Mir ist aufgefallen, dass Honda vermehrt eher in die "niedrigpreisigeren" Modelle zu investieren scheint.
In den letzten Jahren ist kein komplett neu entwickeltes Motorrad mehr mit DCT auf den Markt gekommen. Alles nur Facelifts von vorherigen Modellen, die ja bereits DCT hatten.
Glaubt ihr dass die Weiterentwicklung des DCT noch fortgeführt wird oder Honda eher Richtung normales Getriebe mit E-Clutch oder vielleicht auch in Richtung ASA oder YAMT ähnliche Gefilde aufbrechen wird? Denn billig ist das DCT ja in der Produktion auch nicht, dann noch Mehrgewicht, etc.
Auf der anderen Seite wird ja lt. Honda mehr als die Hälfte mit DCT geordert wo DCT verfügbar ist.
Eure Gedanken dazu würden mich Interessieren.
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Um mal wieder auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen: Ich glaube nicht, dass Honda das DCT zeitnah einstellen wird. Das DCT in seiner aktuellen Form ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. BMW und auch die Honda e-Clutch und KTM AMT und wie sie nicht alle heißen sind nur Systeme, die die Kupplungsbetätigung automatisieren. Geschaltet wird noch immer mit dem Fuß.
Die Yamaha Y-AMT ist am nächsten dran, aber a) sollen die Gangwechsel im Vergleich zum DCT sehr ruppig sein und b) ist die Schaltlogik wohl noch sehr unausgereift, was man so liest. Dass viel zu spät hoch geschaltet wird, nicht so dynamisch sinnvoll wieder runter wie bei der Honda usw. Es wird sicherlich im Laufe der nächsten Jahre Alternativen von anderen Herstellern geben, aber die haben dann dennoch über 10 Jahre Entwicklungsvorsprung von Honda nachzuholen. Eventuell wird irgendwann mal das DCT aussterben, weil sich mit einer sauber abgestimmten automatisierten Gangbetätigung (auch in Verbindung mit dem Quickshifter) auch mit einer Kupplung ein ähnlich gutes Ergebnis mit weniger Mehrgewicht realisieren lässt. Ich denke aber, dass wir noch mindestens 10 Jahre davon entfernt sind, dass ein anderer Hersteller eine sinnvolle Alternative im Portfolio hat. Für mich, der nicht kuppeln und entweder nicht oder mit der Hand schalten möchte, ist die einzige Alternative aktuell das Y-AMT System, das ich im Frühjahr mal ausprobieren will. Aber ich bin schon mal eine 900er Tracer gefahren und habe mit der Partout nicht die gewünschte Kurvenlinie getroffen, das Mopped liegt mir also offenbar nicht. Und mit dem, was ich bisher über das Y-AMT gelesen habe, glaube ich auch nicht, dass es mich überzeugen wird. Und das, obwohl ich ein 2017er AT mit DCT fahre, das ja nun noch weit ab von dem neuesten heißen Scheiß von Honda ist.
Dass die AT keine umfassende Modernisierung bekommen hat stimmt zwar, allerdings gibt es am Markt auch nicht wirklich große Neuerungen, die ihr so unbedingt fehlen würden. Sie hatte ja schon ein TFT mit umfassender Fahrprofilauswahl, hat ein optionales elektronisches Fahrwerk und Tempomat. Eine "Adventure" Version mit größerem Tank gibt's auch. Wenn man den R1300GS Konfigurator mal durch sieht, sind die einzigen Ausstattungen, die ich dort finde, die der AT fehlen
- beheizte Sitzbank (gibt es alternativ im Zubehör)
- radargestütze Fahrassistenzen (Totwinkelwarner, Abstandstempomat)
- Matrix-LED-Fernlicht
- elektrisch verstellbarer Windschild
- adaptive Fahrzeughöhenverstellung
Über Sinn und Unsinn dieser Funktionen kann man sich allerdings vortrefflich streiten. Ich bräuchte sie nicht.