Es gibt auch den Typ skinnyfat, der das Fett in den Organen hat - noch gefährlicher. Das scheint bei mir aber nicht so zu sein.
Mit fast 2m Größe sieht man objektiv ein paar Kilo hin oder her bei mir nicht. Aber ich selbst spüre es. Ich nasche auch gern was und habe eigentlich immer Appetit. In der Kindheit und Jugend war ich immer der dünne Schlacks, habe Ausdauersport gemacht. Als ich mit 24 meine Frau kennengelernt habe, war ich irgendwo bei ~77 kg - wie gesagt bei fast 2m. Kein Gramm fett, und trotz Bemühungen keine Muskeln aufgebaut - konnte alles fressen. Dieses Jahr werde ich 42 und habe im letzten Jahr die 100 kg Marke geknackt. Mir wurde immer noch gesagt ich sei doch schlank, obwohl man es auf Fotos sehr deutlich sieht (Gesicht, Bauch). Kennt man mich jedoch nicht, würde man mich immer noch als schlank einordnen. Jedoch bleiben 100 Kilo eben 100 Kilo und auch die Hosen werden enger und es ist einfach wirklich unnötiges Gewicht. Als ich im Oktober mit 102 kg auf der Waage stand - heutzutage auch mit etwas mehr Muskelmasse als in der Jugend, aber eben auch deutlich mehr Fett - hab ich mich kurzum dafür entschlossen:
Naschen weglassen und besonders Abends keine Belohnungen für den Tag mehr. Das ist vielmehr eine psychische Abhängigkeit. Mahlzeiten normal belassen, KEINE DIÄT! und Eiweis hochfahren, sonst darauf achten was ich wann esse:
- morgens lang haltende Kohlenhydrate z.B. Haferflocken, satt essen
- Mittags ganz normal, ebenfalls satt essen, alles ist erlaubt
- Nachmittags ein Snack um nicht in den Unterzucker zu kommen: Ein Müsliriegel oder ein paar Kekse, brauch ich aber nicht immer
- Abends eiweisreich, wenig Kohlenhydrate, aufs Fett aufpassen: Also Brot mit Wurst ist da nunmal nix.
- keine Kalorien trinken!
- wenig bis kein Alkohol - trinke jetzt vielleicht 1 Bier alle zwei Wochen im Schnitt
Das ist jetzt 5 Monate her. Anfangs war natürlich 2-3 Wochen Zuckerentzug und die Gewohnheit ablegen schwer, abends etwas zu naschen. Das hat sich aber absolut gegeben jetzt. Die psychische Seite ist deutlich krasser als die körperliche. Über Weihnachten habe ich dann ordentlich zugeschlagen bei den Braten, aber da ich aus der Nascherei bereits draußen war, habe ich in der Zeit kein Gramm wieder zugenommen.
Jetzt wiege ich 92 kg und fühle mich deutlich besser - irgendwo in dem Bereich wollte ich landen. Gleichzeitig habe ich etwas mehr Muskeln aufgebaut ganz ohne Fitnessstudio. Einfach zuhause mit Hanteln, Liegestütze usw. mittlerweile sind die langweilig, wenns ab 20+ erst anstrengender wird. ![]()
Rechne auch nicht mit Jo-Jo, da es erstens keine Crashdiät, Intervallfasten oder sonstwas war, was ich als Lebensstil so nicht weiterführen könnte und zweitens langsam genug, so dass der Körper keinesfalls in einen Mangelzustand geht und in den Überlebensmodus schaltet - dann ist jede Rückkehr zu alten Gewohnheiten automatisch mit Zunahme verbunden. Das wäre auch kontraproduktiv für die Muskel-Thematik, die so wichtig ist fürs Motorradfahren.
Nebeneffekt: Ich überlade meine Monkey nicht mehr, sondern liege in Montur jetzt innerhalb der maximalen Zuladung. -10 kg werden auch beim Beschleunigungsvermögen und Bergauffahrten etwas ausmachen.![]()
DAUMEN HOCH an alle, die hier ihren Lebenswandel überdenken. Das Motorradfahren wird dadurch auch besser![]()