Beiträge von Sampleman

    Als die SD-06 2015 präsentiert wurde, gab es unterhalb schon eine stattliche Anzahl von Motorrädern, die kleiner, leichter und billiger waren. Ich denke mal an die BMW F800 GS, die Yamaha 660 Tenere, aber auch die Suzuki V-Strom 650, und KTM hatte bestimmt auch was, da kenne ich mich nicht so gut aus. Die AT war eindeutig über diesen Motorrädern positioniert, sowohl im Preis als auch in der Leistung. BMW war da mit der großen GS schon weiter: Mehr Hubraum, mehr PS, mehr Kaufpreis. Auch die KTM 1190 war bereits da, wesentlich stärker und teurer. Die Ducati Multistrada 1200 wurde bereits 2009 vorgestellt und 2015 tiefgreifend überarbeitet.


    Es gab also damals im Segment der Moppeds mit Schlechtwegefahrwerk eine recht ordentlich sortierte Einsteigerklasse mit Mopeds, die man sich auch als Führerscheinneuling vorstellen konnte. Und es gab die teuren, starken Platzhirsche, die sich - siehe BMW - auch noch toll verkauften.


    Und dazwischen gab es wenig. Die Suzuki V-Strom 1000 hat sich nie toll verkauft. Und genau in dieses Segment hat Honda die AT gepackt. Sie werden ihre Gründe gehabt haben, aber gesagt haben sie sie nie.


    Als ich mir im Sommer meine AT gekauft habe, Vorjahresmodell aber nagelneu, hat die mit DCT, Koffern und anderen Extras 17K glatt gekostet. Viele GS-Treiber haben mich gefragt, warum ich mir nicht stattdessen eine GS geholt habe. Vermutlich hätte ich eine für 20K kriegen können, vermutlich nicht neu, aber so gut wie. Na ja, das sind halt gerade mal 15% mehr, so viel ist das nicht.


    Mir persönlich kann es wurscht sein, ob das Motorrad, das ich mir gekauft habe, auch von vielen anderen gekauft wurde oder nicht. Aber ich nehme an, dass der verhaltene Markterfolg der AT an ihrer etwas unglücklichen Marktpositionierung liegt.

    Ich habe die Zahlen nicht zur Hand, aber ich vermute, dass in Europa zum Beispiel Ducati von seiner Multistrada mehr verkauft als Honda von seiner AT. Dass BMW mehr Boxer-GS verkauft als Honda AT's, wissen wir alle, aber BMW verkauft auch viel mehr Boxer-GS als die leichteren und billigeren F-Modelle mit Reihentwin. Deshalb glaube ich an das "zu fett" nicht. Es gibt nicht wenige Motorradfahrer, denen das Fetteste gerade recht ist.


    Ich finde eher, dass die AT etwas unglücklich positioniert ist zwischen den deutlich leichteren Einstiegsmodellen (Yamaha T7, Transalp, BMW F-Reihe) und den teuren Statussymbolen (BMW Boxer & Co.). Für mich hat die AT zwei Alleinstellungsmerkmale, wegen derer ich sie letztlich auch gekauft habe: Das DCT und das Multifunktiinsdisplay. Beide Alleinstellungsmerkmale sind einerseits wohl nicht stark genug, um viele Käufer zum Kauf genau diesen Motorrades zu veranlassen. Und zweitens sind sie auch noch sehr umstritten. Automatisches Getriebe und Mäusekino wird ja von nicht wenigen Leuten explizit abgelehnt.

    Meine Vermutung: Vor einem Jahr begannen die Gerüchte, dass Honda die AT 2024 komplett überarbeiten würde. Es gab sogar das Gerücht, dass sie einen Kompressor und 125+ PS kriegen würde. Zudem war die AT 2023 im vierten Jahr quasi unverändert auf dem Markt - und solch irritierende Dinge wie Berichte über die vielen Display-Schäden haben dem Verkauf bestimmt auch nicht gut getan.


    Noch was: ich las gerade in einer amerikanischen Facebook-Gruppe zur Africa Twin, dass Honda angeblich in den USA den Verkauf der 2023er Africa Twin komplett ausgesetzt hat. Ob das tatsächlich stimmt, konnte in der Gruppe nicht geklärt werden. Es wäre aber extrem merkwürdig, denn in den USA war die Africa Twin lange Zeit das meistverkaufte Dual-Sports-Motorrad, deutlich vor Konkurrenten wie der GS und der Multi. Irgendwas scheint bei Honda bei der AT-Produktion im abgelaufenen Jahr geklemmt zu haben.

    Ich habe noch keinen direkten Vergleich, weil meine AT den ersten Winter in der ungeheizten Tiefgarage verbringt. Ich kann aber sagen, dass meine alte R1100GS trotz ziemlich riesiger AGM-Batterie keinen vollen Winter stehen konnte, ohne dass im Frühjahr zappen war. Da habe ich dann regelmäßig zum Fremdstart via Powerbank gegriffen.


    Eine Frage, die mich interessieren würde: Wenn ein Akku zu kalt wird, sinkt seine Leistungsabgabe, so viel ist klar. Meines Wissens erwärmen sich Li-Akkus aber auch, wenn sie belastet werden. Ich glaube mich an Erzählungen erinnern zu können, in denen Fahrer von Moppeds mit Li-Starterbatterie deren Leistung bei Kälte erhöht haben, indem sie einfach ein paar Minuten im Leerlauf das Licht haben laufen lassen. Allein die Belastung scheint die Batterie so weit aufzuwärmen, dass sie wieder mehr Leistung hat.


    Kann das jemand aus der Praxis bestätigen?

    Ich glaube, die Beiträge von "blitz" erreichen nicht die intellektuelle Schöpfungshöhe, um sie als "Glaubenskrieg" kennzeichnen können. Und was unser AT-Anfänger für ein Problem mit DCT hat, muss er glaube ich erst mal für sich selbst definieren.


    Es gehört ja ein bisschen zu den Mysterien der Motorradwelt, warum BMW, wenn sie ihre Motorradgetriebe schon nicht selbst bauen, sondern zukaufen, diese nicht mal bei Zulieferern kaufen, die gute Getriebe bauen können. Das klappt doch im PKW-Bereich auch. Ich bin die neue 1300er noch nicht gefahren, aber bei allen anderen Boxern, die ich bislang zwischen den Beinen hatte, war das Getriebe längst nicht so gut wie bei jeder x-beliebigen Yamaha. Von DCT rede ich da gar nicht erst.

    Kannst du auf der Apple Watch nicht dieselben Zahlungsmittel hinterlegen, die du auf deinem iPhone auch hinterlegt hast? Bei mir ist das die Girocard meiner Sparkasse (a.k.a. EC-Karte) und eine Visacard. Apple Pay mit Sparkassen-EC-Karte funktioniert aber außerhalb Deutschlands oft nicht, und an manchen deutschen Terminals auch nicht. Hat wohl mit der Umstellung von Maestro auf Visa zu tun. Aber in 49 von 50 Fällen zahle ich per Apple Pay mit meiner EC-Karte.

    Leider steht der praktische Test bei mir immer noch aus, aber ich glaube (ich hoffe zumindest), du malst ein Problem an die Wand, das es nicht gibt. Du hast bestimmt schon mal an einer Kartentankstelle getankt: Ankommen, Karte reinschieben, PIN eingeben, Karte rausnehmen, Zapfsäule auswählen, tanken, Zapfhahn zurückhängen. Nach dem Vorgang "Karte rausnehmen" brauchst du die Karte nicht mehr. Der Tankvorgang wird automatisch beendet, wenn du den Zapfhahn wieder in die Säule hängst. Danach läuft die Abrechnung der getankten Menge und die Belastung deiner Karte automatisch und ohne dein Zutun. Du könntest jetzt einfache wegfahren. Das einzige, was manche Automaten bieten, ist eine gedruckte Quittung, dazu musst du nach dem Tanken die Karte nochmal in den Automaten schieben, damit der Automat weiß, welchem Tankvorgang er die Quittung jetzt zuordnen muss.


    Wenn ich die Funktionsweise der hier besprochenen Tank-Apps richtig interpretiere, müsste es auf der Honda mit ACP folgendermaßen gehen: An die Tanke fahren, Zündung anlassen, App öffnen, ggfs. bestätigen, dass du an der richtigen Tanke bist, ggfs. Zahlung bestätigen, z.B. über PIN Code, Zapfsäule auswählen. Dann kannst du die Zündung ausmachen und tanken. Das Ende des Tankvorganges markierst du, indem du den Zapfhahn zurückhängst. Die Abrechnung geschieht dann automatisch, der Kaufbeleg wird in die App übertragen. Dabei geschieht die ganze Datenübertragerei ja zwischen deinem Smartphone und irgendeinem Cloud-Service, und denen ist es egal, ob deine Zündung an ist oder nicht.


    Aber wie gesagt: Ausprobiert habe ich es noch nicht.