Beiträge von Reisender

    Hallo Giovanni,
    ich hatte bisher drei Motorräder mit einem serienmäßig verbauten Cartridge System (2 VFR 750 und eine DL 1000). Von allen kann ich behaupten, dass das Ansprechverhalten weitaus besser war als bei meinen anderen Motorrädern, das waren noch zahlreiche Ein- Zwei- und Vierzylinder aller Marken.
    Meine erste VFR hatte ich 1992 unmittelbar nach einer 750er AT RD04. Trotz wesentlich kürzerer Federwege empfand ich das Federungs- und Dämpfungsverhalten der VFR-Gabel als sehr viel angenehmer und komfortabler unter allen Alltagsbedingungen. Der Verstellbereich der Gabel von hart bis weich war auch wirklich groß, da war für jedes Fahrergewicht das passende dabei. Die RD04 hingegen war mir viel zu stramm und ließ den gewünschten Komfort vermissen.
    Das Cartridgesystem meiner 2006er Suzuki V-Strom 1000 konnte ich direkt vergleichen mit der Gabel meiner 2004er Suzuki V-Strom 650 die ich beide gleichzeitig in Gebrauch hatte. Beide V-Stroms sind sich ja recht ähnlich und mit einem weitgehend identischen Chassis ausgestattet. Die 650er ist aber auch fahrwerksseitig etwas einfacher und kostengünstiger ausgestattet, so verzichtete man darauf die Kleine trotz identischer Federwege von 160/160mm mit einer Cartridgegabel auszustatten. Der Unterschied war frappant: Während es bei der Kleinen auf schlechten Straßen ständig in der Verkleidung rappelte und schepperte, man als Fahrer spüren konnte dass manche Unebenheiten ungefiltert weitergegeben wurden, glitt die Große über die gleichen Löcher sanft hinweg. Das war ein Unterschied wie zwischen einem Kleinwagen und einer Luxuslimousine. Möglich, dass das Mehrgewicht von 20 kg eine Rolle zugunsten der Großen gespielt hat, aber bestimmt nur eine ganz geringe.
    Mit der Einstellung dieser Cartridgegabeln hatte ich keine Probleme, sollte es die geben?
    Die Gabel meiner zweiten VFR hatte ich übrigens mal auseinanderbauen müssen weil der Vorbesitzer die Standrohre in den Schraubstock eingespannt und damit ruiniert hatte. Foto der zerlegten Gabel anbei. Die Kartuschen sind die Rohre jeweils links der Federn.


    Nun ja, Motorschutzbügel, Hauptständer, Kofferträger, Spoilerscheibe, verstellbare Fußrasten, Heizgriffe, Navi... das sind keine Christbaumkugeln. Kommt halt drauf an, wozu das Motorrad eingesetzt wird. Ich bin gern auf mehrwöchigen Reisen und auf unbefestigten Wegen unterwegs, deshalb ist das in meinen Augen sinnvolles Zubehör. Ist aber nicht zu überhören, dass Du eine andere Philosophie verfolgst. Das sei Dir unbenommen.
    Eine Bleibatterie verliert durch Selbstentladung über ihren inneren Widerstand durch die Bildung von Bleischlamm unumkehrbar ständig an Kapazität und soll deshalb ständig voll geladen sein um diesen Prozess einzugrenzen. Ich habe tatsächlich beim Kauf einer großen und teuren Bleibatterie für ein Autarksystem ein Begleitheft mit Wartungsempfehlungen erhalten, da stand genau das drin: bei Nichtbenutzung spätestens alle 14 Tage voll aufladen.
    Und was die Position der Batterie betrifft: Warum dieser persönliche Angriff? Habe ich etwa Deinen Meinungskorridor verlassen?


    Leider hat wohl noch niemand Erfahrung sammeln können mit diesem ganz neuen Artikel bei Louis, aber vielen Dank für den Tipp! Die Konstruktion finde ich sehr interessant, da stecken viele gute Ideen drin. Das Motorrad ist ohne große Anstrengung und v. a. gefahrlos in Position zu bringen und auch der Platzbedarf des Teils ist so gering, dass der nicht unbedingt immer draußen stehen muss. Auch sieht die handwerkliche Umsetzung vertrauenserweckend aus. Einziger Wermutstropfen ist der mehr als doppelt so hohe Preis den Louis gegenüber dem gewiss auch nicht schlechten Neptun verlangt. Letzteren habe ich schon besichtigt und kann den auch nur empfehlen. Leider habe ich mich damals für einen gleich billigen Stema entschieden, wegen der geringeren Baubreite und dem damit verbundenen geringeren Platzbedarf in der Garage. Die Ladehöhe war aber beträchtlich höher als beim Neptun und der Verladevorgang zweier 250kg - Boliden deshalb nicht ungefährlich. Deshalb hatte ich den nach einer Woche schon wieder verkauft.


    Wirklich sehr schöner Anhänger. Wenn mich nicht alles täuscht kostet der Mono 2800 € und der Duo 3800 € ... ist schon ein kleiner Unterschied zu den 630 des Neptuns! Aber wer sein Geld mühsam als Hedgefondmanager verdient sollte sich auch etwas gönnen dürfen.


    Ich fand das auch total affig die Batterie dort wo sie ist hineinzuquetschen, bei 250kg Gewicht mit Anbauteilen, 300kg mit Urlaubsgepäck und über 400kg inklusive Fahrer spielt diese "Konzentration der Massen" bestimmt keine große Rolle mehr. Servicefreundlich ist diese Einbaulage jedenfalls nicht.
    Die Batterie baue ich deshalb über Winter gar nicht mehr aus sondern lade sie alle 14 Tage direkt im Fahrzeug. Plus- und Minuspol habe ich mir via abgesicherte 2,5mm2 Kupferleitungen unter die Sitzbank zu einem Stromverteiler gelegt damit ich nicht mehr da unten ran muss.


    Ist doch komisch welch unterschiedliche Erfahrungen hier aufgeführt werden, wird doch dieses 18/19er Display von mehr als nur einer Fachzeitschrift als noch wesentlich anfälliger für Spiegelungen bemängelt! Die Berechtigung dieser Kritik konnte ich bei "geeignetem" Lichteinfall sogar schon im Verkaufsraum nachvollziehen... aber wie bereits gesagt, es könnte mit der Körpergröße und dem daraus resultierenden Betrachtungswinkel zusammen hängen. Obwohl das bei der Konzeption berücksichtigt werden sollte.
    Und mal ehrlich - die Drehzahlanzeige der ersten Version ist doch ein Witz, um die gescheit ablesen zu können bräuchte ich eine Vergrößerungshilfe. Bis ich diese Miniaturen richtig interpretiert habe bin ich schon viel zu lange im Blindflug unterwegs - deshalb schaue ich da gar nicht mehr hin. Aber vielleicht soll die Drehzahlanzeige ja nur für den Abgastest bei der HU vorgesehen sein? Wie so eine Konstruktion überhaupt die Qualitätskontrolle sowohl von Honda als auch unserem Kraftfahrbundesamt passieren konnte ist mir ein Rätsel. Wurde jetzt zwar korrigiert, hilft mir aber als Besitzer des alten Modells auch nicht weiter.

    Bei meiner 2017er SD06 sind bisher noch keine erwähnenswerten Qualitätsprobleme aufgetaucht. Ich habe sie im März 2019 als Tageszulassung mit 5 km gekauft, jetzt hat sie schon 6600 km. Gute, verzögerungsfreie Gasannahme, kein Konstantfahrruckeln, geringer Verbrauch, Schaltereinheiten bisher unauffällig, kein Gabelhoppeln. Ob die Speichen korrosionsanfällig sind vermag ich kaum zu beurteilen denn die AT hat bisher noch keinen richtigen Regen gesehen. Die Dunlops der Erstbereifung sind im Trockenen wirklich nicht schlecht, ist der Straßenbelag jedoch feucht verliert man schnell das Vertrauen in ihre Haftfähigkeit. So ein Nässeverhalten habe ich seit 25 Jahren nicht mehr erlebt, seit dem Witwenmacher Michelin Macadam... zumindest der Hinterreifen rutschte mir trotz nur moderater Schräglage in einer vorsichtig angefahrenen Spitzkehre unvermittelt weg, das waren geschätzte 20cm (!) bevor er wieder Grip fand und die AT sich wieder von alleine fing. Aber auch ohne so ein spektakuläres Ereignis spürt man ständig dieses gravierende Nässeproblem der Gummimischung: als wäre man permanent auf einem leichten Ölfilm unterwegs. Und bei Geradeausfahrt fädeln sich die Dunlops in Spurrillen ein die man bei trockenem Belag überhaupt nicht bemerken würde.
    Einen Lackabplatzer am Gepäckträger habe ich auch schon, da hat sich wohl nichts geändert. Und für das Montieren der Sitzbank auf der niedrigen Stufe sollte man sich immer etwas Zeit nehmen. Der größte Kritikpunkt betrifft aber das Display, das wurde bei der 2018/2019 zwar größer, aber dadurch auch nicht besser ablesbar.


    Das kann ich nicht bestätigen, bei der gleichen SD06 2017, im Gegenteil. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann ich selbst bei Helligkeitseinstellung maximal nur noch die Geschwindigkeits- und die Ganganzeige gerade noch erkennen. Alles andere verschwindet völlig. Bei geringer eingestellter Helligkeit sehe ich überhaupt nichts mehr auf dem Display. Hat vielleicht mit dem Betrachtungswinkel zu tun, ich bin 1,88m und habe die ATAS-Sitzbank in hoher Stellung montiert. Auf jeden Fall ist dieses Teil aber das mieseste, was mir bisher an Instrumenten bzw. Display geboten wurde.


    Wie mir aus der Seele gesprochen.
    Gut, der große GS-Boxer ist nun mal ein tolles Reisemotorrad. Aber irgendwann kann ich bald keinen mehr sehen. In der Gardaseeregion, sozusagen auf der Hausstrecke der Münchner, beträgt der GS-Anteil an allen Motorrädern ca. 50%. Lässt man die Billig- oder Einsteigermotorräder weg kommt man sogar noch weit darüber. Vor 14 Tagen kam mir auf der Rückfahrt vom Friaul kurz vor dem Plöckenpass eine Gruppe von ungelogen mehr als 100(!) BMW 1200 oder 1250 GS entgegen, ganz am Ende der Kolonne verschämt noch eine S1000XR und ein älterer Straßenboxer. Meine anfänglich noch zum Gruß erhobene linke Hand sank nach gefühlten 5 Minuten ermattet und blutleer nach unten...
    Auch wenn ich davon überzeugt bin dass die große GS einen begehrenswerten technischen Leckerbissen darstellt schreckt mich diese Lemminge-Mentalität der Besitzer mittlerweile total ab. Sicher haben sich viele Käufer aus Sachverstand für diese Anschaffung entschieden, ich unterstelle aber aus persönlicher Erfahrung dass mindestens genauso viele ihre Unsicherheit hinter dieser BMW-Überheblichkeit verstecken wollen, die sie angeblich so unangreifbar gegen Kritik aus dem Freundeskreis macht. Solche Horden von Fanboys bestärken mich in dem Verdacht, dass hier von eher ängstlichen Naturen der Schutz und Komfort einer sektenähnlichen Gemeinschaft gesucht wird.
    Dieser Gedanke kommt mir aber nur bei der BMW GS. Nicht bei dem Ducati 250/350-Treffen auf dem Gaviapass, nicht bei den Ténéré-Treffen der achziger Jahre, nicht bei den Vespa-Touren über das Stilfserjoch mit so zahlreicher Beteiligung. Vielleicht weil ich denen ihren Enthusiasmus noch abnehmen kann und weil da noch deutlich mehr Bescheidenheit agiert.


    Die 2020er Modelle der AT sind wirklich gut geworden. Vielleicht werden die in ein paar Jahren auch etwas günstiger. Bis dahin fahre ich mit der SD06 auch nicht gerade schlecht.