Beiträge von Sampleman

    Halten wir mal fest: Allein durch ihre Position ist die Trockenkupplung einer Boxer-BMW viel schwieriger zu wechseln als die Nasskupplung eines x-beliebigen japanischen Motorrades. Dafür kann man die Ventile durch die exponierte Stellung der Zylinderköpfe einfacher einstellen.


    Mit dem Kardanantrieb ist es ein bisschen ähnlich. Normalerweise verursacht der Antrieb viel weniger Mühe als eine klassische Kette. Hin und wieder das Öl im Hinterachsgetriebe wechseln reicht. Aber wenn mal was kaputt geht, dann sind undruckbare Schimpfworte angesagt.


    (Ich hätte dennoch nix dagegen, wenn meine AT einen Kardan hätte)

    Nö, wieso sollte ich? Die BMW-Boxer sind schon ganz famose Maschinen mit ihren ganz speziellen Qualitäten, und es wundert mich kein Stück, dass die sich so super verkaufen. Gemessen daran sind die Getriebe, die sie da verbauen, einfach unwürdiger Schrott. Das Beste, das ich über das M97-Getriebe meiner R1100GS sagen kann: Es ist nicht kaputtgegangen, solange ich den Bock hatte. Aber so wie es zum Schluss geheult hat, kann das auch nur noch eine Frage der Zeit gewesen sein. Und eine Kupplung an einer luftgekühlten Boxer-BMW tauschen, nein, das will man sich nicht antun müssen. Gemessen daran ist mein DCT einfach intergalaktisch;-)


    Ich hatte an meiner 22er SD08 mit DCT bisher noch keinen einzigen technischen Defekt, alles andere hätte mich bei knapp 4.000 km, die ich bislang gefahren bin, auch gewundert. Von einer BMW R1100GS kommend, bin ich begeistert über: das DCT-Getriebe, den Motor (Klang, Abzug), das Infotainment, insgesamt den Auftritt der Maschine. Auch die Koffer sind besser. Womit ich noch nicht zufrieden bin, das ist - trotz hoher Sitzbank - die Sitzposition, da stehen bei mir noch tiefere Rasten und eine aufgepolsterte Sitzbank auf dem Zettel. Mit Apple Carplay hatte ich zuerst dauernd Ärger, aber das funktioniert jetzt seit Wochen völlig problemlos. Nicht zufrieden bin ich mit den vielen unbeleuchteten Schaltern, außerdem finde ich die Bremsen nicht besonders. Es mag aber auch sein, dass das an den Bridgestone-Reifen liegt. Bei meiner GS hatte ich zum Schluss Pirelli Scorpion Trail, ich glaube, die probiere ich an der AT auch mal aus. Na ja, und als alter Kardanfahrer finde ich Kettenpflege natürlich total doof. Ein Kettenöler liegt schon im Schrank, den muss ich nur noch dranschrauben.


    Ich habe mir die AT vor allem deshalb gekauft, weil meine GS 25 Jahre alt wurde und nicht mehr in dem Zustand war, in dem man ohne Bedenken einfach mal eine Woche losfährt. Und ich wollte was anderes als eine GS. Es ist jetzt aber nicht so, dass ich der AT rettungslos verfallen bin. Es kann durchaus sein, dass ich mir in ein paar Jahren wieder einmal ein anders Motorrad kaufe, vielleicht sogar eine GS.

    Ich weiß, dass es in Italien eine konkrete Vorschrift gibt, dass Helme zu tragen sind, die mindestens die ECE 22.05 erfüllen. Außerdem scheint es in Italien eine Vorschrift zu geben, die auch das vorschriftsmäßige Tragen des Helmes regelt. So wie es manche Jugendliche gern machen - Helm einfach oben auf die Fontanelle gelegt und nicht über das Gesicht gezogen - ist in Italien eindeutig verboten. (Ich vermute, die hatten ihre Gründe für eine solche eindeutige Regelung). Daraus ergibt sich für mich, dass ein Klapphelm ohne P/J-Zertifizierung in Italien besser nicht offen gefahren werden sollte.


    Mein erster Klapphelm war ein Caberg Sintesi mit P/J-Zertifizierung. Ich bin kein Helmforscher, aber ein wichtiges Kriterium für P/J ist offenbar, dass das Vorderteil gegen versehentliches Zuklappen gesichert ist. Caberg hat das beim Sintesi so gelöst, dass das Helmvorderteil beim Aufklappen deutlich einrastete. Um es zu schließen, musste man es erst anheben und dann nach vorn klappen. Das hat mein E1 nicht. Gemessen am E1 ist der Sintesi schlechter, deutlich größer, schwerer, lauter. Aber eins ging viel besser: Das Auf- und Zuklappen des Vorderteils während der Fahrt mit einer Hand. Das ist beim E1 kaum möglich.


    Noch eine Frage: Hat von euch einer Erfahrung mit dem Touratech Aventuro Traveller? Ist das immer noch ein gepimpter Schuberth E1? Touratech hat aktuell den Preis gesenkt, jetzt liegt er knapp unter 500 Euro. Hergestellt wird er angeblich in Portugal.

    Da bist du wohl einer Fehlinfo aufgesessen. BMW hat noch nie Getriebe selbst gebaut, die wurden immer zugekauft. Das von meiner R1100GS kam von Getrag. Das Tragigkomische daran ist, dass BMW - anders als z.B. Mercedes - auch bei den Autos die Getriebe nicht selbst baut, sondern zukauft. Und dass die Getrag-Getriebe, die BMW etwa in diversen Generationen des BMW 3ers verbaut hat, dort einem ausgezeichneten Ruf genießen. Weiß der Himmel, warum sie das bei ihren Mopetten nicht besser hinkriegen.

    Was ich eher weniger lustig finde: Wie unentspannt viele in diesem Forum auf solche Vergleiche reagieren. Da muss ich als Ex-GS-Fahrer sagen, dass im GS-Forum die Leute wesentlich offener und interessierter sind, wenn es um Fremdfabrikate geht.


    Zurück zum Thema: Wenn man dem aktuellen Vergleichstest in der "Motorrad" glauben darf, ist auch bei der neuen R1300GS das Getriebe immer noch nicht toll. BMW hat da irgendwie ein Problem. Ich meine, die komplette Motor-Getriebeeinheit der GS ist von Grund auf neu konstruiert. Wo ist denn jetzt das Problem, ein satt und präzise schaltendes Getriebe zu entwickeln?

    Nein, du musst bei deinem Eisbecher "mit Schuss" einfach nur den Schuss weglassen, wenn du ihn nicht verträgst.


    Ich war mehrere Jahre auf den BMW Days in Garmisch-Partenkirchen. Da stehen mehrere tausend GSen auf riesigen Parkplätzen, und ich habe meine immer wieder problemlos gefunden;-)

    Bei meinem E1 vibriert nichts hochfrequent. Was mal wieder bekräftigt, dass alles, was mit Motorrädern, Helmen und Wind zu tun hat, höchst individuell ist.


    Und ich will jetzt keine Angst verbreiten, aber ein Schild, das zu stabil am Helm sitzt, kann dich im Falle eines Falles sogar ernsthaft verletzen.

    Im Moment findet bei Helmen ein Generationswechsel statt. Die Helmnorm ECE 22.05 ist ausgelaufen, neue Helme haben jetzt ECE 22.06. Die Gelegenheit, ein Superschnäppchen zu machen, gibt es in Deutschland aber dennoch nicht, weil es kein offizielles Enddatum für den Verkauf von 22.05-Helmen gibt.


    Für Klapphelm-Käufer ändert sich was: Bei ECE 22.05 gab es eine P-Homologation (Integralhelm) und eine J-Homologation (Jethelm). Die Italiener (Nolan, Caberg etc.) haben ihre Klapphelme immer P/J zertifizieren lassen, was bedeutet, dass ein solcher Helm auch offen gefahren werden darf. Schuberth hat das beim E1 nicht gemacht. Der E1 ist offiziell als Integralhelm zertifiziert und darf deshalb nicht offen gefahren werden (schreibt Schuberth in seiner Bedienungsanleitung). Ob man sich daran hält oder nicht, ist eine andere Frage. Dass der E1 keine P/J-Zertifizierung hat, merkt man an einem Detail: Er hat keine Arretierung, die das Zuklappen des Frontteils während der Fahrt verhindert.


    ECE 22.06 sieht offenbar eine P-Zertifizierung für Klapphelme nicht mehr vor, die müssen jetzt grundsätzlich P/J-zertifiziert werden. Das merkt man am Schuberth E2, dem 22.06-geprüften Nachfolger des E1. Der hat links an der Seite einen kleinen Schiebeschalter, mit dem man das Vorderteil aufgeklappt arretieren kann.


    Ich hatte neulich E1 und E2 im direkten Vergleich auf dem Kopf. Der E2 ist spürbar schwerer, was nur zum Teil am höheren Schutzniveau liegt - der E2 wird serienmäßig mit montierten Lautsprechern ausgeliefert, egal ob du die haben willst oder nicht. Sena bietet für den E2 ein maßgeschneidertes Kommunikationskit an, das in die dafür vorgesehene Öffnung am Helm passt. Allerdings ist der E2 noch sehr teuer, mit Kommunikationskit bist du schnell bei über 1000 Euro.


    Als der E1 vor ca. 7 Jahren eingeführt wurde, lag die unverbindliche Preisempfehlung bei 750 Euro. Ich habe meinen E1 2018 als Einzelstück für 450 Euro bei Louis in Stuttgart geschossen. Jetzt gibt es zum Teil E1-Restexemplare für unter 300 Euro. Ich finde, für das Geld ist das ein Super-Helm - auch wenn der E2 in allen Belangen noch eine kleine Schippe drauflegt.

    Scheint Hondaweit im Moment üblich zu sein. Als meine AT neulich zur 1000er-Inspektion war, bekam ich auch eine CL500. Für einen Zweimetermann eine spannende Erfahrung;-)