Beiträge von Reisender

    Ich kenne dieses Thema auch aus dem V-Stromforum. Bei meinen beiden V-Stroms achtete ich immer darauf, dieses Handrad gelegentlich zu bewegen damit es sich nicht festsetzt - so wurde es im Forum unbedingt empfohlen. Die Malaise scheint deshalb nicht nur auf Honda beschränkt zu sein! Interessant ist die Beschreibung von Gottekind der einen Ölwechsel an der hydraulischen Verstellung durchgeführt hat... das muss ich mir an der mir noch verbliebenen 650er mal genauer anschauen!

    Danke bwm! Das ist eine wirklich sehr gekonnte, nachvollziehbare Darstellung der Vorgänge im Brennraum.


    Die Erklärung mit den zwei Flammfronten (wovon die zweite infolge der Druckerhöhung durch die erste Zündung entsteht) ist einleuchtend und auch mit meinem bisherigen "Bild" von den physikalischen Gesetzmäßigkeiten vereinbar. Somit kann ich Dank Dir doch noch zwei vermeintlich widersprüchliche Fakten vereinbaren: Das Ereignis einer Frühzündung ausgelöst durch eine reine Druckerhöhung und - die Möglichkeit der Beeinflussung dieses Ereignisses durch eine Zurücknahme des Zündzeitpunktes. Genial!
    Ich hoffe dass Du Dein Talent komplexe Vorgänge einleuchtend erklären zu können nicht verkommen lässt...


    Herzliche Grüße!
    Robert

    Ich hatte bis September letzten Jahres eine Suzuki Freewind für zwei Jahre eingemottet. Das Motorrad war mir sehr viel mehr Wert als ich auf dem Markt dafür hätte bekommen können, da ich aber mit drei anderen Maschinen versorgt war wollte ich sie erst mal auf Eis legen um mich nicht auch noch um deren Wartung kümmern zu müssen. Folgende Vorbereitung habe ich vor dem Einmotten getroffen:
    1. Akribisch geputzt und glatte Flächen eingewachst.
    2. Blanke Metallteile leicht einölen (kein WD40 sondern Ballistol), von Gummi und Kunststoffen aber fernhalten. Früher war das bei leichtrostenden Auspuffanlagen nötig, sowohl von außen als auch innen. Gabelstandrohre: Hier kann Flugrost entstehen, der frisst dann die Simmeringe. Diese sind natürlich ölbeständig, hier besteht also keine Gefahr durch das äußerliche Einölen der Rohre.
    3. Kette gereinigt und frisch eingefettet.
    4. Batterie ausgebaut, Bleibatterie etwa alle 14 Tage voll aufladen. Bei Lithiumionen: Ladezustand immer zwischen 20 und 80% halten.
    5. Tank und Vergaser VOLLSTÄNDIG leeren, dabei unbedingt ausbauen sonst verbleibt ein Restvolumen! Eintrocknende Benzinreste verwandeln sich nach längerer Standzeit in eine zähe, klebstoffartige Masse welche bei der Wiederinbetriebnahme jede Menge Vergaserprobleme verursachen - habe ich alles schon erlebt. Wie man eine Einspritzanlage trocken legt weiß ich allerdings (noch) nicht. Einen Blechtank mit etwas Öl füllen und gelegentlich schwenken, das konnte ich mir bei dem Kunststofftank der Freewind erfreulicherweise ersparen. Alternative Strategie "Tank bis oben füllen" reicht als Korrossionsschutz über Winter, bei längeren Zeiträumen fraktioniert aber der überalterte Sprit und nicht zündfähige Bestandteile verhindern den Startvorgang bis man alles zerlegt, gereinigt und neu befüllt hat. Mit einem 20L - Kanister ca. drei Jahre alten Benzins habe ich mal einen Opel Astra aus dem Verkehr gezogen...
    6. Motorrad nach Möglichkeit auf Hauptständer, unterbauen um die Räder zu entlasten und ca. 0,3 bar höherer Druck als im Betriebszustand.
    7. Nach Möglichkeit Bremsflüssigkeit erneuern, bei einigen BMW´s z.B. waren Teile des ABS korrossionsanfällig gegen erhöhten Wassergehalt und mussten teuer ersetzt werden! Wäre möglich dass dies auch auf andere Marken zutrifft, also lieber auf Nummer sicher gehen. Anzuraten wäre ein neuerlicher Tausch vor Inbetriebnahme.
    8. Natürlich Öl- und Filterwechsel bei warmem Motor und danach kurz durchdrehen lassen, danach nicht mehr starten.
    9. Mit Indoorplane in einer möglichst trockenen Garage staubdicht abdecken. Es gibt allerdings auch Planen die mit einer antikorrosiven Beschichtung versehen sind.
    10. Ca. alle 6 Monate habe ich ein wenig Motoröl durch die Zündkerzenbohrungen eingespritzt und den Motor per Anlasser (mit ausgeschalteter Zündung) 20 Sekunden durchdrehen lassen damit sich die Kolbenringe nicht festsetzen und Motoröl hochgepumpt wird.


    Nach der Standzeit frisches Benzin eingefüllt - nach einer halben Kurbelwellenumdrehung lief sie als wäre nie etwas gewesen. Allerdings leckte der Tank gleich an der Unterseite durch eine "eingetrocknete", O-ringförmige Dichtung am Benzinhahn. Also erst mal vorsichtig Beobachten bevor man den ganzen Kanister reinkippt! Das fast zwei Jahre alte, aber unbenutzte Motoröl konnte ich drinnen lassen, von der Bremsflüssigkeit habe ich den Wassergehalt bestimmt - 2,5%! - und deshalb ausgetauscht. Die Batterie war inzwischen vier Jahre alt aber immer noch 1a.

    Prima, dann braucht ja Suzuki an dem KK nichts zu ändern und kann diesen beim Zulieferer weiterhin unmodifiziert ordern, die Kunden sind ja zufrieden und essen weiterhin nicht so heiß, wie es der Konstrukteur gekocht hat....und sind offensichtlich sogar noch stolz drauf! Herzlichen Glückwunsch.
    Ich für meinen Teil lese die Erfahrungsberichte der Forennutzer lieber sorgfältig und nicht nur "quer". Weißt Du, dass selbst der Administrator des V-strom Forums und dessen Frau schon an ihren beiden Maschinen die KK instand setzen lassen mussten? Modifiziert wurden sie bei einem Spezialisten in London, der schon einige hundert bearbeitet hat. Und dann gibt es noch eine ganze handvoll Betriebe allein in Deutschland, welche diesen Service anbieten. Und ich selbst bin bisher genau ZWEI Tausender gefahren und genau ZWEI hatten das Problem.. Ausfallquote 100%....
    Das "Rasseln" bei gezogene Kupplung hat im Übrigen überhaupt nichts mit dem Problem des ausgeschlagenen KK zu tun. Offensichtlich bist Du tatsächlich davon nicht betroffen. Vielleicht hast Du sogar eine bereits umgerüstete Maschine und weißt es nur nicht...


    Nee, erst recht nicht, trotz naturwissenschaftlichem Studienabschluss. Offenbar sprechen wir doch ganz unterschiedliche Dialekte. Macht aber nix, so wichtig ist das Thema jetzt auch nicht. Auf jeden Fall ganz herzlichen Dank für Deine Umstände!


    Viele Grüße
    Robert


    Was meinst Du mit "meinen kleinen AT - Twins"? Die 750er XRV? Die hatten doch auch einen V-Motor, wenn auch mit nur 52 Grad Zylinderwinkel. Über Kupplungsprobleme habe ich da noch nie etwas gehört. Getriebeausgangslager, Benzinpumpe und bei der RD03 die CDI...das wars aber auch.
    Hast Du Dich verschrieben und meintest etwa Deine kleinen V-Stroms? Eine 2004er 650er habe ich ebenfalls, die macht nicht die geringsten Probleme mit inzwischen 50.000 km. Vielleicht kannst Du Deine Aussage nochmal klarstellen, Danke.


    Dass Du mit 50.000 km bei Deiner 1000er V-Strom noch kein KK-Malheur hast ist reine Glücksache. Ich hatte bei meiner 2007er bis km-Stand 35.000 davon auch nichts bemerkt. Dann ging ich ins Gebirge, wollte Spitzkehren im zweiten Gang umfahren bei 2500 - 3500 U/min mit gaaanz wenig Gas und glaubte, die Mühle fliegt mir gleich auseinander, so hat sie geschüttelt. Unter 4000 U/min ging da nix, und jede enge Kehre im ersten Gang zu umfahren wo die kleinste Bewegung am Gaszug gleich Bocksprünge in Maximalschräglage verursacht kam mir reichlich unangenehm vor. Im Flachland war sie dann wieder lammfromm, man hat nichts mehr gemerkt. Dann hatte ich allerdings das zweifelhafte Vergnügen eine 2014er ABS mit 49.000 km probezufahren. Da war der KK schon so ausgeschlagen, dass man die auch auf ebener Straße nicht mehr fahren konnte ohne schwere Folgeschäden am Antriebsstrang befürchten zu müssen. Aber das Thema ist im V-Stromforum leidlich ausdiskutiert, niemand streitet dort die Malaise überhaupt noch ab. Manche haben den Ärger sogar schon mit weniger als 20.000 km.


    Viele Grüße


    Da muss ich Dir zum Großteil beipflichten. Eine kritische Berichterstattung über die vom Drehmoment der XT1200Z überforderten Speichen habe ich auch vermisst - obwohl Yamaha das Problem nie abstellen konnte und die Klagen der betroffenen Nutzer in den Foren nicht zu überhören sind. Genauso armselig ist das konsequent totgeschwiegene Kupplungskorbproblem der 1000er V-strom, welches diese eigentlich tolle Maschine seit 2002 mit sich herumschleppen muss weil Suzuki und die Presse "davon noch nie gehört haben". Auch meine war davon betroffen und ich fand nach kurzer Recherche hunderte Beiträge von Leidensgenossen in den Foren während das Thema bei sämtlichen Motorradzeitschriften nie in Erscheinung trat. Eine rühmliche Ausnahme, das muss ich jetzt mal der Zeitschrift "Motorrad" zugestehen, war die Berichterstattung über die reihenweise ausfallenden Hydromodule der großen Boxer ab 2004 und die unverschämten Instandsetzungskosten im Septemberheft 2017. Warum allerdings so spät erst? Genau wie das nervige Konstantfahrruckeln des 1100er Boxers, das erst öffentlich wurde als der 1150er schon bereit stand. Ich glaube schon, daß hier permanent eine Abwägung stattfindet zwischen den Interessen des Lesers, denen der Industrie und nicht zuletzt den eigenen...
    Auch ich finde den "Designbügel" der ATAS sehr bescheiden, genau wie die Koffer. Honda hätte ein paar stabile Aufnahmepunkte im oberen Teil des Rahmens konstruktiv vorsehen können. So fährt man mit dem Teil als "Showmaker" durch die Gegend und macht sich als Möchtegern-Abenteurer nur lächerlich. SW-Motech zeigt, wie man die Verkleidung effektiver schützen kann.
    Die 4 Liter habe ich allerdings schon fast selbst erreicht. Mein Minimum waren 4,04 L/100km auf einer zugegebenermaßen sehr beschaulich gefahrenen Elsasstour über 350 Kilometer. Aber geschoben habe ich nicht....
    Viele Grüße!


    Ganz meine Meinung, endlich mal diese überfällige Klarstellung. Wobei die zum gleichen Verein gehörende Redaktion von 1000PS das noch mehr auf die Spitze zu treiben versteht. Guckt man sich den Video mit Varahannes zum 200.000 km - Test bis zum Ende an fühlt man sich wie auf einer Kaffeefahrt.


    Danke für die Information Thomas!
    Aber ehrlich gesagt, mit dieser Quelle konnte ich Deine Aussage nicht nachvollziehen, obwohl ich auch in den Untermenüs lange nach der erklärenden Passage gesucht habe. Ich würde es Dir gerne glauben, denn scheinbar bist Du ja vom Fach und kompetente Beratung schlage ich nicht aus. Aber so würde ich argumentieren: Natürlich kann Klingeln oder Klopfen auch durch einen zu frühen Zündzeitpunkt ausgelöst werden, aber doch nur wenn der Zündfunke NOCH früher überspringt als die durch die bloße Verdichtung ausgelöste, VOR dem eigentlich optimalen Zündzeitpunkt stattfindende, materialmordende Selbstentzündung. Ich gehe einfach mal davon aus, dass die Motorenhersteller schlau genug sind den Zündzeitpunkt natürlich nicht in diesen ungesunden, "zu frühen" Bereich zu legen. Das ist ja schließlich auch die Daseinsberechtigung von Klopfsensoren, damit so etwas eben nicht vorkommt.
    Und zu Deiner Behauptung, "das eigentliche Initial (bei der Selbstentzündung) ist der überspringende Funke im Brennraum": Beim Dieselmotor geht es doch auch ohne! Was sagt der Fachmann dazu?
    Viele Grüße
    Robert