Wozu dienen Apple CarPlay und Android Auto auf der Honda CRF1100L Africa Twin?
Die 1100er Africa Twin wurde Ende 2019 vorgestellt, erstmals mit einem so genannten Multi Information Display (MID) ausgestattet. Das MID ist ein 6,5 Zoll großer TFT-Bildschirm mit Touch-Funktion und ersetzt bei der 1100er den bisherigen LCD-Instrumenten-Cluster. Dieses MID ist seit Produktionsbeginn der 1100er mit Apple Car Play kompatibel. Man kann also – wie oben beschrieben – zum Beispiel ein Navi darauf laufen lassen. Man kann das Display zum Musikhören verwenden, Telefonate führen, sogar WhatsApps verschicken. Man kann sich aber auch den Luftdruck der Reifen dort anzeigen lassen, oder an der Tankstelle damit seinen Sprit bezahlen – ohne seinen Helm abzusetzen und ins Kassenhäuschen zu gehen. Die Honda NT 1100 hat das gleiche MID, alle hier besprochenen Dinge gelten dafür genauso.
Da sowohl ACP als auch AA auf Apps setzen, die von einer großen Entwickler-Community programmiert werden, ist dieses MID das Fenster zu einer offenen Software-Welt. Man ist also, anders als bei vielen anderen Motorradmodellen, nicht darauf angewiesen, was die Hersteller an Funktionalitäten bereitstellen, sondern kann aus einem breiten Angebot auswählen.
Für die meisten Africa-Twin-Fahrer dürfte der Einsatz als Navi am interessantesten sein. Der Haupt-Unterschied zu einem separaten Navi (z.B. von Garmin): Man kann auf einem Smartphone problemlos verschiedene Navi-Apps haben und jeweils die App verwenden, die für die angedachte Tour am besten passt.
Ein großer Unterschied zum Einsatz im Auto: Bei fast allen Autos belegen ACP und AA mehr oder weniger den Part des Autoradios mit Navi und Freisprecheinrichtung. Das Auto-Cockpit mit Tacho, Drehzahlmesser und Tankuhr läuft extra. Bei der CRF1100L zeigt das MID im Normalmodus das Cockpit mit allem Schnickschnack bis hin zur Außentemperatur. Nutzt man das MID für ACP oder AA, dann sind all diese Informationen verborgen. Unter dem MID hat die 1100 eine zusätzliche LCD-Anzeige für die allernötigsten Anzeigen (Tacho, Kilometerzähler, Ganganzeige), außerdem sind dort alle üblichen Warnlampen untergebracht: Blinker, Fernlicht, Tankwarnlampe, Ölwarnleuchte etc. Man kann jederzeit während der Fahrt durch Druck auf einen Knopf zwischen den beiden Anzeigen umschalten. Eine eventuell laufende Navigation oder das Musikprogramm laufen im Hintergrund weiter – man sieht nur keine Karte mehr, wenn man gerade auf seinen Drehzahlmesser guckt.
Apropos Drehzahlmesser: Eine Eigenheit von ACP und AA ist, dass sie keinerlei Daten des Motorrades nutzen, weder das Drehzahlsignal noch zum Beispiel die Werte für Öldruck und Tankfüllstand. Das MID zeigt im CarPlay-Modus nur an, was das Smartphone liefert, nicht was das Motorrad liefert. Eine Ausnahme gibt es: Im Instrumententräger ist eine Fotozelle untergebracht, mit der das Motorrad erkennt, ob es hell oder dunkel ist. Damit stellt die Honda die Helligkeit des MID ein und schaltet zwischen Tag- und Nachtdarstellung um. Das Verhalten dieser Fotozelle lässt sich im Konfigurationsmenü der Africa Twin nach persönlichem Geschmack einstellen – und Apple Car Play bzw. Android Auto können diese Einstellungen übernehmen. Das ist ein Unterschied zu einem Navi auf dem Smartphone oder im Extra-Gehäuse. Navi-Apps wie Google Maps wechseln nach einem festen Zeitplan zwischen Hell und Dunkel. Bei der Honda wird die Navi-Anzeige dunkel, wenn es dunkel wird.
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