und hier platzte mir am Schluss einfach der Kragen) schlägt das Konstantfahrruckeln, welches über die vielen Kilometer sogar zu und nicht abnahm.

    50km/h durch eine Ortschaft zu gondeln kommt nun mal relativ häufig vor in Mitteleuropa und dieses Geruckel ging mir irgendwann sowas von auf den Zeiger.

    Wenn ich beim Runterschalten mit Zwischengas arbeitete, verschluckte sich der Motor sogar manchmal, so das der Gasstoss ganz ausblieb. Dabei kann der Motor auch ausgehen.

    Meine Meinung: Die Dinger laufen einfach zu mager. Ich hoffe, dass in den Folgejahren hier deutlich nachgebessert wurde. Ich machte den "Fehler", mir wieder Vergasermopeds zuzulegen (ebenfalls Honda). So müssen Motorräder abgestimmt sein! So muss eine Gasannahme sein!

    Wobei ich auch schon gut abgestimmte Einspritzer gefahren bin (mit grossem V2).


    Wartungskosten:

    Jaa, der Ventilspielservice, der böse...

    Bei der ersten Rechnung erschrak ich ziemlich, als ich die Stunden anschaute. Nachdem ich mir das Innenleben der SD04 dann selbst mal zu Gemüte führte, wurde mir klar, weshalb dies ein so grosser Zeitaufwand bedeutete. Mein Mitleid an die Mechaniker an dieser Stelle.


    Wie wäre es mit einem simpleren Aufbau, Honda? Was da alles weggezerrt werden muss, um das Ventilspiel zu messen, ist schon übel.


    Kettenspiel:

    Wehe, das Kettenspiel stimmt nicht! Dann ist die Geschichte mit der harten Gasannehme und Konstantfahrruckeln noch schlimmer.

    Und wenn man einstellt, dann nur höchstens 1/8 Umdrehung, sonst ist sie gleich wieder zu stramm. Was ich hier rumgeschraubt habe, welche Zeit da flöten ging...

    Die alten XRV hatten simple Exzenter, präzise, einfach, schnell, idiotensicher. Wurde hier falsch gespart?


    Immerhin hielten die Kettenkits so ca. 35'000km. Bremsbeläge tauschte ich zweimal vorne und hinten.


    3. Mängel

    Der Lack am Tank war bei den ersten CRF 1000 nicht sehr toll. Bereits das Verwenden eines Tankrucksacks hinterliess Spuren. Auch die aufgewirbelten Kiesel hinterliessen fiese Kratzspuren.


    Die Vorspannungseinstellung am Federbein wurde sehr schnell streng und musste getauscht werden. Ebenso der Set-Knopf an der linken Armatur.

    Das Radlager hinten verabschiedete sich ab ca. 66'000 km.

    Der Starterknopf hatte mal einen nicht mehr so tollen Kontakt. Mein Mechaniker konnte das aber beheben, ohne zu ersetzen.


    Die Batterie wurde zur Sicherheit mal nach 8 Jahren ersetzt, war aber nicht zwingend notwendig. Der platte Reifen bei 50'000km ging nicht auf das Konto der AT.


    Schluss:

    Weshalb ich sie verkaufte? Ich ging auf Enduro-Tour und da ist eine alte Transalp mit über 30 Kg Gewichtsvorteil nun mal viel besser geeignet als eine CRF 1000.

    Da hoppelt auch die Gabel nicht...


    Und das KFR raubte mir den letzten Nerv. Selbst alte CBR-Sportmotorräder können es besser. Und brandaktuelle Fireblades sind auch besser! Es ist also keine Leistungsfrage.


    Huch, der Text ist doch länger geworden. Falls es jemandem dient, so darf er gerne meine Erfahrungen mitnehmen. :wboy:

    Dann müssen da aber die ganzen Übernachtungskosten, Schulungsstunden, Testfahrten ebenso mit einem sehr fürstlichen Stundenansatz für mehrere Personen verrechnet worden sein.


    Selbst wenn das Motorrad von Grund auf neu aufgebaut, mit Öhlins versehen und noch ein paar hübschen Extras versehen wird, ist man doch immer noch weit von 50'000 Euro entfernt.


    Also die Schlussrechnung hätte ich gerne gesehen. :o

    Eine weitere Theorie könnte sein, dass einige von denen einfach keine passenden Motorradhandschuhe finden?

    Nein, das ist kein Witz. Ich selbst muss bis zu zwanzig Paar probieren, bis ich etwas passendes gefunden habe.


    Wenn die Hände nur etwas von der Norm abweichen, hat man sehr schnell Probleme brauchbare Modelle zu finden.

    Hat man dann man ein passendes Model, kann man sicher davon ausgehen, dass der Hersteller dieses nach zwei, drei Jahre so verändert, dass es wieder überhaupt nicht passt (schon mehrere Male erlebt).


    Die angegebenen Grössen sind sowieso pure Willkür. Meine Tourenhandschuhe mit GoreTex sind Kurzgrösse S; meine Sporthandschuhe Grösse L.

    Selbst ein und derselbe Hersteller bringt es nicht fertig, Modelle mit Grösse M gleich gross herzustellen.

    Früher eine XRV 750 RD04 (die mit dem hohen Schwerpunkt); heute ein CRF 1000 L SD04 (Schalter).


    Obwohl das Gesamtgewicht ähnlich ist, fährt sich die CRF deutlich agiler und einfacher.

    Auch das Manövrieren bei langsamen Geschwindigkeit geht wesentlich besser.


    Aufheben der CRF 1000 L ist kein Problem (bei ebenem Grund); die XRV musste schon etwas mehr gehievt werden.


    Wenn man sich die Gewichtsverteilung innerhalb des Motorrads anschaut (Bsp. Ausgleichsbehälter Kühlflüssigkeit, Batterie), weiss man auch wieso.

    Ich kann die Erfahrungen von LGM durchaus bestätigen. Auch bei mir hält der CTA 3 hinten zwischen 14'000 und 16'000 km bis zum gesetzlichen Limit.

    Runder Fahrstil und geschmeidiges Beschleunigen helfen dabei. Vorne geht max. 8'000 km; dann ist er auf den Flanken unter dem gesetzlichen Limit von 1.6mm.


    Als krasses Gegenstück hält ein Bridgestone S21 auf meiner CBR 900 RR keine 3'000 km. :roll:

    Hallo Tiggi


    Die Vignette erlaubt die Fahrt auf Autobahnen und Autostrassen. Nicht alle Autostrassen sind vignettenpflichtig; die sind aber immer gekennzeichnet.

    Die grossen Alpentunnel sind, sofern Teil der Autobahn, ebenfalls mit der Vignette abgedeckt. Für sonstige Tunnel gibt es keine Vignettenpflicht.

    Maut/Parkmaut kosten nur ganz wenige, abgelegene (Privat)-Strassen.


    Die KFZ-Steuer hängt sehr davon ab, in welchem Kanton dein Arbeitskollege seinen Wohnsitz haben wird.

    Hier können die Websites der kantonalen Strassenverkehrsämter Auskunft darüber geben.


    Beste Grüsse und viel Glück. :wboy:


    Das mit der Ersatzteilen auflisten wurde früher in den Zeitschriften auch gemacht.


    Und wenn ich mich korrekt erinnere, flossen diese Zahlen der Unterhaltskostenbewertung durchaus in die Gesamtwertung mit ein.


    Das Thema wird aber heute in allen motorradbezogenen Medien nie erwähnt. Warum wohl?