Beiträge von Janosch
-
-
-
-
-
-
Ein Beitrag über einen verunglückten Biker, der erst Tage später tot aufgefunden wurde, hat mich nachdenklich gemacht.
Vor allem über mein eigenes Fahrverhalten.
Ich bin oft allein auf einsamen Straßen und abgelegenen Wegen unterwegs.
Zugegeben: manchmal auch etwas flotter, als es die Landschaft unbedingt verlangt. Und die eine oder andere Situation, bei der man hinterher denkt „Das war jetzt aber knapp“, war auch schon dabei.
Dabei kam mir schon öfter der Gedanke: Was passiert eigentlich, wenn ich mal irgendwo im Nirgendwo vom Motorrad steige – freiwillig oder unfreiwillig? Es muss ja nicht gleich der große Unfall sein. Schon eine blöde Verstauchung oder ein Ausrutscher in einem Funkloch kann reichen, damit aus einer entspannten Tour ein eher unerfreuliches Abenteuer wird.
Deshalb zieht bei mir ab heute der RideLink WingMan ein.
Sozusagen der Kumpel, der immer mitfährt, nie jammert und im Notfall sogar Hilfe holen kann. Besonders wichtig ist mir dabei die E-Call-Funktion. Falls es wirklich einmal schiefgeht, kann schnell Unterstützung alarmiert werden.
Ein weiteres Feature, das nicht nur mich, sondern auch die Daheimgebliebenen beruhigen dürfte, ist das Live-Tracking. So wissen die Lieben zu Hause, wo ich gerade unterwegs bin – und dass ich nicht von Außerirdischen entführt wurde.
Dazu kommen ein Diebstahlwarner sowie die Möglichkeit, Touren aufzuzeichnen und später noch einmal nachzuvollziehen.
In den nächsten Wochen werde ich den RideLink WingMan ausgiebig testen und schauen, was er im Alltag wirklich kann. Über meine Erfahrungen werde ich natürlich berichten.
Nur zwei Funktionen dürfen gerne für immer ungetestet bleiben: der Notruf und der Diebstahlalarm.
In diesem Sinne: bleibt oben sitzen und kommt gesund nach Hause!
-
Alles anzeigen
Ich hab wohl noch nie soviel geschwitzt wie an diesem Tag.

Du bist einfach ein Tier, Jörg.
-
Es wurde mal wieder Zeit, die "kleine Rote" auszuführen.
Ich meine jetzt nur wir Beide. Sozusagen Beziehungspflege.
Also heute Morgen bei noch recht angenehmen 21 °C aufs Motorrad geschwungen und die Nase Richtung Frankreich gedreht.
Solange das Thermometer noch Zahlen anzeigte, die nicht an einen Backofen erinnerten, musste man die Gelegenheit schließlich nutzen.
Die erste Station des Tages war direkt ein echtes Highlight: der Eiffelturm von Appach. Zugegeben, er ist etwas kleiner als das Original in Paris und die Warteschlangen halten sich auch in erfreulichen Grenzen. Dafür spart man sich den Großstadtverkehr und bekommt trotzdem ein Erinnerungsfoto mit Eiffelturm. Eigentlich ein ziemlich guter Deal.
Über Cattenom ging es zunächst über die Mosel. Ziel des Tages war die Église de Montfaucon.
Nach dem obligatorischen Fotostopp am Eiffelturm von Appach ging es auf kleinen französischen Landstraßen weiter Richtung Montfaucon.
Die Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Sanfte Hügel wechselten sich mit weiten Feldern ab, dazwischen kleine Dörfer mit ihren hellen Natursteinhäusern und den typisch französischen Kirchtürmen, die schon von weitem aus der Landschaft ragten.
Die Straßen waren wie gemacht fürs Motorradfahren. Mal führten sie durch schattige Waldstücke, dann wieder über offene Höhenzüge mit weitem Blick bis zum Horizont. Kaum Verkehr, kaum Hektik – nur das gleichmäßige Brummen des Motors und dieses Gefühl, einfach unterwegs zu sein.
Je näher ich Montfaucon kam, desto einsamer wurde die Gegend. Die Straßen wurden schmaler, die Wälder dichter und die wenigen Häuser seltener. Nichts deutete darauf hin, dass sich hier vor etwas mehr als hundert Jahren eines der gewaltigsten Schlachtfelder Europas befand. Die Landschaft wirkte friedlich, beinahe idyllisch.
Gerade deshalb trifft einen der Anblick des American Memorials so überraschend. Nach Kilometern durch Wälder und Felder erhebt sich plötzlich dieses gewaltige Monument auf dem Hügel. Fast so, als wäre es aus dem Boden gewachsen. Man wird unweigerlich langsamer, richtet sich im Sattel etwas auf und lässt den Blick über die Umgebung schweifen. In diesem Moment beginnt man zu ahnen, welche Bedeutung dieser Ort einmal hatte.
Ich kam wohl dort, wo eigentlich 50 km/h vorgesehen waren, etwas engagierter um die Ecke und fand mich plötzlich direkt vor dem American Memorial wieder.
Beeindruckend groß, imposant und definitiv nicht zu übersehen.
Die Kirche hingegen hatte beschlossen, deutlich unauffälliger zu sein
Hätte ich meine Augen ähnlich intensiv genutzt wie den Gasgriff, wäre mir aufgefallen, dass die Überreste der Kirche direkt hinter dem Denkmal standen.
Stattdessen durfte ich erst einmal eine zusätzliche Ehrenrunde drehen. Man kann es auch als kostenlose Besichtigungstour verkaufen.
Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Ortes, vergeht einem das Grinsen allerdings kurz.
collage-3.jpg
Von dem Dorf, das hier einst stand, ist praktisch nichts mehr übrig. Vier Jahre Dauerbeschuss hinterlassen eben nachhaltigere Spuren als jede Dorferneuerung.Währenddessen hatte die Sonne beschlossen, ihren persönlichen Feldzug gegen Motorradfahrer zu beginnen. Also weiter.
Vorbei an unzähligen Gedenktafeln, Denkmälern und Erinnerungsstätten.
Irgendwann gewinnt man den Eindruck, dass hier jeder Quadratmeter Boden eine Geschichte erzählen könnte.
Nächster Halt: die Tranchée de Chattancourt.
Ein kleines Museum, das mit erstaunlich viel Herzblut gestaltet wurde. Beeindruckend, informativ und definitiv einen Besuch wert.
Hier wird sehr anschaulich dargestellt, wie das Leben in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs aussah. Danach erschien selbst die Hitze im Motorradanzug plötzlich als eher kleines Problem.collage-4.jpg
Das Thermometer hatte inzwischen aber Blut geleckt und arbeitete sich unermüdlich nach oben.
Die Rückfahrt führte über kleinste Straßen durch Wälder und Felder. Traumhafte Strecken, auf denen man stundenlang fahren könnte – vorausgesetzt, man verwandelt sich dabei nicht schrittweise in Dörrfleisch.
Ganz nebenbei fuhr ich, zunächst ohne es wirklich zu merken, durch das Gebiet rund um Verdun. Erst die zunehmende Zahl an Hinweisschildern und Gedenkstätten ließ erahnen, wo man sich befand.
Schließlich erreichte ich die Ruinen der Kirche von Ornes. Ein Ort, der einen sofort nachdenklich macht. Das Dorf wurde in der Schlacht um Verdun vollständig ausgelöscht. Heute erinnern nur noch die Ruinen der Kirche und eine kleine Gedenkkapelle daran, dass hier einmal Menschen lebten. Häuser, Straßen, Familien, Alltag – alles verschwunden. Ein stiller und sehr bewegender Ort.
Während die Geschichte zum Nachdenken anregte, zeigte das Thermometer keinerlei Respekt und pendelte inzwischen zwischen 33 und 37 °C. Der Fahrtwind hatte längst aufgehört, kühlend zu wirken. Stattdessen fühlte es sich an, als würde jemand mit einem überdimensionierten Heißluftföhn direkt ins Gesicht blasen.
Irgendwann fiel daher die strategisch kluge Entscheidung, den Heimweg etwas direkter und etwas flotter zu gestalten. Kulturprogramm erfolgreich absolviert, Geschichtsunterricht bestanden, jetzt durfte der rechte Handgelenksmuskel wieder etwas arbeiten.
Am Ende standen 365 Kilometer mehr auf der Uhr, mehrere Liter Schweiß weniger im Körper, ein Kopf voller Eindrücke und die Erkenntnis, dass Frankreich nicht nur guten Käse und Wein zu bieten hat, sondern auch jede Menge Orte, die Geschichte greifbar machen.
Kurz gesagt:
365 Kilometer gefahren.
Mehrere historische Orte besucht.
Einmal die Kirche gesucht, obwohl sie direkt vor mir war.
Bei 37 °C im Motorradanzug überlebt. Weniger anzeigen -
Ein Wahnsinn, die Hitze.
Der krasse Gegensatz zu letzter Woche.
Erst um 20.oo Uhr die Saar entlang getuckert.
Bei immer noch 29°C.
-
Heute vor genau 2 Jahren…
…habe ich Sigi-66 kennengelernt. Eigentlich sollte es nur eine Motorradrunde werden. Tja – wir wissen heute: Das war ungefähr so realistisch wie „Ich kaufe nur mal schnell eine Schraube im Baumarkt.“ 😂
Aus einer Runde wurden unzählige Kilometer, aus einem Motorradkumpel ein echter Freund – und zwar einer von der Sorte, die man nicht mehr missen möchte.
Dank Siggi habe ich andere nette Biker kennengelernt und gemeinsam haben wir sogar das große Africa Twin Treffen gemeistert – mit allem, was dazugehört: Benzingespräche, Abenteuer und vermutlich mehr Regen als Sprit.
Und als hätte das Schicksal einen Sinn für Timing, ging es heute ganz spontan wieder auf Tour.
Unser UB-WND ( mit ins Boot genommen) führte am Abend an die Mosel.
– mitten durch die Weinberge bei Bernkastel.
Und was sollen wir sagen? Wir sind auf einen Ort gestoßen, der aussah, als hätte jemand ein bisschen mit dem Zauberstaub gefuchtelt. Ein verwunschener Ort, an dem man am liebsten noch länger verweilen möchte.
Natürlich wurde dieser Ort umgehend und einstimmig in unsere legendäre „Da fahren wir mal wieder hin“-Liste aufgenommen.
Fazit des Tages: tolle Strecke, gute Leute, schöne Aussichten und wieder einmal der Beweis, dass die schönsten Ziele oft die sind, die man eher zufällig entdeckt.
Und was mich ganz besonders erfreut: Manche Begegnungen sind einfach besonders.
Sie beginnen mit einer Motorradrunde und entwickeln sich zu einer Freundschaft, die hoffentlich noch viele Kurven vor sich hat.
Auf die nächsten gemeinsamen Kilometer, Siggi!