Saarland, Sonntag 23.10.22
Nördliches Elsass -- einmal hin und wieder zurück
Schon seltsam, - man hat Wochenende und ist dennoch schon bei Zeiten wach.
Ich stehe also wieder einmal in aller Frühe auf und gönne mir einen ersten Kaffee in der heimischen Küche.
Draußen ist es um 5.oo Uhr noch sehr finster und eigentlich habe ich nichts geplant für diesen Tag.
Tageszeitung ist Sonntag nicht vorhanden und so lässt man sich dank fehlender Lektüre vom Küchenradio volldudeln.
Mehr oder weniger hört man zu und lauscht den neuesten Hits.
Zur vollen Stunde auch noch die aktuellen Nachrichten, mit einem Ohr.
Bis zu dem Moment, da der Wetterfrosch einen tollen Tag ankündigt. Wie war das ?
Sonne ? Bis zu 23°C und erst am Abend mit Regen zu rechnen ????
Da kommt mir doch eine Idee !
Den PC anschmeißen und sehen, ob da nicht noch eine ausgearbeitete Tour vorhanden wäre, welche ich in den Sommermonaten übersehen oder ganz einfach vergessen habe.
Soll auch vorkommen.
Und siehe da : Tadaaa !!!!
Es gibt noch eine.
Eine Tour in die Gegend um Saverne. Dieses Städtchen befindet sich zwar im Elsass, allerdings sehr weit im Nordosten Frankreichs.
Datei hochladen und auf das Navi aufspielen.
Schon kann man Dinge wie Kaffeekanne, Butterbrot und Pausensnack bereitlegen.
Gegen 8.oo Uhr mache ich mich auf die Strecke.
Noch etwas dunstig ist die Luft und Nebel schwabbert duch die Talsohlen meiner Heimat.
Sobald die Sonne mit Kraft die Wolkendecke durchdringt, wird mir leicht ums Bikerherz und ich fahre mit Freude in den Tag hinein.
Morgens.jpg
Kaum die Grenze nach Frankreich im südlichen Saarland überschritten, grüßten auch schon "Frau und Herr Herbst" in einem der ersten durchfahrenen Dörfer.
Hier spiegelt sich der Charme der Franzosen wider, welche oft mit viel Liebe und Einfallsreichtum Ihre Orte präsentieren.
Nicht mit Pauken und Trompeten, jedoch mit Geigen und Trompete wurde Ich und meine AT mancherorts empfangen.
Der reine Wahnsinn was die "Franzmänner" sich einfallen lassen.
Um die größeren Städte, wie Forbach oder Saarguemines führen kaum kleinere Strassen herum. Hier muss ich vorerst mit eher uninteressanten Landstrassen Vorlieb nehmen.
Ich werde aber schon bald mehr als ausreichend entschädigt werden. Die Planung am PC und Google Maps machen es möglich.
Auf kleinen Strassen, ging es Richtung Saverne.
Auf den Mont Saint Michel sollte die Tour führen. Dort die kleine Kapelle und das "Hexenloch" ansehen, sowie die Aussicht genießen.
Doch mit der Weitsicht war es dann nix. Nebel hing über dem Ort und nur die Bergspitzen ragten heraus.
Muss ich eben nochmals, den nicht wirklich beschwerlichen Weg auf mich nehmen. -- Sowas aber auch
Mache ich aber gerne, - im nächsten Jahr.
Auf der ganzen Tour immer wieder Begegnungen mit allerlei Getier. Abgesehen von den Fliegen an der Frontscheibe.
Die Jahreszeit bringt es mit sich, das stellenweise nicht wenig Laub auf den zahlreichen Waldwegen befindet und ein höheres Mass an Aufmerksamkeit verlangt.
Was mir allerdings nicht den Fahrspass nimmt und höchstens den Erholungswert meiner tour steigert.
Zum Glück wechseln sich die Gegebenheiten regelmässig ab und es folgen nach anspruchsvollen Etappen,
immer wieder offene Landschaften mit trockenen und sonnigen Abschnitten.
Alles in allem eine herrliche Tour, welche ich - genau so - wieder unternehmen würde.
318 km die ich verpasst hätte, wäre ich nicht aus Gewohnheit so früh erwacht.
Herrlich, so darf der Herbst sein und der Winter auch werden. Bloß nicht zu lange.

