Moin,
Foto nicht vom Tage, sondern vom 23.12.25.
251223 Heidenau Ranger vorne von Felge gesprungen.jpg
Ich dachte ich dreh noch mal ne kleine Runde vor Weihnachten. AT stand zuvor ca. 2 Wochen. Langsam losgefahren, erstmal Reifen etwas auf Temperatur bringen. Alles fühlte sich normal an. Ca. 3 km von zu Hause kommen 2 Kreisel mit einem Abstand von ca. 100 m zueinander. Im ersten langsam gefahrenen Kreisel fängt meine AT plötzlich zu kippen an. Ich hatte schon mal ein ähnliches Gefühl, als mein Stollenreifen hinten ziemlich abgefahren waren --> Seitenblöcke dann spitz. O.k. dachte ich, jetzt ist der Stollenreifen vorne (Heindenau Ranger) ziemlich runter, kommt wohl daher, also langsam weiter zum nächsten Kreisel. Hier schlingerte die Maschine plötzlich und ich konnte einen Sturz in nur absolut letzer Sekunde noch abwenden, bin ausgerollt und auf einem Fahrradweg neben der Straße angehalten. Junge, Junge was war das denn?? Erstmal beruhigt, abgestiegen und nachgeschaut. Der Vorderreifen war komplett platt und vom Felgenholm runter, aber nicht von der Felge runter und somit gar kein Schaden an der Felge. Kontrolliert - absolut kein Fremdkörper zu finden. Was jetzt? Auf kurzem Ausflug kein Kompressor dabei. ADAC 3 km von zu Hause? Frau angerufen - bring mal bitte schnell meinen Autokompressor vorbei. Währenddessen überlegt wie ich eigentlich überhaupt in den schlauchlosen Reifen so Luft hereinbekommen soll, dass der Reifen wieder auf die Felgenholme springt - der Spalt war ja locker über einen Zentimeter. Tipp vom Commander bekommen (besten Dank an dieser Stelle). AT auf Hauptständer und hinten runter drücken, durch die Entlastung des Vorderreifen und durch zusätzlich händisches Drücken oben auf den Reifen, schloss sich der Spalt so, dass der Kompresser Druck aufbauen konnten und den Reifen wieder auf den Felgenholm gedrückt hat.
Also aufgepumpt und weiter ging die geplante Runde. Der Reifen blieb dicht. Der Reifen ist jetzt, also ca. 2 Wochen später immer noch komplett dicht. Was ist da bitte passiert? Mein Motorrad steht abgedeckt unter dem Carport. Rein theoretisch könnte jemand also aufs Grundstück und etwas Luft ablassen. Die AT fuhr ja erstmal relativ normal, aber der evtl. bereits zu geringe Druck hat dann zum plötzliche Abspringen des Reifens in Schräglage geführt. Das wäre ja erstens ein Anschlag und zweitens würde ich soetwas in unserer Wohngegend echt ausschließen und ich bin mir auch keiner Todfeinde bewust ;-).
Somit kann ich mir den Vorfall absolut nicht erklären und nur darauß lernen. Ich kontrolliere regelmäßig den Reifendruck, aber nicht vor jeder Fahrt. Steht mein Motorrad jetzt länger als eine Woche, kontolliere ich den Reifendruck vor der Fahrt. Sollte das Motorrad nur ansatzweise in einer Kurve anfangen zu kippen, absolut sofort anhalten und Reifen kontrollieren.
Von der mir nicht erklärlichen Situation abgesehen, ist der Heidenau Ranger ein absoluter top Reifen. Grip ohne Ende auf trockenem (bis zur Fußraste) und genauso auf nassem Asphalt (auch teilw. zügig) - nie auch nur ein Rutscher. Hielten hinten 5.000 km (beladen, sehr zügige Fahrweise mit Kumpel im Racemodus auf rauen Aspahlt der Vogesen und einspurigen unzähligen Pässe der französichen Alpen und alleine gemütlich weiter im Apennin + Offroad, aber kein Matsch) also, auf einer normalen Tour hält er sicher auch etwas länger und der Vorderreifen hat jetzt über 10.000 km runter und neigt sich nun dem Ende. Wenn jemand die Optik des Ranger mag und ihn das Summen der Reifen im Stadtverkehr nicht stört und er mit der geringeren Laufleistung gegenüber einem Straßenreifen leben kann - Einbußen beim Grip wird er nicht haben.
Ich habe hinten auf den Heidenau Scout aufgrund der höheren Laufleistung gewechselt - kein Geräusch mehr bei Geradeausfahrt hörbar - nur in Schräglage. Im Gelände trocken auch sehr gut - im Matsch ganz schnell vorbei. Interessanterweise hat der viel grobstolligere Bruder Ranger ohne Mittelsteg noch mehr Haftung auf Asphalt.
Und weil es jetzt eh schon ein Reifenreview ist: Mein Bruder musste heute zum Händler für den Rückruf der Wheelie Control - Zulassungsbehörde hat andernfalls für morgen die Stilllegung seiner AT angedroht. Er hat die ATAS, vorne und hinten Heidenau Ranger mit noch gutem Profil und wohnt mitten in der Eifel. Er hat die heutige ca. 100 km Schneefahrt (nicht geräumter Tiefschnee, Schneematsch, gestreut) ohne sich abzulegen geschafft - war aber wohl teilweise sehr rutschig. Also die Winterreifenkennzeichnung des Heidenau ist anscheindend auch nicht zu unrecht drauf ;-).
Gruß
Mario