Alles anzeigen"Der automatische Modus kann beim DCT aber nicht mithalten, die Schaltrucke bei Automatik sind subjektiv stärker als beim vorherigen SA".
Ich kenne aus praktischer Erfahrung als einziges Motorrad-Automatikgetriebe tatsächlich nur das DCT, kann mir aber lebhaft vorstellen, dass man Schaltrucke weit störender empfindet, wenn man sie nicht zuvor durch eine Aktion eingeleitet hat, sondern wenn sie überraschend kommen.
Als ich meine Honda neu hatte, hat sie ein paarmal in engen Kreiseln von selbst zurückgeschaltet. Ich fand das extrem lästig. Wenn ich selbst in der Kurve schalte, stört mich der Schaltruck kein bisschen.
Ich bin vor 25 Jahren mal mit schweren Mercedes-Lkw im Gelände gefahren. Die hatten ein so genanntes Telligent-Getriebe, und das ging so: Du willst hochschalten, drückst einen Joystick nach vorn, der Anschlussgang wird dir angezeigt, du bestätigst diese Gangwahl durch Tritt auf die Kupplung. Dann kommt ein fühlbarer "Klick" im Joystick, das Zeichen, dass der Gang drin ist. Dann lässt du die Kupplung kommen und fährst weiter. Was man im Gelände in einem schweren Lkw absolut nicht haben will, ist kein Gang drin. Also bin ich berghoch gefahren, Vollgas, Joystick vor, Kupplung getreten, die Kiste verzögert, als hätte sie einen Anker geworfen, scheiße, kein Klick, scheiße, gleich rolle ich zurück, Kupplung kommen lassen, kein Gang gewechselt, na super! Die Mercedes-Leute haben mir hinterher erzählt, dass Telligent für einen Gangwechsel weniger als 0,7 Sekunden braucht, das sei schneller als ein manueller Gangwechsel. Es kommt einem nur nicht so vor. 0,7 Sekunden können eine lange Zeit sein, wenn man sie nicht damit verbringt, mit einem ellenlangen Schalthebel im Getriebe rumzurühren.
Will sagen: Bei der ganzen Schalterei ist auch eine gute Portion Psychologie dabei.