Sandkastenspiele sind nicht mein Ding

  • #11

    Danke Michael für diesen Bericht!


    Jeder Leser kann von so einem ehrlichen und ungeschminkten Erfahrungsbericht sehr profitieren.


    Die tollen Tips alla "gasgeben stabilisiert" kannst Du getrost in die Tonne geben, schließlich ist das ja keine Düne etc. gewesen. Das sieht mir nach einem festen Untergrund mit reichlich Rillen und Verwerfungen aus. Mit entsprechend viel feinem Sand obendrauf. Das ist viel Potential für Dynamik/Krafteinflüsse in gleich mehrere Richtungen. Sobald man da womöglich mit Vollgas wieder Grip bekommt, hat man dann ein kaum noch rettbares Problem. Sowas kann echt übel ausgehen! War mal Live dabei wie sich so einer regelrecht zerrissen hat. Nicht jede Regel/Lösung ist in jedem Train halt die beste Wahl. Klar kann das lautstark mit Dreck rum zu spritzen Spaß machen, aber Grip zu haben/nutzen ist halt praktisch.


    Mit dem schweren Eisen und den Reifen hättest Du vermutlich nur langsam über den (festen/trockenen) Gras-Rand fahren können (wenn seitlich Platz war). Selbst mit nagelneuen Stollenreifen mit maximalem Negativprofil ist auf dem Weg da stellenweise irgend wann das Profil zu. Man sollte in diesem Fall nicht mehr gas geben als unbedingt erforderlich weil man da ja kurzfristig wieder Grip bekommt und dann geht da in irgend eine Richtung die Post ab. Aber zum Glück sind die Verluste hier ja überschaubar. Von eventuellen Kränkungen vielleicht mal abgesehen.


    Danke Michael!


    Gruß
    Armin

    Einmal editiert, zuletzt von nimra ()

  • #12


    Hast alles richtig gemacht. (auch Fotos machen ist immer wichtig) ;)
    Wenn beim Aufheben son fieser Schmerz durchs Mark zieht, kanns ja auch mal sein,
    dass man sich noch mehr kaputt macht.
    Lieber einmal die Schmach ertragen, als eine lange Ausfallzeit provozieren.


    Ich wünsche mir deine Weisheit für meinen nächsten crash. Ich hatte nämlich grad nen Bandscheibenvorfall.


    P.S.: ...allerdings sind Ausfallzeiten auch gut geeignet um Videos zum Thema " Umfallen, Aufheben und Sand " zu erstellen : https://youtu.be/Ytix02XzG6Y :mrgreen:

  • #13


    Sorry Armin, deine Tipps sind inhaltlich falsch. Wenn Du Du da keine Erfahrung hast, solltest Du dem Michael keine Empfehlungen aussprechen. Ich möchte mich hier nicht brüsten, fahre seit Jahren mit Motorrädern in unwegsamen Gelände, Sand, Eis, Schnee und auch Tiefschnee. Die Anleitungen von Dir funktionieren leider nicht.

    AT crf 1000 17èr. Und sonst? Bekennender Mopedmessi!

  • #14

    Servus Michael,


    die Frage, ob schnell aufheben, oder erst mal Wunden lecken ist nicht einfach beantwortet.


    Grad bei den Rippen steigert sich der Schmerz über Stunden :shifty: . Früher hat man sich ja noch schützend unters Moped geworfen, damit nicht soviel kaputt geht, heute ist man ja schon froh weg zu kommen, damit das Eisen einen nicht noch zusätzlich Aua macht.


    Die Einstellung hat sich über die Jahre komplett gewandelt :lol: .


    Kurz:
    1. Motor aus!
    2. Wenn möglich und nötig, Unfallstelle sichern!
    3. Weg von der Bahn.
    4. Etwas Geduld, sich sammeln und überlegen, wie man seine Position möglichst einfach jemanden mitteilen kann und bevor die Lichter ausgehen, doch mal ne Nummer wählen wie 19222, oder so.
    5. Ruhe bewahren, so schnell stirbt man nicht, wenn man noch telefonieren kann.


    War vor knapp zwei Jahren mit einer frisch zusammen gebauten Vara sauber abgeflogen (Testfahrt, in Werkstattkluft), das Moped kam nach längerem Funkenflug, genau vor meinem Gartentürchen zum liegen. Ich konnte nicht aufstehen und war so froh, als das Moped endlich ausging (kein Motorschaden).


    Es kam ewig keiner und ich hatte solche Schmerzen (Rippenbruch, Muskelriss in der Schulter und kitze blau vom Oberschenkel bis zum Arm) und ich dachte:


    Jetzt hast du es geschafft und verreckst auf der Straße. Ich war so schwach, wie noch nie, darum lass doch den Bock liegen, das auslaufende Benzin wird sich schon nicht gleich am Krümmer entzünden. Evtl. macht man doch tatsächlich bei der Anstrengung nach einem Chrash noch mehr kaputt (bei sich selbst).


    Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen dann drei Autos auf einmal, ausgestiegen ist nur ein Mann der mich fragte, ob was passiert sei. Ich musste schmunzeln, weil lachen tat schon weh.


    Er half mir auf und brachte irgendwie die Vara hinters Gartentürchen.


    Die Varadero ging übrigens super und die neuen Bremsen in Kombination mit neuen Reifen und nasser Straße haben mich wohl überrascht ...


    Lerneffekt, nicht viel, aber folgendes kann ich jedem weitergeben:


    SCHEISS AUFS MATERIAL, HAUPTSACHE DIE KNOCHEN SIND HEILE!


    Was ich mir auf jedenfall anschaffen werde, ist so ne Aktion-Kamera, ich hab mich schon so oft geärgert, keine Aufnahmen von verrückten Sachen gemacht zu haben. Nachher glaubt es ja eh keiner, wenn man z.B. erzählt, mit der AT 50 cm hohe Felsbrocken über eine Strecke von ca. 100 m den Berg hochgefahren zu sein und dies auf Korsika. Dann stolz wie Oskar, sein Moped komplett zu wässern, nur weil man einem Jeep zeigen möchte, wie toll man fahren kann, man haben die gelacht, als ich die AT aus dem brusthohem Wasser gezerrt habe, aber ohne Film ...


    PS: Wie gehts dir denn eigentlich so, schon wieder Bock auf Mopedfahren? Kommt wieder! Gute Besserung.

    Viele Grüße aus der Häringsmühle
    Kutter



    Aktuell: CRF 450 L, 2x SR 500 2J4/48T, TS 250/1, 14er Trude, Beta 250 Rev 3, DR 650 SE, GS 500 E, CRF 1000 L

  • #15

    Sandfahren ist schon speziell !
    Ich bin im Tiefsand auch schon oft verreckt. Aber manchmal ging es richtig easy, immer dann , wenn ich eben richtig gut drauf war und auch den Mut hatte, ordentlich am Kabel zu ziehen.
    Grundvoraussetzung ist aber ein gutes Stehen auf dem Motorrad. Das habe ich erst beim Endurotraining in Jüterbog gelernt. Bei Jens Scheffler, Christoph Seifert und den anderen Trainern rund um Scheffy.
    Vorher war es schon öfters mal so , daß man sagen konnte "Wahnsinn ersetzt Können" .


    Diese "Straße" sieht für mich so aus, als könnte ich sie auch mit Pseudoenduroreifen wie TKC70 gut befahren. Stabil wird es ab 60km/h . Mit 130 und mehr geht so ein Weg auch, wenn nicht grad starke Kurven drin sind. Mach ich aber nimmer so oft.


    Ich würde Dir empfehlen, mal an einem unserer Trainings teilzunehmen, die wir zumeist Ende März oder Anfang April in Jüterbog beim Jens Scheffler machen. Es sind nicht immer nur KTMs dabei. Und es macht sehr viel Spaß. Die meisten Übungen sind eher langsam, denn Geschwindigkeit kommt automatisch mit mehr Sicherheit und Können.


    Zum Aufheben: Mit gebrochener Rippe macht es sich bestimmt schwer, hatte ich zum Glück noch nicht, nur andere Blessuren.
    Ich hebe meistens die Maschine rückwärts auf. Also rückwärts an die Maschine gehockt. Feste Griffmöglichkeit gesucht mit beiden Händen. Und dann mit geradem Rücken aus den Beinen heraus hochgedrückt. Dann bitte nicht nach der anderen Seite wieder umwerfen ;)
    Mal probieren, das geht meistens gut, es sei denn, sie liegt kopfüber.


    Hier ist ein Video, wo ein österreichischer Freund auf solchen polnischen Sandstraßen hinter mir herfährt.

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    und hier ist was vom Training in Jüterbog. Im Hintergrund ist eine Sandauffahrt auf einen alten Shelter zu sehen. Darunter wurden früher die MIGs geparkt.

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  • #16

    Mach Dir nix draus,Rippe 4-6 Wochen.Ist mir auch passiert,hatte noch die Heidenaus's vom Winter drauf und nicht die Stollinger.Ich war schon aus der Spurrinne raus und die Flanken der Winterreifen hatten nicht gegriffen .[emoji27]Hatte eine Woche zuvor die Mt21 auf meine Kleine aufgezogen.Hatte da wohl was verwechselt.Keine Schutzklamotten.Wollte nur mal eben die Hausstrecke zum Campingplatz....Ich doof[emoji23]


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  • #17


    Hi,


    ich erwähnte ja schon, dass ich Rippenbruch - erfahren bin und weiß also wie das so abläuft:
    1.Woche AUAAA
    2.Woche AUA
    3.Woche aua
    4.Woche au
    5.Woche .....mft
    6.Woche: war da was??


    Also läuft das ganz gut, die erste Woche ist ja schon jetzt am Donnerstag rum!
    Deswegen denke ich, so ab Woche aua wieder aufs Möppi zu klettern.


    Also als Schmach empfinde ich solche Geschichten nicht, nur als Episode und als „willkommene“ Gelegenheit andere zu unterhalten. Also insofern kratzen mich auch lästernde Kommentare nicht.


    Die Tipps, die hier gegeben werden finde ich im Übrigen alle wertvoll. Liegt doch am Leser ( also mir) wie sie ausgewertet, angenommen und umgesetzt werden. Wie das immer so ist, ist ja nicht alles für jeden das Richtige.


    Nur mal ein Beispiel:
    ich bin mehr der Wanderer auf den unbefestigten Wegen und möchte da so wenig wie möglich anecken. Ist ja schon genug an Strecken den „Unbedarften“ durch Verbote zum Opfer gefallen. Ich werde also, sobald ich da andere Menschen, vermute nicht mit höheren Geschwindigkeiten lang fahren. Dann lieber eiern und füßeln, wenn nötig. Noch verwöhnt Brandenburg mit legal befahrbaren unbefestigten Strecken. Mit ein Grund, warum ich vom Tourer, mit dem ich nicht nur hier auch der „Abwegigkeit“ gefrönt habe, auf die AT gewechselt habe.
    [attachment=1]Deauvilduro-002.jpg[/attachment]
    [attachment=0]Fluss3.jpg[/attachment]


    Das Jüterbog – Gelände beim Alten Lager kenne ich von einem Trail – Training vor etwa 3 Jahren. War Spaßig und anstrengend – man glaubt es kaum – obwohl da nur langsam geklettert wurde.


    Werde mal ins Auge fassen, da zum Endurotraining zu gehen. Kann ja nur gut sein.


    Viele Grüße
    Michael

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