Beiträge von Sampleman

    Fahrer einer 1100er AT kennen den lästigen Warnhinweis, der nach dem Start der Maschine im Multifunktionsdisplay auftaucht: Man soll drauf achten, ob man auch dazu in der Lage ist, das System zu benutzen, während man im Straßenverkehr unterwegs ist. Ist in meinen Augen maximal unnütz, muss bei jedem Start weggeklickt werden und lässt sich auch nicht deaktivieren.


    Neulich hatte ich die Gelegenheit, einen aktuellen Toyota Yaris Hybrid mit großem Zentraldisplay zu fahren. Der zeigt ebenfalls einen Warnhinweis beim Start, dass man gefälligst auf den Verkehr achten soll. Diesen Hinweis muss man mit einem Tipp auf eine Schaltfläche am Display bestätigen. Mein 2016er Yaris hat ebenfalls ein Multimedia-Radio mit Mehrzweckdisplay, aber da werde ich nicht mit Nanny-Hinweisen genervt, die ich aktiv wegklicken muss.


    Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der sich solche Hinweise wünscht. Es hat auch noch kein Journalist gefordert, dass ein Fahrzeug seinen Benutzer beim Start pauschal vor den Gefahren des Straßenverkehrs warnt. Frage: Warum machen Honda und Toyota das? Es ist sicherlich kein allzu großer Aufwand, diesen Warnhinweis ins System einzuprogrammieren, aber es ist Aufwand - den kein Nutzer wünscht. Gibt es ein Gesetz, das die Hersteller dazu zwingt?


    Ich erinnere mich an eine Honda aus den 1970ern, auf deren Tank ein dicker Aufkleber prangte, auf dem stand: "Vor Benutzung bitte vorsichtig Bedienungsanleitung lesen" (kreative Übersetzung von "read carefully"). Okay, ich könnte mir einen solchen Aufkleber ja noch vorstellen, wenn man ihn vor der ersten Fahrt abmachen kann, aber worin soll der Sinn bestehen, den Fahrer bei jeder Fahrt an die Bedienungsanleitung zu erinnern?


    Ich verstehe den Sinn dahinter nicht. Meine Honda ist in vielen Punkten so unvernünftig, wie es das Gesetz gerade noch erlaubt, zum Beispiel beim Auspuffgeräusch oder beim Design der Blinker und Lampen. Warum dann solche Nanny-Hinweise?


    Kennt jemand einen möglichen Grund?

    Ich hatte eine Yamaha TDM 850, bei der waren die Gummileitungen nach 10 Jahren fertig, ich bin dann auf Stahlflex umgestiegen, mit den erwähnten Folgen. Meine GS habe ich im Alter von 12 Jahren gekauft, da hatte sie schon Stahlflex-Leitungen. Die sind dann drangeblieben, bis ich den Bock im Sommer im Alter von 25 Jahren verkauft habe.

    Gummi-Gewebeschläuche haben eine begrenzte Lebensdauer, dann werden sie weich und der Druckpunkt der Bremse auch. Ich weiß nicht, was Honda vorschreibt, aber andere Hersteller, die Gummischläuche verbauen, sehen einen Wechsel teilweise schon nach fünf Jahren vor. Und die Original-Herstellerschläuche sind oft so absurd teuer, dass eine Umrüstung auf Stahlflex nicht nur technisch besser ist, sondern auch noch weniger kostet.

    Wenn's nur das gewesen wäre. BMW lieferte die 1100 GS zuerst mit einem Plastiktank aus. Der fing bei den Kunden nach kurzer Zeit an, Blasen zu werfen, also wurde auf Blech umgestellt. Das Getriebe musste dreimal überarbeitet werden, bis es in Serie endlich hielt. Neue Kolben wegen Rauchentwicklung etc. p.p.


    Ich möchte allerdings auch an den Mercedes W124 erinnern, der heute als Musterbeispiel für schwäbische Solidität gilt. Bei seiner Markteinführung hatte das Auto dermaßen viele gravierende Macken, dass das Mercedes-Leibblatt "Auto Motor Sport" daraus sogar eine Aufmachergeschichte machte.


    Vieles von dem, was in Deutschland die Stammtischmeinung prägt, liegt natürlich auch daran, dass deutsche Anbieter in Deutschland eine höhere Aufmerksamkeit und meistens auch eine deutlich höhere Verbreitung haben als ausländische Wettbewerber. Sieht man jetzt an den aktuellen Anlaufproblemen der BMW R1300GS: Die ersten rund 900 gebauten Maschinen müssen zurück ins Werk, weil es Probleme mit dem Startschalter gibt. Die meisten dieser 900 Maschinen dürften bei Händlern im DACH-Raum und im Pool der Presse- und Vorführfahrzeuge gelandet sein. Wäre sowas Honda passiert, hätten die meisten betroffenen Motorräder Japan vermutlich nie verlassen und hier hätte niemand was davon erfahren.

    Den Vergleich habe ich bewusst gewählt. Gemessen an einem Hardcore-Geländekraxler wie einem Puch Haflinger ist ein Mercedes G natürlich inzwischen feudal ausgestattet, aber das ist eine AT verglichen mit einer Hardenduro ebenfalls. Auf der Autobahn dürfte der GL das angenehmere Auto sein, obwohl der auf schlechten Wegen durchaus auch was kann.

    Das halte ich für ein Gerücht. Jeder, der ein Semester BWL studiert hat, weiß, dass es viel profitabler ist, bestehende Kunden zu halten als neue Kunden zu gewinnen.


    Mich würde mal der Anteil der "Wiederholungstäter" interessieren, z.b. bei der AT: Wie viele kaufen sich einfach alle zwei, drei Jahre das jeweilig aktuelle Topmodell? Bei BMW sind das ziemlich viele, bei Apple übrigens auch.

    Entschuldigung, aber das ist Blödsinn. Honda (und alle anderen Wettbewerber auch) haben schon immer profitorientiert gearbeitet, sonst gäbe es sie heute nicht mehr.