Fahwerk der SD 08 erklären

  • #11

    Das ist kaum zu beantworten ohne zu wissen wie flott du welche Strecken fährst.


    Also wenn man den oben verlinkten Guide nimmt: Für's reine Straßenfahren, wenn nicht sehr gemütlich und vorausschauend unterwegs, würde ich bei Deinem Gewicht anfangs die Finger von Comfort und Off road lassen (Bremsweg).


    Grundsätzlich zuerst die Federvorspannung auf Dein Gewicht einstellen: Mit Fahrer sollte das Moped ca. ein Drittel vom Federweg verbrauchen im Vergleich zum unbelasteten Zustand. Umständlich zu messen, deswegen für den Anfang mal vorne die Standardeinstellung nehmen (ist an der Gabel die gleiche wie bei Sport, mal eine Umdrehung mehr probieren). Hinten mit der Standardeinstellung anfangen, auch ev. eine Umdrehung mehr. Wie gesagt ich fahr hier fast ganz rausgedreht, das kannst Du aber später immer noch probieren.


    Zug und Druckstufe kannst Du dann jeweils eine ordentliche Runde auf guten und schlechten Straßen zwischen der Standard und Sportvariante vergleichen was Dir lieber ist.


    Damit dann ein wenig länger fahren bist Du dich gewöhnt hast, und mit moderaten Änderungen immer von einzelnen Parametern bei Bedarf feinjustieren.


    Mit anderen Reifen, Strecken, Außentemperatur oder Fahrstil geht das dann genaugenommen wieder von vorne los.

  • #12

    Das schwarze Handrad für die hydraulische hintere Fahrzeughöhenverstellung habe ich zu Anfang mal auf beide Extremwerte gestellt. Das entspricht wohl dem Verstellen mit einen Hakenschlüssel. Nur sind es mehr Stufen - und im Neuzustand geht es leichter. Manche nenne das auch "Federvorspannung" (ich nicht). Es ändert nichts an der Kraft oder Härte der Feder.


    Im Stand hab ich die Auswirkung ,mal "vermessen". Mit dem Abblendlicht an einer entfernten Wand und mit Zollstock. Es reicht bei weitem nicht um die Fahrzeughöhe für 2-Personenbetrieb zu korrigieren. Und wie zuvor gesagt wird die Feder auch nicht härter.


    Ein Problem ist das für mich nicht. Ich hatte es auch nicht erwartet. Ein automatischer Niveauausgleich mit automatischer Erhöhung von Federhärte und Dämpfung könnte für Zweipersonenbetrieb theoretisch interessant sein. Praktisch konnte ich auch schon mit einer Zündapp oder Kreidler oder DKW oder RD so wie sie ist mit 2 Personen fahren.

  • #13

    An der Feder ändert es nix, aber an ihrer Vorspannung, oder? Wenn nicht was macht das Handrad sonst? Andere Feder oder Gabel durchstecken hab' ich auch schon überlegt, fühlt sich auch alleine an als würde Sie hinten noch ein wenig zu tief liegen, vor allem mit leerem Tank.

  • #14

    Ich habe gestern mal angefangen an meiner SD09 am Fahrwerk zu experimentieren. Ich frage mal hier weil sich SD08 und 09 ja im Fahrwerk identisch sind. Mein Federbein war anscheinend nie auf Werkssetting. Ich habe dann mal laut Tuningguide die Sporteinstellungen vorgenommen. Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit habe ich auch Veränderung bemerkt und werde mal weiter fühlen, ob ich das so lassen werde.


    ABER das Einstellen der Vorspannung in der Gabel hat von einem Ende des Bereichs zum anderen nur ca.2cm ausgemacht. Weil ich so verwirrt war habe ich sogar eine Wasserwaage zur Hilfe genommen, um Messfehler durch "nicht gerade stehen" zu vermeiden. Ich habe mir einen Messpunkt vom Lenker zum Boden gesucht. Dann belastet und nicht belastet gemessen. Ich komme auf ca 4cm die sie einsackt wenn ich drauf sitze.

    Ich habe mit meinen 1,92m und gut über 110kg in Montur erwartet das ich eher viel vorspannen muss, jetzt bin ich lt. Handbuch am unteren Ende der Vorspannung.

    Wie macht ihr das?


    Außerdem habe ich im Handbuch bei der Vorspannung gelesen, dass mehr Vorspannung das Fahrwerk härter macht. Ist ja bekanntlich Quatsch, das ändert ja nur das Nieveau.

    Es gibt nur 3 Gründe nicht Motorrad zu fahren:

    1. Lappen weg - 2. gebrochene Knochen - 3. kaputtes Moped

  • #15

    4cm fürs Fahrergewicht oder Fahrer+Moped? Vergleichen soll man ja mit dem völlig unbelasteten Zustand.


    Mich würden hier auch mehr Herangehensweisen interessieren. Selbst bin ich nur bedingt eine Hilfe, weil ich noch nix gemessen sondern nur nach Gefühl eingestellt habe.


    Die Vorspannung ist natürlich eigentlich nur zur Einstellung des Negativfederwegs, wobei das Handbuch hier ja nicht von Fahrwerk oder Feder spricht, sondern Federung. Aber diese Vokabelunschärfen sind mir halt alle wurscht, wer will kann sich ja alternativ das englische "Preload" in Erinnerung rufen.


    Fahren tu' ich Preload vorne Standard hinten fast ganz rausgedreht (knapp 100 Kilo in Montur auf 1,92m). Fühlt sich an, als wäre damit vorne etwas viel, und hinten etwas wenig Negativfederweg, aber noch gut im Rahmen. Das ist mir grundsätzlich schon mal nicht ganz unrecht so, außerdem ist es meine Krücke um ein wenig mehr Gewicht aufs Vorderrad zu bekommen. Wäre natürlich besser das anders zu lösen, daher oben meine Frage nach dem Gabeldurchstecken (kost' nix außer Boden- und- Schräglagenfreiheit).


    Erfahrungsgemäß kommen japanische Motorräder immer mit eher weichen Federn und Vorgaben für recht leichte Fahrer, da muss man sich meist von den Idealwerten verabschieden.


    Für mich passt es jetzt so recht gut. Ziel ist für mich gute Performance auf schnell gefahrenen Asphaltruinen. Das macht sie wunderbar, besser als meine SM-T nach Fahrwerksservice mit Messen & Einstellen. Aber verbessern kann man sicher trotzdem noch.

  • #16

    Tipp:

    Mach einen Kabelbinder um das linke oder rechte Gabelinnenrohr

    Motorrad auf den Seitenständer stellen

    Entlaste das Vorderrad und schiebe den Kabelbinder hoch bis er die Staubkappe berührt.

    Das ist dein Nullpunkt

    Jetzt den Abstand z.B. von der Unterkante Gabelfuß bis zum Kabelbinder messen und notieren

    Das entlastete Vorderrad wieder freigeben und Fahrzeug ohne Druck auf beide Räder stellen

    Abstand vom gleichen Messpunkt wie vorher zum Kabelbinder messen (Wären idealerweise ein einfedern um ca 10% des Federwegs)

    Anschließend mit Gefühl aufs Motorrad steigen und mit beiden Füßen auf den Rasten belasten (helfende Hand wäre sinnvoll um die Senkrechte nicht vorzeitig zu verlassen)

    Abstand vom gleichen Messpunkt wie vorher zum Kabelbinder messen (wären idealerweise ein einfedern von etwa 30 - 40% des Federwegs)

    Wenn du eine helfende Hand hast kannst du das auch nach einer dynamischen Belastung prüfen

    Fahrzeug aus niedriger Geschwindigkeit (Schritttempo genügt vollkommen) mit der Bremse vorne zum Stillstand bringen, sitzen bleiben

    Kabelbinder wieder nach oben schieben lassen

    Füße wieder auf die Rasten (Lage des Fahrzeuges sollte sich eigentlich kaum verändern) und erneut Abstand zum Kabelbinder messen


    Bei deiner Belastung wirst du vermutlich fast die vollständige Vorspannung benötigen

  • #17

    Die 4cm habe ich von unbelastet zu belastet (mit mir aber ohne Gepäck) gemessen. Das entspricht der überwiegenden Nutzung.

    Prinzipiell verhält sie sich gut und ich bin damit stabil und so schnell wie ich möchte ohne mich unwohl zu fühlen.

    Nur bei meinen Ausgangsdaten hätte ich vermutet, dass ich vorne viel Vorspannung brauche (IST = ganz wenig um 4cm Sack zu erreichen)

    Über den daumen sagt man bei dem Federweg ja um die 5-6cm Sack.

    (sagt auch der Fahrwerkstyp vom Wolf als Anhaltswert https://www.youtube.com/watch?v=KHUcxc0nK1g)

    Hinten bekomme ich das mit viel Vorspannung wunderbar hin, da habe ich 5cm.

    Aber komplett betrachtet kommt mir vorne minimale Vorspannung und hinten maximal ziemlich merkwürdig vor. :think: :confusion-shrug:

    Es gibt nur 3 Gründe nicht Motorrad zu fahren:

    1. Lappen weg - 2. gebrochene Knochen - 3. kaputtes Moped

  • #18

    rheinlandtourer ,

    so wie's der Papinator schreibt kommst du am einfachsten an brauchbare Werte für die richtig vorgespannte Gabel.

    Für hinten kannst dir irgendeine Lehre nehmen und an 2 Fixpunkten an Schwinge u. z.B. Rack die Werte ermitteln. Entlasten kannst da auch wenn du den Bock auf den Ständer ziehst bis HR frei. Belasten kannst mit z.B. Ratschengurt.


    Zug- u. Druckstufe: Freistehendes Moped mit beiden Händen kräftig in die Federn drücken und wieder raushüpfen lassen. Der richtige Punkt für die Hände ist Hinterkante Tankring bei der CRF. Das muss dann vorne und hinten gleich schnell rein beim Drücken und gleich schnell raus beim Entlasten. Mach das von den Standardeinstellungen aus und justiere Klick für Klick falls nötig.

    Dann hat du zumindest mal ein ausniveliertes Moped. Die Einstellungen nimmst als Basissetup und notierst dir die Klicks.


    Von da aus kannst dann Experimente anstellen mit Gepäck, usw.

    Wenn du nicht total aus dem Raster fällst was dein Gewicht angeht und du nie in den Arbeitsbereich rein kommst oder immer drüber liegst ist alles gut. Ab der SD08 ist die hintere Feder auch für Mitteleuropäer schon richtig ;)


    Die Standard- Zug- Druckstufeneinstellung ist für's Tourenfahren und vieles mehr auch absolut in Ordnung.


    Und bevor man in teuerste Hardware, bescheuerte Luftfrücke, HyperSuperPerformanceRRR-RR Reifen investiert: It's 80% the Rider, Dude ;)

  • #19

    und dann war da noch das losbrechmoment gerade nei der Gabel . also bitte so ne Art mittelding aus "best of three" machen zb

    Dinge kommen zurück und sind wieder in. Ich kann es kaum erwarten bis Moral, Respekt und Intelligenz wieder im Trend sind :happy-smileyflower: :teasing-tease:

    Der Kluge ärgert sich über die Dummheiten, der Weise belächelt sie

  • #20

    Ich hoffe ich komme demnächst mal dazu eure Beschreibung zu testen. Wie gesagt, unzufrieden bin ich nicht aber ich habe Interesse daran. Sollte ich nach all dem probieren wieder in der Nähe des Standards sein ist für mich auch alles gut 👍


    Danke! Ich werde Rückmeldung geben, kann aber im schlimmsten Fall ein wenig dauern.

    Es gibt nur 3 Gründe nicht Motorrad zu fahren:

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