Beiträge von PaoloGreco

    Moin,


    Foto nicht vom Tage, sondern vom 23.12.25.


    251223 Heidenau Ranger vorne von Felge gesprungen.jpg


    Ich dachte ich dreh noch mal ne kleine Runde vor Weihnachten. AT stand zuvor ca. 2 Wochen. Langsam losgefahren, erstmal Reifen etwas auf Temperatur bringen. Alles fühlte sich normal an. Ca. 3 km von zu Hause kommen 2 Kreisel mit einem Abstand von ca. 100 m zueinander. Im ersten langsam gefahrenen Kreisel fängt meine AT plötzlich zu kippen an. Ich hatte schon mal ein ähnliches Gefühl, als mein Stollenreifen hinten ziemlich abgefahren waren --> Seitenblöcke dann spitz. O.k. dachte ich, jetzt ist der Stollenreifen vorne (Heindenau Ranger) ziemlich runter, kommt wohl daher, also langsam weiter zum nächsten Kreisel. Hier schlingerte die Maschine plötzlich und ich konnte einen Sturz in nur absolut letzer Sekunde noch abwenden, bin ausgerollt und auf einem Fahrradweg neben der Straße angehalten. Junge, Junge was war das denn?? Erstmal beruhigt, abgestiegen und nachgeschaut. Der Vorderreifen war komplett platt und vom Felgenholm runter, aber nicht von der Felge runter und somit gar kein Schaden an der Felge. Kontrolliert - absolut kein Fremdkörper zu finden. Was jetzt? Auf kurzem Ausflug kein Kompressor dabei. ADAC 3 km von zu Hause? Frau angerufen - bring mal bitte schnell meinen Autokompressor vorbei. Währenddessen überlegt wie ich eigentlich überhaupt in den schlauchlosen Reifen so Luft hereinbekommen soll, dass der Reifen wieder auf die Felgenholme springt - der Spalt war ja locker über einen Zentimeter. Tipp vom Commander bekommen (besten Dank an dieser Stelle). AT auf Hauptständer und hinten runter drücken, durch die Entlastung des Vorderreifen und durch zusätzlich händisches Drücken oben auf den Reifen, schloss sich der Spalt so, dass der Kompresser Druck aufbauen konnten und den Reifen wieder auf den Felgenholm gedrückt hat.

    Also aufgepumpt und weiter ging die geplante Runde. Der Reifen blieb dicht. Der Reifen ist jetzt, also ca. 2 Wochen später immer noch komplett dicht. Was ist da bitte passiert? Mein Motorrad steht abgedeckt unter dem Carport. Rein theoretisch könnte jemand also aufs Grundstück und etwas Luft ablassen. Die AT fuhr ja erstmal relativ normal, aber der evtl. bereits zu geringe Druck hat dann zum plötzliche Abspringen des Reifens in Schräglage geführt. Das wäre ja erstens ein Anschlag und zweitens würde ich soetwas in unserer Wohngegend echt ausschließen und ich bin mir auch keiner Todfeinde bewust ;-).

    Somit kann ich mir den Vorfall absolut nicht erklären und nur darauß lernen. Ich kontrolliere regelmäßig den Reifendruck, aber nicht vor jeder Fahrt. Steht mein Motorrad jetzt länger als eine Woche, kontolliere ich den Reifendruck vor der Fahrt. Sollte das Motorrad nur ansatzweise in einer Kurve anfangen zu kippen, absolut sofort anhalten und Reifen kontrollieren.


    Von der mir nicht erklärlichen Situation abgesehen, ist der Heidenau Ranger ein absoluter top Reifen. Grip ohne Ende auf trockenem (bis zur Fußraste) und genauso auf nassem Asphalt (auch teilw. zügig) - nie auch nur ein Rutscher. Hielten hinten 5.000 km (beladen, sehr zügige Fahrweise mit Kumpel im Racemodus auf rauen Aspahlt der Vogesen und einspurigen unzähligen Pässe der französichen Alpen und alleine gemütlich weiter im Apennin + Offroad, aber kein Matsch) also, auf einer normalen Tour hält er sicher auch etwas länger und der Vorderreifen hat jetzt über 10.000 km runter und neigt sich nun dem Ende. Wenn jemand die Optik des Ranger mag und ihn das Summen der Reifen im Stadtverkehr nicht stört und er mit der geringeren Laufleistung gegenüber einem Straßenreifen leben kann - Einbußen beim Grip wird er nicht haben.

    Ich habe hinten auf den Heidenau Scout aufgrund der höheren Laufleistung gewechselt - kein Geräusch mehr bei Geradeausfahrt hörbar - nur in Schräglage. Im Gelände trocken auch sehr gut - im Matsch ganz schnell vorbei. Interessanterweise hat der viel grobstolligere Bruder Ranger ohne Mittelsteg noch mehr Haftung auf Asphalt.


    Und weil es jetzt eh schon ein Reifenreview ist: Mein Bruder musste heute zum Händler für den Rückruf der Wheelie Control - Zulassungsbehörde hat andernfalls für morgen die Stilllegung seiner AT angedroht. Er hat die ATAS, vorne und hinten Heidenau Ranger mit noch gutem Profil und wohnt mitten in der Eifel. Er hat die heutige ca. 100 km Schneefahrt (nicht geräumter Tiefschnee, Schneematsch, gestreut) ohne sich abzulegen geschafft - war aber wohl teilweise sehr rutschig. Also die Winterreifenkennzeichnung des Heidenau ist anscheindend auch nicht zu unrecht drauf ;-).


    Gruß

    Mario

    Wenn der Bügel sich nach dem ersten Ablegen verbiegt, dann sollte man ihn auch danach händisch wieder zurückbiegen können und der Puffer ist wieder vorhanden. Beliebig oft läßt sich dieses Spiel natürlich nicht wiederholen ;-).


    Gruß

    Mario

    Hallo,


    nachdem ich das dünne Blech der originalen Honda-Motorschutzplatte schon gut zerbeult habe und diese auch nicht die Abgasanlage von unten mit abdeckt, würde ich gerne eine stabilere Motorschutzplatte installieren. Diese sollte aber kompatibel mit den Honda-Sturzbügeln sowie dem originalen Hauptständer sein. Gibt es Empfehlungen?

    Weiß jemand, ob die Touratech Expedition kompatibel wäre? Eine entsprechende Info gibt es auf deren Homepage leider nicht - aber vielleicht hat ja jemand diese Kombination verbaut, bevor ich dort anfrage... oder kennt etwa Besseres bzw. etwas weniger hochpreisiges.


    Für Tipps wäre ich dankbar.


    Besten Gruß

    Mario

    Keine Bilder vom Tage, aber von den letzten beiden Oktoberwochen in der Toskana.


    7 Touren zwischen 110 und 290 km bei bestem Wetter, Sonne, blauer Himmel, angenehmen Temperaturen, Weinberge herbstlich gefärbt... Viele Motorradfahrer auf den Hauptstrecken unterwegs. Ich habe mit Kurviger die Einstellung "Kurvig" sowie "nicht asphaltierte Strecken zulassen" ausgewählt und hier und da noch mal eine Bergspitze, Aussichtspunkt, Offroadtrack etc. eingebaut. Dies hat zu wunderbaren Touren auf sehr kleinen Nebenstraßen (selten höher als der 3. Gang) mit gar keinen anderen Motorradfahrern und unter der Woche außerhalb von Dörfern auch zu sehr wenig Verkehr (ganzer Tag vielleicht 3 Autos) sowie immer wieder etappenweise viele Kilometer Pisten (Strade Bianche) geführt.

    Autos gab es also wenig, aber dafür auf den ausgeschilderten Grevelbike-Strecken schon fast ne Plage von einzelnen oder in Gruppen geführten Bikern. Wenn man dann da auf der Piste nach über 2 Wochen ohne Regen angeschüsselt kommt, generiert man schon fast spektakuläre Staubwolken hinter sich und muss dann schon weit vorher runterbremsen, damit die "armen" Radler noch etwas atmen können. (Ich nehme da immer sehr viel Rücksicht, weil ich früher unzählige Touren selber mit dem Rad gemacht habe und ein Lied davon singen kann Staub zu schlucken und Steine um die Ohren geschleudert zu bekommen.) Nichdestotrotz habe ich es mal wissen wollen und auf einer schnurgeraden Strecke in der Nähe von Radda in Chianti den Gashahn voll aufgedreht. Blick in den Rückspiegel - Junge, Junge gefühlt Paris-Dakar - das ganze Tal eingenebelt - wenn ich das nur filmen könnte... kurzer Blick zum Tacho, alter Schwede, bist du bescheuert... 130 km/h ... lieber mal etwas gemütlicher weiter, aber riesen Gaudi und hat sich in keinster Weise unsicher angefühlt.

    Selbstverständlich bin ich spontan auch einladende Feldwege hineingefahren oder habe auch schon vorher per OsmAnd mir potentielle Offroadstrecken rausgesucht, die mich teilweise auch in Grenzbereiche mit der schweren Maschienen gebracht haben.


    Insgesamt kamen so 1.255 km zusammen, davon ca. 120 km Pisten und viele viele Kilometer richtig Offroad. Ich konnte "leider" nur jeden zweiten Tag fahren, weil ich mich auch noch um meine Familie kümmern musste ;-).

    Die zwei wunderbaren längeren Touren gingen in die Berge südlich von Arezzo und östlich von Florenz sowie südlich von Siena Richtung Lago di Trasimeno. Ansonsten die kürzeren Touren im Dreieck Siena, Florenz und Arezzo.

    Feldwege einfach reinfahren, man landet dann entweder irgendwann an einer Villa und muss drehen oder der Feldweg wird zu einem Offroadweg für Jeeps, dann zu einem Track, irgendwann ein Tierpfad und manchmal kann man nur noch erahnen, dass hier vielleicht vor grauer Vorzeit mal ein Weg war. Tja, leider habe ich noch nicht gelernt rechtzeitig zu drehen, fahre also meistens soweit bis ich wieder irgendwo an einer Strasse rauskomme oder es echt nicht mehr weiter geht und ich dann das schwere Gewicht meiner AT verfluche bis dazu, dass im völligen Nirgendwo - seit Stunden keine Menschseele mehr gesehen - auf so einem Track doch eine Sackgasse ist - 1,50 m fast senkrechte Stufe - das traue ich mich nicht und wenn, dann käme ich 100 % da im Notfall nicht mehr hoch zurück. Dummerweise stand ich im Hang auf Geröll bergab in einem Art Hohlweg, alo nichts mit Böschung hoch, rückwärts rollen lassen und irgendwie drehen. Was mache ich jetzt?? Da gibt es doch den Trick die Maschine über den Seitenständer zu kippen und dann auf der Stelle zu drehen. Klappt irgendwie nicht, Ständer rutscht weg, sinkt ein. Ich werden doch jetzt nicht ernsthaft meine schöne AT auf das Geröll ablegen und dann auf dem Boden irgendwie das Vorderrad wieder in Richtung bergauf schleifen müssen... Ne, das mach ich nicht. Doch die Stufe versuchen? Was ist, wenn ich micht traue mit genug Schwung mehr oder weniger zu springen und mich nach vorne überschlage? Oder dann irgendwo später doch die Sackgasse kommt - ich komme die Stufe nicht mehr zurück hoch... ne, das kann ich auch nicht riskieren. Dann habe ich mich an ein YT-Video erinnert, wo einer sein Vorderrad blokiert hat und das Hinterrad durchdrehen lässt und so seine Kiste auf der Stelle gedreht hat. Aber das war in der Ebene und nicht im Hang... Was soll es - ich muss es wenigstens probieren. Bis auf die Unterhose nassgeschwitzt, Puls 180, aber siehe da, ich stehe wieder Richtung bergauf ohne einen Kratzer im Mopped. In voller Euforie habe ich jetzt den Fehler gemacht mich direkt aufs Mopped zu schwingen um möglichst schnell wieder den steilen Track zurück bis zum normalen Feldweg in die "Zivilisation" zu kommen. Durch die Anstrengung war ich jetzt zu zitrig, bin zu langsam gefahren, fing an zu füsseln - bevor ich jetzt stürze, anhalten, Pause, was trinken. Jetzt geht es wieder. Mit der richtigen Technik mit einer schweren AT - bergauf immer voll am Gas - je schneller desto sicherer ist das ganze. Weit vorausschauen, Ideallinie suchen, Lenker locker und durch die Gegend titschen lassen. So kann man bergauf auch steile Geröllpassagen mit Stufenabsätzen relativ locker schaffen - bergab sieht es anders aus - das finde ich um Welten schwieriger - wenn die Fuhre rutscht - dann rutscht die... oder man lässt laufen, aber irgendwann wird es zu schnell... ne, runter ist blöd ;-).


    Vor meine letzten Offraodtour hatte es die ganze Nacht geregnet und schon war ganz schnell Schluss mit lustig. Für Matsch ist die AT zu schwer, ich hatte auch nicht die richtigen Reifen dafür und ich habe keine Übung im Matsch, kann es also einfach nicht. Jedenfalls ist mir bei lehmigen Boden und lagsamer Fahrt das Vorderrad weggeschmiert - zack gegen die Böschung abgelegt, aber nichts weiter passiert.

    By the way, ich war vorne mit relativ abgefahrenen Heidenau Ranger (>10.000 km) unterwegs und hinten mit relativ neuem Heidenau Skout K60. Trocken ist Schotter, Offroad mit Geröll gar kein Problem --> Matsch = Feierabend. Luftdruck war etwas abgesenkt: Vorne 2,0 und hinten 2,2 bar.


    Gibt es für die Offraodstrecken bessere Maschinen --> 100 %. Ich kann Dölle sehr gut vesrtehen warum er TET mit seiner leichten KTM fährt und nicht mit seiner AT. ABER: 1. Kann und will ich mir kein weiteres Mopped leisten und 2. habe ich auch für alle hardcore Offraodtracks vorher tolle Asphaltstrecken fahren müssen. Der Sound der AT, das DSG, das Fahrwerk - was für eine Freude! Oh ein Feldweg, bäm Fahrwerk auf Schotter gezwischt und du ballerst mit der gleichen Geschwindigkeit einfach auf Schotter weiter. Oh, das wird hier langsam nen Offroadtrack - bäm - ohne anzuhalten Schalter auf Offroad und du bügelst einfach so durch die Schlaglöcher weiter. Das ist doch alles nur ein Kompromiss? Definitiv! Aber was für einer! Ganz neutral gesehen ;-). Es gibt kein geileres Mopped als eine AT da draußen und rein zufällig ist es auch noch das Schönste!


    Das waren jetzt viele Buchstaben und keine Bilder ;) - also los:


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    Und weiter geht es ein bisschen Offroad...


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    Das sehe ich ganz genauso.

    Zwar hat bei mir der OEM Metzler Karoo Street eigentlich in allen Lebenslagen gut funktioniert, speziell auch auf Schotter und im trockenem Gelände und mit einer Laufleistung von 11.000 km hinten auch gar nicht schlecht, dennoch ist die Fa. Metzler bei mir komplett auf der Roten Liste gelandet, da der Reifen zwischen ca. 110 - ca. 135 km/h Tacho einfach unfassbar laut wurde.


    Das müsste ja jeder Testfahrer im Werk auch sofort merken - es sei denn die haben da in Japan auf ihrer Teststrecke ne Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h 😂. Mir ein absolutes Rätsel wie man ein Motorrad mit so einem lauten Reifen ausliefern kann. Wirklich eine denkbar schlechte Reputation für einen Reifenhersteller und ich glaube nicht, dass die ihren Löwenanteil am Umsatz mit Erstausrüstung machen.


    Gruß

    Mario

    Ich habe zwar erst 15.000 km Erfahrung mit diesen Grip Puppy Grip1 gebe aber auch ne 100 % Empfehlung - auch die Griffheitung funktioniert einwandfrei, nur selbstverständlich etwas verzögert. Mit etwas Spüli total easy über die Griffe zu ziehen. Die Handguards vorher abzuschrauben war noch die größte Arbeit. Ach ja, ich musste sie von der Länge jeweils unterschiedlich etwas mit der Schere kürzen.


    Gruß

    Mario

    Hallo Bofit,


    mein Händler hat mir den Sachverhalt identisch erläutert - werden wohl darauf so trainiert ;-). Dann hatte ich aber den besseren Händler - der hat umsonst geklebt ;-). Hatt sich halt nur dann irgendwann wieder gelockert gehabt. Ich habe ihm nun gesagt, dass ich zwar gerne auf einen Kupplungsgriff verzichte bzw. diesen als Parkbremse benutze, aber mein Mopped doch bitte nur rechts einen drehbaren Gasgriff haben sollte ;-). Also, dass mein sich einstellenden Drehspiel am linken Griff inakzeptabel sei, genietet hin oder her. Wenn das "Stand der Technik" gewesen sein soll, hätte ich das Mopped zurückgegeben. Aber wie gesagt, wurde alles getauscht und jetzt wackelt da seit über 15.000 km nichts mehr.


    Ich habe relativ große Hände und mir kamen die Griffe immer zu dünn vor. Daher habe ich mir diese Grip Puppy Komfortgriffe (Moosgummi) übergezogen, was mit etwas Spüli sehr einfach geht. Ich würde nicht mehr ohne fahren. Endlich richtiger Durchmesser für mich + zusätzliche Dämpfung. Griffheizung funktioniert weiterhin tadellos, wenn natürlich auch mit etwas Verzögerung.


    Gruß

    Mario

    Dann muss ich hier mal in die Breche für den Metzler Karoo Street OEM Version springen und kann einen kleinen Vergleich zu dem anschließend aufgezogenen Heidenau K60 Ranger ziehen (Spoiler: Würde den Metzler trotzdem nie wieder aufziehen)


    - AT SD13 DCT von 05/2024

    - eher zügige Fahrweise (nachdem ich einigermaßen gelernt habe Motorrad zu fahren (1. Mopped für mich)

    - fast ausschließlich im S1 Modus, so gut wie nie Bremseinsatz

    - kein Soziusbetrieb

    - 5.000 km Tour nach Sardinien mit Alpen- u. Apenninpässen mit Gepäck, davon 1.500 km auf Sardinien und davon mindesten 500 km Offroad, Schotterstrecken, ausgewaschen Feldwege, bis hin zu Trialpfade, Bachdurchquerungen (meistens augetrocknet)

    - Absolut keine Erfahrung in Matsch machen können

    - Insgesamt mit den Reifen vielleicht ca. 2.000 km auf Autobahnen unterwegs gewesen


    Beide Reifen bei einer Laufleistung von 11.000 km gewechselt. Restprofil: hinten: 0,0 mm, vorne 3,3 mm (gefühlt würd ich sagen, das man vorne sogar ca. 20.000 km schaffen könnte, wenn er gegen Ende nicht mehr abbaut)

    Ich könnte mir jedoch denken, dass jemand der vor Kurven anbremst, vorne mehr Verschleiß hat und dafür hinten etwas weniger, weiß das aber nicht.


    Die Reifen haben in allen Lebenslagen immer einen guten Gripp vermittelt, auch bei Nässe, aber hier habe ich eine vorsichtige Fahrweise an den Tag gelegt. Auf Sardinein hatte ich bei einer zügigen Passfahrt mit heißem Asphalt mal in einer Kurve einen Rutscher wo sich beide Reifen parallel versetzt haben, dann aber sofort wieder Grip hatten. An der Stelle hat es kein Öl, Splitt, Bitumen, Nässe oder sonstetwas auffälliges gegeben und hatte mir daher schon einen kleinen Schreck versetzt.


    Bei der Abholung der Maschine (keine Probegefahrt gemacht, Führerschein vor 30 Jahren und außer ne Miet-Harley-Tour in Amerika keinen Meter Motorrad gefahren) hatte ich Schiss auf einer zweispurigen Straße zu wenden ohne mich auf die Schnauze zu packen... wenn mir da einer erzählt hätte, dass ich ein paar Wochen später auf Sardinien mit dem Mopped auf ner breiten Schotterstraße im kontrollierten Drift um die Kurve fahre und Offraodtracks fahren kann, wo T700-Fahrer aufgegeben und umgedreht sind, den hätte ich für völlig bekloppt erklärt. Aber mit der AT, dem elektronischen Fahrwerk und DCT (ohne Gepäck) und den OEM Karoo Street geht das erstaunlich gut und einfach und macht einen heiden Spaß. Ein erfahrener Kumpel auf ner GS ADV (Anakee Adventure drauf) hatte jedenfalls deutlich mehr Probleme und sein Mopped ingesamt 7 x abgelegt auf der Tour, was mir Gott sei Dank nicht einmal passiert ist. Der Trick war immer voll am Gas zu bleiben, im steilen Hang mit Geröll darfst du nicht lagnsam werden - du bekommst die schwere Maschine dann nicht mehr gehalten. Durch das DCT musst du dich nicht auf Schaltvorgänge konzentrieren, sondern nur den Track lesen und blitzschnell die Entscheidung treffen welche Spur, über welchen Felsen kommen ich drüber ohne aufsetzen, wie durch ne tiefe Spurille ohne mit den Motorschutzbügeln hängen zu bleiben etc. und mit wieviel Gas es wohl angebracht wäre. Dabei war es für mich sehr viel leichter steile Tracks hoch zu kommen als runter, weil wenn die Fuhre erstmal rutscht ... aber geht auch irgendwie. Das ganze ist in erster Linie ne Kopfsache, ob man sich das traut - das Motorrad kann das. Und wichtig war auch sich langsam zu steigern, den schwierigsten Track also möglichst nicht am 1. Tag fahren - hier hatten wir einfach Glück, weil wir die jeweilige Beschaffenheit vorher gar nicht kannten.


    Zurück zu den Reifen ;-): Jetzt kommt das große Manko, warum ich mir nie mehr einen Metzler kaufen würde: Wie o. beschrieben an sich ein guter Reifen, aber leider zwischen ca. 90 - 120 km/h unfassbar laut!! Mit Ohrschutz und Integralhelm konnte ich das nicht aushalten. Also knapp unter 90 km/h auf der Landstrasse oder auf der AB alla Speed immer schneller fahren als 120 km/h. Ob man dann 130 oder 160 fährt ist geräuschtechnisch kein Unterschied. Ich habe mich immer gefragt, ob es vom Vorder- oder Hinterrad oder beiden kommt und konnte es einfach nicht richtig ausmachen. Als jedoch das Hinterrad sich der Verschleißgrenze näherte wurde es deutlich geräuschärmer und erträglich - der Überltäter war also gefunden.


    Noch ein kurzer Vergleich zu dem dann vorne und hinten aufgezogenen K60 Ranger: Unglaublich guter Reifen auf Asphalt trocken, wie bei Nässe mit maximalen Grip. Selbst bei einer Starkregenfahrt in den französischen Alpen hat der Reifen so ein Vertrauen aufgebaut, dass man am Schluss schon fast am heizen war, um irgendwie noch aus dem Unwetter mit Blitzen raus zu kommen. Der Reifen hat noch mal deutlich mehr Grip auf Asphalt als der Metzler, obwohl viel grobstolliger. Dadurch fangen die Reifen auch ab ca. 50 km/h an zu singen - werden aber nicht lauter, wenn man schneller fährt. Dieses Singen unterhalb von 90 km/h gab es bei den Metzler gar nicht, also leise im Stadtverkehr.

    Der Ranger performed auch im Gelände (Offroadparcours), Feldwege und auch Matschlöcher (TET S13 Frankreich) gut. Mangels Gelegenheit konnte ich aber mit diesen Reifen keine langen matschige Strecken oder schnelle Schotterpisten fahren.


    Einsatz: 4.200 km Tour mit vollem Campinggepäck, französische Alpen (fast nur einspurige Passstraßen mit sehr rauem Asphalt, größtenteils im Racemodus, dann gemütlich weiter Apennin und Toskana mit Offraodpassagen, über schöne Alpenpässe zurück. Am Schluss 800 km AB-Etappe nach Hause)


    Laufleistung insgesamt: 5.260 km; Restprofil hinten (mittig) 0,5 mm; vorne 4,5 mm


    Der Reifen hätte hinten sicher etwas länger gehalten, wenn man nicht so viele Kilometer zügig auf rauem Aspahlt voll beladen (keine Sozia) fährt.


    Den Hinterreifen habe ich jetzt auf den K60 Scout gewechselt, um eine höhere Laufleistung zu erreichen - bin schon gespannt wie der sich jetzt schlägt. (erst ca. 200 km eingefahren, kein Singen des Reifens vernehmbar --> Mittelsteg)


    Also, den K60 Ranger kann ich uneingeschränkt empfehlen, wenn man mit der Laufleistung klar kommt und einem leichtes Singen nicht stört. Dafür, wie ich finde, coole Optik und Grip bis zur Fußraste. Auch jemand der nie ins Gelände fährt, aber den Reifen wegen der besseren Optik auf einer Reiseenduro haben wollte und vielleicht nicht so viele Kilometer im Jahr fährt: Kannst du kaufen und muss dann nicht eine Kurve irgendwo langsamer fahren.


    Ich habe ja keine Erfahrung mit reinen Straßenreifen, aber weiß auch nicht genau was die auf Asphalt noch besser können sollen, außer natürlich leiser und viel höhere Laufleistung. Aber da ich jederzeit spontan einen (erlaubten) Feldweg irgendwo reindonnern möchte und gute Wildcamping-Spots nun mal möglichst abseits liegen sollten (je schlechter der Weg dahin, desto weniger bzw. keine "Besucher"), würde für mich ein reiner Straßenreifen niemals in Frage kommen. Da man aber ehrlicher Weise - auch wenn man möglichst viel Offraod fahren will - die mit Abstand meisten Kilometer auf Asphalt verbringt, muss hier die Performance stimmen und ein Kompromiss bei den Offroadeigenschaften eingegangen werden.

    Für jemanden der seine AT für die Anreise auf einem Anhänger stehen haben kann, könnte natürlich je nach Einsatzzweck auch "Voll-Stolle" Sinn machen ;-).


    Gruß

    Mario

    Hallo, ich hatte das gleiche Spiel im linken Griffgummi - wurde erst provisorisch geklebt und dann komplett erneuert. Dabei musste wohl auch die Griffheizung komplett neu. Alles auf Garantie. Dann noch Sofwareupdate Wheelie Control und sonst nichts in einem guten Jahr und 17.000 km.


    Gruß

    Mario