Also wenn wir von "richtigen" Spitzkehren reden, so wie am Stelvio oben, dann kann ich mir nichts anderes vorstellen als den ersten Gang zu benutzen. Viele Kehren in den Alpen sind da genügsamer und lassen sich mit unterschiedlichen Techniken fahren, und auch meistens in Gang 2.
Zumindest bei Schalter-Motorrädern mache ich es so (bergauf) -> 1. Gang, keine Kupplung, ein wenig Gas anlegen und mit Hinterradbremse den Vortrieb regeln statt mit der Gashand oder Kupplung. Das alles ist dann unmittelbar vor dem Einlenken "angelegt" und das Motorrad damit "vorgespannt stabilisiert". Dann spät (!) einlenken, Kopf ordentlich drehen und aus weit über den Kurvenausgang hinaus schauen bzw. schon zur nächsten Kehre schauen, ggf. Körper ein wenig mitdrehen je nach Nackenbeweglichkeit, kurvenäußeres Knie richtig an den Tank, reindrücken und rum. Das innere Knie kann auch etwas abstehen. So erreiche zumindest ich die kleinsten Radien.
Man bekommt es so auch auf keinen Fall ungewollt zum Absterben, besonders im 1. Gang quasi ausgeschlossen. Man kann so unglaublich langsam fahren, wenn es Not tut.
In super-engen Kehren Finger weg von der Vorderradbremse, denn nutzt man die und hält plötzlich an, taucht es (besonders Enduros) ein und man kippt unweigerlich nach innen um, da das Moment das Motorrad weiter abkippen lässt und die Kreiselkräfte und damit die Drehimpulserhaltung plötzlich fehlen. Sieht man oft in Stelvio Videos.
Gibt auch gute Erklärvideos bei YT von Varahannes z.B. Mit dem DCT war das leider nicht so intuitiv umsetzbar, aber geht auch.
Man kann das wunderbar auf einem leeren Parkplatz in der Ebene üben. Ziel: Von einem Parkfeld direkt in das benachbarte wenden können. Dann ist man auch bereit für den Stelvio.
Üben üben üben, auch mit DCT. Muss man erst überlegen in welchem Gang man ist oder was man jetzt zieht liegt man schnell auf der Seite.
Alternativ ist der japanische Stil für die Kehren, aber den beherrsche ich nicht so gut wie das Drücken.