Beiträge von Sampleman

    Wir reden von unterschiedlichen Produkten. Meine Jacke ist eine richtige Jacke, mit Reißverschluss und zwei Jackentaschen. Sie kam sogar mit einer Klimamembran zum Einknöpfen, aber zu der hat der Verkäufer nur gesagt: "Wenn du die drin hast, schwitzt du wie in einem Müllbeutel".


    Wovon du offenbar sprichst, das ist ein Protektorenhemd, wie es manche Cross-Fahrer tragen. Da kommt dann noch was drüber.


    Frachmischned.




    Mehr steht da nicht. Aber wenn du jetzt damit ankommst, dass dein Schwabenleder aber sicherer ist, dann würde ich das bei Temperaturen ab 30 Grad bezweifeln, weil dann deine Fahrtüchtigkeit leidet;-)

    Ich glaube, wenn ich Psychologie oder so was studieren würde, würde ich mal eine Forschungsarbeit zum Thema "Motorradfahrer und ihr Umgang mit den Risiko" machen (bräuchte natürlich noch einen akademisch verhobeneren Titel, das Werk). Es gibt so einige Spielarten des Motorradfahrens, die mir fremd bleiben werden. Dazu gehört auch die Motivation von Leuten, die jedes Jahr pünktlich zu Saisonbeginn möglichst spektakuläre Unfallberichte in Foren und Communities posten, mit dem Hinweis, man solle bloooß aufpassen, jetzt wo die Saison wieder los geht...


    Ich fand es sehr interessant, was mir mal ein Freund erzählt hat. Der war im Urlaub in Florida, und da gibt es keine Helmpflicht - und viele Leute fahren auch ohne Helm. Er ist ohne Helm bis nach Key West runter und meinte hinterher: "Ich habe ganz vergessen, wie geil das ist."


    Ich hatte den "wie geil das ist" Moment mal bei einem Geschäftstermin, den ich mit dem Motorrad bei gleißender Sonne wahrnahm. Ich hatte tatsächlich mein volles Ornat am Leib, konnte so aber nach Ankunft nicht auf den Termin gehen, also habe ich mich umgezogen (Stoffhose, Oberhemd, Sakko), und die Motorradkamotten anschließend in die Koffer gesteckt. Und zurück habe ich einfach den Sakko dazugetan und bin im Oberhemd durch die Stadt. Natürlich hätte ich mich da besser nicht lang machen sollen, aber das versuche ich auch in der Lederkombi tunlichst zu vermeiden.

    Wer übrigens das Gefühl, er führe im Hemd, im Sommer haben möchte, dem lege ich dringend den Kauf einer Mesh-Jacke ans Herz. Die hat an den Schultern und Ellbogen Leder und Protektoren, und ansonsten besteht sie aus Netzgewebe, wo der Wind lustig durchpfeift. Für mich ein guter Kompromiss zwischen Oberhemd und Schwabenleder;-)

    Tipps ins Blaue wegen der Navi-Ansagenlautstärke:


    1. Die AT biet ein umfangreiches Setup-Menü für die Einstellung der Lautstärke an. Und da gibt es unterschiedliche Einstellungen z.B. für Musik, Systemtöne, Stimme, Telefon und (zumindest bei mir) CarPlay. Da musst du mal schauen, ob z.B. Stimme auf maximum steht.


    2. Bei vielen Navi-Apps verstellst du mit dem Lautstärken-Regler das allgemeine Lautstärken-Level, d.h. Hintergrundmusik und Ansagen werden insgesamt leiser oder lauter. Um die Ansagen gezielt lauter zu stellen, solltest du die Lautstärke am Lautstärkeregler deiner AT in dem Moment nach laut stellen, in dem das Navi eine Ansage macht. Ich kann mich noch erinnern, dass ich in der Eingewöhnungsphase mit meiner AT immer wieder mit laufendem Navi an einer bestimmten Ecke vorbeigefahren bin, um eine Ansage zu provozieren - und die paar Sekunden zu nutzen, um die Ansagelautstärke lauter zu stellen.


    Schau mal, ob das bei dir klappt.

    Ich habe im Grunde drei komplette Outfits:


    1. Lederjacke mit Titankappen an den Schultern, dazu Lederhose, dazu passend Integralhelm.


    2. Textiljacke, dazu Textilhose (beide im Winter mit Stepp-Innenfutter), dazu passend Adventure-Klapphelm.


    3. Mesh-Jacke, dazu Biker-Jeans und Jethelm.


    Ich kann mich also problemlos zu jeder Situation passend kleiden. Außerdem kann ich die Komponenten bei Bedarf mischen. Ganz klar ausschlaggebend ist die Temperatur: Unter 15 Grad ist die Lederjacke zu kalt, über 30 Grad ist nur noch die Mesh-Jacke erträglich. Ich mache es inzwischen manchmal auch davon abhängig, was ich außer Motorradfahren denn so machen will. Im Biergarten sitzt es sich mit Biker-Jeans und in (Sicherheits-) Halbschuhen angenehmer als in zwei Millimeter Leder und Daytona-Stiefeln. Und bei etwas längeren Strecken fliegt mir zu viel Zeug in der Gegend herum, um dauernd mit einem offenen Helm fahren zu wollen.


    Ich habe allerdings auch festgestellt, dass ich mit zunehmendem Alter weniger empfänglich für Dogmen jeglicher Art in Bezug auf Motorradkleidung werde, vor allem wenn es um die vorgebliche Maximierung von Sicherheit geht. Leute, die glauben, ein Rückenprotektor würde das Motorradfahren entscheidend sicherer machen, sollten mit den Bus fahren, das ist noch sicherer.


    Nach dieser Vorrede muss ich sagen, dass ich am liebsten in meiner guten alten Lederkombi fahre, wenn das Temperaturfenster stimmt und es trocken bleibt. Da flattert nix, da fühle ich mich gut eingepackt und gut aufgehoben.



    Und den Motorradtreff, an dem ich in dem Aufzug ausgelacht werde, werde ich wohl kaum mit meiner Anwesenheit beehren;-)

    Ich glaube es gibt einen Unterschied. China wird eben nicht nur als Billiglohnland, Raubkopierer und Quelle zweitklassiger Ware angesehen, wie man es Japan vor 50 Jahren vorgeworfen hat. Darüber hinaus gilt China als autoritäres Regime mit Defiziten in der Rechtsstaatlichkeit. Das hat man nach meiner Erinnerung hierzulande weder den Japanern noch den Koreanern vorgeworfen, als die verstärkt mit Industrieprodukten auf unsere Märkte drängten.


    Mit Japan ist es inzwischen ja sogar so, dass Produkte, die japanische Hersteller in Japan bauen, einen besseren Ruf haben als die Produkte, die diese Firmen anderswo fertigen lassen. So baut Canon seine Top-Kameras immer noch in Japan, die billigeren Modelle kommen aus Malaysia oder China. Toyota baut seinen Prius nach wie vor ausschließlich in Japan. Mein "Arme-Leute-Prius" (Yaris Hybrid) wurde in Frankreich montiert, mit einem Motor aus Polen. Das hat sich zwar noch nicht negativ bemerkbar gemacht, dennoch freue ich mich darüber, dass meine Affentwin in Japan vom Band lief und nicht in Spanien oder Italien.

    Das ist bekannt und wird in BMW-Kreisen auch umfangreich diskutiert. Bei den älteren Modellen (ich glaube, es betrifft die Wasserboxer) hat sich BMW zu einer kostenlosen Kardan-Umtausch-Aktion entschlossen, weil sich offenbar Kardan-Schäden gehäuft haben. Meine persönliche Interpretation ist, dass das Kardan-System, das BMW seit der Einführung des Monolevers vor über 30 Jahren mehr oder weniger unverändert verbaut, sich durch den permanenten Leistungszuwachs vom Bauteil mit lebenslanger Haltbarkeit zum Verschleißteil entwickelt hat. Und offenbar ist ihnen das erst in letzter Zeit aufgefallen. Und deshalb tauschen sie jetzt bei den älteren Maschinen die Kardanwellen auf Kulanz aus. Offenbar will BMW diese Nummer bei der neuen 1300 nicht noch mal erleben und lässt es in Zukunft vom Kunden erledigen.

    Wie gesagt, ich glaube, dass im Moment verstärkt über chinesische Moppeds berichtet wird, weil da im Moment wahnsinnig viel Neues kommt. es gibt im Moment mindestens ein halbes Dutzend Marken, von denen in Europa vor fünf Jahren noch keiner was gehört hat. Gemessen daran gibt es aus Europa kaum was neues. Das Horex-Revival scheint eher stecken geblieben zu sein, ansonsten wüsste ich aus Europa im Moment keinen neuen Hersteller, der Moppeds baut, die man tatsächlich kaufen kann.


    Was mir auch neu scheint, das ist eine gewisse Marketing- und Vertriebspower. Es gibt diese typischen Chinamarken wie Keeway, das sind nach meiner Wahrnehmung nur Gurken, die man auf eBay oder Amazon bekommt, vielleicht noch im Baumarkt. Über diese Schiene kann man meines Erachtens einfach keine Motorräder mit 500+ ccm für fünfstellige Preise verkaufen, das machen die Kunden nicht mit. Wenn aber ein KTM mit CF Moto und ein BMW mit wem auch immer kooperiert, dann wird es interessant. Mir ist zum Beispiel in Augsburg aufgefallen, dass der führende lokale BMW-Händler Reisacher jetzt auch E-Autos von BYD vertickt - und dafür auch Werbung macht. Sein Konkurrent Drexl + Ziegler verkauft neben BMW und Mini jetzt auch chinesische E-Autos von Maxus und GWM. Seitdem es immer mehr hoffähig wird, als Kfz-Vertragshändler einer Marke auch noch andere Marken im Sortiment zu haben, erscheint es für einen großen chinesischen Hersteller durchaus machbar, sich einfach auf ein bestehendes Händlernetz draufzusetzen, anstatt erst eins von null aufzubauen. Ich bin kein KTM-Kenner, aber es würde mich nicht wundern, wenn deutsche KTM-Händler bald alle auch CF Moto führen, genau so, wie die meisten Renault-Händler auch Dacia im Sortiment haben - eine Marke, die Renault-Kunden durchaus abspenstig machen kann.


    Was ich noch nicht wirklich viel wahrgenommen habe, das sind überregionale Werbekampagnen für chinesische Motorräder. Aber auch die werden kommen. Und spätestens dann, wenn chinesische Hersteller ein deutsches Händlernetz haben und in Deutschland Vertriebskampagnen fahren, dann besteht für deutsche Motorradmagazine kein Grund mehr, diese Hersteller zu ignorieren. Im Gegenteil: Eine motorradonline.de steht doch ohnehin immer im Verdacht, viel zu viel über BMW zu schreiben.