Beiträge von Sampleman

    Ich hatte mir tatsächlich ein bissiges Wort gespart, aber jetzt kommt es doch raus: Du hast eben keine Ahnung und willst es nicht wahrhaben. Erst hieß es, ein Hybrid habe natürlich einen Anlasser und eine Lichtmaschine, jetzt kommst du mit einer speziellen Technik daher (von der du nicht die geringste Ahnung hast). Gemessen an dem DSG in deinem Auto ist das PSD in meinem Auto simpel wie ein Korkenzieher. Da ist keine spezielle Technik.


    (Und Kandidatnr. 2 hat sich mit Sicherheit auch noch nicht eingehend mit dem Hybridantrieb von Toyota beschäftigt;-)

    Nein, das Auto hat keinen Anlasser und keine Lichtmaschine. Diese Funktionen übernehmen die beiden Elektromotoren, die im Getriebe integriert sind und die bei anderen Leuten unter "zweite Antriebstechnik" laufen. Die hatte ich schon einen Satz vorher erwähnt, die muss man ja nicht doppelt zählen. Mein Auto hat statt eines Schaltgetriebes oder eines CVT-Getriebes mit Transmissionsriemen ein so genanntes Power Split Device (PSD), das mit sechs beweglichen Teilen auskommt und komplett bulletproof ist. Sowohl die beiden E-Motoren als auch der Verbrennungsmotor und der Antriebsstrang sind permanent mit dem PSD verbunden. Sämtliche Fahrzustände, von Rückwärtsfahren über Motor aufwärmen im Stand bis zu Autobahn mit 160 km/h werden ausschließlich abgebildet, indem die drei beteiligten Motoren ihre Drehgeschwindigkeit ändern, wobei die E-Motoren bei Bedarf als Generatoren arbeiten und auch ihre Drehrichtung ändern können. Der Verbrenner kann nur in eine Richtung drehen, mit einer Drehzahl zwischen 0 und 4800/min. Das System arbeitet stufenlos und ruckfrei, sogar ein frisch gewartetes DSG ist dagegen grobschlächtig.


    Wenn man sich die Funktionsweise des PSD im Detail ansieht, dann sagt man unweigerlich: "Völlig genial, warum machen das nicht alle so?" Angeblich hat Toyota bei der Entwicklung ihres Hybrid Synergy Drive insgesamt 84 verschiedene Antriebskonzepte evaluiert und 83 davon verworfen. Und dann haben sie die Geschichte vermutlich durch Patente so abgesichert, dass alle anderen sich was anderes überlegen mussten.

    Das ist das Problem mit neuen Antriebstechnologien: Die Leute sind nicht bereit, sich intellektuell damit auseinanderzusetzen. Es gibt zudem noch das "not invented here"-Syndrom: Bevor man sich eine Technik, die nicht aus Deutschland kommt, mal vorurteilsfrei ansieht, erfindet man lieber lächerliche Vorurteile dagegen. DCT-Fahrer kennen das Thema ja.


    Zu deiner Bemerkung: Mein Hybrid hat einen Verbrennungsmotor, ein simples Planetengetriebe mit zwei E-Motoren und eine 30 kg schwere Pufferbatterie unter dem Rücksitz. Was es nicht hat: Keinen Anlasser, keine Lichtmaschine, keine Kupplung, keinen Drehmomentwandler, keinen Keilriemen, keinen Zahnriemen (okay, dafür eine Steuerkette). Mein Auto hat jetzt über 160.000 km auf der Uhr, kaputt war bis auf zwei Scheinwerferbirnen exakt nix. Der Wagen hat rund 100 PS und braucht im Schnitt unter fünf Liter - 30 Prozent weniger als sein Vorgänger, der genausoviel PS hatte.


    Ich weiß nicht, was du an einem Auto brauchst, aber ein Auto, das immer fährt, nie kaputtgeht und wenig Sprit braucht, das brauche zumindest ich ganz dringend. Habe ich schon erwähnt, dass mein Auto immer noch auf dem ersten Satz Bremsscheiben fährt? Ob die Bremsbeläge schon mal gewechselt wurden, kann ich nicht beschwören - ich glaube nicht.

    Kein Mensch hat was von Welt retten gesprochen. Und dass Mazda (und die Japaner allgemein) keine guten E-Autos bauen, ist bekannt. Erstaunt einen zwar gerade bei Toyota mit ihrer langen Hybrid-Erfahrung, ist aber so. Ich hatte ein paarmal die Gelegenheit, einen BMW i3 zu fahren, das ist schon ein sehr spaßiges Teil, vor allem in der Stadt.


    Ich stelle an ein Auto ganz andere Ansprüche als an ein Motorrad. Ein Auto soll mich in erster Linie von A nach B bringen, und das so ruhig, komfortabel und ökonomisch wie möglich. Meine typische Autofahrt sieht so aus, dass ich den Tempomaten auf das aktuelle Tempolimit stelle und warte, bis ich ankomme. Wenn ich dabei vom Motor nicht mehr als ein leises Summen höre, ist mir das sehr recht. Ich fahre zum Beispiel im Moment einen Toyota-Hybriden, der steht an der Ampel in aller Regel mit abgeschaltetem Motor. Wenn man danach wieder losfährt, rollt der Wagen elektrisch los, bevor der Verbrenner fast unmerklich dazugeschaltet wird. Neulich hatte ich mal einen Leihwagen mit Benzinmotor und Start-Stopp-Automatik, da wurde der Motor nach jedem Stopp vom Anlasser angeworfen, bevor es weiter ging. Mich hat das genervt. Ein Auto, das auch beim Gasgeben nur leise summt, während es nach vorn geht, könnte ich mir gut vorstellen. Das hätte was von Rolls Royce.


    Ob mir das auf dem Motorrad auch gefallen würde, weiß ich nicht. Ich bin kein Sound-Fetischist, ich käme auch nie auf den Gedanken, den Serienauspuff meiner AT gegen eine Brülltüte aus dem Zubehör zu tauschen. Dennoch prägt die Geräuschkulisse auf dem Motorrad natürlich seht das Fahrerlebnis. Auf dem Motorrad sitze ich eben nicht, um von A nach B zu kommen, sondern um möglichst viel zu erleben.


    Natürlich würde es perspektivisch die Akzeptanz von Motorradfahrern erhöhen, wenn die Dinger leiser wären. Andererseits: Laut Statistik sind Motorräder in Deutschland im Schnitt fast 20 Jahre alt. Da wird es noch sehr lange dauern, bis sich E-Motorräder signifikant bemerkbar machen. Und: Über Mountainbikes regen sich die Leute auch auf.

    Ich habe zu meiner SD08 die originalen Honda-Kunststoffkoffer genommen. Mir war es wichtig, dass ich die Koffer schnell dran- und abbauen kann, dass von den Koffern kein Träger etc. übrig bliebt, wenn ich sie nicht dran habe und dass ich ein Gleichschließsystem mit dem Zündschlüssel habe. Im Gegensatz zu Koffern von Drittherstellern nutzen die Honda-Koffer die Platzverhältnisse am Heck gut aus. Der rechte Koffer hat eine Ausbuchtung für den Auspuff. Der linke Koffer ist groß genug für einen Schuberth E2 in 3XL. Was weiter für mich für die schwarzen Kunststoffkoffer gesprochen hat: Sie passen gut zu meinem schwarzen Motorrad.


    Wer vorhat, mehr oder weniger immer mit Koffern zu fahren, kann sich auch die Honda-Alukoffer holen, für die braucht man ein Trägersystem, das auch am Motorrad bleibt, wenn die Koffer nicht dran sind. Was bei beiden Gepäcksystemen nachteilig ist: Stürzen sollte man damit nicht unbedingt. Vor allem die Plastikkoffer können dann wohl durchaus so beschädigt werden, dass für sie die Reise zuende ist.


    Wenn man sich Koffer holt, sind zum Reisen halbwegs passgenaue Kofferinnentaschen super. Am Ziel angekommen, macht man einfach den Koffer auf, holt die Innentasche raus und nimmt sie mit ins Hotel oder ins Zelt. Bei meinen Honda-Koffetn waren originale Honda-Innentaschen dabei (made by Shad). Die kosten normalerweise 150 Euro das Paar. So richtig begeistert bin ich von denen aber nicht, denn sie erwecken den Eindruck, dass man sie nur bis zur Markierung vollpacken muss, und dann passen sie genau in die Koffer. Aber meine Koffer sind unterschiedlich groß - die Taschen sind es nicht...


    Kurz: Wenn ich die Innentaschen nicht für umme dazubekommen hätte, hätte ich billige aus dem Zubehör genommen.


    Wenn ich viel offroad fahren würde, wo man das Mopped schon mal hinlegt, würde ich eher auf Softbags setzen, die gehen nicht so schnell kaputt.


    Zum Topcase kann ich nix sagen, ich habe keins. Bislang fuhr ich mein Regenzeug immer in einer kleinen Textil-Hecktasche spazieren, die ich auf die Gepäckbrücke geschnallt habe. Wenn die Koffer dran sind, kommt die Tasche einfach in einen Koffer.

    Ernst gemeinte Frage: Bist du schon mal ein ordentliches E-Auto zur Probe gefahren?


    Ich saß vor über 40 Jahren das erste Mal in einem E-Auto, das war ein umgebauter VW Golf 2 mit Bleiakkus. 2010 war ich auf einem Tesla-Event, da hatten sie ihren Tesla Roadster (auf Basis einer Lotus Elise) da. Eigentlich hätte ich den probefahren sollen, was aber daran scheiterte, dass ich zu groß bin, um hinters Lenkrad zu passen. Also setzte ich mich auf den Beifahrersitz und die damalige Pressedame nahm mich mit auf einer Runde durch München. Wir fuhren also in einem Roadster, der so leise war, als würde er geschleppt, und der durch sein hohes Gewicht überraschend satt auf der Straße lag. Und wie wir da so mit 40 durch die Altstadt zockeln, sind vor uns auf einmal 300 Meter Straße frei. Dir Pressefrau sagt "Na ja, das Besondere an dem Auto ist natürlich das hier." und latscht voll aufs Gas. Es macht Zooom, sofortige Rot-Grün-Verschiebung setzt ein und wir sind am Ende der Straße.


    Ich fuhr damals schon Motorrad. Und dass ein Motorrad böse anreißen kann, das wissen wir alle.


    Aber ein Auto? Und das ganz ohne Anstrengung und Gebrüll?


    Das sollte man sich zum Zwecke der Allgemeinbildung schon mal antun, finde ich.

    Ich bin inzwischen dazu übergegangen, gerade auf der AB oder auf weiten Bundesstraßen DTC auf manuell zu stellen. Das hat auch mit dem Tempomaten zu tun, den ich bevorzugt auf solchen Strecken einsetze. Typischer Fall auf einer Bundesstraße: Man fährt im 6., der Tempomat steht auf 110, und dann kommt eine Einmündung mit Tempo 80. Dann nimmt man den Tempomaten raus, die Kiste wird langsamer, und nach 300 Metern wird das 80er Limit wieder aufgehoben. Also klickt man auf "Resume", und jetzt passiert in "S2" Folgendes: Der Bock schaltet zwei Gänge zurück und gibt Vollgas, die Geschwindigkeit geht blitzartig hoch auf 120, dann nimmt die Kiste wieder Gas weg, schaltet hoch und beruhigt sich wieder. Ich finde, wenn das alles ohne eigenes Zutun geschieht, ist das irgendwie creepy.


    Stattdessen lasse ich das DCT auf Manuell, zu schalten gibt es da ohnehin wenig. In der genannten Situation wird die Maschine einfach langsamer, und wenn man den Tempomaten auf "Resume" setzt, dann wird sie ohne Schalten einfach wieder schneller.


    Ich erinnere mich noch daran, wie ich nach der 1.000 km Inspektion mal wissen wollte, wie schnell das Teil wirklich rennt. Also bei Tacho 170 im 6. Gang das Gas voll aufgemacht - und das DCT schaltet ungerührt zwei Gänge zurück...


    Hui.

    Vor zwei Jahren habe ich mir voller Begeisterung meine SD08 mit DCT gekauft und fahre sie seitdem (ca. 16.000 km bisher) fast ausschließlich im Automatikmodus, und zwar fast immer in S2.


    Mir ist schon immer aufgefallen, dass ich in das Schaltprogramm ziemlich häufig manuell eingegriffen habe, und zwar in 90% aller Fälle durch manuelles Zurückschalten, seltener durch manuelles Hochschalten. Aber in letzter Zeit häuft sich bei mir der Eindruck, dass ich öfter mal gegen die Automatik anschalten muss. Sobald ich das Mopped nicht mit Gas unter Zug halte, schaltet es sofort hoch. Besonders auf flotten, kurvigen Strecken komme ich im Dritten aus der Kurve, und ehe ich mich versehe, ist die Maschine wieder im Fünften, und ich muss vor der nächsten Kurve wieder runterschalten, damit sie sauber unter Zug durch die Kurve kommt. Ich fange deshalb an, außerhalb geschlossener Ortschaften immer häufiger komplett auf Manuell zu schalten und grundsätzlich der Automatik keine Entscheidungen mehr zu überlassen.


    Gibt es unter euch andere, die das ebenso halten, oder ist das der erste Schritt zum DTC-Blues?

    Ein gewisses Problem: Außer dir braucht den Sound niemand, wenn du auf den Starterknopf drückst;-)


    Wenn ich über E-Motorräder nachdenke, bin ich erst mal beeindruckt über die Entwicklung, die diese Geräte hinter sich gebracht haben. Ich bin vor über zehn Jahren das erste Mal mit einer Zero gefahren. Das Ding leistete etwa soviel wie ein Leichtkraftrad, kostete so viel wie eine BMW GS und hatte eine Reichweite von 50 km. Aktuell kostet eine Lifewire kaum mehr als ein leistungsmäßig vergleichbares Benzin-Funbike. Die Reichweite ist immer noch nicht doll, aber dort, wo es auf Reichweite nicht ankommt, klappt das schon gut. In der aktuellen "Motorrad" testen sie die Stark Varg EX, eine Sportenduro mit 132 kg und bis zu 80 PS. Da ist zwar im harten Motocross-Einsatz der Akku nach 50 Minuten leer, was aber egal ist, weil der Fahrer bereits nach 45 Minuten ins Sauerstoffzelt muss. In den Bereichen Motocross, Hard-Enduro oder Trial sehe ich E-Bikes heute schon als die bessere Alternative, weil sie viel leiser und sauberer sind als die Verbrenner. Du musst auch nicht alle 100 Betriebsstunden irgendeinen sensiblen Sportmotor revidieren, ein E-Motor hält viel länger. Hin und wieder spiele ich mit dem Gedanken, mir einen Motorroller zu holen, da würde ich definitiv nach einem E-Modell Ausschau halten. Genau so wie sich immer mehr Leute Werkzeuge mit Akku statt mit Netzkabel kaufen, kaufen sich immer mehr Leute Fahrzeuge mit E-Antrieb statt mit Verbrenner, weil sie besser funktionieren und weniger Gedöns machen.


    Was das Geräusch angeht, gibt es vielleicht bald interessante Lösungen. Neulich sah ich in einer verkehrsberuhigten Zone einen elektrischen Porsche Taycan an mir vorbeifahren - und hörte deutlich ein V8-Brabbeln. Kann das sein, dass Porsche so die Pflicht für ein synthetisches Betriebsgeräusch bei niedrigen Geschwindigkeiten erfüllt?