Beiträge von Sampleman

    Ja, es ist ein Jammer. Ich finde zum Beispiel eine BMW R9T zum Heulen schön, aber ich sitze drauf wie ein Affe auf dem Schleifstein. Mir passt im Grunde kein Motorrad so, wie es vom Band läuft, ich muss immer was modifizieren. Aber wenn ein Mopped im Serienzustand zu weit von meinem Optimum weg ist, hat es keinen Sinn. Meine AT hat jetzt schon einen höheren Lenker und Spiegelverlängerungen, und die hohe Sitzbank ist mir noch zu niedrig. Ich werde irgendwann wohl die Sitzbank zum Aufpolstern geben und mir niedrigere Rasten montieren, dann sollte alles passen wie Handschuh. Nur, hätte ich mir statt der AT eine R1250GS geholt, müsste ich mit der das gleiche veranstalten, und die Sitzposition auf der R1300GS ist noch sportlicher.


    Die 1300 ist sicherlich eine grandiose Maschine, aber ich habe vor einem halben Jahr erst 25 PS mehr bekommen. Was soll ich denn jetzt mit nochmal 40 PS mehr? Das ist mir alles eine Nummer zu heftig.


    Ich bin nach den Werksangaben gegangen - und gehe davon aus, dass die vor 35 Jahren genauso daneben lagen wie heute;-)

    Mein subjektiver Eindruck ist, dass BMW mit dem Kardan auch kein großes Problem hatte, solange die Moppeds deutlich weniger als 100 PS hatten. Die R100GS Paris Dakar wog vollgetankt 236 kg. Die aktuelle R1300GS wiegt ein Kilo weniger, mit ABS, Elektrofahrwerk und Tralafitti. Allerdings hat die 1300er fast zweieinhalbmal so viel PS und doppelt so viel Drehmoment.


    Es gibt drehmomentstärkere Kardanmoppeds (BMW K1600, Honda Gold Wing), die wiegen aber auch viel mehr. Ich glaube, da stößt BMW langsam an seine Grenzen.

    Ich hatte für meine GS eine Rangierhilfe von Brüder Mannesmann oder so (Louis-Zeugs). Das ging bei der GS so lala, mit der Honda hatte ich Probleme, weil sie nicht so balanciert auf dem Hauptständer steht, die hat dann immer noch ziemlich viel Gewicht auf dem Vorderrad. Ich will gar nicht ausschließen, dass es mit einer kleinen Rangierhilfe von Becker auch gegangen wäre, aber definitiv besser und leichter geht es mit dem großen Teil. Die Abmessungen sind mir egal, denn da steht ja das Motorrad drauf. Der einzige echte Haken ist der Anschaffungspreis, aber da habe ich mir gesagt: Ich zieh' da so schnell nicht weg, das Mopped ist nagelneu und ich werde es da hoffentlich noch viele Jahre einparken. Also, einmal Zähne zusammenbeißen...

    Nicht, dass das jetzt zu weit wegführt, aber ich habe mir zu meiner AT diese Rangierhilfe von Becker Technik gekauft. Die kostet zwar fast 400 Euro, aber das kostet sie auch nur einmal. Seitdem ist das Parken meiner Kiste an der Garagen-Stirnwand ein Kinderspiel. Allerdings, ein Hinweis: die beiden Platten, auf denen die Räder stehen, und der Ausleger für den Ständer werden bei der Montage genau auf das Mopped passend eingestellt. Wenn man also zwei unterschiedliche Kräder hat, wäre es große Glücksache, wenn es für beide passt.

    Halten wir mal fest: Allein durch ihre Position ist die Trockenkupplung einer Boxer-BMW viel schwieriger zu wechseln als die Nasskupplung eines x-beliebigen japanischen Motorrades. Dafür kann man die Ventile durch die exponierte Stellung der Zylinderköpfe einfacher einstellen.


    Mit dem Kardanantrieb ist es ein bisschen ähnlich. Normalerweise verursacht der Antrieb viel weniger Mühe als eine klassische Kette. Hin und wieder das Öl im Hinterachsgetriebe wechseln reicht. Aber wenn mal was kaputt geht, dann sind undruckbare Schimpfworte angesagt.


    (Ich hätte dennoch nix dagegen, wenn meine AT einen Kardan hätte)

    Nö, wieso sollte ich? Die BMW-Boxer sind schon ganz famose Maschinen mit ihren ganz speziellen Qualitäten, und es wundert mich kein Stück, dass die sich so super verkaufen. Gemessen daran sind die Getriebe, die sie da verbauen, einfach unwürdiger Schrott. Das Beste, das ich über das M97-Getriebe meiner R1100GS sagen kann: Es ist nicht kaputtgegangen, solange ich den Bock hatte. Aber so wie es zum Schluss geheult hat, kann das auch nur noch eine Frage der Zeit gewesen sein. Und eine Kupplung an einer luftgekühlten Boxer-BMW tauschen, nein, das will man sich nicht antun müssen. Gemessen daran ist mein DCT einfach intergalaktisch;-)


    Ich hatte an meiner 22er SD08 mit DCT bisher noch keinen einzigen technischen Defekt, alles andere hätte mich bei knapp 4.000 km, die ich bislang gefahren bin, auch gewundert. Von einer BMW R1100GS kommend, bin ich begeistert über: das DCT-Getriebe, den Motor (Klang, Abzug), das Infotainment, insgesamt den Auftritt der Maschine. Auch die Koffer sind besser. Womit ich noch nicht zufrieden bin, das ist - trotz hoher Sitzbank - die Sitzposition, da stehen bei mir noch tiefere Rasten und eine aufgepolsterte Sitzbank auf dem Zettel. Mit Apple Carplay hatte ich zuerst dauernd Ärger, aber das funktioniert jetzt seit Wochen völlig problemlos. Nicht zufrieden bin ich mit den vielen unbeleuchteten Schaltern, außerdem finde ich die Bremsen nicht besonders. Es mag aber auch sein, dass das an den Bridgestone-Reifen liegt. Bei meiner GS hatte ich zum Schluss Pirelli Scorpion Trail, ich glaube, die probiere ich an der AT auch mal aus. Na ja, und als alter Kardanfahrer finde ich Kettenpflege natürlich total doof. Ein Kettenöler liegt schon im Schrank, den muss ich nur noch dranschrauben.


    Ich habe mir die AT vor allem deshalb gekauft, weil meine GS 25 Jahre alt wurde und nicht mehr in dem Zustand war, in dem man ohne Bedenken einfach mal eine Woche losfährt. Und ich wollte was anderes als eine GS. Es ist jetzt aber nicht so, dass ich der AT rettungslos verfallen bin. Es kann durchaus sein, dass ich mir in ein paar Jahren wieder einmal ein anders Motorrad kaufe, vielleicht sogar eine GS.