Beiträge von pip

    In so einer Situation habe ich wirklich mal eine Gegensprechanlage vermisst, um meinen Kumpel zu warnen. Er wollte an einer Kolonne vorbeischiessen und hatte nicht gesehen, dass das vorderste Auto links blinkte. Glucklicherweise ist nichts passiert.


    Mein einziger Unfall bislang war eine aehnliche Situation, nur dass ich die Kolonne nicht am Stueck ueberholte:

    Ich hatte nach und nach fast alle Autos ueberholt und nur noch einen Pkw zwischen mir und dem vordersten Fahrzeug, welches etwa Tempo 60 vorgab, als sich eine lange, freie Gerade vor uns auftat. Da ich es nicht eilig hatte, wartete ich ab, um zu sehen, ob der Pkw die Chance nutzen wollte. Als der nicht reagierte, setzte ich Blinker, guckte nach hinten, gab Gas, scherte aus und zog vorbei.

    In diesem Moment zog der Pkw nach links. Es stellte sich heraus, dass dort ein kleiner Weg im spitzen Winkel abzweigte, der aber kaum zu sehen war. Der Pkwfahrer kannte die Ecke und wusste, dass er abbiegen konnte ohne zu bremsen. Leider auch ohne Blinker oder Schulterblick. Ich flog bei Tempo 70 ab, dank Schutzkleidung ohne grosse Folgen.

    Hinter mir fuhr zufaellig ein Fahrschullehrer, der als Zeuge aussagte, dass ich mich fehlerfrei verhalten hatte und chancenlos gewesen war. Was ich fuer mich lernte, ist mehr Wert darauf zu legen, wahrgenommen zu werden. Dazu gehoeren Position in der Spur, Wedeln, und manchmal sogar Lichthupe oder die Hupe selber.

    Meine Erfahrungen kommen hauptsaechlich von der XChallenge: Sie stand mit laufendem Motor im Fluss, bis das Wasser ueber die Sitzbank schwappte (Sitzhoehe 930mm). Dabei kam kein Wasser ins System, abgesehen von etwas Wasser im Tank. Wahrscheinlich war die Tankentlueftung zeitweise eingetaucht gewesen. Spaeter verabschiedete sich der Luefter wie beschrieben.


    Die Furt war eigentlich keinen halben Meter tief, aber nachdem das Mopped einmal feststeckte, spuelte das Wasser den Boden unter den Raedern weg und es sank langsam ein. Dazu kam der Wasserdruck des Flusses:

    K7_P9747-M.jpg


    Das Ding lag aber auch mal so ungluecklich mit dem Heck in einem Graben, dass Wasser (unbemerkt) in den Auspuff lief. Danach hatte ich Wasser in Motor und Oel. Auch das Oelsystem hat irgendwo eine Entlueftung, die sollte dabei aber immer ueber Wasser gewesen sein. Praktischerweise war das 'in der Zivilisation', und eine Strasse weiter fand sich eine Werkstatt, die sogar den passenden Filter im Regal hatte.

    Wenn das Mopped im Wasser lag, wuerde ich versuchen, das Wasser aus dem Auspuffrohr ablaufen zu lassen, indem man das Mopped vorne hochhebt. Dann gucken, ob Wasser im Luftfilterkasten ist. Der hat einen Ablauf, der geoeffnet werden kann.

    Ist Wasser in den Motor gekommen, die Zuendkerzen ziehen und den Anlasser betaetigen. Nicht neugierig ins Loch gucken, da kommt dann ein heftiger Stoss Dreck raus. Macht man das nicht, koennen die Ventile verbiegen, und man hat einen kapitalen Motorschaden.

    Motoroel kontrollieren. Vermischt mit Wasser, sieht es aus wie Cappuccino. Dann am besten mehrfach mit frischem Oel spuelen und den Filter wechseln.

    Ist Wasser in den Tank eingedrungen, zieht die Benzinpumpe das schwerere Wasser an, und der Motor laeuft unrund. Ein Schuss Alkohol bindet das Wasser, so dass es mit verbrannt werden kann. (Dazu am besten klaeren, welcher Alkohol geeignet ist.)

    Wasser kann auch in Lager etc. dringen und weitere Probleme verursachen. Nach meiner letzten Islandtour ist mir irgendwann der Luefter verreckt, der es wohl nicht mochte, untergetaucht zu werden.

    Einem Mitfahrer auf Island ging die F800GS aus, als er zu schnell durch eine flache Furt gefahren war. Da war dann irgendwo doch ein groesser Schwall in den Luftfilter gelangt. Das Mopped sprang aber wieder an.


    Edit: So mancher uebersieht, dass beim Auto die Luft oft aus dem Radkasten angesaugt wird. Auch bei flachem Wasserstand kann es schnell zu Wasserproblemen kommen, wenn man zu schnell faehrt. Es gibt einen Youtube Kanal voller Videos von Autos, die in der Rufford Furt haengenblieben.


    <Navi> ist doch genau das Diskussionsthema hier in den letzten Tagen ... :lachen:

    Es fliegt ein dichtes Netz von Satelliten um den Globus, deren Signale der Empfaenger auswertet. Dabei macht es keinen Unterschied, wo auf der Erde man sich befindet. Nur unter dichtem Blaetterdach, in Schluchten oder an Berghaengen usw. kann es Probleme geben, wenn die Satelliten nicht dir 'zu sehen' sind.


    Beim amerikanischen GPS-System gibt es 'selective availability' (SA), das ist kuenstlich aufmoduliertes Rauschen, um die Messgenauigkeit zu reduzieren. Aber auch mit SA reicht die Genauigkeit fuer die Navigation. Aufgrund der Konkurrenz durch Glonass und Galileo wurde SA schon vor Jahren abgeschaltet.


    Die Signale der Satellitensysteme sind sehr schwach und leicht zu stoeren. So gab es angeblich am Flughafen Newark schon Probleme durch Stoersender in Lkws, die die GPS-Ueberwachung durch den Arbeitgeber (Route, Gechwindigkeit) unterdruecken wollten.

    https://www.cnet.com/culture/t…ally-jams-newark-airport/


    Von flaechendeckenden Stoeraktionen im Baltikum oder in Osteuropa habe ich noch nichts gehoert, auch nicht in Reiseberichten - obwohl doch inzwischen alle mit Navi unterwegs sind.