Beiträge von HDM

    Die 1000er Sitzbank ist anders konzipiert als die 1100er Sitzbank, man kann sie nicht tauschen.

    Deswegen habe ich z.B. in meinen Bericht über die Jungbluth Sitzbank in der Überschrift auch 1100er Sitzbank geschrieben.

    LG

    HDM

    Du sprichst wohl von der 1000er, bei der 1100er verlier ich fast immer die Nerven bej dem gefummel =O Das war bei den Vorgängern viel besser gelöst als jetzt ||

    Ja, ist Tricky. Ich fahr die ATAS 2020

    Bei der hinteren Sitzbank von der linken Seite rangehen, mit der rechten Hand von außen in die dafür vorgesehen Vertiefung greifen und die Sitzbank leicht gegen den Uhrezeigersinn nach vorne, links, oben abdrehen.

    Bei der vorderen Sitzbank von hinten, rechts und links an den untersten Stellen greifen. Jetzt nicht versuchen die Sitzbank einfach nach hinten rauszuziehen, sonst wird das ein ewiges gefummel. Du musst die Sitzbank in einen Minibogen erst nach OBEN anheben und dann nach hinten rausziehen.

    LG

    HDM

    Ach Christoph, das ist ja lieb von dir, aber mach dir mal keinen Kopf, das passt schon alles. Ich wollte eigentlich in meinem zweiten Beitrag nur aufzeigen was ich mit der Jungbluth Sitzbank erlebt habe, ist halt ein wenig mehr daraus geworden.

    Ich empfehle zum Thema Motorradfahren immer mein Lieblingsstandartwerk: Die obere Hälfte des Motorrads.

    Vielleicht gibt es inzwischen "bessere" Bücher, aber die können auch nicht das Motorradfahren neu erfinden.

    LG

    HDM

    Eine der ersten Lektionen bei einem Endurotraining ist, den Lenker ganz locker zu halten. Man derigiert und mitunter fixiert das Motorrad eher mit den Beinen. Soviel dazu von mir.

    Aber wie fehlte sich nun der Hintern am Ende wirklich an, wirst du es nun in Zukunft länger auf der Sitzbank aushalten?

    Ich erwische mich immer wieder mal, das ich den Lenker zu fest halte, oder mich verspanne, nobody is perfect.

    Ich kann mir jetzt nicht recht vorstellen was du mit fixieren des Motorrades durch die Beine meinst, ich denke du meinst den Geländeeinsatz? Dazu kann ich leider nichts sagen.

    Tja, der Hintern...ich glaube nicht das ich wegen der Sitzbank länger fahren werde, ich konnte auch vorher etliche Stunden am Stück fahren. Aber meine kleinen Wehwechen sind weniger, ich bin lockerer, habe einen besseren Fahrstiel und so noch mehr Spaß am Fahren.

    Wenn ich jetzt mal mit dem Popometer vergleiche: Auf der orginal Sitzbank ist es weicher und angenehmer zu Sitzen, wenigstens die erst halbe Std, oder solange bis du den Schaumstoff runtergesessen hast. Dann zieht die Jungbluth Sitzbank klar vorbei, du spührst zwar immer den Druck der Sitzbeinhöcker das ist aber halb so wild im Vergleich zur Originalen.

    LG

    HDM

    Huhu Christoph,

    deswegen habe ich ja auch bewußt davor geschrieben, das es meine persönliche Meinung ist.

    Kraft am Lenker ist wichtig, gar keine Frage. Die Frage ist doch für mich nur wie viel?

    Es geht mir nicht um einen rießigen Kraftauwand der zum Sturz führt, sondern die kontinuierliche Druckausübung in einem Maße die nicht notwenig wäre über viele Kilometer. Und steter Tropfen höhlt den Stein.

    Es wäre es für mich mal interessant, jemanden von einem Entwicklungsteam Motorradreifen zu befragen?

    LG

    HDM

    Ich habe gestern dann auch die Jungbluth Sitzbank getestet. 4h bin ich durch die Eifel gefahren. Kalt wars, geregnet hats, aber in der letzten Stunde wurde es freundlicher und ich um einige Erfahrungen reicher.


    Ich habe die Sitzbank auf meiner 1100er ATAS 2020 getestet und schreibe hier über meine persönlich empfundenen Eindrücke, gemischt mit Erfahrung, Wissen und med. Grundlagen.


    Der erste Eindruck, als ich mich auf die montierte Sitzbank setze: Härter ist sie und breiter, wobei ich über beides ja eingangs schon geschrieben habe.


    Das „Breiter“ hat aber auch einen Nachteil. Ich komme jetzt mit den Füßen nicht mehr so gut auf den Boden hinunter. Das kann man jedoch leicht ändern: Sitzbankschaumstoff erhöhen und eine Stufe tiefer montieren. Die Erhöhung ist wichtig, weil sonst der Kniewinkel wieder spitzer wird. Für die „Kurzen“ unter uns besteht auch noch die Möglichkeit die Sitzbank 1 cm abzupolstern. Ansonsten bietet Daytona auch Stiefel mit „integrierter“ Sohlenerhöhung an. Aus orthopädischer Sicht ist eine massive Sohlenerhöhung nicht so gut, aber zum Motorradfahren sicher eine bessere Lösung, als auf Zehenspitzen das Motorrad zu balancieren.


    Wieder zurück zur Sitzbank. Gut verarbeitet ist sie und macht einen soliden Eindruck. Und da ich noch sicher mit den Füßen hinunterkomme, lasse ich sie auch in der oberen Fixierung.


    „Solide“ ist auch die Härte der Sitzbank. Anfangs empfinde ich sie als aufdringlich und ich spüre meine beiden Sitzknochen zuverlässig während der vierstündigen Eifelfahrt. Als ich nach 1h Fahrt anfange mit der Sitzbank zu „spielen“, erweitert sich meine Sichtweise und auch meine Fahrtechnik.


    Die Breite der Sitzbank, die Härte des Schaumstoffes sowie die Rückmeldung über meine Sitzbeinhöcker erweisen sich dann genau als die Punkte, die es mir ermöglichen meinen Fahrstil sogar zu verbessern.:)


    Während ich auf der originalen Sitzbank ein „umpolstertes“ Gefühl habe, das mein Becken fixiert, habe ich jetzt eine genaue Rückmeldung. Ich spüre wie mein Becken leicht gekippt ist und meine Sitzbeinhöcker mit dem Motorrad „verbunden“ sind. Mein Becken ist frei und doch ausreichend stabilisiert. Ich kann sogar mit meinen Sitzbeinhöckern re/li Druck ausüben und so Einfluss auf des Fahrverhalten des Motorrades nehmen.


    Warum ist das nun so wichtig, wie ich meine?


    Gutes Motorradfahren besteht für mich auch aus einer Kombination von Kraftausübung durch den Lenker und Gewichtsverlagerung durch den Fahrer, und dies natürlich unterschiedlich je nach Situation: Gelände, Straße, Kurve, Serpentine, Kurvenkorrektur, schnelles Ausweichen usw....


    Ich bin auch der Meinung, dass ein Sägezahnmuster am Vorderreifen daherkommen kann, dass man zu viel Druck über den Lenker ausübt. Man zwingt dem Vorderrad über den Lenker quasi seinen Willen auf, was überhaupt nicht notwendig ist in einer normalen Fahrsituation. Das ist anstrengend und kostet Konzentration. Hier ist es besser über Gewichtsverlagerung einfach mitzuschwingen und den Lenker „lockerer“ zu lassen.


    Also ist es wichtig auf dem Motorrad nicht „starr“ zu sitzen und ich habe gemerkt wie die Sitzbank genau diese notwendige „Mobilität“ bei mir unterstützt. Hier verlagere ich nicht nur den Oberkörper, sondern kann auch mit dem Becken Druck auf das Motorrad ausüben. Weiterlaufend bliebt dadurch die WS aufrechter, die Muskulatur besser im Gleichgewicht und das bedeutet ein besseres Handling.


    Mir fällt es leichter „mitzuschwingen“, nicht das ich es vorher nicht auch gemacht hätte, aber es war anstrengender und hat mehr Konzentration gebraucht.


    Dazu kommt noch, dass ich seit 700 km einen klaren Straßenreifen fahre (CTA3) der einen sehr kleinen Einlenkimpuls benötigt was das Ganze noch unterstützt, und wunderbar harmoniert.


    Persönliche Meinung: Dies könnte auch der Grund dafür sein, dass manche den CTA3 als zu kippelig und unruhig empfinden. Er bekommt zu viel Druck über den Lenker.:/


    Heute habe ich die Sitzbank wieder bei Jungbluth abgegeben. Leider kann ich eine neue Sitzbank nicht gleich bestellen und bei der Heimfahrt am Samstag mitnehmen, da ihn der blaue Sitzbezug ausgegangen ist. Ich werde sie mir zu Weihnachten wünschen. Er produziert hauptsächlich BMW und während wir uns unterhalten kommt auch gleich eine GS angefahren. Wir lästern noch gemeinsam über die Qualität der originalen BMW Sitzbänke <X und unterhalten uns über die momentane ergonomische Weiterentwicklung bei BMW. Dann will ich ihn nicht länger aufhalten und fahre wieder heim. Herr Jungbluth scheint ein vielbeschäftigter und gefragter Mann zu sein.:thumbup:


    Wie immer, liebe Grüße


    HDM

    Bilder von innen durfte ich leider nicht machen, kann ich aber verstehen. In der Zubehörbranche wird abgekupfert was das Zeug hält.


    Ist mir selbst passiert, als ich vor über 20 Jahren die ergonomische Lenkererhöhung erfunden habe.


    Ja, ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit dem Thema: Mensch – Motorrad – Ergonomie und wollte mal auf ein kleines Schwätzchen bei Jungbluth vorbeischauen, wenn ich denn schon in der Eifel bin.


    Der Betrieb im Nebengebäude und Garage.


    Man merkt dass er sich mit dem Thema auseinandersetzt und wie ich meine, auch erfolgreich umsetzt.


    Vielleicht ist es euch auch aufgefallen: Setze ich mich auf meine originale Sitzbank dann verändert sich nach einiger Zeit der Fuß-Boden-Abstand. Ich habe es beim Ampelstop bemerkt und als sehr positiv empfunden und muss zu meiner Schande gestehen auch gar nicht weiter darüber nachgedacht. Und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, ist diese Veränderung auch beim Kniewinkel zu bemerken, er wird (kleiner/spitzer).


    Das Grundlegende Problem sagt Jungbluth, ist der original zu weiche Schaumstoff der zu stark nachgibt. Dies würde meine Beobachtung auch unterstützen, und je schwerer man ist, desto deutlicher wird sich das dann auch auswirken.


    Für die nächsten Punkte, warum eine Sitzbank einiges verändern kann müssen wir den Anatomieunterricht aus der Schulzeit auskramen.


    Unsere Wirbelsäule ist in 3 Bereiche aufgeteilt: Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule mit leichten Krümmungen die gegengleich laufen. Im Stehen sollten sie in einem guten Verhältnis zueinander sein :P und die Funktionen und auch Muskulatur so optimal aufeinander abgestimmt sein 8o8o


    Das ist meiner Erfahrung nach eher selten gegeben, aber man braucht ja mal ein gewisses „Vergleichsmaß“


    Die WS-Stellung ändert sich dann beim Sitzen radikal, weil der Mensch nicht zum Sitzen geschaffen ist. Aber man kann diese Wirbelsäuleneinstellung beim Sitzen etwas verbessern, wenn man das Becken durch eine leichte Schräge unterstützt.


    Das Becken wird dadurch leicht nach vorne geneigt. Die Lendenwirbelsäule (LWS) bekommt einen kleinen Bogen nach vorne, die Brustwirbelsäule (BWS) richtet sich ein wenig auf (kommt aus der Krümmung raus) und die Halswirbelsäule (HWS) kommt aus der Steilstellung in eine normale Krümmung nach vorne.


    Schließen wir den Kreis wieder mit der Sitzbank.


    Hier mal eine einfach Handskizze, die Jungbluth vor Ort gemacht hat (von mir ergänzt).




    Die originale Sitzbank von der Seite. Man sieht eine leichte Schräge der Sitzfläche, was ergonomisch sinnvoll ist.


    1 soll die Kante der Sitzplatte darstellen.


    2 soll die ungefähre Lage des auszuwechselnden Schaumstoffs darstellen.


    Durch die leichte Schräge der Sitzbank rutscht man auf Dauer etwas nach vorne, wo der Schaumstoff am stärksten ist, Bei unserer originalen Sitzbank gibt hier der zu weiche Schaumstoff am meisten nach. Deswegen war auch nach einiger Zeit der Unterschied so deutlich für mich spürbar.


    Am Ende sitzt man dann fast auf der Grundplatte und die Schräge ist deutlich steiler geworden, dadurch bekommt das Becken eine stärkere Kippung, was zu einer stärkeren Krümmung der LWS und zu einer Steilstellung der HWS führt. Diese Veränderungen an der Wirbelsäule, die durch eine zu starke Kippung des Beckens kommen habe ich auch technisch/medizinisch mit Messungen an Motorradfahrern auf dem Motorrad nachgewiesen.


    Hat man dann schon „Vorschädigungen“ kommt es verstärkt zu Veränderungen im Bereich der LWS und zu einer Verspannung im HWS-Bereich.


    Das kann sich dann bemerkbar machen mit Einschlafen des Fußes, Hand, Schmerzen im Bein, im Arm und und und…


    Ich halte das alles unkompliziert in meiner Beschreibung. Denn eigentlich würden hier noch viele Begründungen, Auswirkungen, Biomechaniken, muskuläres Gleichgewicht, usw. hingehören.


    Ich möchte hier nur Aufzeigen was eine veränderte Sitzbank bei unseren 1100ern bewirken kann. Alles andere würde zu weit führen und gehört auch nicht hierher.


    Habe ich nun nach einer halben Stunde Fahrt den Schaumstoff plattgesessen, bin ich ziemlich an der Sitzplatte angekommen und auch die Kanten der Sitzplatten können dann auf die Unter-Innenseite der Oberschenkel eindrücken. So können wieder die schon oben beschriebenen Probleme auftreten.


    Wie versucht nun Jungbluth dieses Problem unserer Sitzbank zu beheben?


    Mit einem anderen Schaumstoff. Lange hat er gesucht (10 Jahre) bis er jemand gefunden hat der „seinen“ Schaustoff um 2/3 komprimiert. Deswegen sagen auch alle durch die Bank weg, die Jungbluth Sitzbank wäre hart und je nach Gewicht des Fahrers gibt es hier verschieden Abstufungen. Diese Komprimierung könnte aber auch der große Unterschied zu anderen Sitzbankpolsterern sein, welche normalen Schaumstoff (härter oder weicher) verwenden.


    Die Folge: Man sitzt hier nicht durch bis auf die Grundplatte.


    Durch die Polsterung erfolgt auch vorne eine Verbreiterung, was nach meiner Ansicht ein nicht unwichtiger Pluspunkt ist. Wird der Hüftgelenkswinkel breiter erfolgt eine „bessere“ Kippung des Beckens und somit Aufrichtung/Stabilisierung der WS. Die daraus resultierende Stabilisierung des Rumpfes sorgt nicht nur für weniger gesundheitliche Probleme sondern lässt sich sogar auf den Fahrstil umsetzen und sorgt für ein besseres Handling.


    Das Leder kommt aus Italien, alles andere aus Deutschland und die Nähte werden bei der Produktion noch einmal mit einem Band abgedichtet.


    Sicher ist vieles was ich hier schreibe sehr individuell wie das Thema Motorrad selbst.

    Sicher gibt es Leute die das hier lesen und sagen, was soll der Unsinn, mir fehlt doch nichts.
    Sicher gibt es aber auch Menschen die sehr gerne AT fahren und würden sich wünschen dies besser und mit weniger „Wehwehchen“ zu tun.


    Und genau diese möchte ich mit meinem Artikel ermutigen sich mit dem Thema Sitzbank einmal auseinander zu setzen. Im wahrsten Sinne des Wortes ;).


    Während ich diesen Bericht schreibe liegt die Jungbluth Sitzbank neben mir, mein ATAS 2020 steht draußen, in einer Nische des Ferienhauses in der Eifel.


    Ich werde heute noch den Sattel tauschen und probesitzen. Morgen soll es schöner werden und ich habe eine lange Tour durch die Eifel geplant.


    Ich freue mich aufs Ausprobieren, aber am meisten freue ich mich auf die Fahrt mit meiner Africa Twin.


    LG


    HDM

    Danke sehr für deine Tips, aber ich lege momentan kein Hand mehr an. Fahr jetzt noch eine Woche in der Eifel spazieren (war kalt heute, Regen macht mir nix, dank Compangnero Word2). Wenn ich wieder zu Hause bin stell ich Madam zum Händler (hab ich vor nicht mal 4 Monaten neu gekauft). Ich hab Reifen gewechselt, Topcase, Forkschild ja sogar obere Sturzbügel probiert...nix. Jetzt soll sich der Händler drum kümmern. Ich erwarte ein Verkehrssicheres Fahrzeug, das nicht so stark schlingert das man stürzt.

    Ich halte euch hier auf den Laufenden.

    LG

    HDM