Beiträge von Sampleman

    Gestern zum ersten Mal versucht, Pace auszuprobieren. War zwar schweinekalt, aber sonnig und trocken, also rauf aufs Krad. Dann am Straßenrand angehalten, Pace-App auf dem Honda-Display aufgerufen. App meldet "Lade Daten", mehr passiert nicht. Also Handschuhe aus, Jacke auf, Handy raus - kein Netz! Danke, Telefonica!


    Ein paar hundert Meter weiter gehts dann, Pace lädt eine Liste von Tankstellen in der Umgebung, zeigt an, bei welchen man mit Pace bezahlen kann. Ich rufe eine mir bekannte Tankstelle in ca. 3 km Entfernung auf. Pace zeigt die aktuellen Spritpreise (die sich als korrekt erweisen) und bietet mir die Optionen "Tankvorgang beginnen" oder "zur Tankstelle navigieren" an. Ich will nicht mit dem Tanken beginnen, wenn ich noch gar nicht bei der Tanke bin, also tippe ich "Navigieren" an. Es öffnet sich ein kleines Dropdown-Menü, ich bekomme drei Navi-Dienste zur Wahl, darunter Google Maps und Apple Karten. Ich wähle "Google Maps", nichts passiert. Ich klicke nochmal auf "Google Maps", wieder nichts. Ist echt nicht mein Tag heute. Ich klicke "Apple Karten" an, die Apple-App startet sofort. Der Standort der Tanke ist dort eingegeben, ich klicke auf "Tour starten", die App lotst mich zur Tanke.


    Auf dem Weg dorthin wechsle ich ins Honda-Dashboard - und sehe, dass der Tank noch randvoll ist. Ich tanke also nicht - dafür kann die App nun wirklich nichts;-)


    Zuhause ziehe ich das Handy aus der Tasche - und finde auf dem Begrüßungsbildschirm zwei Eingabeaufforderungen: "Eine App versucht, Google Maps zu starten - abbrechen oder zulassen?" Kein Wunder, dass die Navigation mit Maps vorhin nicht geklappt hat...


    Mal sehen ob sich das Projekt "Tanken mit Apple Carplay" in der Praxis wirklich als Erleichterung des Alltags erweist. Ich habe über "In-Car Payment" schon Artikel geschrieben. In der Praxis ist das dann oft noch hakeliger als in der Theorie.


    (Abends dann mit den Öffis in Augsburg zum Weihnachtsmarkt gefahren. Dazu die BiBo App des AVV genutzt: Vor dem Einsteigen in das erste Verkehrsmittel in der App einchecken, nach Ankunft an Ziel auschecken, AVV berechnet den günstigsten Fahrpreis und bucht von der Kreditkarte ab. Die App zeigt erst ein paar Fehlermeldungen, schließlich akzeptiert sie den Check in. Als ich am Weihnachtsmarkt ankomme, checke ich wieder aus. Die App bietet mir an, die Details der abgelaufenen Fahrt zu betrachten. Sie schreibt, der Fahrpreis habe 0,00 Euro betragen. Ich lasse das mal unkommentiert stehen.)


    Heute das erste Mal mit der Pace Drive App und Apple Carplay getankt - und finde es gut. Das Ziel, tanken zu können, ohne die Geldbörse oder das Smartphone zu zücken, wurde erreicht. Die Besonderheit bei Apple Carplay scheint zu sein, dass jedes Endgerät (also in meinem Fall meine Honda) eine individuelle Kennung hat. Man kann die App auf dem Handy mit dem ACP-Profil des eigenen Motorrades verbinden und muss dann zum Tanken keine Geheimnummer o.ä. eingeben. Einfach ankommen, auf "Tanken" tippen, die Nummer der Säule wählen, dann kann's losgehen. Die App weist einen fürsorglich darauf hin, dass es kein Problem ist, wenn man zum Tanken die Zündung aus macht und deshalb das Display ausgeht. So war es bei mir auch: Zündung aus, mit Zündschlüssel den Tankdeckel aufmachen, tanken, dann Zündung wieder an, warten bis ACP gestartet ist (währenddessen kann man sich seine Handschuhe wieder anziehen), Pace Drive App starten, die App verbindet sich mit der Tankstelle und zeigt den abgeschlossenen Tankvorgang an. Dann Zahlungsmittel wählen (bei mir zur Wahl: Kreditkarte oder Giropay), Zahlung bestätigen, weiterfahren.


    Sehr schick!

    Ich sehe das nicht ganz so verbissen. Meine Erfahrung mit elektronischen Bauteilen ist, dass sie entweder recht bald kaputtgehen oder ewig halten. Ich hoffe, dass ein Display, das zehn Jahre Garantie überlebt, dann auch 15 Jahre und länger durchhält. Und ich vermute, dass sich in zehn Jahren vielleicht auch ein Markt für Gebraucht-Displays gebildet hat. Und schließlich: Wer weiß, ob wir 2035 unsere CO2-Schleudern überhaupt noch fahren dürfen;-)

    Als die SD-06 2015 präsentiert wurde, gab es unterhalb schon eine stattliche Anzahl von Motorrädern, die kleiner, leichter und billiger waren. Ich denke mal an die BMW F800 GS, die Yamaha 660 Tenere, aber auch die Suzuki V-Strom 650, und KTM hatte bestimmt auch was, da kenne ich mich nicht so gut aus. Die AT war eindeutig über diesen Motorrädern positioniert, sowohl im Preis als auch in der Leistung. BMW war da mit der großen GS schon weiter: Mehr Hubraum, mehr PS, mehr Kaufpreis. Auch die KTM 1190 war bereits da, wesentlich stärker und teurer. Die Ducati Multistrada 1200 wurde bereits 2009 vorgestellt und 2015 tiefgreifend überarbeitet.


    Es gab also damals im Segment der Moppeds mit Schlechtwegefahrwerk eine recht ordentlich sortierte Einsteigerklasse mit Mopeds, die man sich auch als Führerscheinneuling vorstellen konnte. Und es gab die teuren, starken Platzhirsche, die sich - siehe BMW - auch noch toll verkauften.


    Und dazwischen gab es wenig. Die Suzuki V-Strom 1000 hat sich nie toll verkauft. Und genau in dieses Segment hat Honda die AT gepackt. Sie werden ihre Gründe gehabt haben, aber gesagt haben sie sie nie.


    Als ich mir im Sommer meine AT gekauft habe, Vorjahresmodell aber nagelneu, hat die mit DCT, Koffern und anderen Extras 17K glatt gekostet. Viele GS-Treiber haben mich gefragt, warum ich mir nicht stattdessen eine GS geholt habe. Vermutlich hätte ich eine für 20K kriegen können, vermutlich nicht neu, aber so gut wie. Na ja, das sind halt gerade mal 15% mehr, so viel ist das nicht.


    Mir persönlich kann es wurscht sein, ob das Motorrad, das ich mir gekauft habe, auch von vielen anderen gekauft wurde oder nicht. Aber ich nehme an, dass der verhaltene Markterfolg der AT an ihrer etwas unglücklichen Marktpositionierung liegt.

    Ich habe die Zahlen nicht zur Hand, aber ich vermute, dass in Europa zum Beispiel Ducati von seiner Multistrada mehr verkauft als Honda von seiner AT. Dass BMW mehr Boxer-GS verkauft als Honda AT's, wissen wir alle, aber BMW verkauft auch viel mehr Boxer-GS als die leichteren und billigeren F-Modelle mit Reihentwin. Deshalb glaube ich an das "zu fett" nicht. Es gibt nicht wenige Motorradfahrer, denen das Fetteste gerade recht ist.


    Ich finde eher, dass die AT etwas unglücklich positioniert ist zwischen den deutlich leichteren Einstiegsmodellen (Yamaha T7, Transalp, BMW F-Reihe) und den teuren Statussymbolen (BMW Boxer & Co.). Für mich hat die AT zwei Alleinstellungsmerkmale, wegen derer ich sie letztlich auch gekauft habe: Das DCT und das Multifunktiinsdisplay. Beide Alleinstellungsmerkmale sind einerseits wohl nicht stark genug, um viele Käufer zum Kauf genau diesen Motorrades zu veranlassen. Und zweitens sind sie auch noch sehr umstritten. Automatisches Getriebe und Mäusekino wird ja von nicht wenigen Leuten explizit abgelehnt.

    Meine Vermutung: Vor einem Jahr begannen die Gerüchte, dass Honda die AT 2024 komplett überarbeiten würde. Es gab sogar das Gerücht, dass sie einen Kompressor und 125+ PS kriegen würde. Zudem war die AT 2023 im vierten Jahr quasi unverändert auf dem Markt - und solch irritierende Dinge wie Berichte über die vielen Display-Schäden haben dem Verkauf bestimmt auch nicht gut getan.


    Noch was: ich las gerade in einer amerikanischen Facebook-Gruppe zur Africa Twin, dass Honda angeblich in den USA den Verkauf der 2023er Africa Twin komplett ausgesetzt hat. Ob das tatsächlich stimmt, konnte in der Gruppe nicht geklärt werden. Es wäre aber extrem merkwürdig, denn in den USA war die Africa Twin lange Zeit das meistverkaufte Dual-Sports-Motorrad, deutlich vor Konkurrenten wie der GS und der Multi. Irgendwas scheint bei Honda bei der AT-Produktion im abgelaufenen Jahr geklemmt zu haben.

    Ich habe noch keinen direkten Vergleich, weil meine AT den ersten Winter in der ungeheizten Tiefgarage verbringt. Ich kann aber sagen, dass meine alte R1100GS trotz ziemlich riesiger AGM-Batterie keinen vollen Winter stehen konnte, ohne dass im Frühjahr zappen war. Da habe ich dann regelmäßig zum Fremdstart via Powerbank gegriffen.


    Eine Frage, die mich interessieren würde: Wenn ein Akku zu kalt wird, sinkt seine Leistungsabgabe, so viel ist klar. Meines Wissens erwärmen sich Li-Akkus aber auch, wenn sie belastet werden. Ich glaube mich an Erzählungen erinnern zu können, in denen Fahrer von Moppeds mit Li-Starterbatterie deren Leistung bei Kälte erhöht haben, indem sie einfach ein paar Minuten im Leerlauf das Licht haben laufen lassen. Allein die Belastung scheint die Batterie so weit aufzuwärmen, dass sie wieder mehr Leistung hat.


    Kann das jemand aus der Praxis bestätigen?

    Ich glaube, die Beiträge von "blitz" erreichen nicht die intellektuelle Schöpfungshöhe, um sie als "Glaubenskrieg" kennzeichnen können. Und was unser AT-Anfänger für ein Problem mit DCT hat, muss er glaube ich erst mal für sich selbst definieren.


    Es gehört ja ein bisschen zu den Mysterien der Motorradwelt, warum BMW, wenn sie ihre Motorradgetriebe schon nicht selbst bauen, sondern zukaufen, diese nicht mal bei Zulieferern kaufen, die gute Getriebe bauen können. Das klappt doch im PKW-Bereich auch. Ich bin die neue 1300er noch nicht gefahren, aber bei allen anderen Boxern, die ich bislang zwischen den Beinen hatte, war das Getriebe längst nicht so gut wie bei jeder x-beliebigen Yamaha. Von DCT rede ich da gar nicht erst.