Beiträge von Sampleman

    Ich hatte eine Yamaha TDM 850, bei der waren die Gummileitungen nach 10 Jahren fertig, ich bin dann auf Stahlflex umgestiegen, mit den erwähnten Folgen. Meine GS habe ich im Alter von 12 Jahren gekauft, da hatte sie schon Stahlflex-Leitungen. Die sind dann drangeblieben, bis ich den Bock im Sommer im Alter von 25 Jahren verkauft habe.

    Gummi-Gewebeschläuche haben eine begrenzte Lebensdauer, dann werden sie weich und der Druckpunkt der Bremse auch. Ich weiß nicht, was Honda vorschreibt, aber andere Hersteller, die Gummischläuche verbauen, sehen einen Wechsel teilweise schon nach fünf Jahren vor. Und die Original-Herstellerschläuche sind oft so absurd teuer, dass eine Umrüstung auf Stahlflex nicht nur technisch besser ist, sondern auch noch weniger kostet.

    Wenn's nur das gewesen wäre. BMW lieferte die 1100 GS zuerst mit einem Plastiktank aus. Der fing bei den Kunden nach kurzer Zeit an, Blasen zu werfen, also wurde auf Blech umgestellt. Das Getriebe musste dreimal überarbeitet werden, bis es in Serie endlich hielt. Neue Kolben wegen Rauchentwicklung etc. p.p.


    Ich möchte allerdings auch an den Mercedes W124 erinnern, der heute als Musterbeispiel für schwäbische Solidität gilt. Bei seiner Markteinführung hatte das Auto dermaßen viele gravierende Macken, dass das Mercedes-Leibblatt "Auto Motor Sport" daraus sogar eine Aufmachergeschichte machte.


    Vieles von dem, was in Deutschland die Stammtischmeinung prägt, liegt natürlich auch daran, dass deutsche Anbieter in Deutschland eine höhere Aufmerksamkeit und meistens auch eine deutlich höhere Verbreitung haben als ausländische Wettbewerber. Sieht man jetzt an den aktuellen Anlaufproblemen der BMW R1300GS: Die ersten rund 900 gebauten Maschinen müssen zurück ins Werk, weil es Probleme mit dem Startschalter gibt. Die meisten dieser 900 Maschinen dürften bei Händlern im DACH-Raum und im Pool der Presse- und Vorführfahrzeuge gelandet sein. Wäre sowas Honda passiert, hätten die meisten betroffenen Motorräder Japan vermutlich nie verlassen und hier hätte niemand was davon erfahren.

    Den Vergleich habe ich bewusst gewählt. Gemessen an einem Hardcore-Geländekraxler wie einem Puch Haflinger ist ein Mercedes G natürlich inzwischen feudal ausgestattet, aber das ist eine AT verglichen mit einer Hardenduro ebenfalls. Auf der Autobahn dürfte der GL das angenehmere Auto sein, obwohl der auf schlechten Wegen durchaus auch was kann.

    Das halte ich für ein Gerücht. Jeder, der ein Semester BWL studiert hat, weiß, dass es viel profitabler ist, bestehende Kunden zu halten als neue Kunden zu gewinnen.


    Mich würde mal der Anteil der "Wiederholungstäter" interessieren, z.b. bei der AT: Wie viele kaufen sich einfach alle zwei, drei Jahre das jeweilig aktuelle Topmodell? Bei BMW sind das ziemlich viele, bei Apple übrigens auch.

    Entschuldigung, aber das ist Blödsinn. Honda (und alle anderen Wettbewerber auch) haben schon immer profitorientiert gearbeitet, sonst gäbe es sie heute nicht mehr.

    Ich habe eine '22er AT und keines der beschriebenen Probleme. Meine ist allerdings erst seit August 23 zugelassen und hat gerade einmal 3.500 km runter.


    Die Antwort von Fons buche ich mal unter "genervter Honda-Fanboy", das ist nicht unbedingt die Art, wie wir im Forum miteinander umgehen sollten, finde ich.


    Zur Sache: ich kenne das Phänomen ein wenig von anderen Autos und Motorrädern und den dazugehörigen Foren. Ich hatte mal einen Citroen C3 Pluriel (der mit dem Modulardach), und wenn du da im dazugehörigen Forum gelesen hast, dann ist dir ganz schlecht geworden vor Angst, dass deine Karre all die Macken, von denen die anderen berichten, auch kriegen wird. Ich habe meinen im Alter von 14 Jahren verkauft, da waren all die Dinge, die angeblich immer sofort kaputtgehen, noch in Ordnung. Niemand schreibt, dass bei seiner AT das Zündschloss störungsfrei funktioniert, während ich viele Schilderungen von Fahrern meines letzten Motorrades (BMW R1100GS) kenne, die über Kabelbruch am Zündschloss und anschließender Heimfahrt auf dem ADAC-Schandkarren berichten. Bei meiner GS war das nie so.


    Aber als ich zum Beispiel die geballten Berichte über Defekte am MFD gelesen habe, ist mir ganz anders geworden. Wenn du den 30. Bericht über ein kaputtes MFD liest, garniert mit Schilderungen über lahmarschige Händler, die nicht in die Gänge kommen, das Ding auszutauschen, dann fragst du dich nicht, ob dich auch so ein 4.000-Euro-Schaden ereilt, sondern: Wann? Mich hat das massiv verunsichert, und wenn ich das bereits vor dem Kauf zur Kenntnis genommen hätte, hätte ich mir vielleicht tatsächlich ein anderes Mopped gekauft.


    Allerdings muss man sagen, dass es bei ganz vielen Motorrädern solche Sachen gibt, die durch geballte Diskussionen im Forum größer aussehen, als sie sind. BMW hat zum Beispiel angekündigt, dass sie bei allen R1250GS gratis die Kardanwellen austauschen wird. Einerseits verkünden sie so was ja nicht, wenn es dafür keinen Anlass gibt. Andererseits haben vermutlich 90 Prozent aller GS-Fahrer in ihrem Leben keinen Ärger mit dem Kardan. Mit der Garantieverlängerung, die Honda jetzt für die MFDs verkündet hat, wird es sich ähnlich verhalten.


    Es stellt sich also - nicht nur bei Honda - die Frage, ob die Moppeds heute noch eine solch hohe Qualität haben wie früher. Ich glaube schon. Dinge wie Steckverbinder in der Elektronik sind in den letzten Jahren viel besser geworden, und Technik die vor 40 Jahren noch Exotenstatus hatte, ist heute Großserie. Es gibt natürlich viel Zeugs, was es früher gar nicht gab, etwa ein Multifunktionsdisplay oder eine Abgasrückführung oder ein Weltuntergangssensor. Und die Dinger sind natürlich heute hochgezüchtet. Dass einem bei einer GS die Kardanwelle Stress macht, ist eine Erscheinung der letzten Jahre. Na ja, das mag auch damit zu tun haben, dass eine GS heute auch fast dreimal so viel Leistung hat wie 1980. Aber bei KTM sind die Tachoscheiben bei Regen auch schon beschlagen, als die Tachos noch vollmechanisch waren;-)


    Tatsächlich hat meine Honda eine Fehlfunktion, die ich nicht lustig finde: manchmal zickt Apple Car Play. Ob das direkt an Honda, direkt an Apple oder an irgendwelchen App-Konstellationen liegt, weiß keiner. Da hätte ich mir von Honda schon mehr Engagement bei der Fehlerbehebung gewünscht, aber irgendwas ist ja immer.


    Manche Fehler verflüchtigten sich übrigens auch durch hartnäckiges Ignorieren. Ich hatte mal einen Fiat mit (japanischem) CVT-Getriebe, gebraucht gekauft. Irgendwann ging die Getriebe-Warnlampe an, genau das, was man will, wenn man einen Gebrauchtwagen mit Exotengetriebe fährt. Ich hab's ignoriert - irgendwann ging es dann wieder aus;-)