Es macht sicher einen riesengroßen Unterschied, ob man Stiefel 800x im Jahr an- und auszieht – z. B. weil man täglich zur Arbeit fährt und sich umzieht – oder nur einmal im Jahr für eine Woche in den Alpen unterwegs ist. Das gilt für Helm und alle anderen Kleidungsstücke ebenso.
Ich kann es deshalb nicht immer verstehen, dass man (Mann) sich rühmt, seine Stiefel 20 Jahre lang zu tragen. Das ist irgendwas zwischen sparsam-geizig und umweltbewusst-nachhaltig. Ob eine Frau auf die Idee kommt, ihre Schuhe 20 Jahre lang zu tragen, wage ich zu bezweifeln.
Einerseits ist es schön, dass Motorradstiefel eine so gute und feste Konstruktion haben, dass sie lange halten – andererseits möchte ich doch hin und wieder einfach neue Sachen haben, die mich bekleiden. Ich nenne die alten Sachen dann „moralisch verschlissen“. Das heißt, sie funktionieren noch, man mag sie aber nicht mehr tragen.
Und wenn man sich – bei häufiger Nutzung – alle drei Jahre neue Stiefel kauft, ist das ja noch lange kein Kaufrausch.