Nach 2 Wochen im islaendischen Hochland waren wir gerade auf der Hoehe des Eyjafjallajökull als bei meiner GS die Motorkontrolllampe aufleuchtete. Das Handbuch schrieb vor, keinesfalls weiterzufahren und das Motorrad sofort in die Werkstatt zu bringen. Es wurde langsam dunkel, aber zumindest erreichte ich die ADAC Hotline. Auch hier wurde ich angewiesen, keinen Meter weiter zu fahren. Den Vorschlag, einen Schlepper zu schicken, wies ich ab - der kaeme nie bis hierher.
Gut, auf Island kommt nichts weg, und so parke ich das Ding mit allem Gepaeck am Wegrand und schwang mich bei Kumpel Maddin hinten auf die 660er Tenere. Sie aechzte unter dem Gewicht und folgte kaum noch dem Vorderrad. Inzwischen war es richtig dunkel, und als wir an eine Furt kamen, durfte ich abspringen, um die Tiefe auszuloten. Ich stapfte ins Wasser, immer weiter, bis ich in der Mitte stand. Grinsend drehte ich mich zu Maddin um: Das Wasser ging mir kaum ueber die Zehenspitzen.

Gegen Mitternacht erreichten wir ein Hostel, wo wir direkt in tiefen Schlaf fielen. Am morgen nahm mich ein freundliches Paerchen mit zu einer Tankstelle an der Ringstrasse. Der Tankwart liess direkt alles stehen und liegen und machte sich daran, mir Hilfe zu organisieren. Schliesslich fand sich ein Freund, der bereit war, sich ein paar Stunden frei zu nehmen, um mit Jeep und Haenger die GS zu holen.

Sein Nissan Patrol war war mit Schnorchel und Niederdruckreifen fuers Hochland umgebaut worden. Angeblich hatte er das Wasser mal auf Hoehe des Innenspiegels. Die Felgen haben je 2 Ventile, wobei eines keinen Einsatz hat. So muss man nur die Kappe abdrehen, um Luft abzulassen. Das dauerte trotzdem ein paar Minuten. Zurueck bei der GS waren Campingausruestung, Kamera etc. alle noch da.

Das Motorrad abzuholen, dauerte ewig, auch wenn wir recht schnell fahren konnten. Ich hatte einen guten Preis ausgehandelt, bezahlte am Ende aber doch freiwillig den urspruenglichen Betrag, weil wir alle den Aufwand unterschaetzt hatten.

Zurueck in der Zivilisation bekam ich dann auch endlich den Werkstattmeister meines Vertrauens ans Telefon. Der erzaehlte mir, wenn es wirklich ein Motorproblem gaebe, waere der laengst kaputt, bevor der Sensor die Lampe triggert. Sofern der Motor ruhig laeufen wuerde, koennte ich sie ignorieren. Ja, und was schaltet der Sensor? Die Lampe, sonst nichts.
Viel Aufwand um nichts, aber eine lustige Geschichte, und eine normale Superjeep-Tour im Hochland haette mich das dreifache gekostet ...
Edit: Zurueck in Deutschland musste ich tatsaechlich nur einen neuen Oeldrucksensor montieren.
RE: Planlos auf Island, schon wieder.