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#27.772 Es gibt Dinge im Leben, die sind einfach nicht zu erklären.
Zum Beispiel, warum mir gestern abend Werbung für Kuchen im Hunsrück angezeigt wurde.
Vermutlich existiert irgendwo ein geheimes digitales Bewegungsprofil von mir mit der Kategorie:
Männlich, motorradbegeistert, wetterunabhängig – und bei Sahnetorten nur schwer zu bremsen.
Wie dem auch sei: Wenn einem der Algorithmus schon Kuchen im Hunsrück anbietet, wäre es ausgesprochen unhöflich, dieses Angebot einfach zu ignorieren.
Schließlich will man die moderne Technik ja nicht enttäuschen.
Die Wetterprognose versprach Temperaturen zwischen 8 und 10 Grad, dafür aber trockenes Wetter – zumindest bis etwa 16 Uhr.
Ein Zeitfenster, das man als Motorradfahrer durchaus als Einladung verstehen kann. Oder als freundliche Warnung mit Ablaufdatum.
Gegen Mittag ging es los. Die Maschine war bereit, die Herbstluft frisch, und ich war guter Dinge. Acht bis zehn Grad sind schließlich kein Grund, zu Hause auf dem Sofa zu versauern.
Mit der richtigen Kleidung ist das durchaus auszuhalten. Und außerdem: Wer für Kuchen friert, friert mit einem Ziel.
Die Route führte zunächst durch das Edelsteinland und weiter in Richtung Hunsrück.
Eine Gegend, die im Herbst ihren ganz eigenen Charme entfaltet. Die Wälder leuchteten bereits in bunten Farben. Zwischen den Bäumen hing stellenweise noch ein leichter Dunst, während die Sonne versuchte, sich gegen die grauen Wolken durchzusetzen.
Die Straßen schlängelten sich durch die Landschaft, vorbei an Wiesen, kleinen Ortschaften und herbstlich gefärbten Hängen.
Man könnte jetzt natürlich an die Vergänglichkeit des Lebens denken. Ich persönlich dachte eher daran, ob das angekündigte Café in Annenberg wohl auch anständigen Kuchen im Angebot hätte.
Der Blick wanderte regelmäßig zum Himmel. Nicht, weil ich plötzlich ein ausgeprägtes Interesse an Meteorologie entwickelt hätte. Nein, ich wollte lediglich wissen, wie viel Zeit mir bis zum angekündigten Ende des trockenen Wetters noch blieb. Schließlich sollte die Tour kein Wettrennen mit den Wolken werden. Obwohl sich das später noch ändern sollte.
Dann war es plötzlich da: ein Schild am Straßenrand. Ein Hinweis auf ein Café.
Also abgebogen.
Die Straße wurde schmaler. Und schmaler. Und irgendwann so schmal, dass ich mich unwillkürlich fragte, ob hier tatsächlich ein Café auf zahlende Kundschaft wartete oder ob ich gerade die erste Szene eines mittelmäßig budgetierten Horrorfilms nachspielte.
Ihr kennt das: Der Motorradfahrer folgt einem unscheinbaren Hinweis, die Straße wird immer einsamer, links und rechts dichter Wald, kein Mensch weit und breit. Im Hintergrund fehlt eigentlich nur noch die unheilvolle Musik.
Warum biege ich eigentlich immer irgendwo ab, nur weil ein Schild Kuchen verspricht?
Die Antwort war einfach: Weil ich ein Mann von Kultur bin. Und weil Umkehren in dieser Situation bedeutet hätte, eine möglicherweise hervorragende Kuchenauswahl kampflos aufzugeben.
Also weiter.
Und tatsächlich: Am Ende der schmalen Straße, es war übrigens eine Sackgasse, wartete kein Serienmörder, kein verlassenes Gehöft und auch kein unheimlicher Waldschrat mit Kettensäge.
Dort wartete das Atelier-Café in Annenberg.
Manchmal ist das Leben eben doch kein Horrorfilm. Manchmal ist es eine Komödie mit Sahnehäubchen.
Schon die Kuchenauswahl ließ vermuten, dass sich die abenteuerliche Anfahrt gelohnt hatte.
Eine ordentliche Auswahl, die nicht nur das Auge erfreute, sondern auch die innere Entscheidungsfindung erheblich erschwerte.
Denn genau hier liegt die eigentliche Herausforderung eines Kuchenkenners: Nicht etwa die Frage, ob man Kuchen isst, sondern welcher Kuchen die Ehre erhält.
Man steht vor der Auslage, betrachtet die süßen Kunstwerke und versucht, eine rationale Entscheidung zu treffen. Aussichtslos.
Das ist ungefähr so, als würde man einen Motorradfahrer fragen, welche seiner Kurven heute die schönste war.
Besonders erfreulich: Die Preise waren mehr als fair. Kein überteuerter Luxusgenuss, bei dem man nach dem letzten Bissen erst einmal einen Kreditvergleich bemühen muss. Hier stimmte das Verhältnis zwischen Preis und Kuchenglück.
Und während draußen der Herbst seine kühle Hand über den Hunsrück legte, ließ es sich drinnen ganz gut aushalten.
So muss das sein: erst ein wenig Abenteuer auf zwei Rädern, dann eine Belohnung auf Porzellan.
Andere machen Wellness. Ich fahre Motorrad und esse Kuchen. Jeder hat schließlich seine eigene Form der Selbstfürsorge.
Ob die Kuchenwerbung nun ein raffinierter Algorithmus, eine geheime Verschwörung der Konditorenzunft oder schlicht göttliche Fügung war, ließ sich nicht abschließend klären.
Fest steht nur: Die Werbung hatte ihr Ziel erreicht.
Irgendwann musste selbst ich einsehen, dass die schönsten Cafébesuche nicht ewig dauern können. Außerdem stand noch die Rückfahrt an – und die Wetter-App hatte ihre Drohung mit dem Ende des trockenen Wetters keineswegs zurückgenommen.
Also wieder aufgesattelt und hinunter zur Mosel.
Die Landschaft präsentierte sich noch einmal von ihrer herbstlichen Seite. Die Weinberge lagen in warmen Farben an den Hängen, dazwischen die letzten grünen Flächen und immer wieder das Wasser der Mosel, das sich durch das Tal zog. Gerade im Herbst haben diese Straßen etwas Beruhigendes. Die Natur wird langsamer, die Farben werden kräftiger und die Landschaft wirkt, als hätte jemand den Kontrastregler ein wenig nach oben geschoben.
Natürlich nur, solange man nicht ständig den Himmel kontrolliert.
In Veldenz wartete dann die nächste fahrerische Zugabe: die Serpentinen wieder hinauf. Kurve für Kurve schraubte ich mich nach oben. Ein herrliches Stück Motorradstrecke, bei dem man sich ganz auf Linie, Schräglage und den Rhythmus der Straße konzentrieren kann.
Wäre da nicht dieser zunehmende Blick zum Himmel gewesen.
Die Wolken wurden dunkler. Die Stimmung wechselte von goldener Herbstidylle zu einem Farbton, den man meteorologisch wohl als gleich gibt's Ärger bezeichnen könnte.
Und dann kam er: der Regen.
Zunächst machte er sich bemerkbar, als wolle er höflich anfragen, ob er sich an der Tour beteiligen dürfe. Doch aus der höflichen Anfrage wurde rasch eine recht deutliche Einladung zur Beschleunigung der Heimreise.
Spätestens jetzt war klar: Die Wetterprognose hatte ihre Geschäftsbedingungen eingehalten. Trocken bis ungefähr 16 Uhr. Danach offenbar kostenpflichtiges Zusatzprogramm.
Ab dem Ort Berglicht wurde aus der gemütlichen Heimfahrt eine kleine Flucht vor den Elementen.
Der Blick richtete sich nun nicht mehr auf besonders schöne Herbstbäume oder idyllische Ausblicke, sondern auf die Straße, den Himmel und die Frage, wie weit es noch bis nach Hause war.
Die Gedanken kreisten um eine einzige Sache: Hoffentlich wird der Regen nicht noch stärker.
Der Hunsrück zeigte jetzt seine andere Seite. Die bunten Wälder waren immer noch schön, aber bei Regen und kühlen Temperaturen verliert selbst das prächtigste Herbstlaub ein wenig von seinem touristischen Zauber. Man beginnt, die Vorzüge einer warmen Garage zu schätzen. Und trockener Handschuhe. Und einer Heizung. Und überhaupt sämtlicher Erfindungen, die nicht zwingend zwei Räder haben.
Der Fahrtwind war plötzlich weniger erfrischend als vielmehr ein persönlicher Angriff. Jede weitere Kurve brachte mich dem Ziel näher, aber auch der Erkenntnis, dass die Wetter-App mit ihrer 16-Uhr-Prognose erstaunlich treffsicher gewesen war.
Die kleine Rote und ich legten uns also ins Zeug – selbstverständlich im Rahmen dessen, was Straßenverhältnisse und Vernunft zuließen. Denn bei aller Liebe zum Abenteuer: Der Kuchen war es wert, die Heimfahrt heil zu überstehen.
Und irgendwann war es geschafft.
Zuhause angekommen, war die Tour beendet, der Hunsrück lag hinter mir und der Regen konnte sich von mir aus austoben, so viel er wollte.
Ich war wieder im Trockenen.
Und sollte mir demnächst Werbung für ein Café im Schwarzwald, im Westerwald oder irgendwo hinter den sieben Bergen angezeigt werden, werde ich mich jedenfalls nicht beschweren.
Ich werde höchstens die Wetter-App öffnen, die Handschuhe suchen und den Tank kontrollieren.
Denn als Kuchengenießer weiß ich schließlich: Der Weg ist das Ziel. Aber der Kuchen ist die Belohnung.
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#27.774 Tina und ich waren heute als Ordner in Frankfurt bei der Gedenkfahrt für verstorbene Biker in diesem Jahr.
Los ging es um 8.45 Uhr bei frischen 5 Grad. Da wir die Teilnahme zugesagt hatten, wurde auch gefahren. Lange Unterhosen, Shirt und einen Fließpulli, dazu die Griffheizung ab nach Frankfurt
.Um 10.30 Uhr waren wir am Treffpunkt und die Temperatur war auf 10 Grad geklettert. Nach zwei Kaffee kam die Körpertemperatur auch wieder in den normalen Bereich. Nach einem kurzen Briefing hatten wir auch Gespräche mit anderen Biker. Dann kamen auch noch fishlord und bandida die als Helfer der MATAS dabei waren.
Hier ein Teil derjenigen die am Korso teilgenommen haben
Da man als Ordner den Vorteil hat auch den kompletten Korso zu sehen hab ich hier ein paar Bilder
Und hier an der Hauptwache war der Korso zu Ende , und wo dann der Gedenkgottesdienst in der Katharinenkirche stattfand.
Es war wieder mal ein sehr schönes Erlebnis dabei gewesen zu sein.
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#27.775 Irgendwie hatten wir zwei, lieber Stefan Janosch wohl den gleichen Gedanken, nur das wir ( mein Sohn und ich) die Wetterapp zuletzt gestern Abend zu Rate zogen.
Ich hatte heute Lust auf einer meiner drei Hauptlokalitäten. Neben der " Tanke" in Kail und dem "Elmores" rechtsreihnisch, führen mich mein Hausstrecken auch gerne in Richtung Ring.
Hier am " Brünchen" waren wir die einzigsten Motorradfahrer.
Aber wenn am "Ring" zu viel los ist und überhaupt, wenn es um Kuchen und " schön sitzen" gehtist das " Schillingers" in Kelberg zu empfehlen.
Neben Kaffee und Kuchen gibt es hier auch frisch zubereitete Omelette und StrammerMax Variationen.
Bei einstelligen Temperaturen will man nicht draußen sitzen, aber ansonsten sitzt man hier, erhaben über dem Marktplatz wunderschön.
Auf dem kurvenreichen Rückweg haben wir noch einen alten Freund aus meiner früheren Arbeit in der Motorradbranche besucht und über vergangene Zeiten gequatscht - viel zu lang, so das uns der 16 Uhr Regen dazu zwang, die Hausstreckenzeigerunde abzukürzen.
Nass gewordene Grüße
HeinoAT
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#27.776 Alles anzeigenAber wenn am "Ring" zu viel los ist und überhaupt, wenn es um Kuchen und " schön sitzen" gehtist das " Schillingers" in Kelberg zu empfehlen.
Ist das eine Empfehlung oder gar eine Einladung ?
Da wäre ich über Land in gerade mal 2½ Stunden. Oh je, ich glaub ich hab da schon wieder was im Kopf und demnächst im Bauch.

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#27.778 Alles anzeigenAn Dir ist offenbar ein kleiner Poet verloren gegangen.
Die Einen schrauben nach einer gelungenen Tour an Ihrem Mopped, putzen und polieren und ich schreibe eben gerne meine Erlebnisse auf.
Die Einen erfreuen sich, wenn sie anderer Leute blitzblank gewienerten Maqschinen sehen und andere, wenn sie meine Geschichten lesen.
So kommt jeder auf seine Kosten.

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#27.779 Letzten Montag das schöne Wetter ausgenutzt und für ein paar Tage ins Trentino aufgebrochen .
Ziemlich frisch am Timmelsjoch
Kurz vorher noch Bummler 1964 und Peter getroffen
Warten auf die Fähre...
Am Passo Manghen nehmen die Holzstapel mittlerweile etwas ab.
Natürlich immer wieder Pausen für Schokolade und Kuchen
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