Beiträge von Janosch

    Oh je, - So viele Leidensgenossen hier, die aktuell eher TÜV-reif als tourentauglich sind.

    Hätte ich auch nur im geringsten erahnt, wieviele hier mein Schicksal teilen und ebenfalls gesundheitlich eingeschränkt sind,

    wesentlich stärker betroffen als ich, wäre mein Beitrag wohl nicht erschienen und ich hätte mich meiner baldigen Genesung erfreut.


    Vielleicht sollten wir wirklich ein Invalidentreffen organisieren – mit orthopädischer Sitzprobe statt Probefahrt und Diskussionen über Reha-Pläne statt Reisepläne.


    Euch allen wünsche ich gute Besserung und ein baldiges Ende der ungewollten Zeit des Innehaltens.

    Leute, es läuft bei mir!


    Mein Motorrad ist aus der Inspektion zurück. Frisch geschniegelt, wie neu, bereit für die erste große Ausfahrt bei absolutem Kaiserwetter. Sonne scheint, Straßen trocken, der Motor schnurrt vermutlich schon vor Freude in der Garage…


    Und ich?

    Ich liege flach. Magen-Darm-Grippe.


    Während draußen bestes Biker-Wetter ist, sehe ich aktuell nur die Keramik-Kurven der Toilettenschüssel. Statt Drehzahlmesser beobachte ich die Anzeige des Fieberthermometers . Statt Helm halte ich mir … naja, lassen wir das. 🤢

    Man soll ja keine schlechte Laune haben – also freue ich mich einfach, dass das Motorrad jetzt topfit ist. Einer von uns beiden muss ja startklar sein!


    Drückt mir die Daumen, dass ich bald nicht nur zweibeinig, sondern auch zweirädrig wieder stabil unterwegs bin.


    Ride safe – ich rolle dann erstmal Richtung Couch.

    Gute Laune habe ich heute, weil......... ich wie neu verliebt bin.



    So ist das eben mit uns beiden, - Meiner Africa Twin und mir.


    Heute war der große Tag - und voller Erwartung und Vorfreude machte ich mich auf, zum freundlichen Honda-Händler.
    Meine „kleine Rote“ wartete schon auf mich. Meine Africa Twin, geschniegelt wie nach einer Dating-Show für Langstreckenmotorräder.

    Frisch aus der Inspektion, innerlich erneuert, äußerlich unschuldig – dabei wusste sie genau, was sie mit mir vorhatte.


    Sie hatte ja neue Zündkerzen, damit sie besser zündet als ich,- morgens ohne Kaffee, eine Kupplung, die wieder zupackt wie entschlossene Hände,

    und ein neues Lenkkopflager, das mir versprach, jede Bewegung zu verstehen, bevor ich sie überhaupt dachte.

    Als ich sie in Empfang nahm, tat ich völlig cool. Tat so, als wäre das alles ganz normal. Vorsichtig legte ich die Hand an ihren Lenker –

    ein erstes, vertrautes Berühren nach so langer Trennung. Ich setzte mich auf sie, würdevoll wie ein Ritter… na gut, eher wie jemand, der hofft,

    dass keiner gesehen hat, wie unbeholfen das aussah.


    Und dann... Der Schlüssel drehte sich, sie erwachte, vibrierte leise unter mir, als wolle sie sagen:

    Endlich wieder du.


    Zwischen meinen Beinen war wieder dieses bekannte Kribbeln – halb Erotik, halb Angst, dass ich den Seitenständer vergessen habe.

    Wir fuhren los. Sie lief seidenweich, so präzise, dass ich kurz dachte, sie wolle mir beweisen, dass sie auch ohne mich klarkäme.

    Jede Kurve ein kleines Augenzwinkern, jedes Beschleunigen ein „Na, fühlst du mich jetzt wieder ?“

    Ich fühlte alles. Die sanften Schaltgänge, das surren des Profils vom Vorderreifen, den Fahrtwind.

    Auch das Adrenalin und es erfüllte mich mit Stolz, es ist die pure Leidenschaft mit einem leichten Beigeschmack von Wahnsinn.


    Und während ich auf ihr ritt – selbstverständlich völlig beherrscht und erwachsen – wusste ich:

    Das ist keine einfache Beziehung. Das ist Liebe. Teuer, wartungsintensiv, laut… aber verdammt nochmal die Beste (Maschine) die ich habe. ?