Alles anzeigenWas wollten sie dir damit genau sagen, mit „dem Fahrstil“?
Fahre die CRF auch i.d.R. sehr sportlich & wunder mich wie oft ich hier von „bis auf die Rasten runter“ lese, was mir bei 20tkm erst ein paar Mal gelungen ist, scheinbar aber üblich?
Bin oft auch am zweifeln wie viel Reserve noch da ist, deswegen bin ich da sehr hellhörig was Profis zu sagen! Nach meinem Großschaden im Knie (vom Skifahren) der gerade erst am Abheilen ist, habe ich wenig Bock wegen zu ambitionierter Schräglage mit größer 50km/h abzufliegen…
Ich mache beim ADAC in Linthe nur noch das sog. Top-Training, 1 mal im Jahr. Das ist das 2. Aufbautraining und macht halt alles ein bisschen extremer. Gefahrenbremsung in Schräglage, nachdem man auch in Schräglage über ein Hindernis (Seil mit ca. 5cm Durchmesser) gefahren ist. Gefahrenbremsung mit ausweichen (nicht Ausweichhaken, sondern beim Bremsen ausweichen) aus bis zu 150 km/h, Gefahrenbremsung aus bis zu 120 km/h auf nassem Kopfsteinpflaster und am Ende eben auch der geführte Rundkurs, der so ein "Anschnuppern" an Rennstreckentrainings ist. Da fährt der Instructor (selbst ausgiebige Rennstreckenerfahrung) vor und hat jeden Teilnehmer mal direkt hinter sich und passt die Geschwindigkeit an dessen Fahrkönnen und Motorrad-Fähigkeiten an. Dabei geht es dann um Ideallinie, Brems- und Beschleunigungspunkte, Kurvenfahrtechniken (hängendes Legen - eine Vorstufe von hanging off) und da werden kurz vor einer etwa 110° Kurve auch Geschwindigkeiten von 150 erreicht. Auch mehr wenn man sich traut und das Motorrad das her gibt. Und das ist halt kein Fahrszenario, für das der 90/90-21 Reifen gedacht und gemacht ist. Ich kannte diese Ozonrisse vorher nicht und hatte halt die Befürchtung, dass das gefährlich sein könnte. Jetzt bin ich erstmal beruhigt.
Mit dem TKC70 bin ich die ersten 2 Jahre gefahren, seitdem nur noch CTA3, weil ich mit der Dicken kaum Offroad fahre und so ein bisschen Schotter geht halt auch mit dem CTA. Die Fähigkeiten des TKC70 habe ich allerdings nie bis ans Limit ausgelotet.
Die CRF1000L bekomme ich auf dem CTA3 im Trainingsumfeld auch auf ebener Fahrbahn wiederholbar auf die Fußrasten, ohne, dass die Haftung abreißt.
Dabei ist der Reifen definitiv am Ende der Lauffläche angekommen (siehe oben auf dem Bild die Überbleibsel der Kreidemarkierungen), aber das macht er mit. Das heißt in freier Wildbahn lasse ich mir Reserve und fahre daher so, dass die Rasten nicht aufsetzen.
Wie viel Reserve du hast kannst du relativ einfach herausfinden: mache mit Kreide einen Strich einmal quer über den Reifen (auch ein bisschen auf die Flanke, damit du ihn wiederfindest, falls du ihn komplett runter fährst), fahre dann ein Stück kurvige Strecke und schau dann, wie viel vom Strich du noch hast. Bzw. nach einer gewissen Laufleistung kann man oftmals auch am Reifen selbst sehen, wie weit man maximal runter gekommen ist. Durch die Temperaturentwicklung beim Fahren findet so ein "nachbacken" statt und da sieht man dann, falls noch viel Reserve ist.
Allerdings: du musst ja nicht die Grenzen der Physik ausloten. Wenn du deinen Fahrstil in Ordnung findest und er dir Spaß macht, dann besteht unabhängig davon, wie viel Reserve das Motorrad rein technisch noch hat, überhaupt keine Not, sich weiter runter zu zwingen.
Wenn es dich aus Sicherheitsaspekten interessiert, kann ich wie gesagt Fahrtrainings beim ADAC sehr empfehlen. Noch jeder hat dort etwas gelernt und da kann man in kontrollierter Umgebung bei sich wiederholenden Übungen ausloten, wie weit runter man eigentlich so kommt.
Ansonsten danke an alle für die Rückmeldung über meine Risse. Ich bin jetzt erstmal wieder beruhigt und fahre den Reifen noch weiter ![]()