Versuch einer Erklärung meinerseits, Wohl mal wieder etwas länger, sorry.
OneOne Verdrängungsöler;
Wir starten mit ca. 2 bar Förderdruck und enden bei kleiner 0.5 am Ende des Hubs.
Gezählt sind das bei einer Abgabezeit von etwa 100 Sekunden ca. 35 Tropfen . Ist die Drossel offen gleicht das einem kleinen Wurm, ist sie kleiner eingestellt, tropfts. Anfangs schneller und mit abnehmender Federkraft langsamer. Aber immer tropfenweise. Diese Tropfen entstehen unmittelbar beim Austritt aus der Kanüle. Sie reissen ab. Die Einzelkanüle hat einen Innendurchmesser von einem Millimeter und darin fliesst das Öl schneller als sich die Ø 2.7mm Zuführsäule bewegt. Kontinuitätsgesetz angewandt. Deshalb tropfts dann auch so schön. Zur schönen Tropfenbildung soll die Kanüle nicht ganz aufliegen. Ist aber mehr fürs Auge denn wichtig für die Funktion. Liegt sie ganz auf, kommt das "Würmchen" halt geschlossen. Dessen Tropf oder Kriechgeschwindigkeit lässt sich ja über die Drossel justieren.
Langsam fliessende Flüssigkeiten unter Druck suchen sich den einfachsten Weg. Da wo`s raus geht, tropfts. Da sehe ich die Erklärung für das Verhalten am Doppelkanülen Ausgang. Links weniger Widerstand also geht die kleine Säule nach links. Oder dann halt rechts. Ich würde es mal mit voll offener Drossel versuchen. Eventuell ist dann der Widerstand in der Doppelkanüle der Fliessgeschwindigkeit der grossen Ø2.7mm Säule nicht mehr gewaschen und es tropft aus beiden Enden. Um ehrlich zu sein, bezweifle ich das aber, wir verschieben einen Milliliter. Zuwenig für einen Wasserfall. Und dauerhaft, mit korrekt eingestellter Drossel, lässt sich das wohl kaum erreichen.
Schwerkraftöler;
Der Druck durch den Füllstand im Speicher und der auf ihm lastende Umgebungsdruck lassen das Öl gegen unten fliessen. Das zeitlich geschaltete OnOff- Ventil in der Leitung stoppt diese Säule. Befindet sich dieses Ventil nahe am Austritt und/oder ist der Innendurchmesser der Zuführleitung eher klein, ist die Masse der Säule zu gering, es tropft nicht nach. Kommt da aber irgendwie Luft ins System - auch gebunden im Öl oder als Luftpolster irgendwo in der Leitung - tropft es unkontrolliert. Meine zahlreichen Unterdrucksco... mit ihren undichten Nadelventilen waren alle solche inkontinenten Damen. Die einen erträglich "nervend" die andern hab ich irgendwann gehasst...
Zur Doppelkanüle - sie hat vermutlich einen 1mm Innendurchmesser? Hatte noch nie eine in der Hand - sorry. Mit diesen relativ langen Einzelkanülen verdoppeln wir das Austrittvolumen gegenüber der Einzelkanüle. Da wo der geringste Widerstand ist, da fliesst das Öl lang.
Bei einer Schwerkraft Ölung - so wohl der Plan - sollen sich beide Kanülen vollständig füllen und dann über die anstehende Flüssigkeitssäule, solange es das Regelventil zulässt, an beiden Enden gleichmässig Öl aufs Kettenblatt verteilt werden. Auch das bezweifle ich aber.
Ich selber halte Doppelkanülen für pfiffig aber nicht zwingend nötig. Das Öl auf meiner Kette verteilt sich über alle relevanten Teile derselben. Und geschmiert werden müssen in erster Linie die Rollen der Kette, Sind die O-Ringe so undicht, dass Flüssigkeiten von aussen an die Bolzen kommen, wirds Zeit für einen Wechsel.
Wenn ihr euer Motorrad schiebt, solltet ihr mit leichtem Fingerdruck auf die Kettenglieder drehende Rollen sehen wenn die Kette über die obere Führung gleitet.
Das alles hier beruht auf meinem bescheidenen Wissen in der Hydrodynamic. Sollte da ein Besser-Wissender sein, lerne ich sehr gerne dazu.
Gruss und allzeit gute Fahrt
Daniel