Hallo,
über Pfingsten bin ich mit drei Kumpeln bei bestem Wetter (9 Tage nur Sonne) den Rest vom TET Deutschland Sektion 2 ab Waren Richtung Lübeck gefahren und dann auf die Sektion 1 Richtung Bremerhaven abgebogen. Auf Höhe Hamburg sind wir nun auf die Sektion 1 Richtung Flensburg abgezweigt (nur kleine fahradwegartige Asphaltabschnitte mit ständigen 90 Grad-Abzweigen, aber trotzdem irgendwie witzig zu fahren gewesen). Der TET geht am Grenzübergang nahtlos in den TET West Dänemark über. Dieser ist auf den ersten Kilometern tricky mit puderartige Erde und geht dann über sehr viele Kilometer staubige Pisten, hier und da mal eine kleine Sandpassage, in einem großen Bogen die Nordsee touchierend und hier im Speziellen die Halbinseln Romo (mega Sandstrand wo man rüber düsen darf) und Mando (über einen Damm mit grobem Schotter, der nur bei Ebbe zu fahren ist erreichbar) rüber zur Ostsee. Kurz vor dem Ziel des TET in Grenaa fährt man noch eine tolle Schleife nur über Pisten und durch sehr schöne Landschaft im Nationalpark Mols Bjerge. Würde man nicht die ganze Zeit hochkonzentriert die Piste lesend Gas geben und nur bei den ziemlich seltenen Begegnungen von anderen Menschen oder Tieren abbremsen, könnte man die Landschaft echt glatt genießen ;-).
Apropos Landschaft - ich bin zuvor nur einmal mit dem Wohnmobil die Küste um Dänemark herumgefahren und war daher sehr überrascht wie toll und abwechlungsreich die Landschaft und Vegitation im Landesinneren ist. Landwirtschaftlich gepägte Ebenen mit Ackerbau und Viehzucht gehen über in dunkle Fichtenwälder (so wie früher mal im Harz), um sich dann gleich wieder in eine offene bunte Heidelandschaft zu öffnen. Teilweise kam ich mir vor wie mitten in der Toskana, wenn man Staubfahnen ziehend über die Piste durch Eichenwälder braust und hofft, dass kein Reh plötzlich die Waldseite wecheln möchte.
Unterbrochen werden die "Offroadstrecken" durch kleine gepflegte Dörfchen mit schönen Ziegelsteinhäusern - selbstverständlich wird hier langsam gefahren, genauso wie an jedem Bauernhof, der direkt am TET liegt oder über dessen Hof man teilweise fahren muss. Geräusch- und Staubminimierung für die Anwohner, die noch (bis auf eine Ausnahme) dem TET-Fahrer freundlich gesinnt sind und winken. Auch in den Städten ist man dem Motoradfahrer sehr wohlgesonnen - jeder zweite Junge macht das Zeichen, dass man mal den Gasgriff drehen und den Sound anschmeißen soll - was mit DCT nur bendingt geht ;-). Dies ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass in Dänemark aufgund der absurden Luxussteuer für Motorräder nur sehr wenige Millionäre anzutreffen sind, die dieses Hobby frönen können.
Das allerbeste an Dänemark fand ich aber, dass es im ganzen Land eine geniale Infrastruktur fürs spontane Campen in toller Natur gibt. Über eine App kann man hunderte oder tausende von Shelter finden, die fast immer gleich aufgebaut sind. Zwei nach vorne offene Holzhütten, wo jeweils zwei Leute mit Gepäck trocken schlafen können, eine Picknicktischgarnitur, ein Plumsklo, eine Feuerstelle mit Grillrost, trockenes gespaltenes und in einem Verschlag gelagertes Feuerholz (machmal mit einer Spendenbox --> 5 € für den Sack Holz) und machmal außerdem sogar noch ein Wasserhahn mit Trinkwasser. Die meisten Shelter sind völlig kostenlos oder man findet irgendwo einen Zettel mit einer Internetadresse, wo man pro Person ein paar Euro überweisen kann.
Ich fand jede Übernachtung in diesen Sheltern zig mal besser als auf dem CP, weil auf diesem darfst du kein Feuer machen und meistens waren - zumindest bei den zwei CP wo wir waren - diese an einer reltiv lauten Straße gelegen.
Da hat mal ein Staat eine äußerst sinvolle Idee gehabt Steuergelder auszugeben. Bemerkenswert fand ich auch, dass keine einzige dieser Holzhütten oder Holztische mit tollen Botschaften - wer denn schon alles wann und mit wem verliebt da war - kaputtgeritzt oder mit Edding beschmiert hat, sondern mit diesen Anlagen respektvoll umgegangen wird. Versuch das mal in Deutschland...
So sind wunderbare 2.600 km zusammengekommen und meine neue Gepäckverteilung sowie Reduzierung hat sich Offroad bewährt. Nichts schwankt mehr und so sind auch schmale Single-Trails wieder mit Spaß fahrbar.
Hier noch ein paar Eindrücke:
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Ziel Ostsee in Grenaa
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Jetzt nur noch schlappe 660 km mit Kurviger, Einstellung kurvig zurück nach Braunschweig. Abends angekommen war ich echt zur Freude meiner Frau urlaubsreif ;-).
So, ich gehe jetzt mal mein Mopped packen. Morgen geht es direkt nach der Arbeit Richtung Saarland... man sieht sich.
Besten Gruß
Mario