Beiträge von steinmeister

    Stehenbleiben ist verboten, das Vorderrad muss immer in Bewegung bleiben.
    Ich stehe fast.
    Die Kupplungshand zuckt.
    Mein linkes Bein ragt als Balancierstange in die Luft -
    nützt nix.
    Ich verliere das Gleichgewicht und muss einen Fuß auf den Boden setzen.
    Damit verliere ich auch alle Punkte von Teil II der Langsamfahrprüfung.
    Da muss ich wohl bis zum nächsten Jahr noch mal heimlich trainieren


    Die Zeit von Teil I wird auf meiner Fahrerkarte vermerkt, die ich sorgfältig im Tankrucksack verstaue.
    Mehr als die Hälfte der vorgesehenen Felder meiner Karte sind schon ausgefüllt - ich bin bisher ganz zufrieden.


    Jetzt erst mal Zwangspause.
    In 90min darf ich weiterfahren.
    Auch diese Zeiten werden auf der Fahrerkarte vermerkt und abgestempelt.


    Am Proviant kauend schwatze ich mit anderen Fahrern, tausche Eindrücke und Erlebnisse aus:
    Ein anderer AT Fahrer hatte einen Schlauch-Platzer und hat viel Zeit damit verloren, Samstag Vormittag einen neuen 21er Schlauch zu besorgen. Weshalb er danach per Autobahn die Strecke verkürzen musste und dadurch viele Wertungspunkte auslassen musste. Aber jetzt spielt er wieder mit.


    Dann such ich mir abseits ein ruhiges Plätzchen im Gras, pack mir das Kissen in den Nacken, ziehe mir die Oma über die Augen und schlafe ein halbes Stündchen.
    Den feinen Nieselregen und die zwei-drei Mückenstiche kann ich erfolgreich ignorieren.


    Die Dunkelheit wird dichter, der Verkehr wird dünner.
    Ich versuche, auch bei hohem Tempo die Felder und Waldränder links und rechts der Straße im Blick zu behalten und bin ständig bremsbereit.
    Nach dem Elch-Crash vor einem Jahr nehme ich Wildwechselschilder in doppelter Größe wahr:
    Lieber etwas langsamer, auch wenn der Asphalt griffig und die Straße breit und gerade ist.
    Einige Füchse und Rehe sehe ich so schon von Weitem, lasse ihnen den Vortritt und tuckere hinter ihnen vorbei.


    Das Navi zeigt "Kürzeste Strecke". Die geht über eine Elbfähre.
    Ich weiß nicht, ob die Fähre nachts in Betrieb ist und nehme lieber einen Umweg über die nächste Brücke.


    Bis kurz vor Mitternacht hat die Dämmerung sich ausgeschlichen.
    Jetzt ist die Dunkelheit vollkommen.
    Neumondnacht.


    In den Orten suchen sich Feierfreudige ihren Heimweg und brauchen manchmal viel Platz auf der Straße.
    Gelbe Taxi-Leuchten am Straßenrand weisen schon von Weitem darauf hin: Hier ist eine Disco oder ein anderes Event - also ruhig, Brauner!


    Zur nächsten Wertungsprüfung sind Muttern nach Gewinde- und Schlüsselgrößen zu sortieren.
    Der Prüfer drückt die Stoppuhr.
    42 Sekunden.
    Keine Fehler.
    Wird alles notiert auf der Fahrerkarte, dann geht es weiter.
    5km später wedelt mir der Fahrtwind den Deckel des Tankrucksackes vor das Visier.
    Der Schreck fährt mir in alle Glieder: Die Fahrerkarte!
    Ich hatte den Reißverschluss nicht zugezippt.
    Die Fahrerkarte ist mit dem Nachtwind tanzen gegangen.


    Zurück zum Kontrollpunkt. "Nix gefunden?" "Nix!"



    Fortsetzung folgt.

    .. ist ja nun schon eineinhalb Wochen her, dass ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen habe,
    und mein Adrenalinspiegel hat sich inzwischen wieder normalisiert.
    Auch der Jetlag ist überstanden.... Zeit für ein Fazit und einen kleinen Bericht:


    Ich war im Vorfeld aufgeregt wie als 16- Jähriger vorm ersten Stelldichein (-für die Jüngeren: vorm ersten Date) mit einer heißen Braut.


    Aber dann kam die Startprüfung: 20m-Sprint, Motorrad starten, aufspringen und Vollgas eine Ziellinie passieren. Meine Zeit sollte ich erst einen Tag später erfahren, denn ab dieser Ziellinie ging die Fahrt ja erst richtig los.
    Die Aufgeregtheit ist passe, jetzt bin ich im Wettkampf- Fiber.


    Als ca. 50ster Starter des Feldes werde mich zur der nächsten Wertungsprüfung sehr weit hinten anstellen müssen.
    Wenn ich bis dahin nicht einige Teilnehmer überholen kann.


    Rasen verbietet sich: StVO ist angesagt, und am Samstag Vormittag steigt die Verkehrsdichte schnell.
    Die vorher zurechtgelegte Route lässt sich auch nicht einhalten.
    Immer wieder zwingen Baustellen- Sperrungen zu spontanen Entscheidungen.
    Ich kenne die Gegend ein bisschen. Versuche, größere Ortsdurchfahrten zu vermeiden und schrecke auch vor Feldwegen nicht zurück in der Hoffnung, dass sie sich nicht irgendwo in einem Rapsfeld verlieren.
    Das Glück - oder mein Instinkt - bleibt mir hold, und am nächsten Punkt stehe ich in der Warteschlange vor etlichen Fahrern mit niedrigerer Startnummer.


    Immerhin habe ich einige Gelegenheit zu beobachten, wie andere Fahrer den weitgesteckten Slalom-Parcours angehen.
    Und bin schwer beeindruckt: Hier sind neben vielen, die es relativ ruhig und stressfrei angehen lassen auch ausgesprochene Artisten unterwegs, die im Tiefflug die Kegel umkreisen und am Ziel punktgenau mit Halb-Meter-Stoppie zum Stehen kommen.
    Ich bin auf dem Weg um die Kegel bestimmt nicht der Langsamste, aber mein Bremsmanöver geht in die Hose: Als ich endlich stehe, liegt der Zielstrich nicht wie gefordert zwischen den Rädern, sondern 10cm dahinter.
    Sch....ade.
    Aber nicht so schlimm, es kommt ja noch ein weiteres knappes Dutzend Wertungsprüfungen, wo ich Punkte einheimsen kann...
    ...............


    Mittag ist lange vorüber. Das Feld hat sich so weit auseinandergezogen, dass man nur selten einem anderen Fahrer auf der Strecke begegnet.
    Der letzte Slalom war so eng gesteckt, dass wahrscheinlich die 70ccm- Simson die besten Zeiten gefahren haben. Für mich und die At war es eine echte Herausforderung, hier schnell zu sein und alle Kegel stehen zu lassen.
    Ich brauch eine Pause...
    Ich finde einen schattigen Wanderparkplatz am Rande eines kleinen Sträßchens, stelle die AT ab,
    hole ein zu diesem Zweck mitgebrachtes Nacken-Kissen aus dem Topcase
    und mach es mir auf der Wiese bequem.
    Zehn Minuten Power-Napster.
    Weiter geht's!


    ...............


    Die Sonne hat sich erst hinter Niesel-Wolken, dann hinterm Waldsaum verkrochen.
    Im letzten Licht des Tages wartet auf einem geschotterten Platz im Hochharz eine Langsam- Fahrstrecke auf mich:
    Erst ohne Motor bergab.
    Wie viele Sekunden schaffe ich es, innerhalb der Gasse am Rollen zu bleiben, ohne ins Straucheln zu kommen?
    Der Zeitnehmer zeigt sich beeindruckt - ich scheine nicht ganz schlecht zu sein.
    Der Ehrgeiz packt mich.
    Jetzt bergauf mit Motorkraft.
    Langsam!
    Noch langsamer!



    Fortsetzung folgt.

    Einen Tisch in der Art, wie raytek ihn verlinkt hat, haben wir auch in vielfältiger Nutzung (Motorrad-, Auto-, Kanu-, Wander-,... touren).
    Wenn wir zu zweit unterwegs sind.
    Dazu bei Bedarf Klapp-Hocker.


    Wenn ich allein unterwegs bin, reichen mir die Alu-Koffer als Sitz und Tisch.


    Ich hab auch schon die sehr charmante Lösung gesehen, zwischen die Alu- Koffer eine mitgeführte Aluminium- Platte einzuhängen.
    Dann hat man zwei Sitze und einen Tisch dazwischen.

    Zum Glück habe ich doch noch wenigstens einen Abend beim Treffen verbringen können
    und - wie nicht anders zu erwarten - 'ne Menge interessante Leute kennengelernt.


    Und natürlich Reise-Geschichten gesaugt.


    Jetzt plagt mich wieder das Große Weh.
    Aber so ist das halt, wenn man süchtig ist... :D

    Die Offroadfähigkeit einer Reise-Enduro ist immer auch ein Kompromiss zu Lasten der Straßentauglichkeit.
    Ich bin auch viel im (Ost-) Harz unterwegs und kenne die dortige Straßenqualität.


    Für mich als Langstrecken- Solisten mit Hang zur "Flucht in's Unbefestigte" ist die AT das Motorrad der Wahl.
    Als sportliche Straßenmaschine im Soziabetrieb wünsch ich mir eher meine 2003er V-Strom zurück. Entspannte Sitzhaltung, besser soziatauglich als die AT, Fahrwerk kann auch sehr schlechten Asphalt ausbügeln und geht auch für Feld- und Waldwege gut genug. In Island hat sie mich auch tagelang über groben Schotter und durch Flüsse getragen.
    Den Kyffi hoch war ich mit meiner alten Diva wesentlich schneller, als ich das mit meiner hochbeinigen jetzigen Gefährtin jemals schaffen werde.


    Die AT ist Spitze!
    Aber nicht für jeden Zweck.
    Schau dir ruhig auch die Alternativen an: V-Strom, Tiger, GS usw.

    Ich habe die hier erfolgreich mit der AT getestet.
    Ich hab im Querholm ein paar 10,5mm- Bohrungen angebracht, den Siebdruck-Hängerboden entsprechend durchbohrt und hier mit 2K-Kleber Edelstahlrohre (Wasserleitungsrohre) bündig eingeklebt, dann 10er Bolzen durch und fertig.
    Nicht schön, nicht rostfrei, nicht teuer.