Honda Deutschland hört auf mich - geht doch!

  • #13

    Hallo Sampleman,

    Ich finde es schön, dass die AT mal nicht auf ihr DCT reduziert wird. den meisten Vergleichstest wurde das Motorrad am Rande umrissen und dann ein Aufsatz über das Getriebe verfasst. Leider glaube ich, dass Du in Stuttgart nicht erhört wurdest, weil aus dem Bericht hervorgeht, dass das spanische Schwestermagazin federführend testet. Umso interessanter fand ich die Angaben des Leistungsprüfstandes: 96,6 PS und keine 100NM? ... was ist da los? Das würde ja heißen, dass die Transalp 750 , die 1000er AT und die CRF1100 leistungsmäßig viel enger beieinander liegen als gedacht. Im nächsten Heft wird dann die Mittelklasse vorgestellt und ich bin gespannt, wie die Transalp sich macht. Mal schauen, wie sich diese Maschinen im Verhältnis zur Africa Twin aufstellen, denn wenn man sich die XXL-Klasse anschaut, mit teilweise deutlich mehr Leistung, Gewicht und höheren Preisen, stehen wir mit unseren Africa Twins in der goldenen Mitte und können nach oben und unten vergleichen. Ich bin bei Dir, endlich mal ein Test, wo nicht ATAS mit volle Hütte antritt, sondern die Standard.

  • #14

    Die Änderung liegt wahrscheinlich daran, dass die Mopeds anscheinend von Honda Spanien zu Verfügung gestellt wurde, sowie die sämtlichen Messungen von motociclismo durchgeführt wurden.

    Blättere paar Seiten weiter, da ist die pure Begeisterung zu dem AMT von KTM zu lesen. Sowas in Bezug zu DCT habe ich kein einziges Mal gelesen...

  • #15

    Ach je, so zerplatzen Illusionen;-)


    Mir ist schon aufgefallen, dass bei der KTM die Automatik wohlwollend-knapp erwähnt wurde. Beim Fahrbericht in der "Motorrad" hatte es noch geheißen, die KTM-Automatik würde die Gänge zu lange halten.

  • #16

    Mir gefällt die augenzeinkernde, provokante Überschrift und die Schreibweise des Artikels als vermeintlicher " Besserwisser" sehr gut.


    Es ist für mich immer wieder schön, wenn mit Worten gespielt wird und auch das täte manchem Motorradtester und Schreiber gut.


    Es ist seit Jahren bezeichnend, das speziell die "Motorrad" Redaktion zu Honda's DCT keinen Zugang findet. Selbst die mittlerweile sehr kommerziell gewordene 1000 PS Manschaft schafft es besser neutral und auch enthusiastisch über andere Wege Motorrad zu fahren zu berichten.


    Als Entschuldigung kann auch kein Zeitmangel akzeptiert werden. Von einem Profi erwarte ich mehr als nur einen Faktencheck, zumal DCT ja keine Neuheit ist.


    Enthusiastik, Begeisterungsfähigkeit kann natürlich im Berufsalltag mal verloren gehen wenn man ständig BMW, Mercedes und Ferraris fährt. Mich kotzen Testberichte an, wo eine 500er gönnerhaft " mit dem Einsteigerbike kann man auch Spaß haben " belegt werden. Da ist oft jedes Bewusstsein für die Kundschaft, für die Basis abhanden gekommen.


    leidenschaftliche Grüße

    HeinoAT

    Manchmal

    sind es nur ein paar Zeilen die uns den Tag verschönern

    Warme Worte für den ganzen Tag

    Ein kleiner Gruß von ganzem Herzen ❤

    Und zwischen den Zeilen ist ein Zauber verborgen, der aus Wolken Zuckerwatte und aus Sorgen Pusteblumen macht.

  • #17

    Wohlwollend knapp?


    Ich hoffe Du meinst damit nicht den Leserexperience Bericht zum ATM in der aktuellen Motorrad.

    Dort waren sie kurz vor dem gegenseitigen Runterholen vor Ekstase, wie toll das Getriebe funktionierte...

  • #18

    Dann will ich mal...


    Das Phantom der Kupplung: Wenn Tester an der Africa Twin verzweifeln


    Es ist ein nebliger Morgen auf der Teststrecke, und unser Star-Tester – nennen wir ihn „Klaus-Dieter Knieschleifer“ – steht vor der Honda Africa Twin 1000. Er wirkt nervös. Sein linker Zeigefinger zuckt rhythmisch ins Leere, wie der Flügel eines verletzten Vogels. Der Grund? Dort, wo seit der Erfindung des Feuers der Kupplungshebel sitzt, klafft ein gähnendes Nichts. Klaus-Dieter hat es mit dem DCT (Doppelkupplungsgetriebe) zu tun.


    1. Der „Digitale Burnout“ beim Aufsitzen

    Klaus-Dieters erster Instinkt beim Anlassen: Den nicht vorhandenen Hebel zum Lenker ziehen. Da dort aber nichts ist, greift er voll ins Leere und verpasst sich fast selbst eine Ohrfeige. Sein Testbericht beginnt in seinem Kopf bereits mit dem Satz: „Die Ergonomie ist gewöhnungsbedürftig, Honda hat lebenswichtige Bauteile eingespart.“


    Als er den „D“-Knopf drückt und das Getriebe mit einem satten Klong den ersten Gang einlegt, zuckt er zusammen. Er sucht mit dem linken Fuß nach dem Schalthebel. Stattdessen findet er nur die Raste. Er tritt verzweifelt ins Leere, sieht aus wie ein sterbender Schwan auf zwei Rädern und murmelt etwas von „mangelndem Feedback“.


    2. Die „D-Modus“ Falle

    Klaus-Dieter fährt los – natürlich im Standard-Modus „D“ (für „Dahingleiten“ oder aus seiner Sicht: „Dauer-Oma“). Das DCT schaltet bei 2.500 Touren sanft in den sechsten Gang, während er gerade mal 50 km/h fährt. Klaus-Dieter tobt. „Kein Temperament! Der Motor wirkt zugeschnürt!“, wird er später schreiben. Dass es drei Sport-Modi (S1, S2, S3) gibt, die den Motor wie ein angestochenes Wildschwein ausdrehen lassen, ignoriert er konsequent. Menüs sind für IT-Experten, er ist Fahrer.


    3. Das Drama in der Spitzkehre

    Dann die erste enge Kehre. Klaus-Dieter will die Kupplung schleifen lassen, um die Fuhre stabil zu halten. Sein linker Finger greift erneut ins Nichts. In Panik krallt er sich stattdessen den Hebel, der dort sitzt, wo früher die Kupplung war: Die Feststellbremse. Mit blockiertem Hinterrad und dem Charme einer fallenden Schrankwand schlittert er um die Ecke. „Das Getriebe bevormundet den Fahrer in gefährlicher Weise“, notiert er mit zitternder Hand in seinen Block. Dass die Honda eigentlich über die Hinterradbremse butterweich stabilisiert werden könnte, ist ein Geheimnis, das er mit ins Grab nehmen wird.


    4. Das Fazit des „Experten“

    Nach 20 Kilometern bricht er den Test ab. Er ist erschöpft vom permanenten „Nicht-Schalten“. Sein abschließendes Urteil im Hochglanzmagazin:


    „Die Africa Twin mit DCT ist etwas für Leute, die auch beim Sex eine Fernbedienung benutzen würden. Man fühlt sich wie ein Passagier auf einem japanischen Hochgeschwindigkeitszug – effizient, aber seelenlos. Wo ist der Schmerz in der linken Hand? Wo ist das heroische Verschalten vor der Eisdiele? Honda hat das Motorradfahren abgeschafft.“


    Was er nicht erwähnt: Dass er beim Anhalten an der Ampel vergessen hat, dass man nicht mehr „leerlaufen“ lassen muss, und beim Versuch, den Leerlauf mit dem nicht vorhandenen Fußhebel zu finden, fast vom Bock gefallen ist.



    Die Replik: „Evolution ist hart, Klaus-Dieter – besonders für Auslaufmodelle“

    Ich habe Klaus-Dieters rührenden Text gelesen. Es ist wirklich herzerwärmend, wie er sich an seinen Kupplungshebel klammert, als wäre es der rettende Strohhalm in einer Welt, die ihn technologisch einfach eiskalt links liegen gelassen hat. Aber keine Sorge, Klaus-Dieter: Auch das Pferd hatte damals viele Fans, als das erste Auto um die Ecke knatterte.


    1. Das „Echte Männer“-Syndrom

    Klaus-Dieter jammert, ihm fehle die „Arbeit“ beim Fahren. Er will Schmerz in der linken Hand, er will mechanisches Feedback, er will... wahrscheinlich auch seine Wäsche am Fluss auf Steinen klopfen. Für Klaus-Dieter ist Motorradfahren offenbar eine Art orthopädische Gymnastikübung. Ich hingegen nutze meine linke Hand lieber, um entspannt den Sonnenuntergang zu grüßen oder mir während der Fahrt ein imaginäres Staubkorn vom Visier zu schnippen, während mein DCT die Gänge so butterweich sortiert, dass Klaus-Dieters Bandscheiben vor Neid gelb anlaufen würden.


    2. Die „D-Modus“-Ignoranz

    Klaus-Dieter ist im „D-Modus“ gefahren und fand es langweilig? Das ist so, als würde man einen Porsche nur im Rückwärtsgang bewegen und sich dann über die Höchstgeschwindigkeit beschweren. Während er im Drehzahlkeller herumdümpelt und sein Testprotokoll mit Tränen benetzt, schalte ich in S3. Das Getriebe hält die Gänge länger als ein bayerischer Stammtisch das Bier und ballert die Fahrstufen beim Anbremsen mit einer Präzision rein, gegen die ein Schweizer Uhrwerk wie ein rostiger Wecker wirkt. Klaus-Dieter muss derweil erst mal sein Hirn sortieren: „War das jetzt der dritte oder der vierte? Und wo zum Teufel ist eigentlich mein linker Fuß?“


    3. Die „Kontrollverlust“-Paranoia

    „Das Getriebe bevormundet mich!“ – Ach Gottchen. Klaus-Dieter fühlt sich in seiner Männlichkeit bedroht, weil ein kleiner Computer schneller rechnet, als er „Zwischengas“ denken kann. Klaus-Dieter, wir wissen beide: Wenn du versuchst, unter Stress zwei Gänge gleichzeitig runterzuschalten, klingt dein Getriebe wie eine Besteckschublade, die eine Treppe runterfällt. Mein DCT macht das einfach geräuschlos im Hintergrund, während ich mir überlege, ob ich oben am Pass lieber einen Espresso oder einen Grappa trinke. Wer Kontrolle über mechanisches Elend braucht, sollte vielleicht ein 1920er-Dampfross restaurieren.


    4. Das Offroad-Massaker

    Ich würde Klaus-Dieter ja gerne mal in eine richtig steile Sektion im Wald mitnehmen. Während er dort mit rauchender Kupplung und Schweißperlen auf der Stirn versucht, den Motor nicht abzuwürgen, fahre ich mit einer Hand (die andere hält mein Smartphone für ein Selfie) an ihm vorbei. Das DCT regelt die Traktion so perfekt, dass es fast schon unfair ist. Aber hey, Klaus-Dieter mag es ja „echt“. Und was ist echter als ein hochroter Kopf und ein Motor, der im ungünstigsten Moment Puff macht und ausgeht?


    Mein Fazit für die Nostalgie-Fraktion:

    Klaus-Dieter, behalt deinen Hebel. Behalt deinen Schalthebel, an dem du so verzweifelt herumtrittst wie ein Kleinkind, das sein Spielzeugauto nicht versteht. Während du noch „einkuppelst“, bin ich schon über alle Berge.


    Der Unterschied zwischen uns? Du arbeitest noch auf dem Motorrad. Ich fahre schon.



    Wer Satire erkennt darf sie behalten.

    I once wanted to be the fastest rider; now I just want to be the oldest

  • #19

    Klasse :lachen:

    Grüße aus dem Lahn-Dill-Kreis :at3:
    Thomas


    Honda CY 50 in Rot, Suzuki DR 125 in Schwarz, Honda CBF 600 SA in Weiß, Honda CRF1000 D in Schwarz,

    Honda CRF 1100 Adventure Sports DCT EERA in Tricolor


    Wer nie vom Wind gestreichelt,

    wer nie vom Regen gewaschen,

    wer nie von der Sonne getrocknet,

    wer nie vom Frost gebeutelt,

    wer nie vom Chrom geblendet wurde,

    der wird es nie verstehen, was Motorradfahren bedeutet


    Hessentruppe

  • #20

    Ich meinte jetzt diesen Monster-Adventurebike-Vergleich.


    Âventiure: Schöner Text, musste schmunzeln. Mir fallen dazu allerdings (als ehemaliger Journalist und Produkttester) zwei Sachen ein: Ich bin 13 Jahre lang eine BMW GS mit der berühmt-berüchtigten Dreitasten-Blinkerbetätigung gefahren, über die jeder Motorradtester nur schrieb, dass sie unpraktisch sei*. Ist sie nicht, es sein denn du fährst im Jahr 100 Moppeds, und 97 davon haben den japanischen Standard-Schalter, dann ist das eine Umgewöhnung. Wie brutal die Umgewöhnung ist, habe ich erlebt, als ich nach den 13 Jahren von meiner GS auf meine AT umgestiegen bin. Die Bedienung des vermaledeiten Blinkers fiel mir viel schwerer als die Bedienung des DCT. Und die Hupe finde ich bis heute nicht blind. Und ich habe früher mal Kameras getestet, hatte immer wieder andere, alle Marken durcheinander. Bei allen SLR-Kameras auf diesem Planeten schraubt man die Objektive (bzw. ihre Befestigungsringe) im Uhrzeigersinn rein und gegen den Uhrzeigersinn wieder raus. Nur bei Nikon ist es genau umgekehrt. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr mich diese Kleinigkeit gestört hat und wie oft ich vergeblich an irgendeinem Nikon-Objektiv rumgenestelt habe - der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier;-) Allerdings war mir völlig klar: Wenn sich einer eine Nikon-Ausrüstung kauft und damit eine Woche herumläuft, wechselt er danach die Objektive genau so selbstverständlich, als hätte er ne etwas anderes gemacht.


    *Das haben sie so lange geschrieben, bis BMW eingeknickt ist und ebenfalls auf den blöden Standard-Japanblinker umgestellt hat.

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