Die Africa Twin offroad - was geht, was geht nicht?

  • #1

    Hallo zusammen,


    seit Herbst letzten Jahres besitze ich meine erste Africa Twin (SD06, ATAS, manuell) und freue mich auf die erste Saison mit ihr. Dabei soll es wie immer auch etwas ins Gemüse gehen, TET und/oder ATC, Planung ist noch in se making.


    Natürlich weiß ich, dass die AT - in Maßen - auch offorad bewegt werden kann, aber mal abseits der YouTube-Genies: wie sind tatsächlich Eure Erfahrungen? Was habt Ihr mit der AT offorad schon gemacht, was ging gut, was nicht?


    Klar, das hängt auch immer vom persönlichen Können ab, aber trotzdem interessiert mich die Frage, wieviele es wirklich schon gemacht haben (oder regelmäßig machen) und was sie empfehlen können und was nicht. Ich komme übrigens vom "Eisenschwein" BMW 1150 GS, das Thema Gewicht ist mir also bekannt ;)


    Bin gespannt auf Eure Erfahrungen!


    Achim

  • #2

    Hab gerade meine ersten Meter auf unbefestigten Wegen, also dem TET in Italien, abgespult und fahr auch eine manuelle ATAS.

    Auf den Bergstraßen lag teils gröberes Geröll aufgrund des vielen Regens. Auch matschige Abschnitte, nasser Stein, viel Schotter und etwas Schnee war dabei. Hat sie alles ohne zu zicken mitgemacht. Ich hab keinen Vergleich und kann dir deswegen nicht sagen ob eine anderes Motorrad das ganze besser/entspannter gemacht hätte aber ich war echt erstaunt wie gut das alles mit ihr ging, beim fahren hatte ich auch nie das Gefühl auf einem knapp 250kg Motorrad zu sitzen. Lediglich beim wenden, wenn man an einer engeren Stelle, aus welchen Gründen auch immer, umdrehen musste, ist mir manchmal der Stift gegangen, da hat man dann das Gewicht bemerkt. Wäre ich nicht alleine gewesen, wäre das vom Kopf her deutlich entspannter gewesen aber hat trotzdem alles gut geklappt und super viel Spaß gemacht.

    Nur damit du das einordnen kannst, ich bin kein Profi offroader, ich hab noch nie ein Offroad Training gemacht, bin lediglich ein mal ein bisschen in der Kiesgrube rumgefahren und das war’s. Ich bin aber 1,95cm groß, ziemlich sportlich und wiege 110kg. Meiner Meinung nach ist das der viel ausschlaggebendere Faktor. Bist du groß (kommst gut mit beiden Beinen auf den Boden) und körperlich fit, dann kannst du auch ein schweres Motorrad auf losem Untergrund bewegen. Umso kleiner/weniger fit du bist, desto leichter würde die Wahl bei meinem Motorrad ausfallen. Und wenn du oft alleine unterwegs bist, würde ich rückblickend auch eher was leichteres nehmen. Aber in der Gruppe und mit den richtigen körperlichen Voraussetzungen sind ACT und Teile des TETs (dort vorher informieren, manche Abschnitte sind für Motocross Maschinen gedacht) kein Problem. Eine vernünftige Selbsteinschätzung (rechtzeitig entscheiden umzudrehen, nicht erst dann wenn nichts mehr geht) und die richtige Reifenwahl würde ich auch noch als nicht ganz unwichtig erachten!

    Viel Spaß mit deiner ATAS auf den unbefestigten Wegen, freue mich auch schon auf meine nächste Tour auf dem Schotter Ende Juni, dann glücklicherweise mit Reisebegleitung!

    Auf den Bildern sieht man glaub ich ganz gut welche Art von Untergründen dabei war 👍

  • #3

    Vor der AT hatte ich eine 1150GS, deren Gewicht ich im islaendischen Sand oft aufheben musste. Mit der AT ging mehr, aber auch sie ist mir zu schwer fuer Sand. Ansonsten ist die Grenze erreicht, wenn ich Gefahr sehe, das Mopped schieben/ziehen/bergen zu muessen.


    Ich wuerde mich nicht als offroad-Freak bezeichnen. Ich bin nicht auf Cross-Strecken aufgewachsen, meine Fitness ist begrenzt, und meine Gelenke moegen keine Spruenge.


    Die ACT Routen sind darauf ausgelegt mit Grossenduros gefahren zu werden. Trotzdem kann es Abschnitte geben, die der eine oder andere umfahren will.


    Beim TET ist das nicht so eindeutig. Viele Strecken gehen, aber in Frankreich gibt es bspw. Abschnitte, auf denen eine Sportenduro angebrachter ist. Auch auf Sardinien haben wir das erlebt.


    Allgemein solltest Du damit rechnen, dass das Mopped auch mal auf der Seite liegt.


    105a-pip-L.jpg

    GS auf Island

    14-L.jpg

    AT in den Bergen

  • #4

    Gude Achim,

    wenn du mal realistisch abschätzen willst was mit der AT alles möglich ist, dann empfehle ich dir ein Endurotraining auf dem Trainingsgelände des ADAC in Bauschheim, buchbar über den ADAC.

    Das Gute daran ist, dass die AT im Lehrgangspreis inbegriffen ist, dann musst du nicht dein eigenes Moped opfern.

    Habe ich gerade am letzten Samstag hinter mich gebracht. Wirst dich wundern was mit der Dicken alles geht. Fast senkrechte Auf- und Abfahrten, Schlammlöcher, Baumstämme, matschige Singletrails, usw.

    Ich hatte allerdings auch das Glück, dass es 3 Tage lang vorher geregnet hat und wir eine richtige Schlammschlacht hatten.

    Da lernst du echt nochmal mehr, als im Trockenen.

    Kann ich nur empfehlen.

    Die ATs waren alle neu. Meine hatte 92 km runter, die anderen hatten teilweise noch weniger Kilometer.

    Das lohnt sich allemal.


    Gude

    Andreas

  • #5

    ACTs sind alle gut Machbar bei jedem Wetter. Bei feuchterem sollte jedoch mindestens ein Heidenau K60 Scout oder Pirelli Scorpion Rally STR drauf sein.


    Bei den TETs ist es stark von der Witterung abhängig, hat es vorher viel geregnet und es ist alles feucht und matschig, dann kommt die schwere AT schnell an ihre Grenzen. Dem kannst du mit gröberem Profil entgegen wirken, Matschlöcher können aber trotzdem alleine zum Problem werden. Bei trockenem Wetter hatte ich bisher noch keine Probleme auf dem TET, auch nicht mit der AT.


    Das größte Limit ist jedoch meistens der Fahrer und nicht das Motorrad ;)

  • #6

    Ich habe eine ähnliche Statur, deshalb ist dem im Grunde nichts hinzuzufügen. Ich bin auch schon den einen oder anderen, einfachen TET Abschnitt gefahren, tieferer Sand in Dänemark war bisher das schwierigste. von allen, da kommt man schon mal ins rudern. Einen ACT würde ich auf jeden Fall auch mit der AT fahren.


    Für eine MX Strecke ist die AT m.E. nicht gemacht, da sind manche Hügel schon so gestaltet, das sie mehr zum überspringen als zum überfahren taugen. Wenn man ( ich :lachen: ) da nicht aufpasst, hat man schon mal ganz schön Rodeo auf dem Bike.

    Bauschheim fand ich eigentlich relativ einfach, aber zum Grundlagen lernen wie z.B. langsames fahren super. Hilfreich dabei waren vielleicht meine 30 Jahre Mountainbike Erfahrung, da mache ich mich vor einer kleinen Abfahrt nicht bange.


    Am Rande erwähnt - Ich bin übrigens im März zusammen mit meinem Sohn auf der grünen Transalp in einem Steinbruch hier im Sauerland gewesen und bin die seit langem mal wieder gefahren. Die Sitz- bzw. mehr die Standposition darauf ist für mich deutlich schlechter als die auf der AT. Man steht trotz Lenkererhöhung viel mehr über dem Bike als in dem Bike wie bei der AT, ich fand das Handling trotz des 50 kg .geringeren Gewichts nicht wesentlich einfacher.

    2 Mal editiert, zuletzt von Tofi02 ()

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