Alles anzeigenIch hoffe aber, dass ich als Vater ein anderes Bild abgegeben habe, als das oben verbreitete Männerbild.
Wo ist der Humor dabei?
Habe heute meiner Frau erzählt, wie ich als Kind Vatertag erlebte. Zunächst mal war das gar nix für Jünglinge, auch nicht für "normal alte" Väter - nein, man musste schon ein gewisses, gereiftes Alter (also etwa 45-50) aufweisen. Dann zog man ein blütenweißes Hemd an, eine Krawatte und Weste gar und schützte das schüttere Haupthaar mit einem Hut. Wer durch besondere Frivolität auffallen wollte, trug einen Strohhut...
Dann wurde man abgeholt! Mit einem geschmückten Leiterwagen, gezogen von zwei oder vier Rössern. In der Mitte thronte ein großes hölzernes(!) Bierfaß, umringt von anderen Vätern, darunter immer mindestens einer mit einem Instrument, sei es Gitarre, Schifferklavier oder auch nur Mundharmonika. Unter dem Absingen fröhlich-männlichen Liedguts - teilweise sogar mehrstimmig - gings durch Wald in Flur...
Mit der Dämmerung kamen die Herrschaften (!!!) zurück, sonnenverbrannt, lustig und nett angeschickert. Richtig besoffen war keiner - aber jeder hatte ein Maiensträußlein zur Versöhnung mit Mutter dabei.
Mir scheint, als wäre in den letzten Jahrzehnten so manches Gefühl für Stil und Vorbild abhandengekommen. Nicht immer wird alles besser.
(Bevor wir in verklärter Erinnerung versinken: Gewiss gab es da den einen oder anderen, der nur von den Konventionen gebremst wurde und der nach der Rüclkkehr zur Schnapsflasche griff, bevor er Mutter mit Sträußchen verklopfte.Trotzdem: Es hatte Stil)