Spanien: V16-Pannenwarnleuchte lockt Diebe an

  • #1

    In einem anderen Thread wurde die V16-Pannenwarnleuchte erwähnt, die in Spanien jetzt Pflicht geworden ist und dort das Warndreieck ersetzt. Die Besonderheit: Wenn man diese Lampe einschaltet, überträgt sie das GPS-Signal des Standortes automatisch an ein Portal. So können Pannen- und Rettungsdienste den Standort leichter finden.


    Diebe allerdings auch.


    Diesen Beitrag habe ich auf Facebook gefunden:


    "So missbrauchen Autodiebe die V16-Warnleuchte


    Die in Spanien seit Jahresbeginn verpflichtende V16-Warnleuchte sorgt für eine unerwartete Kriminalitätswelle. Statt mehr Sicherheit zu bringen, ermöglicht das vernetzte System Kriminellen den Zugriff auf Echtzeitdaten zu Pannenstandorten – und macht damit liegengebliebene Autos zur leichten Beute.


    Die Masche ist so einfach wie dreist: Sobald ein Fahrzeug eine Panne meldet, erscheint der Standort auf der öffentlichen Karte der spanischen Verkehrsbehörde DGT.


    Die V16-Leuchte überträgt automatisch die GPS-Koordinaten an das zentrale System. Diese Daten fangen Betrüger ab, fahren zur gemeldeten Stelle und geben sich als Pannenhelfer aus.


    Mit täuschend echt wirkenden Fahrzeugen nehmen sie den Wagen "zur Reparatur" mit – und verschwinden. Mehrere Fälle auf den Kanaren wurden bereits von der Guardia Civil bestätigt.


    Die Fahrzeuge tauchten danach nicht wieder auf, teilweise sollen sie zerlegt oder ins Ausland verschifft worden sein.In Stresssituationen, etwa bei einer Panne auf Schnellstraßen, handeln viele Autofahrer unüberlegt.


    Die vermeintlichen Helfer treten seriös auf, kassieren teils sogar eine Barzahlung für den angeblichen Abschleppdienst. Die Polizei warnt inzwischen vor dieser neuen Betrugsform und rät dazu, im Zweifel selbst bei der Versicherung oder dem eigenen Pannendienst nachzufragen, wer tatsächlich beauftragt wurde.


    Warnung der Guardia Civil


    Auch die spanische Guardia Civil selbst und ihre Berufsvereinigung AUGC schlagen Alarm. Gegenüber spanischen Medien erklärten Polizeisprecher, das System könne "kriminellen Gruppen in Echtzeit zeigen, wo sich ein wehrloser Autofahrer befindet". Besonders gefährlich sei, dass die Standortdaten der Pannenfahrzeuge öffentlich einsehbar sind. So könnten – laut Guardia Civil – "Pirate Tow Trucks", also Piraten-Abschlepper bzw. illegale Abschleppdienste, gezielt Fahrzeuge ansteuern, um Geld zu erpressen oder Autos zu entwenden.


    Ein Sprecher der AUGC sprach von einer "gefährlichen Offenlegung" und forderte, die Transparenz der Standortdaten dringend zu überarbeiten. Auch interne Kreise der Verkehrspolizei bestätigen, dass die DGT-Karte "zu viele Informationen über Zeit und Ort einer Panne offenlegt" und so potenziell kriminelle Aktivitäten erleichtert.


    Die Guardia Civil fordert eine Prüfung des Systems durch die Verkehrsbehörde DGT und technische Maßnahmen, um die Sichtbarkeit privater Fahrzeugdaten zu beschränken.


    Schwachstellen und mögliche Hackversuche


    Die aktuelle V16-Generation steht schon länger wegen technischer Sicherheitslücken in der Kritik. Wie eine Analyse des spanischen IT-Experten Luis Miranda Acebedo zeigt, werden Standortdaten, Gerätekennungen und Netzwerkparameter teils unverschlüsselt übertragen.


    Dadurch können Dritte den Funkverkehr abfangen, manipulieren oder eigene Meldungen simulieren. Auch Software-Updates sind laut der Untersuchung unzureichend gesichert: Die Geräte akzeptierten jede beliebige Firmware-Datei, was theoretisch Angriffe über manipulierte Software ermöglicht.


    Das gilt für deutsche Autofahrer


    Die Pflicht zur Nutzung einer V16-Warnleuchte gilt ausschließlich für in Spanien zugelassene Fahrzeuge. Wer mit einem deutschen Auto auf der Iberischen Halbinsel unterwegs ist, darf das Gerät zwar freiwillig verwenden, muss es aber nicht mitführen. Für Mietwagen, die in Spanien zugelassen sind, liegt die Verantwortung beim Vermieter.


    Wichtig zu wissen: Die Positionsübermittlung funktioniert nur innerhalb Spaniens. Im Ausland bleibt die V16 ein reines Sichtsignal, ersetzt aber weiterhin nicht das Warndreieck. Nur zertifizierte Geräte auf der offiziellen DGT-Liste sind zulässig; für deren Fehlen drohen bei spanischen Kennzeichen Bußgelder bis zu 200 Euro.


    Fazit


    Die V16-Warnleuchte sollte eigentlich die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen, offenbart aber gravierende Schwachstellen. Kriminelle nutzen die Echtzeitdaten für gezielte Autodiebstähle. Auch die Guardia Civil warnt inzwischen ausdrücklich vor dieser Masche und fordert Nachbesserungen. Autofahrer sollten bei Pannen genau prüfen, wer Hilfe anbietet, und sich im Zweifel immer an die eigene Versicherung oder den Pannendienst wenden."


    Kurz: Nicht kaufen, zumal die GPS-Übertragung offenbar ohnehin nur in Spanien funktioniert.

  • #2

    Habe gerade 2x V16 Pannenleuchte gekauft und darauf geachtet das sie OHNE SIM sind,

    dementsprechend auch keine Datenübermittlung via GPS haben.


    Folgend der Link --> TK Gruppe (Warnleuchte)

    Gruß Klaus :character-oldtimer:     :atblue:


    Das Geheimnis des Glücks ist Freiheit; das Geheimnis der Freiheit ist Mut ... (Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber, 5. Jahrhundert v. Chr.)

  • #3

    Das klingt unlogisch: Die Positions- und Datenuebermittlung ist Grundlage des Systems und notwendig fuer die Zulassung einer V16 Leuchte.

  • #4

    Die Daten Übertragung ist nur für Spanien in der weiteren EU gibt es keine Datenübertragung. Also ohne Funktion. Ist auch nur Pflicht für Fahrzeuge die eine Zulassung in Spanien haben. Wir als Urlauber brauchen keine mitführen im Urlaub

  • #5


    Das stimmt wohl, eingefügt das Zitat von der TK-Website:



    "Prüfen Sie die IDIADA Zulässigkeit innerhalb der EU. Je nach Land können zusätzliche technische Spezifikationen gelten. Für diese Anwendungsfälle steht eine entsprechende alternative Version zur Verfügung - lass alternative und schreibe dass Kunde selbst sich informieren soll"



    Weiterer Zitatauszug von Chip.de:


    "Ab 1. Januar 2026 werden diese Leuchten, die für Preise zwischen 30 und 60 Euro erhältlich sind, auf Autobahnen und Schnellstraßen Spaniens Pflicht. Auf Landstraßen und in innerstädtischen Gebieten dürfen Sie weiterhin Warndreiecke benutzen."



    Da ich SELTENST Autobahnen, bzw. Schnellstraßen, befahre reicht mir(!) o.g. Warnleuchte,

    zumal außer Spanien kein anderes (EU-) Land die Datenübermittlung fordert

    Gruß Klaus :character-oldtimer:     :atblue:


    Das Geheimnis des Glücks ist Freiheit; das Geheimnis der Freiheit ist Mut ... (Thukydides, griechischer Geschichtsschreiber, 5. Jahrhundert v. Chr.)

  • #6

    Aber nicht in D, da sind sie ja noch nicht Pflicht, sondern diesen nur der Warnung!

    Gruß aus Bremen :)


    Hartmut :atrot:




    Man muss auch mal auf Entbehrungen verzichten können. :pommes:

    Aktuelles Moped: NC750X

  • #7

    Ich kenne diese Lampen ja nicht im Detail, aber ich fände es ohnehin doof, wenn die sofort einen Alarm auslösen, sobald man sie anschaltet. Es kann ja durchaus sein, dass ich eine Reifenpanne haben, die ich problemlos allein geregelt kriege, und es macht schon einen Unterschied, ob mein Mopped zerschellt im Graben liegt und in die Werft muss, oder ob ich drunter liege und einen Notarzt brauche,

  • #8

    In dem Fall wirst Du aller Wahrscheinlichkeit nach, wohl kaum selbst an die Lampe kommen um die Ortung damit auszulösen. Wage ich mal zu behaupten.


    Grüße aus dem wilden Süden,

    Allgeier72

  • #9

    Grundgedanke ist auch, dass die Leute nicht herumlaufen, um bspw. ein Warndreieck aufzustellen und es zu weiteren Unfaellen kommt. Stattdessen kann zentral eine Warnung ueber die Anzeigetafeln vor der Pannenstelle aktiviert werden. Moeglich waere auch, dass Google Maps & Co es anderen direkt als Gefahrenstelle anzeigen.

    Da kommt nicht automatisch der Notarzt, sondern vetmutlich erstmal die Strassenmeisterei.

    Die Pannenstelle sofort allgemein bekannt zu bekannt zu machen, ist eigentlich auch Hauptziel und nicht nur Nebeneffekt. Das Problem des Misbrauchs ist sicherlich keine Ueberraschung.


    Ich habe Berichte gelesen, in denen es hiess, dass viele der kaeuflichen V16 so schwach sind, dass sie bei Sonnenlicht kaum zu sehen sind. Aufs Warndreieck verzichten wollte ich deshalb nicht.

  • #10

    Sehe diese Lampen auch eher als "zusätzliche" Absicherung. Falls das Fahrzeug mal hinter einer Kurve steht, oder es wirklich finstere Nacht ist.

    Im PKW liegt immer ein Warndreieck. Beim Motorrad etwas schwierig und daher immer eine Warnweste dabei. Gibt ja so Helmüberzieher mit Warnsymbol, sodass der Helm als "Warndreieck" umgebaut werden kann. Wäre natürlich gut wenn er nach der Panne noch da ist :/


    Gestern ein Dashcam Video gesehen, wo jemanden wehrend einer Panne das Dreieck geklaut wurde :shock:

    Gruß Thomas

    Fahrzeuge: Africa Twin SD 14 Adventure Sport. Honda Jazz Hybrid Sport.

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