Beiträge von pip

    Was man nicht erwartet, nimmt man oft nicht wahr ('selective attention').

    • Wuerde die Kleidung eine auffaellige Farbe haben, die es sonst im Strassenverkehr nicht gibt, mag das noch helfen. Das gilt aber auch fuer neon-gelb oder orange immer weniger. Zudem verschwindet eine Warnweste in der Vorderansicht fast vollstaendig hinter der Motorradverkleidung.
    • Oftmals ist das ganze Motorrad hinter anderen Verkehrsteilnehmern versteckt, vielleicht abgesehen vom Helm. Insofern halte ich einen Helm in Signalfarben fuer eines der besten passiven Sicherheitsmerkmale. Leider ist mein weisser Helm in der Vorderansicht von schwarzem Enduroschild, schwarzen Lufteinlaessen und Visier gepraegt ...
    • Bewegung/Aenderung hat einen grossen Effekt, wenn es um Wahrnehmung geht. Flackerndes Licht oder Farbwechsel sind allerdings nicht legal. Sieht ein Autofahrer aus einer Seitenstrasse heraus die Strasse entlang, nimmt er ein Motorrad aber nicht als Bewegung wahr, wenn es geradeaus faehrt. Darum wird empfohlen, in der eigenen Spur zu wedeln - die Englaender nennen dies das SMIDSY-Manoever ('Sorry mate, I didn't see you.').
    • Zuletzt bleibt die Hoffnung, als Motorrad oder Mensch erkannt zu werden. Dafuer braucht es Kontrast zum Hintergrund, aber auch eine erkennbare Form oder ein erkennbares Muster. Bunte Kleidung ist hier ggf. sogar kontraproduktiv, selbst wenn nur Signalfarben verwendet werden. Sie wirkt wie Dazzle-Camouflage. Insofern stimme ich Deiner Aussage nicht ganz zu.
      Hierzu gibt es im Bereich der Einsatzfahrzeuge diverse Untersuchungen, aus denen bspw. das Battenberg-Muster hervorgegangen ist. Auch hier reichen Kontrastfarben alleine nicht aus, es muss das Muster erkennbar sein.

    Mein Text oben soll niemanden davon ueberzeugen, mit Warnweste herum zu fahren. Ich finde aber die Frage interessant, wie auffaellige Kleidung gestaltet sein sollte, denn das kann ich vielleicht beim Kauf beruecksichtigen. Meine letzte Motorradjacke war nur in Schwarz erhaeltlich.

    Richtig. Eine gute Praxis beim OutAndAbout System ist, den Pump-Ball ein paar hundert Meter vor der Tankstelle zu druecken. Dabei wird ca. 1ml Oel auf der Kette verteilt, welches dann waehrend der Tankpause einsickern kann. Viel veroelt wird dabei nichts.

    Kettensaegeoel kenne ich auch als Alternativschmiermittel bei Kettenoelern. Ich war kurz davor, sie mit Motoroel einzustreichen. Meine Schwester hatte mal ein aehnliches Problem an der Fahrradkette in Schweden mit Butter geloest ... :zwinker:

    Wer statt CNC-Fertigung etwas Guenstiges sucht, findet auch einen Oeler fuer 20 Euro. Auch wenn die Seite englisch ist, kommen die beiden aus Deutschland: https://outandabout.world/oiler/

    Auf meiner Nordkapp-Tour ist mir irgendwo unterwegs das Kettenspray ausgegangen. Tankstellen fuehrten sowas nicht, und Motorradlaeden gabs weit und breit keine. Bis ich endlich welches gefunden hatte, war ich ziemlich genervt. Im Alltag stoert mich Kettenspray weniger.

    Hatte nicht die 955er Tiger einen Kettenoeler original oder als Option?


    Meine Kette lief ca. 30,000 km mit Oeler, was viele auch ohne erreichen. Allerdings war da viel Strecke auf Schotter & Co dabei, auf denen sie ohne Oeler weit mehr gelitten haette. (Edit: Und ich habe die Ketter vor einer Tour getauscht, bin sie also nicht bis zum letzten Ende gefahren.) Ich will auf Urlaubstour nicht taeglich oder nach jeder Schotter- oder Regenstrecke das Kettenspray in die Hand nehmen. Wie tscharlie schon schrieb, koennen elektronische Oeler so sparsam sein, dass das Oel laenger haelt als die Reifen.