BMW R 1300 GS und was es sonst noch zu Motorrädern von BMW zu berichten gibt

  • #2.301

    Heute gabs bei uns im Hegau Probetage.

    Bin mit meinem Bruder mal hingefahren.

    Eigentlich wollte ich keine fahren aber ist halt anders gekommen.


    Zuerst die BMW F 450 GS.

    Die Sitzposition ist gut, und das Motorrad fühlt sich extrem leicht an – was sich auch beim Fahren deutlich bemerkbar macht.

    Das Tacho-Display ist erstklassig, und auch die Armaturen gefallen mir sehr gut.

    Ich kam ohne Anleitung problemlos zurecht, wobei das bei der AT2024 ähnlich war.

    Motor gestartet: Im Stand keine Vibrationen. Erster Gang rein und los.

    Die Kupplung ist sehr leichtgängig, und das Motorrad hängt richtig gut am Gas. Die 48 PS kommen sauber und linear, ab etwa 3000 U/min macht das richtig Spaß.

    Bei 110 km/h dreht der Motor rund 6000 U/min. Ab etwa 7000 U/min treten allerdings Vibrationen auf, die leider recht unangenehm sind.

    Ansonsten fährt sich die Maschine sehr spielerisch. Für mehrtägige Touren wäre sie für mich allerdings nicht die erste Wahl.

    Noch ein Wort zu den Bremsen: Wow. Wirklich bissig – beim ersten Bremsen war ich fast erschrocken, wie gut eine einzelne Scheibe funktionieren kann.


    Dann die BMW R 12 G/S.

    Sie ist schwerer, aber optisch sehr gelungen – schön „naked“. Der Display-/Analogtacho ist etwas klein geraten, aber insgesamt in Ordnung.

    Beim Starten fällt auf: Beim Gasstoß neigt sich die Maschine nach links. Nicht weiter schlimm, aber deutlich spürbar.

    Also: erster Gang und los. Kupplung gut und leichtgängig. Gasannahme ebenfalls gut, aber nicht ganz so direkt wie bei der 450 GS.

    Unter 2000 U/min fühlt sich der Motor überhaupt nicht wohl. Das absolute Minimum liegt bei etwa 2500, besser sind 3000 U/min. Bei 2000 U/min schüttelt sich der Motor schon deutlich, selbst ohne Vollgas.

    Ab 3000 U/min läuft er angenehm, mit nur minimalen Vibrationen. Leider hält das nicht lange an: Ab etwa 4500 U/min beginnen wieder stärkere Vibrationen, sogar mehr als zuvor. Für mich persönlich wäre das ein No-Go. Auch das fehlende Windschild macht sich durch spürbare Vibrationen bemerkbar.

    Das Fahrverhalten ist dagegen wirklich top – das Gewicht fällt kaum auf.

    Die Bremsen sind ebenfalls sehr gut und vermitteln ein sicheres Gefühl.

    Zum Preis: In der Grundausstattung noch okay, aber mit etwas Zubehör landet man schnell bei rund 20.000 €. Das ist sie meiner Meinung nach nicht wert.

    Ich bin trotzdem froh, sie gefahren zu haben.


    Danach wieder auf meine Honda Africa Twin 1100 DCT (2024).

    Ich dachte immer, die AT hätte schon leichte Vibrationen – aber nach der BMW fühlt sie sich fast vibrationsfrei an. Das ist wirklich beeindruckend.

    Schon im Stand läuft die AT ruhiger, und das DCT-Getriebe schlägt für mich jedes klassische Schaltmotorrad.

    Einziger Kritikpunkt: Die Bremse könnte etwas bissiger sein.

    Jetzt weiß ich es endgültig: Die AT ist mein Motorrad. Fantastisch – inklusive Kofferhalterung und verstellbarer Scheibe. Ich habe 2024 dafür 14.800 € bezahlt.


    So, das war’s.


    Ich ziehe mich jetzt an und gehe eine Runde mit meiner AT fahren 😄

  • #2.302


    Ich habe mir heute auch mal das derzeit interessanteste Mopped im BMW-Stall angesehen, die R 12 G/S.



    Das Schlicht-Display ist der komplette Gegenentwurf zur Kommandozentrale der 1100er AT, aber es hat mehr drauf als man meint: Unten kann man eine Info-Zeile einblenden, und da ist das Angebot reichhaltig: Bordcomputer, Reifendruck, Ölstand, Drehzahlmesser, Zeit, Temperatur etc. - eben immer nur eins zur Zeit.


    Auch sonst ist die R12 G/S recht gut ausgestattet: Keyless Go, Quickshifter/Blipper, schlauchlose Speichenräder, diverse Fahrmodi. Was die AT hat und die G/S nicht: Eine Startautomatik. Bei der G/S muss man den Starterknopf so lange drücken, bis der Motor tatsächlich anspringt. Was die G/S auch nicht hat, ist integrierte Smartphone-Connectivity. Eigentlich schade, denn ich denke, ein Garmin-Navi, ein Cigee-Display oder ein Smartphone am Lenker würde die Linie des Cockpits versauen. Hätte ich eine G/S, würde ich vermutlich versuchen, mit einem kreisrunden Beeline-Mini-Navi klarzukommen. Meine Testmaschine hatte noch ein SOS-Notrufpaket an Bord, weiß nicht ob das Serie ist.


    Riesen-Vorteil des minimalistischen Cockpits: Man hat kaum Motorrad vor sich, was die Sicht verbessert und die Windgeräusche reduziert. Diese Perspektive verstärkt auch den Eindruck, die G/S führe sich leicht wie ein Fahrrad. Dabei ist die G/S wohl etwas kleiner als eine AT, aber nicht dramatisch leichter: Laut technischen Daten wiegt eine G/S 229 kg, eine SD13 mit manuellem Getriebe kommt auf 231 kg.


    Im direkten Vergleich zu meiner AT ist die G/S deutlich ruppiger und unkultivierter. Einen guten Anteil daran haben die Stollenreifen auf meiner Testmaschine. Darauf rollt die G/S ab, als würde sie auf Waschbeton fahren. Die Reifen heulen wie ein Unimog. Die Federung ist deutlich straffer als bei der AT, was nicht nur Nachteile hat. So sinkt die Telegabel nicht so stark ein. Aber vom sänftenartigen Komfort, den man den großen Boxern mit Telelever nachsagt, ist die G/S ein gutes Stück entfernt.


    Vom Motor weiß ich unter dem Strich nicht genau, was ich halten soll. Dinge wie die deutlich spürbaren Vibrationen im Stand oder die Lastwechselreaktionen um die Längsachse verbuche ich mal unter Entertainment, aber den Klang finde ich weder besonders aufregend noch typisch BMW Boxer. Die G/S wirkt eher lauter als die AT als leiser, was aber auch damit zu tun haben kann, dass die Mini-Cockpitverkleidung sehr wenige Windgeräusche erzeugt. Windschutz bietet sie auch nicht. Mit einer G/S 150 fahren ist anstrengender als mit einer AT. An Leistung besteht objektiv kein Mangel, ich fand die G/S jedoch insgesamt einen Hauch zu lang übersetzt. Das Getriebe ist so naja, manchmal verlangt das Einlegen des ersten Ganges nach einem entschlossenen Tritt. Bei mir litt das Schaltgefühl unter einem Schalthebel, der mir nicht passte. Den hätte man einstellen müssen. Auch der Fußbremshebel war nicht optimal, dafür hat die G/S eine tolle Bremsanlage, vor allem hinten.


    Ich habe die G/S einmal um meine Hausrunde gescheucht, und es hat großen Spaß gemacht. Um sie für mich passend zu kriegen, müsste ich noch Hand anlegen: Höhere Sitzbank, breitere Spiegel.Insgesamt würde mir die Enduro-Version vermutlich besser taugen, da sie insgesamt höher ist.


    Allerdings hat die AT etwas, was der G/D etwas fehlt: Den Anspruch, ein Motorrad für alles zu sein. Als alleiniges Motorrad wäre mir die G/S zu wenig, als Zweitmotorrad zu teuer.



    Aber gefallen tut sie mir schon sehr.

  • #2.304

    Von der Zuordnung her ist die glaube auch als Lifestyle Accessoire gedacht. So wie die R9T-Reihe oder wie die mittlerweile heißen.

    Samplemans Beschreibung/Vergleich liest sich relativ logisch. Als AT Ersatz wird der potentielle Kunde vermutlich eher eine GS wählen..


    Aber schön, dass BMW so einen Markt bedienen mag. Einen Honda Transalp Rahmen+Motor nehmen und etwas drumherum designen a la XLV 750 würde bestimmt auch den Ein oder Anderen in den Showroom locken...

  • #2.305

    Dafür sind die bei Honda zu feige,oder sagt man betriebswirtschaftlich eingestellt?

    Sowas würde mich auch erfreuen,aber die Hoffnung habe ich aufgegeben...

  • #2.307

    ...also wer eine Vultus baut kann keinesfalls feige sein.... ^^

  • #2.308

    Stimmt,oder ne DN01.

    Oder die Pacivic coast..

    Nicht unbedingt Massenware;aber die letzten Jahre hat Honda sich anders positioniert...siehe Hornet und Co.


    Nun trauere ich wieder meiner CB 1300 nach :(

  • #2.309

    Nöö, "Form follows function" wurde niemals so sexy umgesetzt wie bei der AT. 😍

    Die 12GS ist einfach nur ein Eisdielenmopped, außer dem Vorkriegsmotor aber einigermaßen ansehnlich.

  • #2.310

    Die 2016er AT war ein Meilenstein, alles was danach kam war Honda-typische Vetschlimmbeserung nach Marketing-Überlegungen. Mir wird Honda als Marke zunehmend egal...

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