Wartungs(un)freundlichkeit CRF 1000 Selbstschrauber - Vergleich V-Strom & Tenere

  • #1

    Hallo zusammen,


    ich fahre zwar (noch) keine Africa Twin, sondern derzeit noch eine V-Strom 650, liebäugle aber schon länger mit der CRF 1000. Bin früher eine Transalp (PD06) gefahren und war stets zufrieden und irgendwie hat es mir die CRF 1000 angetan ^^ Alternativ ist auch noch die neue Tenere 700 eine Option, hier gefällt mir die einfachere Technik und das geringe Gewicht. Fahren tun sich beide Mopeds gut, die Afcrica Twin hat natürlich mehr Leistung, dafür empfand ich die Tenere als wendiger und agiler.

    Ich erledige sämtliche Wartungsarbeiten selbst, meine Mopeds sehen normal nie eine Werkstatt. Nun habe ich schon öfters gelesen, die CRF 1000 sei extrem verbaut und z.B. die Ventilspielkontrolle ein ziemlicher aufwand, bzw. die Arbeiten, bis man die eigentliche Kontrolle durchführen kann.


    Daher würde mich interessieren, welche Erfahrungen hier von Selbstschraubern gemacht wurden? Vielleicht ist ja auch jemand dabei, der einen Vergleich zur V-Strom hat? Bei der Teneree wirds wohl schwer, nachdem diese erst ein Jahr alt ist, gibts hier wohl noch wenig Erfahrungen denke ich.


    Vielen Dank!

  • #2

    Ist immer alles relativ. Ich habe meine 2V BMW gegen die AT getauscht und in dem Vergleich ist es natürlich auffällig, wie schlecht man bei der AT an die Technik kommt. Aber während ich bei der Q teils alle 5tkm an die Ventile müsste, hält sich das bei der AT in Grenzen. Es muss halt immer das ganze Plastikgelumpe runter. Das ging früher bei der DUC ruckzuck. Bei der AT ist das unschönes Getümmel.

    Aber es gibt dazu ne Menge Videos im www. Da kannst Du Dir selbst ein Bild machen.

    Noch zum Vergleich zur XT 700 - ich finde die AT aufgeräumter und wertiger. Teils sieht die XT sehr lustlos aus, wie bei der AT der Kat.


    Gruss

    Claus

    Lieber Altersstarrsinn als gar keine Meinung. 8)

  • #3

    ala ehemaliger Xrv650 fahrer, die sehr ähnlich zur Transalp ist, kann ich dir sagen, dass es deutlich verbauten und aufwändiger ist.


    " in der Zeit, in welcher du bei der TA den Krempel abbaust, hast du nicht mal alle Kapitel im Werkstatthandbuch gefunden ".


    1000 ATAS:

    -Sitzbank runter

    -Sitzbank schloss weg

    -Verkleidungsseitenteile weg je 5 schrauben, je 5 nieten

    -blende vorm Tank weg

    Jetzt geht der Tank runter

    (3 Schläuche, 2 Stecker 1 Schraube)

    - Luftfilterkasten weg 2 schrauben, 2 Schläuche 1 Stecker und noch 3 entlüftungsschläuche, wovon einer ab muss, die anderen ziehst du mit raus.

    -Drosselklappengehäuse runter

    (Paar Stecker)

    -Platte mit den Zündspulen.

    Parallel dazu die Kerzenstecker abziehen und ausfädeln.

    ....Ist das das sekundärluft Ventil? -> ausfädeln.

    -Rechter kühler lösen

    -Lufttricher vom rechten Kühler abbauen.

    -Jetzt (endlich) lässt sich der Ventildeckel abheben und nach rechts wegnehmen.


    Falls die Einlassventile einzustellen sind, muss noch die Nockenwelle raus. (das musste ich noch nicht)


    Beim Zusammenbau ist es sehr schwierig die Schläuche in Luftfilterkasten einzustöpseln.

    Ich hab ja für nen Mann recht kleine Hände.

    Jemand mit pranken wird Probleme kriegen...

  • #4

    Ich fand neben den Schläuchen am LuFi-Kasten auch die am Tank etwas abenteuerlich. Die Schläuche sind alle sehr kurz gehalten und dadurch war das ein ziemlicher Akt, die alle wieder rauf und ran zu bekommen.

    Ich war sehr vorsichtig und hab alles nach einer bebilderten Schritt-für-Schritt Anleitung gemacht und war 3*1 Tag (pro Tag jeweils vielleicht 5 Stunden geschraubt) damit beschäftigt, das Tempomat da einzubauen. Ja, ist sehr verbaut. Vergleich mit den genannten Moppeds hab ich nicht. Ich kenne sonst die Beta Alp 200 und die BMW F650GS (Einzylinder) und da ging das gefühlt wesentlich schneller, wobei auch bei der BMW Sitzbank, Verkleidung, Airbox + Schnorchel, Drosselklappe und Batterie+Träger weg mussten.

    Die Alp ist nur nervig, weil du viel unterschiedliches Werkzeug brauchst, um alles auf zu bekommen (mittelgroßer Kreuzschlitz, großer Schlitz, kleiner Inbus, kleine Stecknuss mit Maulschlüssel zum Gegenhalten und große Stecknuss) aber da bist du in 10 Minuten am Ventildeckel. Bei der F vielleicht 30 Minuten. Bei der AT braucht man wenn man es zum ersten Mal macht schon 30 Minuten, um die Verkleidung auf beiden Seiten runter zu bekommen. Die ist nämlich nicht nur geschraubt und gespreiznietet sondern hat außerdem Stutzen, die in Gummipinöckel eingesteckt werden und vorne sind noch "Schwalbenschwanznut"-ähnliche Halter. Um da nix kaputt zu machen muss man sehr vorsichtig sein und das kostet halt Zeit.


    Also nein, wartungsfreundlich ist sie ganz sicher nicht. Ich würde aber behaupten, dass das heutzutage kein Mopped mehr ist.

  • #5

    irgendwann weißt du auch nimmer wo die ganzen Stecker drauf waren.

    Allerdings beim zusammenbauen passen immer nur die, die gerade da sind.

    Lustig wirds, wenn mal noch mehr zerlegt sein sollte, und ggf der Kabelbaum erneut verlegt wurde. Aber das ist dann ein anderes Thema....


    Achja , vorab paar Schimpfwörter bereitlegen hilft ungemein :zwinker:

  • #7

    Vielen Dank für die Rückmeldungen. Ich hatte mir auch bereits recht gutes Video zur Ventilspielkontrolle angesehen, das Ganze hat mich eher abgeschreckt. Andererseits dachte ich mir bei der V-Strom anfangs auch, die Kontrolle sei sehr komplex, am Ende war es doch nicht so wild, jedoch schon aufwendiger als an der alten Transalp.

    Dieo F 650 GS, welche ich auch im Fuhrpark habe, ist auch recht angenehm bei der Wartung gewesen.


    Jetzt fehlen nur noch hilfreiche Videos zur Tenere 700, wobei diese mit dem langen Wartungsintervallen (Ventilspiel erst nach 40.000km) aber schon mal ihre Nase vorne hat gegenüber der CRF.

    Gibt es bei den 4 Bauhjahren der CRF 1000 größere Unterschiede bzgl. der Verbautheit?

  • #8

    nö, die 1000er sind alle Baujahre gleich / ähnlich, nur dass du am BJ 18 anstelle des Gaszug nen Stecker abziehen musst.

    (Throttle by wire).


    Die ATAS hat paar Blenden weniger, dafür 2/4 Schrauben mehr in der Verkleidung.


    Das / die Videos, von zamschannel, hatte ich auch angeschaut und die Arbeiten möglichst weit rausgeschoben.


    Mit dem Wissen aus dem Video, (die Zündspulen müssen jedoch nicht einzeln abmontiert werden), Ausdrucken der entsprechenden Kapitel des Werkstatthandbuch, sowie Erweiterungshandbuch (für ab 2018, bzw ATAS) war das gut machbar.

    Mit entsprechender Vorkenntniss, die du öffentlich hast, und genügend Zeit und Geduld, klappt das!

    Nur ungeduldig sollte man nicht werden, dann macht man mehr kaputt. Besser an nem anderen Tag weiter schrauben :wboy:

  • #9

    Ok, da ist schon mal gut zu wissen, dass die Bauhjahre sich da nicht wirklich unterscheiden!


    Das stimmt, Geduld ist da mit die wichtigste Komponente, für Ventile einstellen nehme ich mir auch ein Wochenede Zeit, dann kann ich jederzeit aufhören wenn es keinen Spaß mehr macht. Dafür fällt das ja auch nur alle 2-3 Jahre mal an und meist reicht ja die reine Kontrolle, das geht ja recht flott!

  • #10

    Äääh? Nö! (oder war das Ironie gemeint?)


    Du brauchst bereits je ca 3h zum abbauen und zusammenbauen, bis Du überhaupt den Zylinderkopfdeckel runter hast und die Ventile überhaupt siehst und prüfen kannst.


    Aber es ist ein sehr gutes Gefühl, wenn du es geschafft hast, alles danach dicht ist und die Möre wieder läuft :character-oldtimer:

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