Beiträge von jogie63

    Ich arbeite bei einem großen deutschen Automobilhersteller im Werk bei einem Lieferanten im Qualitätswesen.

    Letztes Jahr hatte ich ein nettes Gespräch mit einem E4 (4. Führungsebene im Werk) wegen einem von uns verursachten Fehler.


    Er fragte mich nachdem der Fehler bei uns im Werk wohl abgestellt wurde:

    'Herr Schulz, sind Sie absolut sicher das dieser Fehler nicht mehr vorkommen wird?'


    Ich hab ihn angelacht und geantwortet:

    'Man kann alles Idiotensicher machen. Man kann aber nichts absolut Idiotensicher machen. Ich garantiere Ihnen das sicherlich nicht.'

    Er hat gelacht und genickt.


    Nach 80km sich dafür zu verbürgen, das der Fehler jetzt weg ist... Ich würde das nicht machen.

    Und da sind wir wieder an dem Punkt, den ich versucht habe zu erklären.


    Dann gibst Du halt bei BMW Aussehen, Emotionen und ein paar andere emotionale Bewertungspunkte 1 und schon hast Du das Motorrad, das für Dich perfekt ist und nicht BMW heißt.

    Obwohl, vielleicht kommst Du dann plötzlich ins Grübeln, ob vielleicht doch nicht der Gewinner Deiner Liste eine bessere Wahl wäre. Z.B. ein VStrom?

    Wenn man sich so dagegen wehrt eine solche Auswertung durchzuführen, dann hat man Angst vor dem Ergebnis.


    Im Qualitätswesen gibt es ein System, solche Voreingenommenheiten der Menschen abzufangen und Dinge, die man nicht beachtet hat, plötzlich sichtbar zu machen: nennt sich FMEA

    Ich denke jeder sollte 'seine' eigene Bewertung machen können.

    Wenn ich Geld wie Asche habe, interessiert es mich nicht ob das ein Motorrad 2000€ günstiger ist.

    Wenn ich nur alleine um die Nachbarschaft Cruise, interessiert es mich nicht ob man gut Gepäck auf der Kiste unterbringen kann.

    ...


    Also:

    1. jede Kategorie erhält 1(min)-10(max) Punkte von den Testern. Dabei wird der Mittelwert mehrer Tester genommen.

    2. jede Kategorie erhält eine Wertung 1 (für mich unwichtig) bis 10 (für mich sehr wichtig)

    3. Jeder bekommt eine Excel Tabelle und kann die Werte für die Kategorie für sein Empfinden eintragen und bekommt dann das für IHN vermutlich beste Motorrad

    4. die Punkte 3 und 4 werden miteinander multipliziert


    Dann kann man noch etwas mit dem Punkt 3 rumspielen, aber man bekommt das, was einem am Besten passt oder was man unbedingt gerechtfertigt haben will.

    Für mich artet das hier in einen Heulthreat aus.

    BMW ist so toll und unsere AT wird immer nur zweiter, dritter, vierter.

    Und klar, es kommt wieder der Vergleich mit Autos.


    Wenn ich jetzt meinen persönlichen Vergleich anziehe, dann werde ich in der Luft mit folgenden Argumenten zerrissen: mein Dacia Duster ist nicht schlechter als eine Mercedes G Klasse!! Ich lese so viele G Klassen die Probleme haben!!!)


    Hört doch auf mit den Vergleichen.

    Die AT ist nicht erste geworden. Und? Ist sie deswegen FÜR MICH schlechter?

    Nein. Ist sie nicht.

    Sie hat ihre Macken, aber mir macht sie Spaß.


    Außerdem:

    Wenn eine BMW 1300 GS gegen eine Afrika Twin einen zweier Vergleichstest gewinnt, dann denk dran:

    Die AT immerhin Zweite geworden. Die BMW nur Vorletzte.

    Ist eigentlich alles schriftlich festgehalten?


    Grommi wenn ich ein Motorrad kaufe intressiert es mich überhaupt nicht ob es eine Niederlassung oder ein Vertragshändler ist. Mich interessiert das Angebot.

    Wenn ich dann ein Problem habe ist er mein Ansprechpartner. Niemand anderes.

    Gewährleistung habe ich die gleiche bei beiden, bei einem Vertragshändler aber das Risiko einer Insolvenz und famit Entfall der Gewährlseitung.

    Garantie gibt nur der Hersteller. Egal ob Niederlassung oder Vertragshändler.


    Wo ich aber recht geben muss, die Niederlassung hat sicherlich besseres Eqipment und Connections zum Hersteller.

    Keine Chance mit stärkeren federn.

    Da höre ich wieder den ganzen Tag von meiner Frau das ich abnehmen soll.

    Das Leben ist hart....

    Naja. Sollte mich das als Kunde interessieren?


    Gemini:

    Ein Motorradhändler ist ein spezialisierter Händler, der neue und gebrauchte Motorräder, Roller und Quads verkauft, oft auch Zubehör, Ersatzteile und Serviceleistungen anbietet; er agiert als Vermittler zwischen Hersteller und Endkunden, der die Leidenschaft für das Zweirad bedient und sich mit dem einzigartigen Markt und den Bedürfnissen der Motorrad-Community auskennt, was sich von der Autohandels-Branche unterscheidet.


    Dazu unterscheiden sich dann:

    1. Vertragshändler: Sind vertraglich an einen Hersteller gebunden, präsentieren dessen Corporate Identity und erhalten direkten Support sowie Ersatzteile vom Werk.
    2. Freie Händler: Verkaufen verschiedene Marken und sind nicht an einen spezifischen Hersteller gebunden, was oft eine markenübergreifende Auswahl an Gebrauchtmaschinen ermöglicht.

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    Zum Thema Steuergeräte: wenn ein Steuergerät erst Mal mit einem Fahrzeug 'verheiratet' ist, dann kann es nicht mal einfach ausgebaut und wo anders eingebaut werden (sich scheiden lassen geht da einfacher...). Man denke nur Mal an das Motorsteuergerät oder die Wegfahrsperre mit Zündschloß und Schlüssel.

    Schliesslich sind in den Steuergeräten alle Möglichen Daten fest gespeichert. Von Fahrgestell und Motornummer, über welche Komponenten verbaut sind bis hin zu Kilometerstand.

    Die Zeiten sind einfach vorbei.

    Das ist bei dem Autos schon lange so und bei so einem fahrenden Computer wie die AT sicher auch.