Ich habe beide Motorräder und setze sie unterschiedlich ein. Die Goldwing ist m.E. aufgrund ihres Komforts und des noch besseren Windschutzes und des wunderbaren, unvergleichlich sahnigen Motors die bessere Fernreisemaschine auf der Straße, die AT ist die weitaus wendigere mit einem deutlich spaßigeren Schräglagenpotential und der Möglichkeit, ACT-Strecken zu fahren (wenn auch immer noch anstrengender als mit einer wendigen 300er). Dabei darf das Beschleunigungs- und insgesamt Schnellfahrpotential der Goldwing nicht unterschätzt werden, beides ist grandios.
Wenn ich von der AT auf die Goldwing wechsele, erinnert mich jedes mal gleich die erste Kurve daran, dass ich Kurven vorsichtiger angehen muss (trotz Höherlegen um 2cm und Wilbersfahrwerk). Von meinen Fußrasten ist nur noch ein dünner Rest übrig, alles andere ist auf den inzwischen 28.500km abgeschliffen.
Aber: Als ich letztes Jahr Ende September eine 8.500km lange Umrundung von Skandinavien gefahren bin, einschließlich 200km ungeteert entlang der russisch-norwegischen und russisch-finnischen Grenze, habe ich der Bequemlichkeit wegen die Goldwing genommen und keinen Meter bereut. Ja, eine Gepäckrolle hatte ich auf meinem Beifahrersitz, habe ich während der Fahrt aber nie gemerkt. Und das Rangieren ist wegen des Rückwärtsganges einfacher als mit vollem Gepäck aber ohne Rückwärtsgang auf der AT (insbesondere wenn man auf unebener Fläche "falsch" steht).