Beiträge von Janosch

    Es wurde mal wieder Zeit, die "kleine Rote" auszuführen.

    Ich meine jetzt nur wir Beide. Sozusagen Beziehungspflege.


    Also heute Morgen bei noch recht angenehmen 21 °C aufs Motorrad geschwungen und die Nase Richtung Frankreich gedreht.

    Solange das Thermometer noch Zahlen anzeigte, die nicht an einen Backofen erinnerten, musste man die Gelegenheit schließlich nutzen.


    Die erste Station des Tages war direkt ein echtes Highlight: der Eiffelturm von Appach. Zugegeben, er ist etwas kleiner als das Original in Paris und die Warteschlangen halten sich auch in erfreulichen Grenzen. Dafür spart man sich den Großstadtverkehr und bekommt trotzdem ein Erinnerungsfoto mit Eiffelturm. Eigentlich ein ziemlich guter Deal.


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    Über Cattenom ging es zunächst über die Mosel. Ziel des Tages war die Église de Montfaucon.

    Nach dem obligatorischen Fotostopp am Eiffelturm von Appach ging es auf kleinen französischen Landstraßen weiter Richtung Montfaucon.


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    Die Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Sanfte Hügel wechselten sich mit weiten Feldern ab, dazwischen kleine Dörfer mit ihren hellen Natursteinhäusern und den typisch französischen Kirchtürmen, die schon von weitem aus der Landschaft ragten.

    Die Straßen waren wie gemacht fürs Motorradfahren. Mal führten sie durch schattige Waldstücke, dann wieder über offene Höhenzüge mit weitem Blick bis zum Horizont. Kaum Verkehr, kaum Hektik – nur das gleichmäßige Brummen des Motors und dieses Gefühl, einfach unterwegs zu sein.

    Je näher ich Montfaucon kam, desto einsamer wurde die Gegend. Die Straßen wurden schmaler, die Wälder dichter und die wenigen Häuser seltener. Nichts deutete darauf hin, dass sich hier vor etwas mehr als hundert Jahren eines der gewaltigsten Schlachtfelder Europas befand. Die Landschaft wirkte friedlich, beinahe idyllisch.


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    Gerade deshalb trifft einen der Anblick des American Memorials so überraschend. Nach Kilometern durch Wälder und Felder erhebt sich plötzlich dieses gewaltige Monument auf dem Hügel. Fast so, als wäre es aus dem Boden gewachsen. Man wird unweigerlich langsamer, richtet sich im Sattel etwas auf und lässt den Blick über die Umgebung schweifen. In diesem Moment beginnt man zu ahnen, welche Bedeutung dieser Ort einmal hatte.


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    Ich kam wohl dort, wo eigentlich 50 km/h vorgesehen waren, etwas engagierter um die Ecke und fand mich plötzlich direkt vor dem American Memorial wieder.

    Beeindruckend groß, imposant und definitiv nicht zu übersehen.


    Die Kirche hingegen hatte beschlossen, deutlich unauffälliger zu sein

    Hätte ich meine Augen ähnlich intensiv genutzt wie den Gasgriff, wäre mir aufgefallen, dass die Überreste der Kirche direkt hinter dem Denkmal standen.

    Stattdessen durfte ich erst einmal eine zusätzliche Ehrenrunde drehen. Man kann es auch als kostenlose Besichtigungstour verkaufen.

    Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Ortes, vergeht einem das Grinsen allerdings kurz.


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    Von dem Dorf, das hier einst stand, ist praktisch nichts mehr übrig. Vier Jahre Dauerbeschuss hinterlassen eben nachhaltigere Spuren als jede Dorferneuerung.



    Währenddessen hatte die Sonne beschlossen, ihren persönlichen Feldzug gegen Motorradfahrer zu beginnen. Also weiter.

    Vorbei an unzähligen Gedenktafeln, Denkmälern und Erinnerungsstätten.


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    Irgendwann gewinnt man den Eindruck, dass hier jeder Quadratmeter Boden eine Geschichte erzählen könnte.

    Nächster Halt: die Tranchée de Chattancourt.

    Ein kleines Museum, das mit erstaunlich viel Herzblut gestaltet wurde. Beeindruckend, informativ und definitiv einen Besuch wert.

    Hier wird sehr anschaulich dargestellt, wie das Leben in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs aussah. Danach erschien selbst die Hitze im Motorradanzug plötzlich als eher kleines Problem.collage-4.jpg


    Das Thermometer hatte inzwischen aber Blut geleckt und arbeitete sich unermüdlich nach oben.

    Die Rückfahrt führte über kleinste Straßen durch Wälder und Felder. Traumhafte Strecken, auf denen man stundenlang fahren könnte – vorausgesetzt, man verwandelt sich dabei nicht schrittweise in Dörrfleisch.


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    Ganz nebenbei fuhr ich, zunächst ohne es wirklich zu merken, durch das Gebiet rund um Verdun. Erst die zunehmende Zahl an Hinweisschildern und Gedenkstätten ließ erahnen, wo man sich befand.

    Schließlich erreichte ich die Ruinen der Kirche von Ornes. Ein Ort, der einen sofort nachdenklich macht. Das Dorf wurde in der Schlacht um Verdun vollständig ausgelöscht. Heute erinnern nur noch die Ruinen der Kirche und eine kleine Gedenkkapelle daran, dass hier einmal Menschen lebten. Häuser, Straßen, Familien, Alltag – alles verschwunden. Ein stiller und sehr bewegender Ort.


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    Während die Geschichte zum Nachdenken anregte, zeigte das Thermometer keinerlei Respekt und pendelte inzwischen zwischen 33 und 37 °C. Der Fahrtwind hatte längst aufgehört, kühlend zu wirken. Stattdessen fühlte es sich an, als würde jemand mit einem überdimensionierten Heißluftföhn direkt ins Gesicht blasen.

    Irgendwann fiel daher die strategisch kluge Entscheidung, den Heimweg etwas direkter und etwas flotter zu gestalten. Kulturprogramm erfolgreich absolviert, Geschichtsunterricht bestanden, jetzt durfte der rechte Handgelenksmuskel wieder etwas arbeiten.


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    Am Ende standen 365 Kilometer mehr auf der Uhr, mehrere Liter Schweiß weniger im Körper, ein Kopf voller Eindrücke und die Erkenntnis, dass Frankreich nicht nur guten Käse und Wein zu bieten hat, sondern auch jede Menge Orte, die Geschichte greifbar machen.

    Kurz gesagt:

    365 Kilometer gefahren.
    Mehrere historische Orte besucht.
    Einmal die Kirche gesucht, obwohl sie direkt vor mir war.
    Bei 37 °C im Motorradanzug überlebt. Weniger anzeigen

    Heute vor genau 2 Jahren…

    …habe ich Sigi-66 kennengelernt. Eigentlich sollte es nur eine Motorradrunde werden. Tja – wir wissen heute: Das war ungefähr so realistisch wie „Ich kaufe nur mal schnell eine Schraube im Baumarkt.“ 😂

    Aus einer Runde wurden unzählige Kilometer, aus einem Motorradkumpel ein echter Freund – und zwar einer von der Sorte, die man nicht mehr missen möchte.



    Dank Siggi habe ich andere nette Biker kennengelernt und gemeinsam haben wir sogar das große Africa Twin Treffen gemeistert – mit allem, was dazugehört: Benzingespräche, Abenteuer und vermutlich mehr Regen als Sprit.


    Und als hätte das Schicksal einen Sinn für Timing, ging es heute ganz spontan wieder auf Tour.

    Unser UB-WND ( mit ins Boot genommen) führte am Abend an die Mosel.

    – mitten durch die Weinberge bei Bernkastel.


    Und was sollen wir sagen? Wir sind auf einen Ort gestoßen, der aussah, als hätte jemand ein bisschen mit dem Zauberstaub gefuchtelt. Ein verwunschener Ort, an dem man am liebsten noch länger verweilen möchte.



    Natürlich wurde dieser Ort umgehend und einstimmig in unsere legendäre „Da fahren wir mal wieder hin“-Liste aufgenommen.



    Fazit des Tages: tolle Strecke, gute Leute, schöne Aussichten und wieder einmal der Beweis, dass die schönsten Ziele oft die sind, die man eher zufällig entdeckt.


    Und was mich ganz besonders erfreut: Manche Begegnungen sind einfach besonders.

    Sie beginnen mit einer Motorradrunde und entwickeln sich zu einer Freundschaft, die hoffentlich noch viele Kurven vor sich hat.

    Auf die nächsten gemeinsamen Kilometer, Siggi!

    Statusmeldung aus der Schrauberecke:


    Die Vortouren zum Forumstreffen sind erfolgreich absolviert – und meine kleine Rote hat dabei ganze Arbeit geleistet.

    Allerdings haben die Reifen beschlossen, dass sie ihren Dienst nun ausreichend erfüllt haben.


    Gestern nach der letzten Vortour stellete ich am Erbeskopf


    mit Erschrecken fest dass mein Reifenprofil den anstehenden Fahrtagen

    wohl nicht mehr genüge sein würde und ich besser noch schnell für Ersatz sorgen sollte.



    Heute Morgen nach dem Ausbau des Radsatzes gesehen, dass ich wohl die letzten Kilometer

    mehr Glück als Profil dabei hatte.

    Genau weiß ich nicht was hier die Ursache war.



    Ist im Grunde nun auch egal, denn nach vielen Kilometern, unzähligen Kurven und jeder Menge Fahrspaß

    waren die alten Schlappen endgültig am Ende ihrer Karriere angekommen.
    Deshalb gibt's heute für die Kleine neue Schuhe!


    Damit sie beim Motorradtreffen nicht nur gut aussieht, sondern auch wieder ordentlich Grip hat. Schließlich soll sie die Kurven nehmen und nicht die Kurven sie. 😜

    Also: Frische Schlappen drauf, Luft rein und ab morgen die bunte AfricaTwin Horde in Otzenhausen begrüßen.


          


    Übrigens: der Michelin Anakee Road hatte bei mir 11751 Km gehalten.

    10 Jahre schon ? :shock:


    Ich gratuliere


    Und ausgerechnet zum 10. Forums-Treffen kneifst du!

    Nach 10 Jahren als Moderator hätten wir eigentlich erwartet, dass du persönlich kontrollierst, ob wir uns auch an die Forumsregeln halten. :lachen:


    Stattdessen bleibst du einfach fern und verpasst vermutlich das beste, legendärste und natürlich völlig unvergesslichste Treffen aller Zeiten.

    Zumindest werden wir das hinterher so erzählen.
    Aber keine Sorge: Wir werden selbstverständlich nur Gutes über dich sagen.
    Es gehört schon einiges dazu, 10 Jahre lang als Moderator durchzuhalten – und dann beim 10. Treffen den perfekten Moment für das Drückebergertum zu finden. Respekt für diese Konsequenz! 😄
    Wir werden dich vermissen, auf dich anstoßen und dir anschließend mit leicht übertriebenen Geschichten schildern, was für ein einmaliges Ereignis du verpasst hast. Selbst schuld, lieber Drückeberger!


    10 Jahre Moderator, immer präsent, immer zur Stelle – und dann ausgerechnet beim Jubiläumstreffen plötzlich "verhindert".

    Ein Schelm, wer vermutet, dass du Angst vor der fälligen Ehrenrunde hattest. 😄


    Nun gut, wir werden auch ohne dich feiern. Aber wenn später von sensationellen Ereignissen, historischen Momenten und legendären Geschichten berichtet wird, denk daran: Du hättest dabei sein können.

    Dafür gibt es zwar keinen Pokal, aber reichlich freundschaftlichen Spott.


    Versuch es im nächsten Jahr mit der närrischen 11.


    Gruß Janosch