Beiträge von Sampleman

    Mein Eindruck ist: Ja, das ist in diesem Forum anzutreffen, aber es ist nicht schlimmer oder störender als in anderen Foren auch, wo es das auch gibt.


    Etwas auffällig finde ich, wie hier teilweise mit den Unzulänglichkeiten umgegangen wird, die die AT hat, und davon hat sie ja eine ganze Menge, vom zickenden Cockpitdisplay bis zu den unverschämten Ersatzteilpreisen. In anderen Foren habe ich nicht so sehr die Bereitschaft vernommen, diese Unzulänglichkeiten zu marginalisieren und wegzudiskutieren. Und andere Mopetten haben natürlich auch sehr lange Listen mit Unzulänglichkeiten.


    Aber, je nun, das ist halt eine kleine Auffälligkeit, mehr nicht.

    Ich kann mir dennoch nicht vorstellen, dass das die Funktion als Kurvenlicht wirklich unterstützt. Denn wenn man nicht gerade im Schritttempo rumrangiert, ist doch der Drehwinkel der Gabel nicht der Rede wert, höchstens ein paar Grad. KTM macht das so, dass sie fest im Mopped für jede Seite Reihe von LEDs eingebaut haben, die quasi fächerförmig leuchten. Und je mehr Schräglage du fährst, desto mehr von den LED gehen an. Bei denen arbeitet das Kurvenlicht also proportional zur Schräglage.


    Was du bei NSW natürlich hast, ist eine grundsätzlich breitere Ausleuchtung, besser als nix, nehme ich an.

    Inzwischen gibt es eher Leute, die ihr kaputtes ABS aus der BMW wieder loswerden wollen, weil es die Maschine auch ohne gab;-)


    Aber grundsätzlich müsste Kurvenlicht auch zum Nachrüsten möglich sein. Wie gesagt, es gibt komplette Scheinwerfer, die das haben:

    https://www.louis.de/artikel/l…rchmesser-7-zoll/60900210


    Wobei: Billig sind die auch nicht;-)

    Bei den meisten Kurvenlicht-Systemen, die ich kenne, gibt es keine beweglichen Teile. Ein Massesensor (IMU) misst die Schräglage des Motorrades und schaltet danach das Kurvenlicht zu. Einen solchen IMU hat die Africa Twin seit 2020 serienmäßig für das Kurven-ABS an Bord. Ich gehe davon aus, dass das serienmäßige Kurvenlicht der ATAS Signale des IMU nutzt. Das dürfte bei Nachrüstlösungen das Hauptproblem sein: Man kommt da nicht nicht ran.

    Ich habe einen sehr großen Kopf, vor allem habe ich offenbar ein sehr langes Kinn. Ich trage im Moment einen Schuberth E1 in 64/65, der nicht optimal sitzt. Am Kinn sollte zwischen Kinn und Innenseite Kinnschutz ein Daumen Luft sein, bei mir ist da weniger.


    Neulich hatte ich den neuen E2 in XXL auf, also eine Nummer kleiner. Zu meinem großen Erstaunen saß der am Schädel besser und bot am Kinn auch nicht weniger Platz.


    Ich hatte auch schon zwei Caberg Sintesi, die gibt es in 3XL, die sind sehr groß. Vorteil: Großes Sichtfeld, einfache Klappmechanik, kriegt man in der Fahrt problemlos mit einer Hand auf und zu, P/J-zertifiziert. Zum Teil für 250 Euro zu haben. Nachteil: insgesamt riesiger Helm, sehr schwer (über 2 kg), schweinelaut. Da Caberg den Sintesi bestimmt nicht mehr baut, könnte es schwer werden, noch einen 3XL zu erwischen. Such mal nach "Joy Motorradkleidung", die haben sich auf Übergrößen spezialisiert und haben einige 3XL-Modelle, die ich noch nicht kenne.

    Von LS2 rate ich ab: Die Helme sind in 3XL zu klein.

    Würde mich mal interessieren: Gibt es eigentlich auch eine legale, saubere Nachrüst-Lösung von Drittanbietern? Ich kenne komplette LED-Hauptscheinwerfer, bei denen ein Kurvenlicht integriert ist, aber Kurvenlicht nachrüsten?

    Mea Culpa. Aber ich halte es jetzt für weniger sinnstiftend, wenn jetzt hier jeder hinschreibt, welchen Helm er fährt, wo ist da der Nährwert?


    Entschuldige, wenn ich dich damit belästigt habe, dass die Umstellung von 22.05 auf 22.06 jetzt vor ihrem Abschuss steht und vermutlich interessante Sonderangebote produzieren wird.

    Seit Juli 2023 dürfen nur noch Helme mit der neuen Sicherheitsnorm ECE 22.06 produziert werden. Der Handel darf seine Altware dennoch abverkaufen. Die neue EU-Norm erlaubt den Ländern zwar, einen Verkauf von 22.05-Helmen ab 1.1. 2024 zu untersagen, aber Deutschland und andere Länder wollen von der Regel keinen Gebrauch machen. Dennoch glaube ich, dass 22.05-Helme noch günstiger werden.


    Es gibt übrigens meines Erachtens einen relevanten Unterschied zwischen 22.05 und 22.06 bei Klapp- und Modularhelmen. Früher gab es 22.05P für Integral- und 22.05J für Jethelme. Viele Klapphelme italienischer Marken (Caberg, Nolan) hatten ein Prüfzertifikat 22.05P/J, was bedeutet, dass sie sowohl als Jet- wie auch als Integralhelm geprüft waren. Klapphelme von Schuberth und Shoei zum Beispiel hatten in der Regel nur eine Zulassung als Integralhelm (22.05P). Zunächst einmal bedeutet das das Offensichtliche: Ein Klapphelm erreicht dann seine optimale Schutzwirkung, wenn er zugeklappt ist. In Italien hat der Unterschied zwischen P und P/J aber auch rechtliche Folgen: Die italienischen Gesetze schreiben das Tragen eines Helmes von mindestens 22.05 vor, und er muss richtig aufgesetzt werden. Das bedeutet, dass italienische Klapphelme nach 22.05P/J in Italien sowohl offen als auch geschlossen gefahren werden dürfen, ein Schuberth ohne P/J dagegen nur geschlossen. Wer dagegen verstößt, könnte Ärger bei Straßenkontrollen bekommen, oder Stress mit der Versicherung bei einem Unfall.


    In der Bedienungsanleitung meines Schuberth E1 steht sogar drin, dass man ihn nicht offen fahren darf.


    Bei ECE 22.06 ist diese Unterscheidung offenbar aufgehoben. Helme mit beweglichen oder abnehmbaren Kinnstücken werden grundsätzlich mit und ohne Kinnstück geprüft und erfüllen dann in beiden Aggregatzuständen die Norm. Auch in Italien.

    Vor vielen Jahren hatte die "Motorrad" mal einen Bericht, in dem sie urbuckelalte Helme auf ihre Sicherheit überprüft haben. Das Ergebnis war insofern lustig zu lesen, als es bei den getesteten Helmen eigentlich gar keinen Totalausfall gegeben hat, die haben alle noch ganz gut performt.


    Damit hat "Motorrad" natürlich einer ihrer stärksten Werbekundschaft, nämlich der Helmindustrie, ganz furchtbar in den Kaffee gepinkelt. Stories von wegen "ein zehn Jahre alter Helm zerspringt in tausend Teile, wenn es mal ernst wird." haben die Testergebnisse ad absurdum geführt. Und da war es dann schon etwas lustig zu lesen, wie der Autor sich bemühte, doch noch überzeugende Argumente dafür zu finden, dass man sich alle paar Jahre einen neuen Helm kauft.


    Für mich gibt es eigentlich zwei "Baustellen", die die Lebensdauer des Helmes begrenzen. Das eine ist die Innenausstattung, da ist viel Schaumstoff dran, oft der Stoff draufgeklebt. Die müsste man eigentlich einmal im Monat waschen, das wird sie aber nicht lange überleben. Also wird so ein Helm bei längerer Benutzung irgendwann mal eklig. Der zweite Kandidat ist das Visier mit Pinlock-Einsatz. Das lebt auch nicht ewig, und je nach Marke ist Ersatz brutal teuer. Ich fahre seit fünf Jahren einem Schuberth E1, das ist ein Klapphelm mit Schutzschirm drauf. Der Schirm ist mir neulich mal während der Fahrt weggeflogen, Ersatz kostet 90 Euro. Ein neues Visier mit Pinlock-Einsatz kostet noch mehr. Würde ich meinen E1 jetzt mit einem neuen Schirm, neuer Innenpolsterung und neuem Visier runderneuern, wäre ich mit knapp 300 Euro dabei. Einen komplett neuen E1 gibt es zum Teil schon für weniger als 350 Euro...


    Ich traf vor Jahren mal einen Motorradfahrer, der mir erzählte, dass er sich zum Ende der Saison jedes Jahr einen neuen Helm kauft. Er meinte, da gäbe es unter den Saison-Auslaufmodellen immer wieder Schmuckstücke für unter 150 Euro. So startet er jedes Jahr mit einem neuen Helm in die Saison, mit frischer Innenausstattung und makellosem Visier.


    Kann man auch machen, ist vielleicht gar nicht dumm.