Beiträge von Sampleman

    Ich fahre seit drei Jahren eine '22er SD08 DCT, die ich 2023 neu gekauft habe. Drei Monate später wurde die SD13 vorgestellt, und da habe ich mich schon etwas geärgert, weil ich das EERA und die schlauchlosen Reifen gern gehabt hätte.


    Dann hatte ich während einer Inspektion die Möglichkeit, die SD13 ein paar Stunden zu fahren, allerdings mit Schaltgetriebe.


    Was mir am besten gefallen hat, war das EERA. Die Maschine lag - für mein Popometer - einfach satter und definierter auf der Straße. Der Motor hat mehr Drehmoment, das etwas eher anliegt. Außerdem hat er eine klappenlose Auspuffanlage. Ich fand den Unterschied schwierig zu bestimmen. Wenn ich es nicht gewusst hätte, hätte ich wohl nichts gemerkt. Die schlauchlosen Reifen merkt man natürlich erst bei einer Panne - oder daran, dass man seltener Luft nachfüllen muss. Zum neu abgestimmten DCT kann ich nichts sagen, denn "meine" SD13 hatte Schaltung. Ich habe allerdings gehört, dass man bei der SD13 jetzt etwas mehr Gas geben muss, damit sie losfährt. Das dürfte für DCT-Neulinge eine Hilfe sein, für Leute wie mich, die jetzt über 20.000 km das alte DCT kennen, könnte es eher als Nachteil rüberkommen.


    Gegenüber der SD08 hat die SD13 ein in der Höhe verstellbares Windschild. Das ist für mich - ich bin sehr groß - irrelevant, weil die Serien-Aerodynamik für mich ohnehin nie passt.


    Bleibt der heftige Preisunterschied. Wenn du heute deine SD08 gegen eine neue SD13 mit EERA in Zahlung gibst, dann kostet dich das mindestens 5.000 Euro. Gut, du hast dann ein neues Mopped mit sechs Jahren Garantie, das nichts wirklich schlechter kann als das alte. Aber du könntest natürlich auch 2.000 Euro in ein Fahrwerks-Upgrade investieren und deine Alte einfach weiterfahren.

    Wenn dir bei Tempo 70 der Sprit ausgeht und deine AT gerade bei 3.500 Touren im 4 Gang läuft, dann bleibt der Motor aber erst mal nicht stehen, solange das Motorrad rollt und die Kupplungen geschlossen sind. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass das DCT während des Ausrollens noch fleißig runterschaltet, denn Öldruck und Strom sind ja noch vorhanden, solange der Motor dreht. Und das tut er, solange die Kupplungen zu sind und das Motorrad rollt;-)

    Ich will jetzt nicht Haare spalten, aber wenn die Kupplungen im DCT durch Öldruck gesteuert werden, dann ist der Öldruck da, solange der Motor dreht. Das gilt auch für die Bordspannung, die bleibt, solange die Lima dreht, selbst wenn die Batterie tot ist. Ich behaupte mal: Eine AT mit DCT, bei der der Motor plötzlich keinen Sprit bekommt, rollt im Wesentlichen genauso schnell oder langsam aus wie eine AT mit DCT, der man einfach das Gas zumacht. Zum Schluss vermutlich schneller, weil mangels Sprit keine Leerlaufeinspritzung mehr stattfindet.


    Wenn wir mal davon ausgehen, dass man im Fall eines plötzlichen Spritmangels am liebsten so lange wie möglich ausrollen möchte, dann müsste man die Kupplungen aufmachen können. Ich weiß nicht, ob die Kupplungen aufgehen, wenn man während des Rollens den Killschalter drückt oder gar die Zündung aus macht (nein, ich werde es auch nicht ausprobieren :naughty: )

    Ich zitiere mal den letzten Satz aus deinem Ursprungs-Posting:


    "Was sind eure Erfahrungen bzw. we geht ihr damit um? Ich trau mich kaum noch aufs Bike gerade..."


    Tut mir leid, aber da komme ich doch zu dem Schluss, zu dem ich gekommen bin. Wenn man mit einem Reifen einen Rutscher hat, dann muss das nicht am Reifen liegen, es kann auch schlicht an unangepasster Fahrweise liegen, denn wärest du an der besagten Stelle langsamer gefahren, dann wärest du nicht gerutscht. Du hattest um Rat gefragt und offenbar erwartet, dass jetzt alle sagen: Tausche deinen TKC 70 gegen irgendein anderes Fabrikat. Das wäre eine Überlegung, wenn der TKC70 zum Rutschen neigen würde.


    Das tut er aber nach meiner Erfahrung nicht.

    Bei einem herkömmlichen Motorrad ziehst du, wenn dir der Motor wegen Spritmangels stehen bleibt, die Kupplung und rollst aus. Das kannst du bei DCT nicht. Du kannst auch anders nicht den Gang rausnehmen. Das DCT-Motorrad rollt auch aus, kommt aber schneller zum Stillstand als ein konventionelles Mopped. Darum geht's.

    Schön, dass du so leicht zu begeistern bist. Aber meine Bemerkung war durchaus ernst gemeint: Vor bald 30 Jahren habe ich mit der Sporttaucherei angefangen. Das hat mich sehr begeistert, bis zu dem Tag, an dem ich einen Tauchunfall hatte. Oder nennen wir es besser eine Gefahrensituation, in die ich durch eine Verkettung unglücklicher Zustände gekommen bin und die mich hätte umbringen können. Ich hatte Glück und habe in der Situation auch richtig reagiert, so dass ich da ohne bleibende Schäden wieder rausgekommen bin. Aber der Vorfall hat mich so erschüttert, dass ich die Taucherei sofort aufgegeben habe. Ich empfand das Gefühl, dass die Sache es nicht wert ist, sich in Lebensgefahr zu bringen. Kann man lächerlich finden, war aber mein Ergebnis.


    Vor etwa 15 Jahren hatte ich einen Motorradunfall. Mir ist auf regennasser Straße das Vorderrad weggegangen (Dieselfleck?) , das Motorrad ist in eine Böschung gerutscht und war Schrott. Mir ist nichts passiert. Im Frühjahr drauf habe ich mir ein neues Motorrad gekauft und bin weitergefahren, weil ich es ohne nicht mehr ausgehalten hab. Die Furcht, dass mir in der Kurve das Vorderrad weggehen könnte, habe ich mit der Zeit auf ein vernünftiges Maß zurückdrängen können. Wem das nicht gelingt - und es ist nicht gesagt, dass das jedem gelingt - der muss eventuell die Konsequenzen ziehen.


    Ich hatte schon mehrere Sätze TKC70 und finde, dass das ein ganz und gar unproblematischer Reifen ist. Wenn man mit dem Reifen in eine Situation kommt, wo er rutscht, dann muss das nicht unbedingt am Reifen liegen.

    Ich habe jetzt seit ca. 4.000 km TKC 70 auf meiner 2022er SD08. Ich bin damit alles gefahren vom strömenden Regen bis zu Tempo 200 auf der Autobahn. Letztens bin ich mit einem Forumskollegen bei wechselhaftem Wetter einen Nachmittag durch die Schwäbische Alb gefahren, da waren auch einige Strecken dabei, auf denen es gerade geregnet hatte und jetzt wieder am Abtrocknen war. Irgendwann bin ich dann mal über eine Fahrbahnmarkierung gefahren und das Vorderrad hat kurz versetzt. Ja da erschrickt man sich gehörig, und danach macht man langsamer, aber ehrlich gesagt war das nach 20 Minuten vergessen.


    Wenn du mit deiner AT absolut nicht vor hast, in irgendeiner Form ins Gelände zu fahren, dann könntest du vielleicht mal über einen Satz Conti Trail Attack nachdenken, die fand ich als 100% Straßenreifen noch etwas besser als die TKC 70, aber grundsätzlich setzen mir die TKC 70 auf der Straße auch keine ernst zu nehmenden Grenzen.


    Was ich dir überhaupt nicht abnehmen kann, ist die Frage, wie du mit so einem "Beinahe-Unfall" umgehst. Ich will mich nicht damit brüsten, aber an dem Tag hatte ich auf der Landstraße manchmal 140 auf dem Tacho. Ich denke, wenn man deutlich langsamer und behutsamer fährt, dann rutscht da potenziell auch weniger. Eine Garantie auf Unsterblichkeit ist das natürlich nicht, aber wer mit dem grundsätzlichen Defizit an Sicherheit nicht klar kommt, der darf kein Motorrad fahren. Genauer: Er darf natürlich schon, aber er muss sich fragen, ob das das Richtige für ihn ist.

    Genau so. Ich muss dazu sagen, dass mir das bislang nur störend beim Zurückschalten vom zweiten in den ersten Gang aufgefallen ist. Situationen, wo das das DCT auch in Schräglage für notwendig hält, sind eigentlich immer enge Kreisel oder Haarnadelkurven. Deshalb in solchen Situationen einfach kurz vorher manuell zurückschalten und komplett im Ersten fahren, wenn es langsam sein soll.